07.03.2015, Grossaspach macht die Hütte voll

Das lang erwartete Pokalspiel gegen Borussia Dortmund liegt nun hinter unserem Verein und vor uns der wahrscheinlich spannendste Vergleich der kommenden Wochen. Großaspach macht die Hütte voll ist der Slogan und was am Anfang ein wenig verwegen klang, zieht inzwischen die gesamte Fangemeinde in ihren Bann. Ob das erklärte Ziel, das gesamte Stadion komplett voll zu bekommen oder zumindest die 30 503 vom vergangenen Dienstag zu übertreffen, erreicht wird, ist noch nicht ganz geklärt, auf alle Fälle wird es ein beeindruckendes Spiel werden, für uns und unseren Gegner, die SG Sonnenhof-Großaspach. Der sympathische Aufsteiger, der im Hinspiel mit grenzenloser Zuneigung die Herzen Dynamofans gewann und als einer der wenigen wohlgesonnenen Vereine der SGD bezeichnet werden darf, erlebt einen Spieltag, der definitiv in Erinnerung bleiben wird. Die größte Kulisse, vor welcher Großaspach bisher aufspielen durfte, waren die 11 404 Zuschauer in Duisburg, gleich am 1.Spieltag der Saison. In Bielefeld wurde es Ende November auch noch einmal gerade so fünfstellig, ehe ein Wochenende später zum Nikolaus die Schuhe der meisten Kölner Anhänger so gut gefüllt sein mussten, dass jene nicht in diese und damit nicht ins Stadion kamen. Gerade einmal 948 Unentwegte wollten den Aufsteiger sehen.

Nun also Dresden. Das Stadion ist schon zu mehr als 80% ausgelastet und es werden sicher noch einige mehr werden, welche die gute Leistung unserer Mannschaft im DFB-Pokal honorieren werden. In diesen Hexenkessel wird jeder Großaspacher ebenso herzlich empfangen werden. Ihren eigenen Gästeblock werden sie dabei nicht haben sondern zwischen uns Dresdnern stehen und sitzen.

Wo begrüßt man da den Anhang und wohin jubelt der Gast da nach einem erfolgreichen Spiel??? Eine neue und unbekannte Situation für die Württemberger und sicherlich auch für uns Dresdner. Das jahrelang gepflegte Ritual des Auspfeifens jedes Gegners, wenn er das Spielfeld betritt, wird diesmal hoffentlich als perfekter Gastgeber unterbleiben. Ob unsere Gäste während des Spieles aber angefeuert werden, glaube ich eher weniger. Es wird ein ganz anderer  und hundertprozentig interessanter Vergleich zwischen den Sportgemeinschaften werden. Vielleicht macht sich der ein oder die andere, die noch überlegen, ob sie dabei sein wollen, doch lieber selbst am Samstag im Stadion ein Bild davon?

Fehlen werden neben den Langzeitverletzten zusätzlich noch Jannik Müller mit einem Außenbandanriss. Ob die von Ralf Minge im Interview mit „Die Welt“ angekündigte Strafe für Dennis Erdmann aus einer internen Spielsperre bestehen wird, darf nach der Hiobsbotschaft um Jannik angezweifelt werden.

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article138109585/Wir-entschuldigen-uns-beim-BVB-in-aller-Form.html

Über Dennis ist die letzten beiden Tage genug geschrieben worden, daher noch eine letzte Bemerkung in diesem Blog. Einerseits ärgert sich die Mehrheit der Fußballenthusiasten über Interviews, die so langweilig glattgebügelt klingen, dass man einen Tag später nicht einmal weiß, ob es ein Spieler der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft gegeben hat. Drei Tage später ist dann bereits vergessen, ob es überhaupt jemals eins gegeben hat. Wenn dann einer redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, wird alles auseinander gepflückt und ein Urteil gefällt, ohne einmal ganz kurz darüber nachzudenken, ob jeder Satz 1:1 übernommen werde muss oder eventuell doch eine Prise Selbstdarstellung dabei gewesen sein könnte. Sind einmal nicht die Fans die Bösen Buben, dann sollte das wenigstens ein Dresdner Spieler übernehmen. Sicher war nicht jede Aussage von Dennis Erdmann mit Weitblick getätigt, aber man sollte ihm auch nicht unterstellen, dass er, der uns allen einen tiefen Einblick in die besonderen Aufgabengebiete eines Innenverteidigers gegeben hat, der einzige ist, der auf diese Art und Weise seine Gegner bearbeitet. Ganz sicher ist er das nicht, nur ist vielleicht sein Alleinstellungsmerkmal, dass er so offen darüber spricht!

Auf alle Fälle sollte Dennis die kommenden Wochen nach jedem erlittenem Foul, solang kein offener Schien- und Wadenbeinbruch bei ihm vorlegt, jedesmal schnell wieder aufstehen und sich das betroffene Körperteil reiben und einfach weitermachen. Wenn ihm das gelingt und er nicht so oft wie bisher mit seinen fast 190 cm Körpergröße am Boden liegt, lamentiert und reklamiert, dann hätten alle was gewonnen. Denn wer gern austeilt, sollte zumindest irgendwie auch einstecken können! Nicht wahr, Dennis???

Ein Gedanke zu „07.03.2015, Grossaspach macht die Hütte voll

  1. Leo

    Fein geschrieben. Auch der letzte Absatz darf selbstkritisch der völlig überzogenen (aber typischen) Reaktion aus Dortmund und der AllerWELTspresse gegenüberstehen.

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