11.Mai 2014, Endstation Dresden?

Olaf Janßen hat die 2.Bundesliga nach dem letzten Spieltag spontan für beendet erklärt und kurzerhand das Halbfinale im Showdown um den letzten Zweitligastartplatz erklärt. Wird das Spiel gegen Arminia Bielefeld erfolgreich bestritten, was in unserem Fall bedeutet, es sollte keine Niederlage geben, dann gibts ein Finale mit Hin- und Rückspiel gegen den SV Darmstadt 98.

Irgendwie kommt es mir trotz der vielen mahnenden Worte so vor, als wird in meinem Umfeld das sonntägliche Halbfinale schon als erfolgreich bestritten angesehen. Das Spiel gegen die Bielefelder enthält das packende Finale, was wahrscheinlich der alljährliche Traum des Spielplangestalters ist, der sich sicherlich immer wünscht, dass direkte Konkurrenten aufeinandertreffen und nicht ständig auf andere Plätze schielen, ob eine dort bereits aufgestiegene Bochumer Mannschaft doch noch irgendwann den Finger in Unterhaching zieht.

Den direkten finalen Abschluss erlebt Dynamo nicht zum ersten Mal in seiner 61 jährigen Geschichte und die folgende Aufzählung soll zeigen, dass ein wenig Demut angebracht wäre, denn es final zu verkacken beherrschen wir durchaus.

In der Saison 1979/80 waren wir bereits als Tabellenführer in die Zielgerade der Oberliga eingebogen und gastierten am letzten Spieltag beim BFC Dynamo. Die Lage war klar. Wir hatten 42:8 Punkte, die Berliner 41:9. Ein Unentschieden und wir wären Meister. Es gab eine 0:1 Niederlage und wir wurden am letzten Spieltag noch vom obersten Treppchen verdrängt. Ob erster Platz oder Silberrang wäre in unserer derzeitigen Situation sicherlich ein Luxusproblem, deshalb gehen wir mal ein wenig weiter zurück und richtig ans Eingemachte!

In der Saison 1967/68 hatten wir am letzten Spieltag Chemie Leipzig zu Gast. Beide Mannschaften hatten 20:30 Punkte. Das Torverhältnis sah die Leipziger um 2 Tore voraus. Nach einer einfache Gleichung benötigten wir Dresdner einen simplen Sieg, doch es wurde ein Unentschieden und der bittere Abstieg.

Eigentlich war dieser Abstieg die vollständige Kopie einer fünf Jahre zuvor gemachten miesen Erfahrung. Am letzten Spieltag im Frühjahr 1963 hatten wir den SC Motor Karl-Marx-Stadt zu Gast. Mit einem Punkt Vorsprung konnten die es ruhig angehen lassen, während wir einen Sieg benötigten und unser Gast letztendlich ein Unentschieden bekam.

Die Möglichkeit, einen schwarzen Sonntag zu erleben, besteht geschichtlich also durchaus. Aber je länger eine Serie wird, desto eher wird sie reißen. Wer war schließlich die erste Mannschaft, die als Zweitligist gegen einen Drittligisten eine Relegation erfolgreich bestritt? Eben!

Drücken wir die Daumen, dass wir das janßensche Halbfinale für uns erfolgreich bestreiten und zwei weitere Spiele vor der Sommerpause erleben werden!

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