Kategorie-Archiv: Kommentar

Neue Saison mit großen Zielen

Die Sommerpausenuhr dreht sich langsam aber zielstrebig ihrem Nullpunkt entgegen. Noch vier Tage verbleiben, ehe am Samstag auch in Dresden die neue Saison angepfiffen werden wird. Der erste Gegner ist, wie im letzten Jahr, die Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Damals gab es ein 2:1. Würde dies am Samstag nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel stehen, wäre dies kein Grund, überschwänglich  zu jubeln, aber auch kein Ergebnis, um bereits alle Ziele wieder in Frage zu stellen.

Als Ziel wurde vor Wochenfrist das höchstmögliche angegeben, der Aufstieg in die 2.Bundesliga soll es am Saisonende bitteschön sein. Daher schenke ich mit die statistische Saisonprognose. Nimmt man unsere durchschnittliche Punkteausbeute gegen die Mannschaften der 3.Liga (Würzburg und Magdeburg mal ausgenommen) und rechnet die auf 38 Spieltage hoch, so würden wir am Saisonende auf knapp 52 Punkte kommen, kein Wert, um irgendein Wort bezüglich des Aufstieges mitsprechen zu können.

Gespannt bin ich, wie die Mannschaft mit dem Druck umgehen wird, der nun von Anfang an auf ihr lasten wird. Das wir Fans ja fast immer Sternstunden erwarten, ist das eine, dass von offizieller Seite unsere Wünsche quasi legitimiert werden, könnte zu einem Problem werden, wenn es nicht gleich rund läuft.

Um dem entgegen zu wirken, planten Uwe Neuhaus und Ralf Minge, erfahrenere Spieler ins Mannschaftsgefüge einzubauen. Mit der Verpflichtung von Andreas Lambertz und Fabian Müller sah es anfangs so aus, als ob das Projekt „Jugend forsch“ dafür über Bord geworfen werde würde, doch inzwischen kann hierzu Entwarnung gegeben werden. Das Durchschnittsalter der Mannschaft ist zu Saisonbeginn diesen Jahres nur unwesentlich höher als im vorherigen Sommer. Durchschnittlich 23,3 Jahresringe können den Spielern im Sommer 2015 gut geschrieben werden, 22,8 waren es nach dem Abstieg. Der Stamm der Mannschaft, der zum überwiegenden Teil zusammen bei Dynamo geblieben ist, wurde eigentlich sogar verjüngt. Aber sie sind alle erfahrener geworden. Hatten im letzen Jahr vor dem Auftakt 9 Spieler die Erfahrung von 337 Spielen, so sind es diesmal 20 Spieler, die zusammen auf 1030 Spiele in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückblicken können. Die sollten hoffentlich aus den garantiert nicht ausbleibenden Rückschlägen die richtigen Pläne schmieden können, um das große Ziel so lang wie möglich ansteuern zu können.

Wohin der Blog in diesem Jahr hinsteuern wird, ist, im Gegensatz zum Ziel des Vereins, noch nicht auf irgendeiner Karte endgültig festgelegt worden. Ob es eine kontinuierliche oder sporadische Begleitung wird oder ob ich vielleicht sogar während der anstehenden Fahrt hart backbord drehen werde, um unserem schwarzgelben Schlachtschiff glücklich hinterher zu winken während ich nach neuen Zielen suche, werden die kommenden Wochen zeigen. Noch habe ich sie nicht gefunden…

Unser Verein setzt Zeichen!

Es war mal wieder eine Woche, in der das Sportliche die Nebenrolle spielte. Am Montag klang es bei 19:53, der Dresdner Fußball-Talk bereits an, am Mittwoch wurde es offiziell. Die Zeit von Benjamin Kirsten bei der SGD befindet sich auf der Zielgeraden. Noch 4 Spieltage bleiben ihm und uns, ehe es im letzten Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock vorerst Abschied nehmen heißt. Cristian Fiel wird sich ihm als zweite Integrationsfigur anschließen, bei Marco Hartmann habe ich persönlich inzwischen auch nicht mehr das beste Gefühl. Neue Recken braucht der Verein…

Am Donnerstag veröffentlichte unser aller Verein ein weltoffenes Statement. 300 Flüchtlinge werden eingeladen sein, das Spiel gegen den Aufstiegskandidaten des MSV Duisburg zu erleben. Eigentlich keine besondere Aktion, schließlich lädt die antirassistische Faninitiative 1953international, die leider zu oft viel zu wenig gewürdigt wird, regelmäßig Asylsuchende in unser Stadion ein, da diesmal der Verein persönlich die Einladung ausgesprochen hat, wurde es rasch zum alles beherrschenden Politikum, was alles andere in seinen Schatten stellt.

Und ich war so blöd, und habe bei Facebook in die Kommentare hineingeschaut. Die SG Dynamo Dresden muss mal wieder als Mülleimer für alle frustrierten, ängstlichen, vorurteilsbehafteten (…kann gern noch selbst ergänzt werden…) und natürlich auch rassistischen Fans unseres Vereins herhalten. Ich beneide die Mitarbeiter/Innen nicht darum, diese verachtenden Kommentare immer wieder Sichten zu müssen und hoffe, dass die ausgesprochenen Androhung, einzelne User zu blocken, auch umgesetzt wurden. Manchmal wünsche ich mir fast die Zeiten zurück, in denen auf der Homepage Mitteilungen gemacht wurden und nicht auf Facebook, wo jede benachteiligte XX oder jeder unterbemittelte XY seine rückwärts gewandten Ideologien zum besten geben konnte.

Am interessantesten waren sicherlich die Ankündigungen, das Spiel boykottieren zu wollen. Gern! Niemand wird gezwungen, ein Fußballspiel anzuschauen, wo 300 Flüchtlinge Platz nehmen dürfen. Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. 300 Personen sind überschlagen 1% der Dresdner Stadionkapazität. Aktuell (2 Tage vor dem Spiel) sind nicht einmal 80% der Karten verkauft (www. dynamocounter.de), was bedeutet, es wird niemanden etwas weg genommen, es muss auch niemand um seinen eigenen Sitz (so er denn einen haben möchte) fürchten. Es ist einfach eine Geste der Menschlichkeit und Offenheit für welche dem Verein viel eher gedankt werden darf mit der kleinen Frage: Warum NUR 300???

Und für diejenigen, die mit solchen kleinen Gesten nicht klar kommen sollte der Verein viel eher die Möglichkeit geben, die bereits für Sonntag erworbene Karte unkompliziert zurück geben zu dürfen, wenn gewünscht, auch die Jahreskarte und am besten auch die Mitgliedschaft im Verein! Dann muss man sich auch nicht mehr ärgern.

So insgeheim würde ich mir vom Verein ein ähnliches Zeichen wünschen wie das, was der SV Babelsberg vor kurzem gesetzt hat. Zwar wird unsere 2.Mannschaft zum Sommer aufgelöst und es wäre vielleicht ein wenig Salz in die Wunden des untergehenden Abendlandes, aber ein Trikotsatz für eine Freizeitmannschaft aus Flüchtlingen sollte schon noch auffindbar sein! Es wäre ein deutliches Zeichen, wofür unser Verein stehen möchte und irgendwie auch sollte…

http://www.sueddeutsche.de/sport/fluechtlinge-beim-sv-babelsberg-welcome-united-1.2283899

Doch zuvor freue ich mich erst einmal auf Sonntag, auf ein hoffentlich schönes Spiel mit vielen begeisterten und enthusiastischen Fans und vielleicht auch ein paar neuen Anhängern. Schließlich ist irgendwann jeder zum ersten Mal im Stadion!

Wer oder was ist Bielefeld?

Am Samstag gibt es mal wieder eine neue Möglichkeit, eine (un)dynamisch entstandene Serie auszubauen. Nachdem in den letzten Wochen bereits die bestehende Heimpleitenserie auf aktuell 4 Niederlagen in Folge massiv ausgebaut wurde (zuvor waren es jedes Drittligajahr höchstens 2 am Stück…) und sogar nochmals erweitert werden könnte, kann es zusätzlich passieren, dass die allgemeine Pleitenserie am Stück von bisher ebenfalls 4 Niederlagen in Reihe um eins erhöht werden könnte…

Und am Samstag kommt der Tabellenführer Bielefeld nach Dresden, jene Mannschaft, die Mitte der Woche Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal eliminiert hat. Bielefeld, wer?, werden jetzt einige fragen, aber ich möchte nicht auf die allseits bekannte Bielefeldverschwörung hinaus sondern auf etwas ganz anderes.

Im bereits lang anhaltenden Dresdner Dynamounwetter sind heute zwei Botschaften verkündet worden, die ein wenig Farbe im tristen Grau verbreiten könnten. Zum Einen wurde ein Zweipunkteabzug der SpVgg Unterhaching bestätigt, was unseren Puffer nach unten ein wenig anwachsen lässt. Es ist traurig, aber war zuletzt nicht mehr zu vermeiden, genau dahin den einen oder anderen Blick zu werfen. Dann kam am Abend. Pünktlich um 19:53 verkündete der Verein auf Twitter eine Botschaft, die für ein wenig Optimismus beim Anhang sorgen könnte. Wir haben einen Trainer für die neue Saison, einen, der im vergangenen Jahr noch unerschwinglich zu sein schien, Uwe Neuhaus.

Was natürlich andererseits mehrere neue Fragen aufwirft. Wie reagiert die Mannschaft? Stellt sie sich endgültig in ihrer Zusammensetzung als untrainierbar heraus und Lässt mit gesenktem Kopf die Saison austrudeln? Wäre durchaus nicht ausgeschlossen, denn der Puffer nach unten ist gewachsen. Die bisher erzielten 41 Punkte haben zuvor jedes Jahr gereicht und vom Verein wurde verkündet, dass Projekt jung und forsch modifizieren zu wollen und neue erfahrenere Kräfte einbauen zu wollen. Tobias Müller ist bereits weg, Dominic Baumann auf dem Sprung nach Nürnberg und es lassen sich ohne Probleme weitere aufzählen, die mit dem Kopf woanders zu sein scheinen, egal, ob ihr Vertrag bis Sommer oder länger ausgestellt wurde. Wird mit Uwe Neuhaus Segen eventuell sogar der ein oder andere Perspektivspieler integriert, wie es damals Christoph Franke mit Volker Oppitz durchaus erfolgreich praktizierte? Wie reagiert Peter Nemeth, der als Verlierer gebranntmarkte Nicht-Interim-Platzhalter-Trainer, der ein sinkendes Schiff übernahm, von früh bis spät arbeitet, wie es Ralf Minge betonte und dennoch weiß, dass es inzwischen egal ist, ob er den leckgeschlagenen Kutter irgendwie doch noch flott kriegt oder nicht, er wird nicht der sein, der ihn in Zukunft steuern wird.

Am Samstag kommt der souveräne Tabellenführer und DFB-Pokal-Halbfinalist Bielefeld nach Dresden, von Interesse ist das am Spieltag 14:00, bis dahin und wahrschinlich direkt im Anschluss legt sich die dynamische Zukunft über die Gegenwart!

Im Konzert der Großen mitgespielt

Ein großer Fußballabend für Dresden, eine Pflichtaufgabe für Dortmund.

Die Vorzeichen waren eindeutig, dass Spiel letztendlich nicht so ganz. Unser Gegner ließ uns fast 90 Minuten lang machen und damit kämpferisch gut aussehen. Wenn unsere Mannen dann doch einmal in des Gegners Strafraumnähe kam, zeigten die, die das zu verhindern hatten, dass ein Bundesligaverteidiger sich besser auf Justin Eilers einstellen kann als die Defensive der Regensburger. Also rackerten wir ohne große Gefahr auszustrahlen und droschen hinten die Bälle raus, was mehrfach bejubelt wurde.

Und plötzlich war Halbzeitpause. Kein Tor war hüben wie drüben gefallen. Würde diesmal wieder etwas gehen?

Nach einem fulminanten Querpass vor unserem Strafraum stand plötzlich Ciro Immobile frei und machte das, wofür ein Stürmer bezahlt wird, er netzte ein. Die Vorlage war mindestens 80 % des Tores und kam vom Unglücksvogel des Abends, Michael Hefele. Bereits nachdem der Ball seinen Fuß verlassen hatte, hob er entschuldigend die Hände, im Wissen, dem Abend höchstwahrscheinlich einen entscheidenden Verlauf gegeben zu haben. Wie ein Häufchen Elend stand unser Abwehrhüne da und wäre garantiert am liebsten im löchrigen Rasen verschwunden. Doch Peter Németh hatte kein Erbarmen und tauschte kurz darauf Robert Andrich, der vom Feld ging, mit Luca Dürholtz. Dortmund intensivierte nun sein abwartendes Spiel, ließ uns weiter machen und bekam immer mal wieder eine Konterchance, die unsere Dresdner Jungs ein ums andere Mal mit energischem Einsatz unterbanden. Die zuletzt immer wieder auftauchende Aussage, die Mannschaft sei nicht fit, schien sich als Märchen zu entpuppen. Vor allem Sinan Tekerci, Mister Duracell, zeigte eine energische Lauffreude, die sich auf die Ränge übertrug, die immer wieder aufstanden und ihm mit Blicken folgte. Wir feierten unsere Mannschaft, die nett und nebenbei gezeigt bekam, dass vier Siege am Stück ordentlich Selbstvertrauen geben kann. So blöd es klingt, angenehm war am Ende, dass der Querpass unseres Kapitäns nicht das einzige Tor blieb und immobile noch einmal zuschlug.

Danke Dynamo, ihr seid zu Recht nach dem Spiel gefeiert worden und Kopf hoch Micha! Ihr habt alle zusammen eine tolle Show abgezogen!

Restart 2.0

Der Neubeginn unter Stefan Böger, der anfangs so vielversprechend begann, wurde nach zwei Dritteln der Saison vorzeitig abgebrochen. Über atmosphärische Störungen zwischen dem Trainer und dem Geschäftsführer Sport, Ralf Minge, war bereits im vergangenen Herbst gemunkelt worden, als Marcel Miserius seine Fitness- und Athletikübungen nicht mehr mit der 1.Mannschaft durchführte sondern in den Nachwuchs abgeschoben wurde. Außerdem entpuppte sich die geplante Installation des Sportpsychologen Sascha Lense als Papierkonstrukt ohne praktische Anwendung. Der zentrale Plan von Ralf Minge, im Team mit verschiedenen Professionen zu arbeiten, war so zum Scheitern verurteilt.

„Unglücklicherweise“ war Dynamo anfangs überaus erfolgreich und bekam nach einer, sechs Spiele andauernden, sieglosen Serie rechtzeitig im prestigeträchtigen Spiel an der Ostsee die Kurve.  Mit zwei Lucky Punchs in den Heimspielen gegen Cottbus und Osnabrück ging es in die Winterpause. Ein Absägen des Trainers wäre in diesem Moment noch weniger erklärbar gewesen. Also entschied sich Ralf Minge abzuwarten, einen Strich unters Jahr 2014 zu setzen und darauf zu hoffen, mit Stefan Böger doch noch auf denselben Weg zu kommen.

Unser Geschäftsführer Sport wirkte angeschlagen zur gestrigen Pressekonferenz. Das erste Mal in seiner Dresdner Zeit schwappte ihm Unverständnis entgegen, Ablehnung zu seiner getroffenen Entscheidung, die schwerlich nach Außen zu transportieren ist, vor allem, wenn es um Internas geht.  Das es unterschiedliche Ansichten zur Ausgestaltung unseres „Projektes“ gab, war bereits längere Zeit bekannt und das eine Entlassung nicht einfach zur Ausgestaltung angelaufener Faschingsaktivitäten durchgezogen werden… ein solches Grundvertrauen sollte man zu Ralf Minge schon besitzen.

Nun soll es also Peter Németh richten und dabei geht Dynamo mal wieder neue Wege. Er wird ein Trainer mit Probezeit werden, einer, der sich in 13 Spielen beweisen darf, ob er eine ins Straucheln geratene Saison noch weich abfedern kann um dann das „Projekt“ mit Nachdruck ins kommende Spieljahr zu begleiten. Was im ersten Moment wie eine eilig zusammengeschusterte Notfalllösung klingt und eventuell genau das auch ist, kann sich im Nachgang als vorausblickender Schachzug entpuppen. Erweist er sich als Teamplayer, auf den Ralf Minge schon eine Trainerverpflichtung zuvor gehofft hat, und erreicht außerdem die Mannschaft, dann ist er bereits  gut eingearbeitet, wenn es im späteren Frühjahr konkret um Inhalte zur neuen Saison geht. Ist er es nicht, dann bringt er eine entglittene Saison zu Ende und ist eventuell trotzdem aufs Trainerkarussell der 3.Liga oder der einzelnen Regionalligen aufgesprungen. Einbeziehen wird er die vom Verein zur Unterstützung angebotenen Professionen garantiert.

So viel können beide Seiten gar nicht verlieren, gewinnen nach einem gegenseitigen Beschnuppern aber schon.

Strafgelder

Pünktlich vor dem Spiel beim FC Hansa Rostock ist vom DFB die erste Strafsumme der Saison 2014/15 für dynamische Verfehlungen bei den Drittligaspielen in Halle und Duisburg in der Dresdner Geschäftsstelle eingegangen. 8 000 Euro, die dem Verein mal wieder gewaltig wehtun, da sie woanders besser und nachhaltiger investiert worden wären.

Am Samstag folgt dann mal wieder ein ostdeutsches Hochrisiko-Spiel, welches von beiden Vereinen mit einer gemeinsamen Erklärung präventiv vorbereitet wird und mutmaßlich nur von denen gelesen wurde, die sich über die Normalitäten wundern, welche da angesprochen werden.

Wir appellieren GEMEINSAM an FAIRNESS auf den Rängen und außerhalb des Stadions!
Wir sagen JA zu gesunder sportlicher Rivalität!
Wir sagen JA zu packenden Zweikämpfen und leidenschaftlichem Auftreten der Teams auf dem Platz!
Wir sagen JA zu ohrenbetäubendem Support und lautstarken Gesängen!

ABER: Wir sagen NEIN zu Gewalt! NEIN zu Pyrotechnik! NEIN zu Rassismus und Diskriminierung! 

http://www.dynamo-dresden.de/verein/news/newsdetails/gemeinsam-fuer-ein-faires-traditionsduell.html

Es ist zu hoffen, dass beide chronisch klammen Vereinsschatullen im Anschluss nicht erneut den DFB geschröpft werden.

Da man bei den ausgesprochenen Strafen des Deutschen Fußballbundes irgendwann den Überblick verliert, habe ich mal nachgestöbert, welche Summen wir in den letzten Jahren überwiesen haben.

  1. 2010/11 51 000 € für sechs Verfehlungen (Pyrotechnik, Gegenstände, Knallkörper)
  2. 2011/12 247 000 € für vier Fehltritte (s. 2010/11 + einen Platzsturm)
  3. 2012/13 1 030 000 € für zwei Entgleisungen (Pyrotechnik, Platzsturm, Ausschreitungen)
  4. 2013/14 15 000 € für Pyrotechnik und Wunderkerzen in Bielefeld (die Ausschreitungen und angedrohten Sanktionen des Rückspieles sind leider nicht aufgeführt worden)
  5. 2014/15 bisher 8 000 € für Pyrotechnik in Halle und einen Blocksturm in Duisburg

 

http://www.da-city.net/dfb/pyrometer-2012.html

Mir wird nicht so ganz klar, ob die Summen alle einen offiziellen Charakter haben, da manche Verlinkung inzwischen nicht mehr gültig ist. Vor allem bin ich mir nicht mehr sicher, ob die angegebene Strafe von 1 Million Euro rund um das Pokaldesaster von Hannover gezahlt werden mussten oder die von Vereinsseite berechneten Ausfälle rund um den Pokalausschluss illustrierte?

Ich würde es befürworten, wenn auf der Homepage der SGD eine auf den ersten Blick nicht zu übersehende Fläche schaffen würde, auf der die von Vereinsseite gezahlten Strafgelder der letzten Jahre aufgelistet werden. Wir hätten damit unser Kölmel-Darlehen auch nicht abgezahlt, vielleicht würde es aber doch bei dem einen oder anderen Stadionbesucher den Blick dafür schärfen, dass der Geschädigte immer unser Verein ist, der die Rechnung zu zahlen hat.

Dieser Blog wird drittklassig

Irgendwie drücke ich mich ein wenig, die vergangene Saison zahlenmäßig final auszuwerten. Die Zahlen sprechen ja eigentlich auch für sich. 5 Siege, davon nur einer auswärts, reicht bei noch so vielen Unentschieden weder daheim noch in der Fremde zu mehr als einem harten Abstiegskampf.

Von denen, die die meisten Spiele, Tore und Vorlagen gegeben haben, werden wir die wenigsten in der kommenden Saison sehen. Die Serien, welche wir ausgebaut haben, egal in welche Richtung, werden wir demnächst auch nicht verbessern oder ausbauen. Viel interessanter dürften daher schon die Zahlen unserer Zeit in Liga 3 sein und die werde ich mich zu gegebener Zeit aufarbeiten. Das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch, die ich derzeit nicht unbedingt im Übermaß habe.

Es wird also wieder klein losgehen, aber das wird es definitiv. Wie bei Dynamo, nur müssen wir derzeit ein wenig Geduld haben, auf den Trainer, die wenigen alten und kommende neue Spieler, auf Neuigkeiten im Blog.

Ein paar erste Bestenwerte gibt es dennoch:

Einsätze: 96, Axel Keller

Tore: 26, Halil Savran

Banksitzer: 76, Benjamin kirsten

Einwechsler vom Dienst: 35, Sascha Pfeffer

Kurzarbeiter: 44, Gerrit Müller

Bösewicht (rot = 5 Punkte, gelb-rot = 3, gelb = 1): 26, Thomas Hübener

meiste Einsätze als Trainer: 58, Matthias Mauksch

Der Countdown läuft

Gestern war ein Spiel, was mich sprachlos zurückgelassen hat. Nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder im Stadion sein, habe eine aufopferungsvoll kämpfende Dresdner Mannschaft gesehen, der ihr inzwischen chronisches Dilemma, vorn keine oder zu wenige Tore zu erzielen, am Ende mal wieder zum Verhängnis geworden ist.

Sie haben gekämpft, geackert und nicht aufgesteckt, sind in der 55 Minute weit weg von meiner Sicht aus in Führung gegangen und haben daraufhin, so sah es jedenfalls vom Block aus, Angst bekommen. Bälle gingen ins Aus oder wurde unsauber gespielt und Düsseldorf kam mehr und mehr vors Dresdner Tor. Auch hier kann man keine Vorwurf machen, sie haben viel versucht, die Bälle, die näher kamen, weg vom Tor zu bugsieren und trotzdem hatte ich immer mehr das Gefühl, dass die Zeit nicht verging und wir mal wieder gut für einen Nackenschlag wären.

Und dann passierte, was sich abzeichnete. Ein Ball fand den Weg zum Düsseldorfer Martin Latka, der schoss, der Ball machte einen unmöglichen Radius und schlug genau da ein, wo es nicht sein durfte.

Das Stadion und die Spieler erstarrten, zuerst war es totenstill und irgendwann wurden die Trommel der Düsseldorfer immer hämmernder in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung, ob sie erst verzögert einsetzten, glaube aber eher, dass ich sie erst verspätet wahrnahm. Ich habe selten so wie gestern diese Leere in mir wahrgenommen. Auch heute höre ich die Trommel in mir, rhythmisch, gleichmäßig, wie ein Countdown, der derzeit gegen uns läuft. Wir werden ihn in Griff bekommen – notfalls über die Relegation!

Nachtrag zum Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Manchmal ist es ganz gut, wenn man zwischenzeitlich etwas Abstand zum Herzensverein gewinnt. Eine Woche Schnee und nur wenig Zeit, sich um Dynamo Gedanken zu machen. Nachdem das Spiel beim FSV Frankfurt schon grandios vergeigt wurde, hätte es gegen den FC St. Pauli ja wieder ganz anders aussehen können/dürfen/müssen. 

Nachdem meine Rückkehr nach Dresden nicht erst Sonntagabend sondern bereits Samstagnacht erfolgte und ein spontan geplantes Treffen mit Freunden doch nicht zustande kam, stand kurzfristig sogar ein Stadionbesuch zur Debatte, nach einem Blick auf den dynamocounter jedoch nicht mehr. Schnell angedachte Fußballbesuche sind in Dresden nicht mehr möglich, es sollte eher geplant werden!

Nun denn, die Kellerkneipe um die Ecke war eine Alternative, das Spiel zu sehen, leider nicht, um einige Anhänger meines Vereins zu erleben. Ich verstehe, dass die derzeitigen Auftritte der Mannschaft besorgniserregend sind und so manche unglückliche „Raffinesse“ unserer Spieler einen die Haare zu Berge stehen lassen. Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, wie manche Fans , sei es in der Kneipe nebenan, in diversen Internetforen oder auch im Stadion ihren Frust an einzelnen Spielern ablassen. Natürlich sehen die meisten Aktionen unserer Angreifer derzeit nicht vom Selbstbewusstsein getragen aus oder verwechseln unsere Außenspieler wiederholt das Passen oder den vielleicht doch naheliegenden Sprint mit dem Ball. Unser Abwehrverbund lädt ebenso immer wieder zum Toreschießen ein und die endlose Diskussion, wer im Tor zu stehen hat, verfolgt uns seit gefühlten Ewigkeiten.

Mich nerven zunehmend die unzähligen Trainer, die nicht an der Seitenlinie stehen, sondern aus dem Hinterhalt motzen, die alles besser wissen, unsere Stürmer, Linksverteidiger und Franzosen längst wie moderne Sklavenhändler verkauft hätten und dabei völlig vergessen, die Mannschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen! Die Spieler, die aktuell das Trikot der SG Dynamo Dresden tragen, benötigen diese jedoch dringend!

Am Sonntag war ich dann froh, als ich dem Gemotze des Kellers entfliehen konnte. Mit eigenen Kindern hat man zum Glück nur wenig Zeit, Trübsal wegen sportlichen Unglücks zu blasen. Als ich dann heute morgen las, dass es im Umfeld meines Vereines Menschen gibt, die ein Fußballspiel nicht nur verbal nicht verarbeitet bekommen sondern es nicht einmal schaffen, einem Gegner, der nicht nur glücklich sondern überzeugend und verdient in Dresden gewonnen hat, abreisen zu lassen, dann fehlen mir echt die Worte! 

Das, wem ihr, die diesen Blog lest und ich selbst, anhängt, ist ein sportlicher Wettstreit mit einem runden Ball. Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen oder um es schwarzgelb auszudrücken: Manchmal holen wir einen Punkt und manchmal nicht mal das…

Und nach 90 Minuten ist es für diese Woche dann vorbei. Man sollte auch nach einer Niederlage die Größe besitzen, die Hände des Kontrahenten zu schütteln und den Mannschaftsbus unbeschadet die Elbe entlangziehen zu lassen.

Die zuletzt aufkommende Diskussion, ob der Bus des Kontrahenten nach Spielende an „Ackis Sportbar“ vorbeifahren sollte, ist dabei völlig überflüssig. So etwas muss in einer zivilisierten Stadt möglich sein!

Ruhe? Nicht bei Dynamo!

Ein Tweet von Jens Umbreit fasst gut alles zusammen, was bei der SGD zurzeit mal wieder los ist:

Zahlen des Abends – Vereinsgeschäftsführer seit 2006: Union Berlin 1, Eintracht Braunschweig 2, Dynamo Dresden 6!

Nach dem gestrigen Kahlschlag wird es noch einen Neuen geben. Er wird dann in der Hierarchie neben Ralf Minge zu finden sein, der ab spätestens dem 01.03.2014 als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich tätig sein wird. Ralf Gabriel, der den gestrigen Abend stellentechnisch überlebt hat, soll dann eine andere verantwortungsvolle Arbeit im Verein erhalten. Also wurde ihm gestern zuerst die Motivation genommen, ehe er zeitnah seinen derzeitigen Posten verlieren wird.

Man kann von den Entscheidungen persönlich halten, was man möchte, den Einblick hinter die Kulissen fehlt wohl fast allen, die sich dazu derzeit äußern. Die Außenwirkung des Vereins ist jedoch mal wieder bombastisch. Nach der Trainerposse im vergangenen Herbst ist Ralf Minge auf einmal doch noch bei Dynamo gelandet. Im letzten Jahr sollte er Trainer werden, nun wird er statt der Trainingsjacke wohl eher den Anzug tragen. Sein Aufgabengebiet wird der gesamte sportliche Bereich sein, von der ersten Mannschaft bis zur Entwicklung des Nachwuchses. Gespannt sein darf man, wie er in den kommenden Wochen die Arbeit von Olaf Janßen einschätzt, der ja bekannterweise statt ihm die Mannschaft trainiert. Fraglich ist, was den neuen Aufsichtsrat, dem ja noch einige des alten angehören, bewogen hat, Ralf Minge nun plötzlich nicht mehr als DEN Trainer zu sehen… Hoffentlich wird von ihm nicht erwartet, dass er die gesuchte eierlegende Wollmilchsau ist.

Fragen werfen auch die Geschehnisse um Steffen Menze und Christian Müller auf. Klar ist, Steffen Menze selbst hat letzte Woche bekannt gegeben, ab Sommer nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Das da ein Nachfolger gesucht werden würde, ist verständlich. Kann man aber nicht versuchen, im Guten auseinanderzugehen und wenigstens eine Art Übergabe zu ermöglichen? Eine gemeinsame Übergangszeit dürfte doch Ralf Minge das sicherlich notwendige Einarbeiten in die aktuelle Materie erheblich erleichtern und wertvolle Zeit bringen, die dann wirklich genutzt werden könnte. Vor allem, wenn man Steffen Menze sowieso weiter Gehalt zahlt. Seine Aussage, sich bis zuletzt einbringen zu wollen, klang ehrlich. Das der Vertrag von Christian Müller wohl nicht verlängert werden würde, konnte man bereits in den letzten Wochen immer deutlicher zwischen den Zeilen lesen. Doch auch hier gibt es neben einem Vertrag, der nun ohne Gegenleistung bis zum 30.06.14 läuft, eine Menge an Arbeit (wie zum Beispiel den Lizenzantrag für die Saison 2014/15), die ein neuer Mitarbeiter, nachdem er sich vielleicht nicht einmal in Ruhe einarbeiten konnte, unterschreiben und verantworten muss.

Wie dem auch sei, die SG Dynamo Dresden stellt sich mal wieder strategisch neu auf. Ob es einer der bereits gehandelten Kandidaten, Stefan Bohne, Thomas Bohn oder Volker Oppitz werden wird, werden wir in den kommenden Wochen erfahren. Irgendwie klingen diese Namen aber nicht wie eine Weiterentwicklung sondern wie ein „zurück zu den Wurzeln“. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, jedoch den Eindruck der Vetternwirtschaft nicht unbedingt widerlegt. Wobei, bei Volker Oppitz könnte ich persönlich damit leben!

Danke Steffen Menze! Danke Christian Müller! Alles Gute und mehr Wertschätzung auf eurem weiteren Weg!

Viel Erfolg, Ralf Minge!