Castingshow in der Türkei, Teil 2

Es lohnt sich gar nicht, die muffelnden Sportklamotten auszupacken und die 1 Tonne an Ausrüstungsgewicht in Dresden abzusetzen um sie gleich wieder zurück ans Mittelmeer fliegen zu lassen.

Peter Pacult und Steffen Menze haben nach verschiedenen Observierungen der Trainningsbedingungen in der Heimat beschlossen, in der Türkei die 2. Runde des Castings für die Rückrundenmannschaft und den Duisburgkader zu absolvieren. Neu dabei ist Tobias Kempe, vorerst (?) verabschiedet haben sich die Talente Cüneyt Köz, Hasan Pepic, Toni Leistner und Marcel Franke. Während die anderen weiterhin die Juroren um Pacult, Däbritz, Canestrini und Grundmann überzeugen wollen, heißt es für sie, ab in die 2. Mannschaft oder besser gleich sich anderweitig umschauen.

Es ist schon schwierig, die Balance zwischen Talentbindung, Kadergröße und den darüber schwebenden  Kampf um den Klassenerhalt zu finden. Zuletzt zeichneten sich jedoch wenigstens bei Cüneyt Köz und Hasan Pepic die schwindenden Chancen ab, in der Rückrunde eine beteiligende Rolle im Verein spielen zu können. Während für Köz nach dem 4. Testspiel Schluss war, kam Pepic überhaupt nur gegen Dinamo Zagreb zum Zug. Dabei wird er beim Trainer wohl keinen Eindruck hinterlassen haben. Ähnliches gilt für Toni Leistner und Marcel Franke, die zwar in den ersten 4 Spielen regelmäßig ihre Spielminuten bekamen, danach aber ebenfalls hintenan standen. Spannend wird sein, ob versucht wird, ihnen über eine Leihe in die 3. Liga die Möglichkeit zu geben, im Sommer wieder anzugreifen? Die Aussage, die mit dieser Entscheidung ohne Erklärung nach außen und gegenüber dem Nachwuchs signalisiert wird, ist jedenfalls entmutigend für die, die irgendwann mal nach oben wollen!

Was bleibt!

Hier wird die geänderte Philosophie deutlich, die der Verein nach dem Trainerwechsel fährt, deutlich. Während Ralf Loose das Training bei Dynamo in einem großen Kader als höherwertiger für die Anschlussspieler empfand als die zwischenzeitliche Leihe zu einem Drittligisten, bevorzugt Peter Pacult das intensive Training in einer überschaubaren Mannschaftsgröße von etwa 22 Spielern. Das hat wohl beides seine Berechtigung, ist aber vorher wie auch jetzt frustrierend für die, denen die Erfahrung noch fehlt. Mal sehen, welche Aussage zu den weiteren Aussichten für die genannten 4 Spieler der Verein in den nächsten Tagen geben wird?!

Weitere Wackelkandidaten für eine Auslese, die nach dem Trainingslager ja sowieso erfolgen sollte, waren für mich noch Petar Sliskovic und Giannis Papadopoulos. Bei Sliskovic bin ich über seine erneute Trainingslagerteilnahme eher überrascht, war doch zuletzt immer wieder von seiner bestehende Unzufriedenheit und eine besprochene Rückkehr nach Mainz zu lesen. Wird er sich in seiner für ihn unbefriedigenden Situation so reinhängen können, wie es wünschenswert und notwendig ist? Peter Pacult jedenfalls scheint jetzt schon nicht mehr davon überzeugt zu sein, denn testet Dynamo, sitzt Sliskovic ebenfalls vorwiegend auf der Bank. Giannis Papadopoulos wirkt vielleicht auf den ersten Blick überraschend, bei der Konkurrenz auf seiner Position aber eventuell auch nicht. Der in der Vorbereitung auffällige Anthony Losilla, der wieder näher an der Stammelf agierende David Solga, Routinier Cristian Fiel oder Florian Jungwirth schätze ich derzeit vor Papdopoulos ein. Auch mit einer großen Flexibilität bezüglich anderer Positionen ist Papadopoulos bisher nicht aufgefallen. Nimmt man dann noch die eventuelle Umstellung auf ein Spielsystem mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler (siehe die Verpflichtung von Tobias Kempe), wird es für ihn schwer mit einem Platz im 18-er Kader sein. Derzeit sieht es nach einem 4-5-1 aus, findet sich jedoch noch ein Mickael Poté ergänzender Stürmer, um das von Pacult favorisierte 4-4-2 praktizieren zu können, wäre Papadopoulos wahrscheinlich vorerst Tribünengast.

Also, es bleibt spannend!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*