Das gab es noch nie in der 3.Liga

1, Premiere! Im 153. Drittligaspiel gab es zum 1. Mal ein 4:1 am Ende des Spieles zu bejubeln.

2, Aios Aosman und Tim Väyrynen konnten in ihrem allerersten Pflichtspiel für Dynamo gleich ihr 1.Tor bejubeln.

4 Tore im ersten Saisonspiel sind genau die Menge, die wir zuvor in 4 Drittligajahren insgesamt am 1.Spieltag erzielt haben (1/0/1/2)

6 aus 7,5, von unseren 7,5 Neuzugängen (Fetsch = 0,5) standen heute 6 in der Startelf. Einzig Pascal Testroet fand sich am Anfang auf der Bank wieder, bekam jedoch noch einige Spielminuten.

4 877, die Daten sind vergleichbar, letztes Jahr fand am selben Wochenende das erste Saisonheimspiel gegen den VfB Stuttgart II statt. Damals war das Stadion gut gefüllt, diesmal gab es mit 25 530 Zuschauern noch einmal einen um 4 877 Fans höheren Andrang.

 

Neue Saison mit großen Zielen

Die Sommerpausenuhr dreht sich langsam aber zielstrebig ihrem Nullpunkt entgegen. Noch vier Tage verbleiben, ehe am Samstag auch in Dresden die neue Saison angepfiffen werden wird. Der erste Gegner ist, wie im letzten Jahr, die Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Damals gab es ein 2:1. Würde dies am Samstag nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel stehen, wäre dies kein Grund, überschwänglich  zu jubeln, aber auch kein Ergebnis, um bereits alle Ziele wieder in Frage zu stellen.

Als Ziel wurde vor Wochenfrist das höchstmögliche angegeben, der Aufstieg in die 2.Bundesliga soll es am Saisonende bitteschön sein. Daher schenke ich mit die statistische Saisonprognose. Nimmt man unsere durchschnittliche Punkteausbeute gegen die Mannschaften der 3.Liga (Würzburg und Magdeburg mal ausgenommen) und rechnet die auf 38 Spieltage hoch, so würden wir am Saisonende auf knapp 52 Punkte kommen, kein Wert, um irgendein Wort bezüglich des Aufstieges mitsprechen zu können.

Gespannt bin ich, wie die Mannschaft mit dem Druck umgehen wird, der nun von Anfang an auf ihr lasten wird. Das wir Fans ja fast immer Sternstunden erwarten, ist das eine, dass von offizieller Seite unsere Wünsche quasi legitimiert werden, könnte zu einem Problem werden, wenn es nicht gleich rund läuft.

Um dem entgegen zu wirken, planten Uwe Neuhaus und Ralf Minge, erfahrenere Spieler ins Mannschaftsgefüge einzubauen. Mit der Verpflichtung von Andreas Lambertz und Fabian Müller sah es anfangs so aus, als ob das Projekt „Jugend forsch“ dafür über Bord geworfen werde würde, doch inzwischen kann hierzu Entwarnung gegeben werden. Das Durchschnittsalter der Mannschaft ist zu Saisonbeginn diesen Jahres nur unwesentlich höher als im vorherigen Sommer. Durchschnittlich 23,3 Jahresringe können den Spielern im Sommer 2015 gut geschrieben werden, 22,8 waren es nach dem Abstieg. Der Stamm der Mannschaft, der zum überwiegenden Teil zusammen bei Dynamo geblieben ist, wurde eigentlich sogar verjüngt. Aber sie sind alle erfahrener geworden. Hatten im letzen Jahr vor dem Auftakt 9 Spieler die Erfahrung von 337 Spielen, so sind es diesmal 20 Spieler, die zusammen auf 1030 Spiele in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückblicken können. Die sollten hoffentlich aus den garantiert nicht ausbleibenden Rückschlägen die richtigen Pläne schmieden können, um das große Ziel so lang wie möglich ansteuern zu können.

Wohin der Blog in diesem Jahr hinsteuern wird, ist, im Gegensatz zum Ziel des Vereins, noch nicht auf irgendeiner Karte endgültig festgelegt worden. Ob es eine kontinuierliche oder sporadische Begleitung wird oder ob ich vielleicht sogar während der anstehenden Fahrt hart backbord drehen werde, um unserem schwarzgelben Schlachtschiff glücklich hinterher zu winken während ich nach neuen Zielen suche, werden die kommenden Wochen zeigen. Noch habe ich sie nicht gefunden…

Noch eine Tabelle

Am gestrigen Abend wurde die letzte Mannschaft für die 3.Liga erspielt, heute bekamen alle 20 erwählten Vereine ihre Lizenz für das kommende Spieljahr. Wir befinden uns nun im Sommerpausenmodus. Auch die letzten Spieler sind im Urlaubsmodus und trotzdem dreht sich alles um sie. Wer flirtet mit welchem Verein, wer bandelt fremd und wer steht auf Kontinuität. Es ist daher noch nicht klar, welcher Verein die Bürde des Favoriten auferlegt bekommt. Bei den beiden Absteigern ist kein neues Bielefeld in Sicht und bei den knapp Gescheiterten muss man erst einmal sehen, wie die verpasste Chance, eine Klasse nach oben zu klettern, verarbeitet werden kann. Wer von den Spielern, die knapp gescheitert sind, nimmt den kurzen Umweg über einen Vereinswechsel in die 2.Bundesliga und wer bleibt in der Hoffnung, noch einmal solch ein Husarenritt erleben zu können.

Dynamo befindet sich ebenfalls in den Ferien. Nicht einmal Gerüchte gibt es. Die, die es vor Wochen gab, blieben von Vereinsseite unkommentiert und sind inzwischen kalt geworden. Wir warten, mehr oder wenig geduldig und sind doch voller Vorfreude. Ausgelöst wurde dies durch die Erzgebirgler aus Aue, die eingesehen haben, dass eine Liga ohne Dynamo nicht einmal das heimische Stadion füllt und die Elbstädter aus Magdeburg, die aus lauter Lust an der Historie die favorisierten Kicker aus Offenbach das Fürchten gelehrt haben.

Im letzten Jahr nach unserem Abstieg waren die vielen Ostduelle ein Anreiz, nach vorn zu schauen. Diesmal, nochmals um 2 Vereine aufgestockt, herrscht regelrechte Vorfreude auf die neue Saison, die am letzten Juliwochenende beginnen wird. Bevor jedoch der Blick endgültig dem neuen Spieljahr entgegen gerichtet wird, folgt nun die „bereinigte“ Tabelle der Saison 2014/15. Lauter sächsische, sächsisch-anhaltinische, thüringische, brandenburgische und mecklenburgische Mannschaften, welche ohne Sentimentalität auf das Vergangene weitere Erwartungen an das neue Spieljahr erwecken soll, in der gleich 14 brisante Altklassiker und andere spannende Partien warten.

Ostdeutsche Meisterschaft der 3.Liga 2014/15

  1. FC Rot-Weiß Erfurt         20 Punkte, 6 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 16:7 Tore
  2. Hallescher FC                  19 Punkte, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 16:13 Tore
  3. SG Dynamo Dresden     16 Punkte, 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 13:12 Tore
  4. Chemnitzer FC                13 Punkte, 4 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 11:10 Tore
  5. FC Energie Cottbus        11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:13 Tore
  6. FC Hansa Rostock            7 Punkte, 2 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 7:16 Tore

 

Thekenwissen 2014/15

Eine lange Saison ist beendet und aktuell laufen die finalen Entscheidungen, welche Vereine die letzten Plätze in welcher Spielklasse belegen werden. Während anderorts gebangt, gehofft und gebibbert wird, lehnen wir uns in Dresden gemütlich zurück und schauen auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen zurück.

In der Rubrik der meisten Spiele hat sich erwartbar gar nichts auf den ersten Plätzen getan. Cristian Fiel, neben Benjamin Kirsten der einzige Spieler mit Drittligaerfahrung für Dynamo, hätte, bei optimalen Saisonverlauf, bis auf den 10.Platz vordringen können. Einige Verletzungen und andere Spieler, die plötzlich auf der Position der beiden letzten Aufstiegshelden spielten, verhinderten das bestmögliche Abschneiden. Letztendlich fanden sich Benjamin mit 45 Einsätzen auf Rang 15 und direkt hinter ihm Cristian mit 44 ein. Zu Axel Keller, der mit 96 Einsätzen ganz vorn zu finden ist, wird auch in der Saison 2015/16 noch niemand rütteln können…

Auch bei den Torjägern erwarteten nicht viele eine Verschiebung in den Top 3. Nach einer starken Saison mit 19 Saisontoren von Justin Eilers konnte einzig Halil Savran mit 26 Toren seinen Spitzenplatz halten, Alexander Esswein (17 Tore) und Pavel Dobry (14 Tore) rutschten ab.

Gerrit Müller benötigte 3 Spielzeiten, um 14 Tore vorzulegen. Hier war nicht sicher, ob er seinen Platz an der Sonne würde halten können, da Cristian Fiel mit 8 gut geschriebenen aus der Aufstiegssaison würde starten können. Doch wurde es nicht der Kapitän sonder Youngster Marvin Stefaniak, der ein ums andere Tor vorlegte. Mit 13 Vorlagen belegt er aktuell den zweiten Rang.

In der Kombination aus 26 Torerfolgen und 8 Vorlagen war abzusehen, dass Halil Savran würde nicht so schnell würde verdrängt werden können. Justin Eilers konnte seinen 19 Toren noch 4 Vorlagen hinzufügen und reiht sich so auf Platz 3 im näheren Verfolgerfeld ein.

Von der Bank aus hatte Benjamin Kirsten bis zum Aufstieg 76 Spiele verfolgt. Nachdem Patrick Wiegers im Frühjahr 2015 seinen Platz erobert hatte, kamen noch 8 hinzu, wodurch er diese Kategorie mit weiten Abstand anführt. Alban Sabah hat den höchsten Neueinstieg geschafft. 19 Partien auf der Bank von An-bis Abpfiff reichten für Rang 4.

Jokertore werden bei Dynamo eindeutig zu selten gesehen. Nachdem im 1.Drittligajahr 5 Spieler kamen und trafen, darunter 3x Pavel Dobry, waren in den folgenden Jahren Tore von Einwechslern Mangelware. Marvin Stefaniak sorgte in Wehen dafür, dass es diese Saison wenigstens eins gab.

Manche Tore sind für die Statistik, andere Punkte wert. Das Spieler mit vielen Toren hin und wieder entscheidende erzielen, ist nicht unwahrscheinlich, Marco Hartmanns 5 Saisontore waren 6, Sinan Tekercis 5 auch starke 5 Punkte wert. (Anmerkung: Das 2:0 bei den Dortmunder Amateuren habe ich Marco gut geschrieben)

Wurden frische Kräfte gebracht, war 15x Dominic Baumann der glückliche, der doch noch das Spielfeld betreten durfte. Auf dem ersten Rang bleibt scheinbar unerreichbar Sascha Pfeffer mit 35. Kam Dominic, gingen andere. Spitzenreiter waren diese Saison Luca Dürholtz mit 21 und Marvin Stefaniak mit 20 Auswechslungen. Bis zu Gerrit Müller, der 44x eher duschen durfte, ist es aber noch ein weiter Weg.

77 Gelbe Karten gab es in dieser Saison. Dennis Erdmann mit 13 und Michael Hefele mit 12 Verwarnungen waren Sammler der Extraklasse. In dieser Rubrik ist eine baldige Wachablösung von Thomas Hübener, der 16x gelb erhielt, nicht unwahrscheinlich.

5 Gelb-Rote Karten sind 1 mehr, als in drei Drittligajahren zuvor zusammen. In Erinnerung blieb sicherlich die Trikot-Jubel-Hinausstellung von Sylvano Comvalius im Derby gegen Chemnitz.

6 Spiele ohne Sieg waren eine lange Zeit. Aufgestellt wurde diese „Bestleistung“ übrigens nicht im Frühjahr 2015 sondern von Anfang Oktober bis Ende November 2014. In der Saison 2009/10 gab es eine genau so lange erfolglose Serie.

Hand aufs Herz, wer hat noch gewusst, dass die 13 Spiele ohne eigenen Torerfolg in dieser Saison in der Spielzeit 2009/10 locker überboten werden konnten? 19x blieben wir damals ohne Torerfolg.

48 Gegentore in einer Saison sind ein neuer dynamischer Negativwert. Zur Folge hat dies weitere neue „Bestwerte“. Wir hatten bisher immer mindestens 8 Spiele ohne Gegentor, diesmal waren es 7. 284 Minuten ohne Gegentor sind zwar auch nur ein um 5 Minuten verkürzter Minuswert, jedoch ein neuer.

Unterhaching verewigte sich diese Saison gleich in 2 Listen. Einmal gesellten sie sich zu jenen 9 Mannschaften, die mit 3 Toren Differenz gegen uns gewinnen konnten, auf der anderen Seite gab es 3 Spiele, in denen unser Gegner mit 4:0 bzw 5:1 verloren. Darunter waren die Hachinger gleich 2x!

Ganz ganz kurz noch neue Bestwerte:

26 Auswärtstore, bisher 21 (2010/11)

28 Auswärtsgegentore, bisher 25 (2010/11)

8 Auswärtsniederlagen, bisher 9 (2008/09 und 2010/11)

77 Gelbe Karten, bisher 74 (2009/10)

5 Gelb-Rote Karten, bisher 3 (2010/11)

100 Tore/Gegentore in einer Saison, bisher 92 (2008/09 und 2010/11)

Saisonendüberflieger

3, jetzt scheint es wirklich wieder zu laufen! Wer hatte vor 3 Wochen gedacht, dass die Mannschaft unter Peter Németh den internen Saisonrekord für die meisten Siege in Folge (aufgestellt zwischen dem 7.- 9.ST) doch noch einstellt.

13, mit seinen inzwischen 13 Torvorlagen steht Marvin Stefaniak aktuell auf dem 2.Rang dieser Liste. Vor ihm befindet sich einzig noch Gerrit Müller, der für seine 14 Torvorlagen 85 Spiele Zeit hatte, hinter ihm liegt Maik Kegel, der 12 Vorlagen in 72 Drittligaspielen vorweisen kann. Marvin hat aktuell 31 Spiele in der 3.Liga bestritten.

17, seit nahezu einer halben Drittligasaison gab es entweder 3 Punkte oder keine für die SGD. Ganz oder gar nicht, Unentschieden gibt es nicht mehr.

47, auch wenn das letzte Spiel gegentorfrei bleiben sollte, hatten wie noch nie 47 Gegentore in einer Saison der 3.Liga.

50, nimmt man das Eigentor von Daniel Vier aus, so hat Luca Dürholtz sowohl das 1. Tor eines Dynamospielers erzielt sowie heute das 50.Saisontor.

97, auch wenn man es zwischendurch kaum gedacht hätte. Spiele mit Dynamo sind in der 3.Liga so torreich wie nie zuvor. Trotz 11 Spielen mit keinem oder einem einzigen Tor sind es insgesamt bereits 97 Tore, die mit Beteiligung der SGD gefallen sind. Der bisherige Bestwert lag am Saisonende bei 92. Schaffen wir gegen den FC Hansa Rostock noch die 100???

Neuer Schwung auf den letzten Saisonmetern???

4. Minute. So früh haben wir in dieser Saison noch nie getroffen. Nach 8 Minuten traf Justin Eilers gegen Regensburg, diesmal war er doppelt so schnell.

4-5-6, Marco Hartmann kommt in Fahrt. Nach 4 Spielen bis zur ersten und 5 bis zur zweiten Verletzung hat er inzwischen 6 Spiele am Stück gespielt. Wie wichtig er ist zeigen nicht nur 2 Tore und 2 Torvorlagen in den letzten beiden Spielen. Hoffentlich hört man bald etwas von einer Vertragsverlängerung!!!

9 Tore in zwei aufeinander folgenden Saisonspielen, wann gab es das eigentlich schon einmal? Ich musste lange blättern. Im Herbst der Saison 1988/89 wurde erst die BSG Energie Cottbus mit 5:1 aus dem Stadion gefegt, dann wurde Carl Zeiss Jena auswärts mit 4:3 bezwungen. Lang ists her! Das Heimspiel darauf bescherte uns übrigens den FC Hansa Rostock, die verloren auch mit 5:0 in Dresden. Rostock kommt auch noch nach Dresden, leider nicht kommende Woche, wäre wohl auch zu viel des Guten gewesen…

11, der Marvin schafft es mit seiner derzeitigen Form hoffentlich noch zur U20 WM in Neuseeland. Querpass von links zum 1:0, Ecke von rechts zum 3:0. Inzwischen ist er bei 11 Torvorlagen angekommen. Der bisherige Topvorlagengeber hieß Cristian Fiel und schaffte es auf 8 in einer Spielzeit.

18 Tore, nun hat Justin Eilers auch noch einen unserer Aufstiegshelden überholt. 18 Saisontore hat in der 3.Liga auch Alexander Esswein nicht geschafft.

5:1 nach 0:3, die Bayern müssten mal wieder nach Dresden schauen. Dynamo hat es eindrucksvoll gezeigt, wie man nach einer 0:3 Niederlage in Unterhaching (Hinspiel) doch noch ein Rückspiel (Rückrunde) drehen kann.

 

Unser Verein setzt Zeichen!

Es war mal wieder eine Woche, in der das Sportliche die Nebenrolle spielte. Am Montag klang es bei 19:53, der Dresdner Fußball-Talk bereits an, am Mittwoch wurde es offiziell. Die Zeit von Benjamin Kirsten bei der SGD befindet sich auf der Zielgeraden. Noch 4 Spieltage bleiben ihm und uns, ehe es im letzten Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock vorerst Abschied nehmen heißt. Cristian Fiel wird sich ihm als zweite Integrationsfigur anschließen, bei Marco Hartmann habe ich persönlich inzwischen auch nicht mehr das beste Gefühl. Neue Recken braucht der Verein…

Am Donnerstag veröffentlichte unser aller Verein ein weltoffenes Statement. 300 Flüchtlinge werden eingeladen sein, das Spiel gegen den Aufstiegskandidaten des MSV Duisburg zu erleben. Eigentlich keine besondere Aktion, schließlich lädt die antirassistische Faninitiative 1953international, die leider zu oft viel zu wenig gewürdigt wird, regelmäßig Asylsuchende in unser Stadion ein, da diesmal der Verein persönlich die Einladung ausgesprochen hat, wurde es rasch zum alles beherrschenden Politikum, was alles andere in seinen Schatten stellt.

Und ich war so blöd, und habe bei Facebook in die Kommentare hineingeschaut. Die SG Dynamo Dresden muss mal wieder als Mülleimer für alle frustrierten, ängstlichen, vorurteilsbehafteten (…kann gern noch selbst ergänzt werden…) und natürlich auch rassistischen Fans unseres Vereins herhalten. Ich beneide die Mitarbeiter/Innen nicht darum, diese verachtenden Kommentare immer wieder Sichten zu müssen und hoffe, dass die ausgesprochenen Androhung, einzelne User zu blocken, auch umgesetzt wurden. Manchmal wünsche ich mir fast die Zeiten zurück, in denen auf der Homepage Mitteilungen gemacht wurden und nicht auf Facebook, wo jede benachteiligte XX oder jeder unterbemittelte XY seine rückwärts gewandten Ideologien zum besten geben konnte.

Am interessantesten waren sicherlich die Ankündigungen, das Spiel boykottieren zu wollen. Gern! Niemand wird gezwungen, ein Fußballspiel anzuschauen, wo 300 Flüchtlinge Platz nehmen dürfen. Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. 300 Personen sind überschlagen 1% der Dresdner Stadionkapazität. Aktuell (2 Tage vor dem Spiel) sind nicht einmal 80% der Karten verkauft (www. dynamocounter.de), was bedeutet, es wird niemanden etwas weg genommen, es muss auch niemand um seinen eigenen Sitz (so er denn einen haben möchte) fürchten. Es ist einfach eine Geste der Menschlichkeit und Offenheit für welche dem Verein viel eher gedankt werden darf mit der kleinen Frage: Warum NUR 300???

Und für diejenigen, die mit solchen kleinen Gesten nicht klar kommen sollte der Verein viel eher die Möglichkeit geben, die bereits für Sonntag erworbene Karte unkompliziert zurück geben zu dürfen, wenn gewünscht, auch die Jahreskarte und am besten auch die Mitgliedschaft im Verein! Dann muss man sich auch nicht mehr ärgern.

So insgeheim würde ich mir vom Verein ein ähnliches Zeichen wünschen wie das, was der SV Babelsberg vor kurzem gesetzt hat. Zwar wird unsere 2.Mannschaft zum Sommer aufgelöst und es wäre vielleicht ein wenig Salz in die Wunden des untergehenden Abendlandes, aber ein Trikotsatz für eine Freizeitmannschaft aus Flüchtlingen sollte schon noch auffindbar sein! Es wäre ein deutliches Zeichen, wofür unser Verein stehen möchte und irgendwie auch sollte…

http://www.sueddeutsche.de/sport/fluechtlinge-beim-sv-babelsberg-welcome-united-1.2283899

Doch zuvor freue ich mich erst einmal auf Sonntag, auf ein hoffentlich schönes Spiel mit vielen begeisterten und enthusiastischen Fans und vielleicht auch ein paar neuen Anhängern. Schließlich ist irgendwann jeder zum ersten Mal im Stadion!

„Bestleistungen“

3 aus 6, auch gegen den 3. Aufsteiger ist es uns nicht gelungen, ohne eine Niederlage durch die Saison zu kommen. Nur gegen den Sonnenhof ist es uns überhaupt ein Sieg gelungen. Unsere Bilanz gegen die Aufsteiger lautet daher: 1 Sieg, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen, 4:5 Tore

6 aus 11, auch wenn es zuletzt etwas seltener geworden ist, ist ein 0:1 Tipp gegen Dynamo in der Rückrunde immer eine gute Wahl. 6 der 11 Rückrundenspiele endeten mit diesem Ergebnis.

19 aus 17, unsere bisher beste Saisonauswärtsbilanz ist nach 3 Niederlagen in Folge gerissen. Durch die Niederlage in Köln gibt es auch keine Möglichkeit mehr, auf 26 Punkte wie am Saisonende 2010/11 zu kommen.

85, durch die 3 Gelben Karten haben wir bereits mehr „Bösewichtspunkte“ (gelb = 1 Punkt, gelb-rot = 3 Punkte, rote = 5 Punkte) gesammelt als jeder Drittligasaison zuvor. Um die 100 Punkte am Saisonende scheinen nicht mehr unerreichbar.

330 Minuten haben wir auswärts keinen Treffer mehr erzielen können. Nicht mehr weit bis zum „Bestwert“ der Saison 2009/10, welche nach 387 Minuten glücklicherweise durch die einsetzende Sommerpause „zwangsbeendet“ wurde.

Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…