Kategorie-Archiv: Rückblick

Noch eine Tabelle

Am gestrigen Abend wurde die letzte Mannschaft für die 3.Liga erspielt, heute bekamen alle 20 erwählten Vereine ihre Lizenz für das kommende Spieljahr. Wir befinden uns nun im Sommerpausenmodus. Auch die letzten Spieler sind im Urlaubsmodus und trotzdem dreht sich alles um sie. Wer flirtet mit welchem Verein, wer bandelt fremd und wer steht auf Kontinuität. Es ist daher noch nicht klar, welcher Verein die Bürde des Favoriten auferlegt bekommt. Bei den beiden Absteigern ist kein neues Bielefeld in Sicht und bei den knapp Gescheiterten muss man erst einmal sehen, wie die verpasste Chance, eine Klasse nach oben zu klettern, verarbeitet werden kann. Wer von den Spielern, die knapp gescheitert sind, nimmt den kurzen Umweg über einen Vereinswechsel in die 2.Bundesliga und wer bleibt in der Hoffnung, noch einmal solch ein Husarenritt erleben zu können.

Dynamo befindet sich ebenfalls in den Ferien. Nicht einmal Gerüchte gibt es. Die, die es vor Wochen gab, blieben von Vereinsseite unkommentiert und sind inzwischen kalt geworden. Wir warten, mehr oder wenig geduldig und sind doch voller Vorfreude. Ausgelöst wurde dies durch die Erzgebirgler aus Aue, die eingesehen haben, dass eine Liga ohne Dynamo nicht einmal das heimische Stadion füllt und die Elbstädter aus Magdeburg, die aus lauter Lust an der Historie die favorisierten Kicker aus Offenbach das Fürchten gelehrt haben.

Im letzten Jahr nach unserem Abstieg waren die vielen Ostduelle ein Anreiz, nach vorn zu schauen. Diesmal, nochmals um 2 Vereine aufgestockt, herrscht regelrechte Vorfreude auf die neue Saison, die am letzten Juliwochenende beginnen wird. Bevor jedoch der Blick endgültig dem neuen Spieljahr entgegen gerichtet wird, folgt nun die „bereinigte“ Tabelle der Saison 2014/15. Lauter sächsische, sächsisch-anhaltinische, thüringische, brandenburgische und mecklenburgische Mannschaften, welche ohne Sentimentalität auf das Vergangene weitere Erwartungen an das neue Spieljahr erwecken soll, in der gleich 14 brisante Altklassiker und andere spannende Partien warten.

Ostdeutsche Meisterschaft der 3.Liga 2014/15

  1. FC Rot-Weiß Erfurt         20 Punkte, 6 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 16:7 Tore
  2. Hallescher FC                  19 Punkte, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 16:13 Tore
  3. SG Dynamo Dresden     16 Punkte, 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 13:12 Tore
  4. Chemnitzer FC                13 Punkte, 4 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 11:10 Tore
  5. FC Energie Cottbus        11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:13 Tore
  6. FC Hansa Rostock            7 Punkte, 2 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 7:16 Tore

 

Thekenwissen 2014/15

Eine lange Saison ist beendet und aktuell laufen die finalen Entscheidungen, welche Vereine die letzten Plätze in welcher Spielklasse belegen werden. Während anderorts gebangt, gehofft und gebibbert wird, lehnen wir uns in Dresden gemütlich zurück und schauen auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen zurück.

In der Rubrik der meisten Spiele hat sich erwartbar gar nichts auf den ersten Plätzen getan. Cristian Fiel, neben Benjamin Kirsten der einzige Spieler mit Drittligaerfahrung für Dynamo, hätte, bei optimalen Saisonverlauf, bis auf den 10.Platz vordringen können. Einige Verletzungen und andere Spieler, die plötzlich auf der Position der beiden letzten Aufstiegshelden spielten, verhinderten das bestmögliche Abschneiden. Letztendlich fanden sich Benjamin mit 45 Einsätzen auf Rang 15 und direkt hinter ihm Cristian mit 44 ein. Zu Axel Keller, der mit 96 Einsätzen ganz vorn zu finden ist, wird auch in der Saison 2015/16 noch niemand rütteln können…

Auch bei den Torjägern erwarteten nicht viele eine Verschiebung in den Top 3. Nach einer starken Saison mit 19 Saisontoren von Justin Eilers konnte einzig Halil Savran mit 26 Toren seinen Spitzenplatz halten, Alexander Esswein (17 Tore) und Pavel Dobry (14 Tore) rutschten ab.

Gerrit Müller benötigte 3 Spielzeiten, um 14 Tore vorzulegen. Hier war nicht sicher, ob er seinen Platz an der Sonne würde halten können, da Cristian Fiel mit 8 gut geschriebenen aus der Aufstiegssaison würde starten können. Doch wurde es nicht der Kapitän sonder Youngster Marvin Stefaniak, der ein ums andere Tor vorlegte. Mit 13 Vorlagen belegt er aktuell den zweiten Rang.

In der Kombination aus 26 Torerfolgen und 8 Vorlagen war abzusehen, dass Halil Savran würde nicht so schnell würde verdrängt werden können. Justin Eilers konnte seinen 19 Toren noch 4 Vorlagen hinzufügen und reiht sich so auf Platz 3 im näheren Verfolgerfeld ein.

Von der Bank aus hatte Benjamin Kirsten bis zum Aufstieg 76 Spiele verfolgt. Nachdem Patrick Wiegers im Frühjahr 2015 seinen Platz erobert hatte, kamen noch 8 hinzu, wodurch er diese Kategorie mit weiten Abstand anführt. Alban Sabah hat den höchsten Neueinstieg geschafft. 19 Partien auf der Bank von An-bis Abpfiff reichten für Rang 4.

Jokertore werden bei Dynamo eindeutig zu selten gesehen. Nachdem im 1.Drittligajahr 5 Spieler kamen und trafen, darunter 3x Pavel Dobry, waren in den folgenden Jahren Tore von Einwechslern Mangelware. Marvin Stefaniak sorgte in Wehen dafür, dass es diese Saison wenigstens eins gab.

Manche Tore sind für die Statistik, andere Punkte wert. Das Spieler mit vielen Toren hin und wieder entscheidende erzielen, ist nicht unwahrscheinlich, Marco Hartmanns 5 Saisontore waren 6, Sinan Tekercis 5 auch starke 5 Punkte wert. (Anmerkung: Das 2:0 bei den Dortmunder Amateuren habe ich Marco gut geschrieben)

Wurden frische Kräfte gebracht, war 15x Dominic Baumann der glückliche, der doch noch das Spielfeld betreten durfte. Auf dem ersten Rang bleibt scheinbar unerreichbar Sascha Pfeffer mit 35. Kam Dominic, gingen andere. Spitzenreiter waren diese Saison Luca Dürholtz mit 21 und Marvin Stefaniak mit 20 Auswechslungen. Bis zu Gerrit Müller, der 44x eher duschen durfte, ist es aber noch ein weiter Weg.

77 Gelbe Karten gab es in dieser Saison. Dennis Erdmann mit 13 und Michael Hefele mit 12 Verwarnungen waren Sammler der Extraklasse. In dieser Rubrik ist eine baldige Wachablösung von Thomas Hübener, der 16x gelb erhielt, nicht unwahrscheinlich.

5 Gelb-Rote Karten sind 1 mehr, als in drei Drittligajahren zuvor zusammen. In Erinnerung blieb sicherlich die Trikot-Jubel-Hinausstellung von Sylvano Comvalius im Derby gegen Chemnitz.

6 Spiele ohne Sieg waren eine lange Zeit. Aufgestellt wurde diese „Bestleistung“ übrigens nicht im Frühjahr 2015 sondern von Anfang Oktober bis Ende November 2014. In der Saison 2009/10 gab es eine genau so lange erfolglose Serie.

Hand aufs Herz, wer hat noch gewusst, dass die 13 Spiele ohne eigenen Torerfolg in dieser Saison in der Spielzeit 2009/10 locker überboten werden konnten? 19x blieben wir damals ohne Torerfolg.

48 Gegentore in einer Saison sind ein neuer dynamischer Negativwert. Zur Folge hat dies weitere neue „Bestwerte“. Wir hatten bisher immer mindestens 8 Spiele ohne Gegentor, diesmal waren es 7. 284 Minuten ohne Gegentor sind zwar auch nur ein um 5 Minuten verkürzter Minuswert, jedoch ein neuer.

Unterhaching verewigte sich diese Saison gleich in 2 Listen. Einmal gesellten sie sich zu jenen 9 Mannschaften, die mit 3 Toren Differenz gegen uns gewinnen konnten, auf der anderen Seite gab es 3 Spiele, in denen unser Gegner mit 4:0 bzw 5:1 verloren. Darunter waren die Hachinger gleich 2x!

Ganz ganz kurz noch neue Bestwerte:

26 Auswärtstore, bisher 21 (2010/11)

28 Auswärtsgegentore, bisher 25 (2010/11)

8 Auswärtsniederlagen, bisher 9 (2008/09 und 2010/11)

77 Gelbe Karten, bisher 74 (2009/10)

5 Gelb-Rote Karten, bisher 3 (2010/11)

100 Tore/Gegentore in einer Saison, bisher 92 (2008/09 und 2010/11)

Im Konzert der Großen mitgespielt

Ein großer Fußballabend für Dresden, eine Pflichtaufgabe für Dortmund.

Die Vorzeichen waren eindeutig, dass Spiel letztendlich nicht so ganz. Unser Gegner ließ uns fast 90 Minuten lang machen und damit kämpferisch gut aussehen. Wenn unsere Mannen dann doch einmal in des Gegners Strafraumnähe kam, zeigten die, die das zu verhindern hatten, dass ein Bundesligaverteidiger sich besser auf Justin Eilers einstellen kann als die Defensive der Regensburger. Also rackerten wir ohne große Gefahr auszustrahlen und droschen hinten die Bälle raus, was mehrfach bejubelt wurde.

Und plötzlich war Halbzeitpause. Kein Tor war hüben wie drüben gefallen. Würde diesmal wieder etwas gehen?

Nach einem fulminanten Querpass vor unserem Strafraum stand plötzlich Ciro Immobile frei und machte das, wofür ein Stürmer bezahlt wird, er netzte ein. Die Vorlage war mindestens 80 % des Tores und kam vom Unglücksvogel des Abends, Michael Hefele. Bereits nachdem der Ball seinen Fuß verlassen hatte, hob er entschuldigend die Hände, im Wissen, dem Abend höchstwahrscheinlich einen entscheidenden Verlauf gegeben zu haben. Wie ein Häufchen Elend stand unser Abwehrhüne da und wäre garantiert am liebsten im löchrigen Rasen verschwunden. Doch Peter Németh hatte kein Erbarmen und tauschte kurz darauf Robert Andrich, der vom Feld ging, mit Luca Dürholtz. Dortmund intensivierte nun sein abwartendes Spiel, ließ uns weiter machen und bekam immer mal wieder eine Konterchance, die unsere Dresdner Jungs ein ums andere Mal mit energischem Einsatz unterbanden. Die zuletzt immer wieder auftauchende Aussage, die Mannschaft sei nicht fit, schien sich als Märchen zu entpuppen. Vor allem Sinan Tekerci, Mister Duracell, zeigte eine energische Lauffreude, die sich auf die Ränge übertrug, die immer wieder aufstanden und ihm mit Blicken folgte. Wir feierten unsere Mannschaft, die nett und nebenbei gezeigt bekam, dass vier Siege am Stück ordentlich Selbstvertrauen geben kann. So blöd es klingt, angenehm war am Ende, dass der Querpass unseres Kapitäns nicht das einzige Tor blieb und immobile noch einmal zuschlug.

Danke Dynamo, ihr seid zu Recht nach dem Spiel gefeiert worden und Kopf hoch Micha! Ihr habt alle zusammen eine tolle Show abgezogen!

Thekenwissen

Winterpause in der 3.Liga. Nachdem wir nun bereits wieder eine Halbserie gespielt haben, wurde es Zeit, einigte Statistiken dieser Liga, der wir zwischen 2008 und 2011 angehörten, zu aktualisieren. Herausgekommen sind Zahlen und Fakten, die niemand benötigt, um sich für Dynamo zu interessieren, dennoch gibt es interessante Dinge, die auch unsere damaligen Helden hochleben lassen.

Axel Keller bleibt mit 96 Einsätzen noch einige Zeit unser Drittligadauerbrenner. Benjamin Kirsten, der ihn damals in der Rückrunde unseres Aufstiegsjahres verdrängte, hat mit derzeit 40 Drittligaeinsätzen für die SGD die meisten Spiele der aktuellen Mannschaft absolviert. Axel hat also mindestens bis zu den ersten Saisonspielen 2016/17 seinen Spitzenplatz sicher. Doch da wollen wir doch eigentlich wieder woanders antreten.

Ähnlich sieht es bei den Torschützen aus. Justin Eilers hat es mit seiner großartigen Herbstrunde gleich einmal bis auf den 4.Platz der dynamischen Torjägerliste gebracht, die unvergessenen 17 Saisontore eines Alexander Esswein scheinen derzeit auch noch erreichbar, Halil Savran mit seinen 26 Drittligatoren ist jedoch noch in weiter Ferne.

Marvin Stefaniak hat mit 7 Torvorlagen ebenfalls eine tolle Vorrunde gespielt, Cristian Fiel seinen 8 der Saison 2010/11 2 weitere hinzugefügt. Damit ist er aktuell der Spieler mit den drittmeisten Torvorlagen der SGD, Gerrit Müller darf sich mit 14 Vorlagen seiner ersten Position jedoch nicht mehr zu lange sicher sein.

2x gelangen Halil Savran 3 Tore in einem Spiel sowie 4x ein Doppelpack. Da Mathias Fetsch in dieser Saison durch seinen Kreuzbandriss keine 3 Tore wie in Rostock mehr erzielen wird, bleibt Justin Eilers in Bereich der Doppelpacks ein Anwärter, Halil in dieser Sparte den Spitzenrang streitig zu machen. 2x hat er bereits doppelt geknipst.

Bis zu unserem Aufstieg 2011 war Benjamin Kirsten mit 76 Einsätzen auf der Bank der unangefochtene Platzhirsch in dieser Sparte. Sein aktueller Vertreter bis zu seinem Handbruch, Patrick Wiegers, hält mit 13 Nominierungen den aktuellen Spitzenplatz inne. Seine beiden guten Partien und die Zeit, die es benötigt, bis Benjamin wieder fit ist, sorgen für eine gewisse Spannung, ob Benjamin seinen 76 Partien auf der Bank weitere hinzufügen wird oder Patrick mit nur einer weiteren Partie auf der Bank in die „Top Eleven“ einzieht. Alban Sabah ist mit aktuell 10 Bankeinsätzen auch nicht aussichtslos, bald weiter nach vorn zu gelangen…

31 Spiele gelang es Axel Keller, sein Tor gegentorfrei zu halten. Das wird noch für längere Zeit uneinholbar bleiben. Zwar konnte Benjamin Kirsten seinen Wert auf 13 aufstocken (das Spiel gegen Energie Cottbus habe ich für Patrick Wiegers gewertet. Er spielte mehr als eine Halbzeit), da sind jedoch noch viele Spiele Platz.

In 11 Spielen wurde Dominic Baumann eingewechselt. Das reicht nach einer einzigen Hinrunde locker für Platz 8, bis zu Sascha Pfeffer, der 35x frischen Wind brachte, ist es noch ein weiter Weg.

Die 15 Auswechslungen des Luca Dürholtz bedeuten bereits Platz 4 in dieser Kategorie. Gerrit Müller ist und bleibt mit 44x zeitiger Duschen der König dieser Disziplin.

Die 16 Gelben Karten des Thomas Hübener scheinen weder für Dennis Erdmann (9) noch für Michael Hefele (8) in dieser Saison unerreichbar zu sein.

Was bisher geschah

Der letzte Blogeintrag liegt bereits wieder mehr als ein Monat zurück, es wird Zeit, dass hier wieder regelmäßig etwas zu lesen sein wird.

Es ist viel geschehen im letzten Monat. Übergroß liegt der Pokalsieg gegen Schalke 04 über dem vergangenem Monat. Ich habe ihn in Norwegen mit einigen SMS erlebt und gerade noch einmal in die Schwarz-Gelbe-Flimmerkiste, Teil 3 geschaut. Der reine Wahnsinn und ein gelungener Abschluss der euphorischen Wochen, ehe wir nun so langsam im Alltag der 3.Liga anzukommen scheinen.

http://www.dynamo-dresden.de/mediathek/details/galerie/826/mediathek-action/show/mediathek-controller/Mediathek/mediathekdetail-suchtyp/tv.html

13 Spieler haben in den ersten 6 Saisonspielen ihren Einstand in den dynamischen Annalen gegeben, was noch einmal drei mehr sind als zum gleichen Zeitpunkt nach unserem ersten Betriebsunfall im Sommer 2006. Damals war nach den ersten 6 Spielen die Punkteausbeute leicht besser, dafür standen wir plötzlich ohne Trainer da und unter Peter Pacults Nachfolger Norbert Meier akklimatisierten wir uns halt im September in der neuen Spielklasse.

Inzwischen sind nicht nur 13 Premierenbierkästen ausgegeben wurden, auch der eine oder andere Spieler hatte seinen persönlichen Moment.

Michael Hefele absolvierte in Cottbus sein 50. Spiel in der 3.Liga.

Cristian Fiel und Benjamin Kirsten spielten gegen Kiel zum 25. Mal in der 3.Liga. Nebenbei sind die Beiden im aktuellen Kader mit Abstand die mit den meisten Spielen, die sie in den letzten Jahren für die SGD absolviert haben.

Auch wenn man es kaum glauben mag, wir hatten in der letzten Saison einen vergleichbaren Lauf wie zu Beginn dieser Saison. Zwischen dem 10. und 14. Spieltag waren wir mit drei Siegen und zwei Unentschieden sogar noch etwas „erfolgreicher“.

Unsere fleißigsten Scorer sind bisher Sylvano Comvalius mit drei Toren und einer Vorlage sowie Marvin Stefaniak, der vier Tore vorbereitete.

Während Marvin bisher alle Spiele vorzeitig beendete, kam Dominic Baumann in jedem Spiel irgendwann nach dem Seitenwechsel zum Zug. Mal sehen, ob Beide damit Idir Ouali in seiner ersten Zeit oder Zlatko Dedic in seinen letzten Tagen bei Dynamo nacheifern.

Am kommenden Samstag bei Wehen-Wiesbaden treffen wir unter anderem auf Florian Fromlowitz, welchen zuletzt ein weiteres Murmeltier gegrüßt haben dürfte. Er besetzte zu Beginn der Saison die Ersatzbank, spielte einmal im DFB-Pokal gegen einen seiner früheren Vereine und erlebte wie damals mit Dynamo Dresden in Hannover eine unglückliche Niederlage des Underdogs im Elfmeterschießen. Neben ihm befinden sich mit Tobias Jänicke und Soufian Benyamina zwei weitere Spieler mit dynamischer Vergangenheit im Kader, die nicht die besten Erinnerungen an ihre Dresdner Zeit haben dürften. Als Tabellensechster reisen wir nicht chancenlos aber dennoch als Außenseiter nach Hessen zu einem der Aufstiegskandidaten.

26.7.2014, Aufbruchstimmung

So, das erste Spiel haben wir im Stadion erlebt und sind gleich einmal mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Auch wenn es am Ende wieder dynamisch zittrig geworden ist, haben wir unseren 2.Sieg in einem Pflichtspiel in diesem Kalenderjahr eingefahren. Er ist ja auch erst Ende Juli.

Die Stimmung war gut, der K-Block positionierte sich vor dem Spiel vor allen Eingängen, um die Sitzplatzfraktion zur intensiveren Anteilnahme beim Abspielen der Hymne zu animieren. Ich hätte gern mitgemacht, nur fehlte mir der Schal.

Auf dem Feld hatte ich erst einmal etwas damit zu kämpfen, die Orientierung zu bekommen. Wer war gleich noch einmal der mit der Nummer 21? Spielt der wirklich auf dieser Position oder steht der falsch… bei acht Neuen und drei Verbliebenen war es so etwas wie ein neues Kennenlernen, da waren beide Seiten aufgeregt, was man auch teilweise dem Spiel mit einigen Fehlpässen angesehen hat. Aber heute ist nicht der Abend des Meckerns, die Mannschaft hat gekämpft, sich gegenseitig angefeuert, füreinander gegrätscht und hat vieles dafür getan, das Publikum wirklich mit auf die Reise durch die 3.Liga zu nehmen. Ich zumindest fühle mich angekommen und freue mich auf viele weitere Spiele.

Unser 1:0 war ein Eigentor aus der Raritätenkiste. Wohl die allerwenigsten hatten überhaupt vermutet, dass da was passieren könnte. Rückpass zum Torwart, alles orientierte sich auf den kommenden Angriff und plötzlich war der Ball drin. So schön kann Fußball sein. Aber nicht gleich abheben, zwei Minuten später passte unsere Mannschaft (wer eigentlich?) ähnlich zu Benjamin Kirsten zurück, nur stand dazwischen ein Stuttgarter, der wohl noch überraschter war als sein Torwart zwei Minuten eher und glücklicherweise gar keine Reaktion zeigte. Das hätte auch ins Auge gehen können.

Das 2:0 war dann eine Kombination, die gewollt war. Pass, Pass, schnelle Weiterleitung und plötzlich haut Luca Dürholtz den Ball ins Netz. Ein schönes Ding!

Dann lief es. Wir dezent überlegen und ohne Angst, dass da was schiefgehen könnte. Als dann in der 90 Minute das 2:1 fiel, zitterten wir noch drei lange Nachspielminuten, ehe wir mit dem ersten Sieg im ersten Spiel die Arme empor reißen konnten.

Kommende Woche geht es nach Cottbus. Mal sehen, wie die mit ihren ersten drei Punkten klarkommen ohne zu sehr abzuheben…

Die Rubrik kurz & knackig wird demnächst wieder aufgenommen werden, ich bin nur derzeit anderweitig intensiv ausgelastet. Da die Deadline näher rückt hoffe ich, ab Mitte September wieder Zahlen zum Spiel liefern zu können! Ansonsten bitte immer mal wieder reinschauen.

Dieser Blog wird drittklassig

Irgendwie drücke ich mich ein wenig, die vergangene Saison zahlenmäßig final auszuwerten. Die Zahlen sprechen ja eigentlich auch für sich. 5 Siege, davon nur einer auswärts, reicht bei noch so vielen Unentschieden weder daheim noch in der Fremde zu mehr als einem harten Abstiegskampf.

Von denen, die die meisten Spiele, Tore und Vorlagen gegeben haben, werden wir die wenigsten in der kommenden Saison sehen. Die Serien, welche wir ausgebaut haben, egal in welche Richtung, werden wir demnächst auch nicht verbessern oder ausbauen. Viel interessanter dürften daher schon die Zahlen unserer Zeit in Liga 3 sein und die werde ich mich zu gegebener Zeit aufarbeiten. Das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch, die ich derzeit nicht unbedingt im Übermaß habe.

Es wird also wieder klein losgehen, aber das wird es definitiv. Wie bei Dynamo, nur müssen wir derzeit ein wenig Geduld haben, auf den Trainer, die wenigen alten und kommende neue Spieler, auf Neuigkeiten im Blog.

Ein paar erste Bestenwerte gibt es dennoch:

Einsätze: 96, Axel Keller

Tore: 26, Halil Savran

Banksitzer: 76, Benjamin kirsten

Einwechsler vom Dienst: 35, Sascha Pfeffer

Kurzarbeiter: 44, Gerrit Müller

Bösewicht (rot = 5 Punkte, gelb-rot = 3, gelb = 1): 26, Thomas Hübener

meiste Einsätze als Trainer: 58, Matthias Mauksch

Nach vorn schauen!

Gestern habe ich mich zum ersten Mal dabei erwischt, wie auch mir so langsam die Hoffnung zwischen den Spielen mit den immer gleichen Endergebnissen zerrinnt. Habe ich vor dem Spiel noch Hoffnung verbreitet, dass wir die Punkte nicht unbedingt gegen den Tabellenvierten oder -zweiten holen werden sondern in den Spielen gegen Mannschaften aus dem Niemandsland oder den direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, so war ich mir gestern in der Halbzeitpause unschlüssig.

Es ist ja nicht nur eine Frage des Ergebnisses, vielmehr eine, wie es zustandekommt. Und ich habe nichts von großen Offensivbemühungen oder vielen Chancen gelesen, sondern eher davon, wie wir Glück hatten, keinen gegnerischen Elfmeter zu erhalten und die Zuordnung bei Ecken eher suboptimal war. Das zusätzlich noch ein Sonntagsschuss die Führung des Gastgebers ermöglichte und Lattenpech unsere zuvor verhinderte, passt zur derzeitigen miserablen Situation.

Olaf Janßen tut mir derzeit echt leid. Jede Woche die immergleichen Fragen beantworten zu müssen ist garantiert kein Spaß. Und so langsam verfällt auch er in die Phrasen, die beim Bullshitbingo garantiert für Punkte sorgen würden und die man als Fan irgendwann nicht mehr hören kann: „Wir müssen und werden den Bock umstoßen!“ Völlig die Hoffnung habe ich diesbezüglich noch nicht aufgegeben, nur langsam sollte mal das Ausrufezeichen, welches dann hoffentlich eine dringend benötigte Serie einläutet, gesetzt werden.

Und wenn man in und kurz nach der Halbzeitpause für sich sinniert, kommen dann Gedanken, warum es in der kommenden Saison in der 2.Bundesliga überhaupt besser werden sollte? Die Hoffnungen vor jeder Saison sind Träume, dass müsste inzwischen klar sein. 2011/12 haben wir wohl größtenteils am absoluten Limit gespielt und sind hin und wieder unterschätzt worden. Letzte Saison war da wohl aussagekräftiger, fiel aber bei vielen (wie auch bei mir) unter die Rubrik „Betriebsunfall“. Wer hatte nicht geglaubt, dass das wiedervereinigte Duo Mickael Poté und Zlatko Dedic da weitermachen würde, wo sie das Jahr zuvor aufgehört hatten? Derzeit frage ich mich eher, wie wir denn den Rest und gegebenenfalls die kommende Saison mit den beiden, die nun schon fast die gesamte Saison einen Schatten ihrer selbst darstellen, gefährlich vor dem gegnerischen Strafraum auftreten sollten? Zusätzlich kommt aus dem Mittelfeld nicht so viel verwertbares für den Angriff, der dann natürlich doof aussieht. Also, wo sitzt das Problem eher? In den Köpfen der vordersten Reihe oder den fehlenden überraschenden Momenten dahinter?

Kurzfristig hatte ich da also diese negativen Gedanken, die wir noch nicht ausschließlich denken sollten. Aber das Kopfkino lief bereits und ließ sich nicht ausstellen. Wenn durch die Drittklassigkeit einige Verträge nichtig werden würden, wären wir offen für neue Wege und damit vielleicht erfolgreicheren Fußball. Doch zum Glück wurde der erste Gedanke rasch übertüncht, denn der Karlsruher Weg wäre nicht zwangsläufig der unsere. Almannia Aachen ist genau den anderen gegangen, der, wenn ich unsere finanziellen Möglichkeiten und Einschränkungen betrachte, nicht unbedingt der unwahrscheinlichste wäre.

Also sollten wir doch hoffen, dass aus dieser grottigen Saison wenigstens noch der Relegationsplatz herausspringen wird, denn auch, wenn wir unser Glück erneut herausfordern würden, Relegation können wir bisher gut!

Also, grübeln ist erlaubt, aufgeben noch nicht!

Der Countdown läuft

Gestern war ein Spiel, was mich sprachlos zurückgelassen hat. Nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder im Stadion sein, habe eine aufopferungsvoll kämpfende Dresdner Mannschaft gesehen, der ihr inzwischen chronisches Dilemma, vorn keine oder zu wenige Tore zu erzielen, am Ende mal wieder zum Verhängnis geworden ist.

Sie haben gekämpft, geackert und nicht aufgesteckt, sind in der 55 Minute weit weg von meiner Sicht aus in Führung gegangen und haben daraufhin, so sah es jedenfalls vom Block aus, Angst bekommen. Bälle gingen ins Aus oder wurde unsauber gespielt und Düsseldorf kam mehr und mehr vors Dresdner Tor. Auch hier kann man keine Vorwurf machen, sie haben viel versucht, die Bälle, die näher kamen, weg vom Tor zu bugsieren und trotzdem hatte ich immer mehr das Gefühl, dass die Zeit nicht verging und wir mal wieder gut für einen Nackenschlag wären.

Und dann passierte, was sich abzeichnete. Ein Ball fand den Weg zum Düsseldorfer Martin Latka, der schoss, der Ball machte einen unmöglichen Radius und schlug genau da ein, wo es nicht sein durfte.

Das Stadion und die Spieler erstarrten, zuerst war es totenstill und irgendwann wurden die Trommel der Düsseldorfer immer hämmernder in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung, ob sie erst verzögert einsetzten, glaube aber eher, dass ich sie erst verspätet wahrnahm. Ich habe selten so wie gestern diese Leere in mir wahrgenommen. Auch heute höre ich die Trommel in mir, rhythmisch, gleichmäßig, wie ein Countdown, der derzeit gegen uns läuft. Wir werden ihn in Griff bekommen – notfalls über die Relegation!

Nachtrag zum Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Manchmal ist es ganz gut, wenn man zwischenzeitlich etwas Abstand zum Herzensverein gewinnt. Eine Woche Schnee und nur wenig Zeit, sich um Dynamo Gedanken zu machen. Nachdem das Spiel beim FSV Frankfurt schon grandios vergeigt wurde, hätte es gegen den FC St. Pauli ja wieder ganz anders aussehen können/dürfen/müssen. 

Nachdem meine Rückkehr nach Dresden nicht erst Sonntagabend sondern bereits Samstagnacht erfolgte und ein spontan geplantes Treffen mit Freunden doch nicht zustande kam, stand kurzfristig sogar ein Stadionbesuch zur Debatte, nach einem Blick auf den dynamocounter jedoch nicht mehr. Schnell angedachte Fußballbesuche sind in Dresden nicht mehr möglich, es sollte eher geplant werden!

Nun denn, die Kellerkneipe um die Ecke war eine Alternative, das Spiel zu sehen, leider nicht, um einige Anhänger meines Vereins zu erleben. Ich verstehe, dass die derzeitigen Auftritte der Mannschaft besorgniserregend sind und so manche unglückliche „Raffinesse“ unserer Spieler einen die Haare zu Berge stehen lassen. Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, wie manche Fans , sei es in der Kneipe nebenan, in diversen Internetforen oder auch im Stadion ihren Frust an einzelnen Spielern ablassen. Natürlich sehen die meisten Aktionen unserer Angreifer derzeit nicht vom Selbstbewusstsein getragen aus oder verwechseln unsere Außenspieler wiederholt das Passen oder den vielleicht doch naheliegenden Sprint mit dem Ball. Unser Abwehrverbund lädt ebenso immer wieder zum Toreschießen ein und die endlose Diskussion, wer im Tor zu stehen hat, verfolgt uns seit gefühlten Ewigkeiten.

Mich nerven zunehmend die unzähligen Trainer, die nicht an der Seitenlinie stehen, sondern aus dem Hinterhalt motzen, die alles besser wissen, unsere Stürmer, Linksverteidiger und Franzosen längst wie moderne Sklavenhändler verkauft hätten und dabei völlig vergessen, die Mannschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen! Die Spieler, die aktuell das Trikot der SG Dynamo Dresden tragen, benötigen diese jedoch dringend!

Am Sonntag war ich dann froh, als ich dem Gemotze des Kellers entfliehen konnte. Mit eigenen Kindern hat man zum Glück nur wenig Zeit, Trübsal wegen sportlichen Unglücks zu blasen. Als ich dann heute morgen las, dass es im Umfeld meines Vereines Menschen gibt, die ein Fußballspiel nicht nur verbal nicht verarbeitet bekommen sondern es nicht einmal schaffen, einem Gegner, der nicht nur glücklich sondern überzeugend und verdient in Dresden gewonnen hat, abreisen zu lassen, dann fehlen mir echt die Worte! 

Das, wem ihr, die diesen Blog lest und ich selbst, anhängt, ist ein sportlicher Wettstreit mit einem runden Ball. Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen oder um es schwarzgelb auszudrücken: Manchmal holen wir einen Punkt und manchmal nicht mal das…

Und nach 90 Minuten ist es für diese Woche dann vorbei. Man sollte auch nach einer Niederlage die Größe besitzen, die Hände des Kontrahenten zu schütteln und den Mannschaftsbus unbeschadet die Elbe entlangziehen zu lassen.

Die zuletzt aufkommende Diskussion, ob der Bus des Kontrahenten nach Spielende an „Ackis Sportbar“ vorbeifahren sollte, ist dabei völlig überflüssig. So etwas muss in einer zivilisierten Stadt möglich sein!