60 Jahre Dynamo, 1. Themenabend, 1953-68

Nach einem erfolgreichen Wochenende mit erreichtem Klassenerhalt (wer erwartet realistisch, dass wir alle noch kommenden Spiele verlieren, Aachen und Rostock alles gewinnen, Karlsruhe nur gg Aachen verliert und die Mannschaften auf Platz 10-15 ebenfalls gewaltige Siegesserien starten um uns abzufangen?), der Auszeichnung als beste Dresdner Sportmannschaft des Jahres und dem unerwarteten Einsatz von Maik Kegel (die Auszeichnung bester Trainer des Jahres für Ralf Loose soll hier auch nicht unterschlagen werden!) sollte der 1. von 4 angekündigten Abenden zur wechselvollen Geschichte Dynamos meine Glückshormonausschüttung noch etwas erhalten.

Eingeladen wurde in die Comödie Dresden, Thema waren die schwierigen ersten Jahre nach der Gründung Dynamos 1953 bis zum Jahr 1968. Das versprach spannend zu werden, vor allem, wenn man (1979 geboren) bisher alle Informationen aus dieser Zeit aus den wenigen vorhandenen Büchern ziehen musste. Es ist auch verständlich, dass alle damals erwachsenen Zeitzeugen heute ein betagtes Alter haben und deshalb mit Hans-Jürgen Kreische ein Gast geladen war, der bestimmt mehr aus eigener Erfahrung zum geplanten 2. Themenabend (1968-1983) sagen könnte. Mit dem Jenaer Spieler Peter Ducke war ein weiterer Zeitzeuge geladen, Gastgeber waren Gert Zimmermann mit dem „Dynamostallgeruch“ und und der MDR-Journalist und Fußballexperte Uwe Karte.

Es war ein unterhaltsamer Abend mit Stammtischflair, bei dem Hans-Jürgen Kreische (der seine Diplomarbeit über die Geschichte des Dresdner Fußballs geschrieben hat!) leider in der 1. Hälfte des Abends ständig in seinen Ausführungen ausgebremst wurde, sodass er im 2. Teil nur noch kurz und knapp auf gestellte Fragen antwortete, was dem Abend nicht gut tat. Es blieb eher ein oberflächliches aber nett anzuhörendes Geplänkel der Moderatoren und Gäste, Dynamo wurde immer mal wieder angerissen, aber wirklichen Zugang zur frühen Geschichte Dynamos gab es leider nicht so recht. Ärgerlich war es, wenn Gert Zimmermann damit glänzen wollte, aus den historischen Schnipseln einzelne Spieler erkennen zu wollen und dabei völlig seine Mitstreiter vergaß. Hans-Jürgen Kreische redete, dazwischen schwadronierte Gert Zimmermann völlig belanglos über den „dicken Legler, der den Ball immer mit dem Hintern abschirmte“, aber wer Dieter Legler in seiner Zeit zwischen 1959-65 wirklich für Dynamo Dresden war, blieb leider unausgesprochen.

1954, 1 Jahr nach der offiziellen Gründung, wurde die Mannschaft Dynamos zwangsweise nach Berlin delegiert, um dort ein Gegengewicht zu Vorwärts Berlin zu schaffen. Dies wurde nur sehr kurz angerissen. Die Besonderheit dahinter, mit der 1. Mannschaft kurz nach der Gründung zwangsweise die eigene Stadt verlassen zu müssen, um dort den Vorläufer des später so verhassten BFC Dynamo zu bilden, kann wohl kaum eine andere Mannschaft von sich behaupten, war aber kein Thema am gestrigen Abend!

Der schwierige Neuaufbau (eine völlig neue Mannschaft Dynamos spielte Anfang 1955 plötzlich in der 1. Liga der DDR, in Staffel 3 und übernahm den Platz und die Punkte/Tore eines Leipziger Vereins!) mit dem zwischenzeitlichen Absturz bis in die Bezirksliga Dresden 1957 (4. Liga, welch Parallele zum Lizenzentzug 1995…), der langersehnte Wiederaufstieg in die Oberliga 1962 fehlte gänzlich.

Bedenkt man, dass aller Anfang schwer ist (nicht nur in der Geschichte Dynamos), so gibt es doch Hoffnung, dass zum nächsten Themenabend am 20.08.2012, wenn die Jahre 1968-83 beleuchtet werden, die vielen Dresdner Europapokalabende oder auch die 5 gewonnenen Meistertitel mehr Zeitraum einnehmen, als gestern Abend das Spiel der DDR Nationalmannschaft gegen Indonesien am 20.09.1956 in Karl-Marx-Stadt.

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