24.05.2013 Relegation, Teil 1

Morgens um 9 in DresdenDer Text war schon fast fertig, der Ärger über die Willkür, nur 1 000 Tickets für die Dresdner Ahhängerschaft zu verteilen, einem „Was solls“ gewichen, als heute morgen etwas geschah, was diesem Text vorangestellt werden sollte:

Ingrid Beier und Peter PacultHeute morgen, auf dem Weg zu einem völlig anderen Termin beschloss ich aus dem Nichts heraus, einen kleinen Schlenker um das Stadion zu machen. Die Bilder nach Tickets anstehender Fans war ja bereits hier und da gezeigt worden aber irgendwie wollte ich  es selbst sehen. Bereits um 9:00 war die Schlange lang und ganz vorn waren die, die wirklich bei 5 Grad in der Nacht in Stühlen und Decken sowie mit allerlei heißen Getränken bewaffnet vor dem Stadion campiert hatten. Und auch, wenn es wohl jeder, der hier liest weiß, möchte ich betonen, dass es hier nicht um ein anstehendes Europapokalspiel ging sondern um zwei Relegationsspiele zwischen der zweiten und dritten Liga! Die Stimmung war ruhig und entspannt und auch nach beinahe 25 Jahren Mitfieberns gibt es Momente, in denen ich urplötzlich wieder weiß, dass mich genau der richtige Verein erwählt hat! Rund machte diesen Moment ein weiteres Szenario, was aus der Presse hinreichend bekannt sein dürfte. Erlebt man es selbst einmal, ist es jedoch ein einzigartiges Geschenk. Der Mannschaftsbus war abfahrtbereit, unser rüstiger Vorzeigefan Ingrid Beier trat zur Tür, rief Peter Pacult zu sich, dem ein Lächeln entwich, als er den selbstgebackenen Kuchen überreicht bekam. Es ist im Relegationswahn irgendwie doch alles wie immer, hoffen wir, dass es ein weiteres Mal erfolgreich ausgehen möge!

Nun zum eigentlichen Text, ihn mag lesen, wer will…

 

Nicht schon wieder Osnabrück!

Wenn man schon Relegation spielen muss, dann hofft man doch, die Mannschaft zu vermeiden, die noch eine offene Rechnung mit uns hat. Nun sind sie es doch geworden und die Vorzeichen stehen genau andersherum wie 2011. Wir sind die laut Aussage unseres Trainers der Favorit. Die Osnabrücker können eine wirklich erfolgreiche Saison veredeln und nebenbei das Szenario vermeiden, welches uns Schwarzgelben vor zwei Jahren gedroht hätte, wenn wir nicht aufgestiegen wären. Doch das  fehlende Geld ist nur ein Nebenanreiz neben der Scharte von 2011, die endlich geglättet werden würde.

Die Niedersachsen sind der Relegationsexperte der letzten Jahre im deutschen Profifußball. 2009 und 2011 als Zweitligist gescheitert, spricht diesmal als Underdog die Statistik eher für sie. Glücklich, am letzten Spieltag noch auf den Relegationsrang gesprungen zu sein, ist es doch ärgerlich, mit dieser Punktzahl überhaupt daran teilnehmen zu müssen. 2010 und 2012 wären sie mit ihren 73 Punkten souveräner Drittligameister gewesen, auch 2009 wären sie aufgestiegen. Nur im Sommer 2011 hätten sie, anstatt Dynamo Dresden (damals 65 Punkte), ebenso die Relegation spielen müssen.

Los gehts I

Ihre starke Hinrunde mit 40 Punkten hätte auch nach 38 Spieltagen zum Klassenerhalt gereicht! In der Rückrunde konnten sie ihren tollen Lauf nicht ganz so eindrucksvoll fortsetzen. Mit dem 4:0 gegen Aachen am letzten Spieltag reichte es in der Rückrunde zu 33 Punkten. Am Freitag scheinen die Rollen klar verteilt zu sein, jedoch nicht mit der Favoritenrolle, wie erwartet. Heimstärke trifft auf „Auswärtsharmlosigkeit“. 13 Siege und vier Unentschieden (nur Preußen Münster und der Karlsruher SC waren in Osnabrück erfolgreich) sprechen für sich. Nach der 2:3 Niederlage gegen Karlsruhe ist die Osnabrücker Mannschaft seit 8 Spielen ungeschlagen, jedoch war nur der 4:0 Sieg gegen den seit Wochen feststehenden Absteiger aus Aachen eindeutig, zumeist springt man in Niedersachsen nur so hoch, wie es notwendig ist! (bspw: 1:0 gg Babelsberg und Burgausen)

Während die Fans auf Revanche sinnen, ist die Mannschaft, die am Freitagabend gegen Dynamo antritt, eine völlig andere als vor beschriebenen zwei Jahren. Torhüter Manuel Riemann saß auf der Bank, die damals vom ehemaligen Dynamo Tino Berbig gehütet wurde, Niels Hansen spielte nach einem Kreuzbandriss im Juni 2012 überhaupt noch nicht wieder und somit ist Alexander Krük der einzige Spieler, der bereits 2011 Erfahrungen gegen die Dresdner Aufstiegsmannschaft auf dem Feld gesammelt hat. Dynamo Dresden hat da einige Spieler mehr, die eine erfolgreiche Relegation absolviert haben. Benjamin Kirsten Florian Jungwirth und Cristian Fiel sind noch immer Stammspieler, Sebastian Schuppan wird nach seiner Gelbsperre im Rückspiel hinzustoßen. Außerdem werden mit David Solga und Robert Koch zwei weitere Aufstiegshelden im Kader sein.

Ansonsten haben die Osnabrücker durchaus eine Mannschaft, die uns vor ernsthafte Probleme stellen kann und auch wird! Ihr großer Vorteil sind nicht die bekannten Spieler. Die spielen in dieser Saison gar keine Rolle. Massimilian Porcello konnte aufgrund eines Knorpelschadens bisher, wie auch Niels Hansen, überhaupt nichts zu dieser erfolgreichen Saison beitragen und Emil Jula, der im Winter aus Duisburg ausgeliehen wurde, ist verletzungsbedingt (Muskelfaserriss) ebenfalls nicht auf der Höhe.

Los gehts II

So ist der Kader etwas kleiner, dafür aber extrem eingespielt. Von der sogenannten Stammelf, die vorwiegen in einem 4-2-3-1 antritt, hat nur Timo Beermann mit 28 Saisoneinsätzen weniger als 30 absolviert. Nimmt man von den insgesamt nur 23 im gesamten Jahr eingesetzten Spielern die mit fünf und weniger Einsätzen weg, bleibt ein Kern von gerade einmal 19 Mann, von denen 15 auch Torschützen waren.

Erwartbar ist folgende Aufstellung: Name (Spiele/Tore/Vorlagen)

Manuel Riemann (31/0/1)

Niels Fischer (31/0/1), Timo Beermann (28/4/0), David Pisot (38/2/1), Alexander Krük (37/0/1)

Claus Costa (32/4/2), Timo Staffeldt (37/9/3)

Marcus Piossek (36/8/8), Daniel Nagy (33/3/5) oder Yannik Thiel (19/1/1), Gaetanno Manno (37/8/12)

Simon Zoller (36/15/7)

Mutmaßt man noch etwas weiter, so sind Adriano Grimaldi (27/2/4, 24 Einwechslungen) und Andreas Glockner (23/2/2, 17 Einwechslungen) oder auch Sebastian Neumann (26/2/0) weitere Kandidaten, in die erste Elf zu rutschen.

Gelingt es uns, das Offensivtrio aus Piossek, Grimaldi und Zoller nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, dann wird es eine offene Angelegenheit werden! Besinnen wir uns auf uns und das, was im letzten Jahr alles geklappt hat, dann werden wir Zweitligist bleiben! Der Grundstock dazu muss aber in Osnabrück gelegt werden! 

Mögen die Spiele beginnen!

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