Angekommen

Das nächste schöne Spiel nach dem DFB Pokal und ich wieder nicht im Stadion. Nachdem es in der letzten Woche ganz spannend war, wie in meiner Kinderzeit akustisch über das Spiel informiert zu werden, entschied ich mich wieder für die Übertragung über das Internetradio 90elf. Es hat schon was, ganz ohne das Visuelle ein Spiel der Dynamos zu erleben. Das Stadion ersetzt es natürlich nicht unbedingt, vor allem nicht bei erfolgreichen Spielen wie gegen Union Berlin. Aber wenn sich der Reporter beim Erzählen überschlägt, während er schneller spricht als der Ball gespielt wird und ich zu Hause vor meinen Augen sehe, wie Dynamo Union in deren Hälfte überrennt und 3x in 15 Minuten einnetzt, dann fühle ich mich wieder meiner Mannschaft aus der Ferne so nah wie mit 8 Jahren und einem kleinen Kofferradio in der Hand.

Die Mannschaft wurde gehörig durcheinander gewürfelt. Für einen Spieler, der bereits eine längere Zeit da ist, ist es natürlich ärgerlich, wenn ein Neuzugang, der 3 Trainingseinheiten anwesend war, auf einmal spielt, während man selbst mit der Ersatzbank vorlieb nehmen muss. Aber, alles richtig gemacht, wenn das Ergebnis stimmt. Und was soll ich bei unserem höchsten Zweitbundesligasieg überhaupt meckern?

Im Nachhinein war es wohl ein „Glücksfall“, dass Marcel Heller sich genug Zeit nahm, den Berufsverkehr in Dresden kennen zu lernen, während der Trainer sich mit der Mannschaft zur Teamsitzung traf. Ein Platz auf der Wechselbank gab es für Marcel Heller und plötzlich war zur Überraschung aller Sascha Pfeffer in der Startelf. Bereits abgeschrieben und ein Vereinswechsel nahegelegt, hat er inzwischen in 3 von 4 Ligaspielen mitgewirkt und außerdem das 4:3 im DFB Pokal grandios vorbereitet. Und das ist noch nicht genug, schoss er heute in seinem 81. Ligaspiel für die SGD sein allererstes Tor. Aussortierte spielen länger oder wie hieß das doch gleich? Auffällig, jedenfalls auf 90elf, waren auch Marvin Knoll und Robert Koch, welcher in diesem Spiel sogar als Kapitän auflief.

Das Spiel hatte etwas von DDR-Oberliga. Das Stadion wieder rammelvoll und Union Berlin kam, um die Punkte dazulassen. Die bisher schlechten Heimergebnisse nach 1991 waren dadurch schnell vergessen. Heute schien es in dieser Saison das erste Mal so richtig geplante Angriffsbewegungen nach vorn zu geben, die 4 verschiedenen Torschützen sprechen auch dafür, nicht so richtig ausrechenbar für Union Berlin gewesen zu sein. Das Stadion war wieder voll und vieles spricht dafür, das das dieses Jahr wohl öfter so sein wird.

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