Kategorie-Archiv: Vorschau

Neue Saison mit großen Zielen

Die Sommerpausenuhr dreht sich langsam aber zielstrebig ihrem Nullpunkt entgegen. Noch vier Tage verbleiben, ehe am Samstag auch in Dresden die neue Saison angepfiffen werden wird. Der erste Gegner ist, wie im letzten Jahr, die Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Damals gab es ein 2:1. Würde dies am Samstag nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel stehen, wäre dies kein Grund, überschwänglich  zu jubeln, aber auch kein Ergebnis, um bereits alle Ziele wieder in Frage zu stellen.

Als Ziel wurde vor Wochenfrist das höchstmögliche angegeben, der Aufstieg in die 2.Bundesliga soll es am Saisonende bitteschön sein. Daher schenke ich mit die statistische Saisonprognose. Nimmt man unsere durchschnittliche Punkteausbeute gegen die Mannschaften der 3.Liga (Würzburg und Magdeburg mal ausgenommen) und rechnet die auf 38 Spieltage hoch, so würden wir am Saisonende auf knapp 52 Punkte kommen, kein Wert, um irgendein Wort bezüglich des Aufstieges mitsprechen zu können.

Gespannt bin ich, wie die Mannschaft mit dem Druck umgehen wird, der nun von Anfang an auf ihr lasten wird. Das wir Fans ja fast immer Sternstunden erwarten, ist das eine, dass von offizieller Seite unsere Wünsche quasi legitimiert werden, könnte zu einem Problem werden, wenn es nicht gleich rund läuft.

Um dem entgegen zu wirken, planten Uwe Neuhaus und Ralf Minge, erfahrenere Spieler ins Mannschaftsgefüge einzubauen. Mit der Verpflichtung von Andreas Lambertz und Fabian Müller sah es anfangs so aus, als ob das Projekt „Jugend forsch“ dafür über Bord geworfen werde würde, doch inzwischen kann hierzu Entwarnung gegeben werden. Das Durchschnittsalter der Mannschaft ist zu Saisonbeginn diesen Jahres nur unwesentlich höher als im vorherigen Sommer. Durchschnittlich 23,3 Jahresringe können den Spielern im Sommer 2015 gut geschrieben werden, 22,8 waren es nach dem Abstieg. Der Stamm der Mannschaft, der zum überwiegenden Teil zusammen bei Dynamo geblieben ist, wurde eigentlich sogar verjüngt. Aber sie sind alle erfahrener geworden. Hatten im letzen Jahr vor dem Auftakt 9 Spieler die Erfahrung von 337 Spielen, so sind es diesmal 20 Spieler, die zusammen auf 1030 Spiele in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückblicken können. Die sollten hoffentlich aus den garantiert nicht ausbleibenden Rückschlägen die richtigen Pläne schmieden können, um das große Ziel so lang wie möglich ansteuern zu können.

Wohin der Blog in diesem Jahr hinsteuern wird, ist, im Gegensatz zum Ziel des Vereins, noch nicht auf irgendeiner Karte endgültig festgelegt worden. Ob es eine kontinuierliche oder sporadische Begleitung wird oder ob ich vielleicht sogar während der anstehenden Fahrt hart backbord drehen werde, um unserem schwarzgelben Schlachtschiff glücklich hinterher zu winken während ich nach neuen Zielen suche, werden die kommenden Wochen zeigen. Noch habe ich sie nicht gefunden…

Noch eine Tabelle

Am gestrigen Abend wurde die letzte Mannschaft für die 3.Liga erspielt, heute bekamen alle 20 erwählten Vereine ihre Lizenz für das kommende Spieljahr. Wir befinden uns nun im Sommerpausenmodus. Auch die letzten Spieler sind im Urlaubsmodus und trotzdem dreht sich alles um sie. Wer flirtet mit welchem Verein, wer bandelt fremd und wer steht auf Kontinuität. Es ist daher noch nicht klar, welcher Verein die Bürde des Favoriten auferlegt bekommt. Bei den beiden Absteigern ist kein neues Bielefeld in Sicht und bei den knapp Gescheiterten muss man erst einmal sehen, wie die verpasste Chance, eine Klasse nach oben zu klettern, verarbeitet werden kann. Wer von den Spielern, die knapp gescheitert sind, nimmt den kurzen Umweg über einen Vereinswechsel in die 2.Bundesliga und wer bleibt in der Hoffnung, noch einmal solch ein Husarenritt erleben zu können.

Dynamo befindet sich ebenfalls in den Ferien. Nicht einmal Gerüchte gibt es. Die, die es vor Wochen gab, blieben von Vereinsseite unkommentiert und sind inzwischen kalt geworden. Wir warten, mehr oder wenig geduldig und sind doch voller Vorfreude. Ausgelöst wurde dies durch die Erzgebirgler aus Aue, die eingesehen haben, dass eine Liga ohne Dynamo nicht einmal das heimische Stadion füllt und die Elbstädter aus Magdeburg, die aus lauter Lust an der Historie die favorisierten Kicker aus Offenbach das Fürchten gelehrt haben.

Im letzten Jahr nach unserem Abstieg waren die vielen Ostduelle ein Anreiz, nach vorn zu schauen. Diesmal, nochmals um 2 Vereine aufgestockt, herrscht regelrechte Vorfreude auf die neue Saison, die am letzten Juliwochenende beginnen wird. Bevor jedoch der Blick endgültig dem neuen Spieljahr entgegen gerichtet wird, folgt nun die „bereinigte“ Tabelle der Saison 2014/15. Lauter sächsische, sächsisch-anhaltinische, thüringische, brandenburgische und mecklenburgische Mannschaften, welche ohne Sentimentalität auf das Vergangene weitere Erwartungen an das neue Spieljahr erwecken soll, in der gleich 14 brisante Altklassiker und andere spannende Partien warten.

Ostdeutsche Meisterschaft der 3.Liga 2014/15

  1. FC Rot-Weiß Erfurt         20 Punkte, 6 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 16:7 Tore
  2. Hallescher FC                  19 Punkte, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 16:13 Tore
  3. SG Dynamo Dresden     16 Punkte, 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 13:12 Tore
  4. Chemnitzer FC                13 Punkte, 4 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 11:10 Tore
  5. FC Energie Cottbus        11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:13 Tore
  6. FC Hansa Rostock            7 Punkte, 2 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 7:16 Tore

 

Unser Verein setzt Zeichen!

Es war mal wieder eine Woche, in der das Sportliche die Nebenrolle spielte. Am Montag klang es bei 19:53, der Dresdner Fußball-Talk bereits an, am Mittwoch wurde es offiziell. Die Zeit von Benjamin Kirsten bei der SGD befindet sich auf der Zielgeraden. Noch 4 Spieltage bleiben ihm und uns, ehe es im letzten Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock vorerst Abschied nehmen heißt. Cristian Fiel wird sich ihm als zweite Integrationsfigur anschließen, bei Marco Hartmann habe ich persönlich inzwischen auch nicht mehr das beste Gefühl. Neue Recken braucht der Verein…

Am Donnerstag veröffentlichte unser aller Verein ein weltoffenes Statement. 300 Flüchtlinge werden eingeladen sein, das Spiel gegen den Aufstiegskandidaten des MSV Duisburg zu erleben. Eigentlich keine besondere Aktion, schließlich lädt die antirassistische Faninitiative 1953international, die leider zu oft viel zu wenig gewürdigt wird, regelmäßig Asylsuchende in unser Stadion ein, da diesmal der Verein persönlich die Einladung ausgesprochen hat, wurde es rasch zum alles beherrschenden Politikum, was alles andere in seinen Schatten stellt.

Und ich war so blöd, und habe bei Facebook in die Kommentare hineingeschaut. Die SG Dynamo Dresden muss mal wieder als Mülleimer für alle frustrierten, ängstlichen, vorurteilsbehafteten (…kann gern noch selbst ergänzt werden…) und natürlich auch rassistischen Fans unseres Vereins herhalten. Ich beneide die Mitarbeiter/Innen nicht darum, diese verachtenden Kommentare immer wieder Sichten zu müssen und hoffe, dass die ausgesprochenen Androhung, einzelne User zu blocken, auch umgesetzt wurden. Manchmal wünsche ich mir fast die Zeiten zurück, in denen auf der Homepage Mitteilungen gemacht wurden und nicht auf Facebook, wo jede benachteiligte XX oder jeder unterbemittelte XY seine rückwärts gewandten Ideologien zum besten geben konnte.

Am interessantesten waren sicherlich die Ankündigungen, das Spiel boykottieren zu wollen. Gern! Niemand wird gezwungen, ein Fußballspiel anzuschauen, wo 300 Flüchtlinge Platz nehmen dürfen. Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. 300 Personen sind überschlagen 1% der Dresdner Stadionkapazität. Aktuell (2 Tage vor dem Spiel) sind nicht einmal 80% der Karten verkauft (www. dynamocounter.de), was bedeutet, es wird niemanden etwas weg genommen, es muss auch niemand um seinen eigenen Sitz (so er denn einen haben möchte) fürchten. Es ist einfach eine Geste der Menschlichkeit und Offenheit für welche dem Verein viel eher gedankt werden darf mit der kleinen Frage: Warum NUR 300???

Und für diejenigen, die mit solchen kleinen Gesten nicht klar kommen sollte der Verein viel eher die Möglichkeit geben, die bereits für Sonntag erworbene Karte unkompliziert zurück geben zu dürfen, wenn gewünscht, auch die Jahreskarte und am besten auch die Mitgliedschaft im Verein! Dann muss man sich auch nicht mehr ärgern.

So insgeheim würde ich mir vom Verein ein ähnliches Zeichen wünschen wie das, was der SV Babelsberg vor kurzem gesetzt hat. Zwar wird unsere 2.Mannschaft zum Sommer aufgelöst und es wäre vielleicht ein wenig Salz in die Wunden des untergehenden Abendlandes, aber ein Trikotsatz für eine Freizeitmannschaft aus Flüchtlingen sollte schon noch auffindbar sein! Es wäre ein deutliches Zeichen, wofür unser Verein stehen möchte und irgendwie auch sollte…

http://www.sueddeutsche.de/sport/fluechtlinge-beim-sv-babelsberg-welcome-united-1.2283899

Doch zuvor freue ich mich erst einmal auf Sonntag, auf ein hoffentlich schönes Spiel mit vielen begeisterten und enthusiastischen Fans und vielleicht auch ein paar neuen Anhängern. Schließlich ist irgendwann jeder zum ersten Mal im Stadion!

Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…

Wer oder was ist Bielefeld?

Am Samstag gibt es mal wieder eine neue Möglichkeit, eine (un)dynamisch entstandene Serie auszubauen. Nachdem in den letzten Wochen bereits die bestehende Heimpleitenserie auf aktuell 4 Niederlagen in Folge massiv ausgebaut wurde (zuvor waren es jedes Drittligajahr höchstens 2 am Stück…) und sogar nochmals erweitert werden könnte, kann es zusätzlich passieren, dass die allgemeine Pleitenserie am Stück von bisher ebenfalls 4 Niederlagen in Reihe um eins erhöht werden könnte…

Und am Samstag kommt der Tabellenführer Bielefeld nach Dresden, jene Mannschaft, die Mitte der Woche Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal eliminiert hat. Bielefeld, wer?, werden jetzt einige fragen, aber ich möchte nicht auf die allseits bekannte Bielefeldverschwörung hinaus sondern auf etwas ganz anderes.

Im bereits lang anhaltenden Dresdner Dynamounwetter sind heute zwei Botschaften verkündet worden, die ein wenig Farbe im tristen Grau verbreiten könnten. Zum Einen wurde ein Zweipunkteabzug der SpVgg Unterhaching bestätigt, was unseren Puffer nach unten ein wenig anwachsen lässt. Es ist traurig, aber war zuletzt nicht mehr zu vermeiden, genau dahin den einen oder anderen Blick zu werfen. Dann kam am Abend. Pünktlich um 19:53 verkündete der Verein auf Twitter eine Botschaft, die für ein wenig Optimismus beim Anhang sorgen könnte. Wir haben einen Trainer für die neue Saison, einen, der im vergangenen Jahr noch unerschwinglich zu sein schien, Uwe Neuhaus.

Was natürlich andererseits mehrere neue Fragen aufwirft. Wie reagiert die Mannschaft? Stellt sie sich endgültig in ihrer Zusammensetzung als untrainierbar heraus und Lässt mit gesenktem Kopf die Saison austrudeln? Wäre durchaus nicht ausgeschlossen, denn der Puffer nach unten ist gewachsen. Die bisher erzielten 41 Punkte haben zuvor jedes Jahr gereicht und vom Verein wurde verkündet, dass Projekt jung und forsch modifizieren zu wollen und neue erfahrenere Kräfte einbauen zu wollen. Tobias Müller ist bereits weg, Dominic Baumann auf dem Sprung nach Nürnberg und es lassen sich ohne Probleme weitere aufzählen, die mit dem Kopf woanders zu sein scheinen, egal, ob ihr Vertrag bis Sommer oder länger ausgestellt wurde. Wird mit Uwe Neuhaus Segen eventuell sogar der ein oder andere Perspektivspieler integriert, wie es damals Christoph Franke mit Volker Oppitz durchaus erfolgreich praktizierte? Wie reagiert Peter Nemeth, der als Verlierer gebranntmarkte Nicht-Interim-Platzhalter-Trainer, der ein sinkendes Schiff übernahm, von früh bis spät arbeitet, wie es Ralf Minge betonte und dennoch weiß, dass es inzwischen egal ist, ob er den leckgeschlagenen Kutter irgendwie doch noch flott kriegt oder nicht, er wird nicht der sein, der ihn in Zukunft steuern wird.

Am Samstag kommt der souveräne Tabellenführer und DFB-Pokal-Halbfinalist Bielefeld nach Dresden, von Interesse ist das am Spieltag 14:00, bis dahin und wahrschinlich direkt im Anschluss legt sich die dynamische Zukunft über die Gegenwart!

07.03.2015, Grossaspach macht die Hütte voll

Das lang erwartete Pokalspiel gegen Borussia Dortmund liegt nun hinter unserem Verein und vor uns der wahrscheinlich spannendste Vergleich der kommenden Wochen. Großaspach macht die Hütte voll ist der Slogan und was am Anfang ein wenig verwegen klang, zieht inzwischen die gesamte Fangemeinde in ihren Bann. Ob das erklärte Ziel, das gesamte Stadion komplett voll zu bekommen oder zumindest die 30 503 vom vergangenen Dienstag zu übertreffen, erreicht wird, ist noch nicht ganz geklärt, auf alle Fälle wird es ein beeindruckendes Spiel werden, für uns und unseren Gegner, die SG Sonnenhof-Großaspach. Der sympathische Aufsteiger, der im Hinspiel mit grenzenloser Zuneigung die Herzen Dynamofans gewann und als einer der wenigen wohlgesonnenen Vereine der SGD bezeichnet werden darf, erlebt einen Spieltag, der definitiv in Erinnerung bleiben wird. Die größte Kulisse, vor welcher Großaspach bisher aufspielen durfte, waren die 11 404 Zuschauer in Duisburg, gleich am 1.Spieltag der Saison. In Bielefeld wurde es Ende November auch noch einmal gerade so fünfstellig, ehe ein Wochenende später zum Nikolaus die Schuhe der meisten Kölner Anhänger so gut gefüllt sein mussten, dass jene nicht in diese und damit nicht ins Stadion kamen. Gerade einmal 948 Unentwegte wollten den Aufsteiger sehen.

Nun also Dresden. Das Stadion ist schon zu mehr als 80% ausgelastet und es werden sicher noch einige mehr werden, welche die gute Leistung unserer Mannschaft im DFB-Pokal honorieren werden. In diesen Hexenkessel wird jeder Großaspacher ebenso herzlich empfangen werden. Ihren eigenen Gästeblock werden sie dabei nicht haben sondern zwischen uns Dresdnern stehen und sitzen.

Wo begrüßt man da den Anhang und wohin jubelt der Gast da nach einem erfolgreichen Spiel??? Eine neue und unbekannte Situation für die Württemberger und sicherlich auch für uns Dresdner. Das jahrelang gepflegte Ritual des Auspfeifens jedes Gegners, wenn er das Spielfeld betritt, wird diesmal hoffentlich als perfekter Gastgeber unterbleiben. Ob unsere Gäste während des Spieles aber angefeuert werden, glaube ich eher weniger. Es wird ein ganz anderer  und hundertprozentig interessanter Vergleich zwischen den Sportgemeinschaften werden. Vielleicht macht sich der ein oder die andere, die noch überlegen, ob sie dabei sein wollen, doch lieber selbst am Samstag im Stadion ein Bild davon?

Fehlen werden neben den Langzeitverletzten zusätzlich noch Jannik Müller mit einem Außenbandanriss. Ob die von Ralf Minge im Interview mit „Die Welt“ angekündigte Strafe für Dennis Erdmann aus einer internen Spielsperre bestehen wird, darf nach der Hiobsbotschaft um Jannik angezweifelt werden.

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/borussia-dortmund/article138109585/Wir-entschuldigen-uns-beim-BVB-in-aller-Form.html

Über Dennis ist die letzten beiden Tage genug geschrieben worden, daher noch eine letzte Bemerkung in diesem Blog. Einerseits ärgert sich die Mehrheit der Fußballenthusiasten über Interviews, die so langweilig glattgebügelt klingen, dass man einen Tag später nicht einmal weiß, ob es ein Spieler der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft gegeben hat. Drei Tage später ist dann bereits vergessen, ob es überhaupt jemals eins gegeben hat. Wenn dann einer redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, wird alles auseinander gepflückt und ein Urteil gefällt, ohne einmal ganz kurz darüber nachzudenken, ob jeder Satz 1:1 übernommen werde muss oder eventuell doch eine Prise Selbstdarstellung dabei gewesen sein könnte. Sind einmal nicht die Fans die Bösen Buben, dann sollte das wenigstens ein Dresdner Spieler übernehmen. Sicher war nicht jede Aussage von Dennis Erdmann mit Weitblick getätigt, aber man sollte ihm auch nicht unterstellen, dass er, der uns allen einen tiefen Einblick in die besonderen Aufgabengebiete eines Innenverteidigers gegeben hat, der einzige ist, der auf diese Art und Weise seine Gegner bearbeitet. Ganz sicher ist er das nicht, nur ist vielleicht sein Alleinstellungsmerkmal, dass er so offen darüber spricht!

Auf alle Fälle sollte Dennis die kommenden Wochen nach jedem erlittenem Foul, solang kein offener Schien- und Wadenbeinbruch bei ihm vorlegt, jedesmal schnell wieder aufstehen und sich das betroffene Körperteil reiben und einfach weitermachen. Wenn ihm das gelingt und er nicht so oft wie bisher mit seinen fast 190 cm Körpergröße am Boden liegt, lamentiert und reklamiert, dann hätten alle was gewonnen. Denn wer gern austeilt, sollte zumindest irgendwie auch einstecken können! Nicht wahr, Dennis???

03.03.2015, Schwarz trifft Gelb

Geht raus ohne Angst. Spielt mutig nach vorn und bleibt aufmerksam hinten. Rennt und kämpft, seid emotional und heißblütig aber nicht kopflos.

Gelingt dies, dann wirds ein schöner Abend und das Ergebnis nebensächlich, wenn es doch nicht ganz reichen sollte!

Ach so, und ganz wichtig: Hört auf „Papa“ Fiello, der bereits in grauer Vorzeit unsere früheren Helden am 30.07.2011 aufs Feld führte, um einen Vizemeister niederzuringen. Welchen Tabellenplatz hatte Dortmund 2014 gleich nochmal am Saisonende???

28.02.2015, Wer ist wessen Aufbaugegner?

Dynamo Dresden spielt ja gern den Aufbaugegner für aus dem Tritt gekommene Mannschaften. Zuletzt konnte Wehen Wiesbaden gegen uns den ersten Saisonsieg 2015 feiern. Nun geht es für uns nach Regensburg, der Mannschaft, die im Herbst bereits abgeschlagen das Tabellenende zierte und nach 7 Punkten in 3 Partien zuletzt zwar in Cottbus böse auf die Nase bekommen hat, dennoch genau 7 Punkte mehr geholt haben als wir im selben Zeitraum.

Dafür haben sie einen personellen Turnaround vollzogen, der den Saarbrückern aus der Vorsaison in nichts nachsteht und einige interessante Spieler in ihren Kader gespült hat. Vor allem Markus Palionis hat sich aus der Arbeitslosigkeit innerhalb weniger Wochen zum Aushilfskapitän der Regensburger gemausert. Nach seiner Verpflichtung stand er eine Woche später erstmals im Kader uns ist seitdem ein defensiver Stabilisator der Bayern geworden. In seiner Dresdner Zeit hat er in vier Jahren in Paderborn nahezu jede Verletzung mitgenommen und gerade einmal durchschnittlich 10 Saisonspiele absolviert.  Im Mittelfeld gibt es für uns am Wochenende ein Wiedersehen mit Marvin Knoll. Ihn hat es nach seiner Dresdner Zeit immer in der 2.Bundesliga gehalten, jedoch ohne das er in Berlin noch in Sandhausen irgendeinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Letzte Chance Regensburg auch für ihn?

Inzwischen standen 35 verschiedene Regensburger Spieler auf den bisherigen Spielberichtsbögen. Ein Spieler, den die 8 Neuzugänge der Winterpause seinen Platz nicht streitig gemacht haben, ist Aias Aosman. Er verpasste einzig den Rückrundenauftakt aufgrund seiner 5. Gelben Karte. Im Hinspiel in Dresden hatte er 1 seiner insgesamt 9 Saisontore erzielt und unsere Mannen vor einige Probleme gestellt. Dazu haben sich beim Regensburger Mittelfeldspieler noch 5 Torvorlagen hinzugesellt, seine Zukunft im Profifußball dürfte unabhängig des weiteren Saisonverlaufs seiner Mannschaft gesichert sein!

In der Vorberichterstattung erklärte Peter Németh, dass die Regensburger Mannschaft nicht mit ihrem Tabellenplatz gleichgesetzt werden sollte. Hoffen wir, dass seine Worte bei Mannschaft und Fans angekommen sind. Während sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass wir uns bereits mitten in der Saisonvorbereitung 2015/16 befinden und im Niemandsland der Tabelle, der wir uns immer mehr nähern, die Blicke auf andere Dinge lenken, haben die Regensburger begonnen, im Milchglas zu strampeln, um nicht unterzugehen.

Ich wünsche mir ein beherztes Auftreten der Mannschaft, ähnlich der ersten 30 Minuten gegen Wiesbaden. Man passt seine Ansprüche der aktuellen Situation halt immer mehr an!

14.02.2015, wird das Holstein-Stadion endlich geentert?

Am Samstag findet unser Punktspiel beim nördlichsten Drittligisten, Holstein Kiel, statt. Ein Weg von mehr als 500 km liegt vor der Mannschaft und den wieder zahlreich hinterher reisenden Fans für eine Begegnung, in der wir fast immer vom Tabellenplatz der Favorit waren und dafür bisher nur unterdurchschnittlich erfolgreich waren.

In dieser Saison waren vor dem Hinspiel die Aussichten auch nicht die schlechtesten. Wir wollten unsere erste Pleite gegen Erfurt ausmerzen, da schien die Störche der perfekte Aufbaugegner zu sein. Doch leider waren die nicht der erwartete brave Punktelieferant, denn sie bissen und piesackten uns an einem Dienstagabend, vor allem Rafael Kazior machte sich in diesem Spiel beim Dresdner Anhang sehr beliebt. Sein ständiges Reklamieren und Provozieren wurde schließlich in der Halbzeitpause auf dem Weg in die Kabine vom Schiedsrichter mit einer Gelben Karte belohnt. Natürlich war ich in jenem Spiel wie fast das gesamte Stadion erbost über diesen Spieler, doch inzwischen kann ich es entspannter sehen, denn wir haben davon ebenso Zwei in unseren Reihen, und die haben einzeln mehr als doppelt so viele Karten eingeheimst als der gescholtene Kieler Mittelfeldmann (bisher 4 Gelbe Karten in 22 Einsätzen). Die Rolle von Kazior, sich in Dresden zum Buhmann zu machen und damit wieder und wieder unsere Mannen in ihrem Ablauf zu behindern, war erfolgreich. Wer sich nicht mehr erinnert, in der 89. Minute kam unser Knockout und in der Nachspielzeit trabte ein nicht ganz unbekannter Maik Kegel so gemächlich vom Spielfeld, dass gemutmaßt wurde, ob eine mobiles Sauerstoffgerät helfen könnte. Wie dem auch sei, ich hoffe, am Wochenende machen wir es genau so!

Sehr optimistisch bin ich diesmal nicht. Die bisherigen Spiele in Kiel waren immer eng und außer einem Unentschieden bei drei Niederlagen nicht erfolgreich. In den letzten beiden Spielen haben die Norddeutschen vier Punkte auf uns gutgemacht, wodurch die Partie eine auf Augenhöhe ist. Wir sind Tabellennachbarn und wenn wir nicht aufpassen, ist nicht nur der Rückrundenstart definitiv verhunzt sondern nach Erfurt am letzten Wochenende auch noch Kiel an uns vorbei.

Auf alle Fälle wird sich die Aufstellung am Wochenende garantiert auf mehreren Positionen verändern. Kandidaten sind vor allem die Außenpositionen, wo rechts Nils Teixeira laut Pressekonferenz vom 12.02.2015 inzwischen wieder eine wirkliche Alternative darzustellen scheint. Links könnte ich mir einen Wechsel ebenso vorstellen, um das hohe Tempo von Sinan Tekerci in der Offensive „nutzen“ zu können. Außerdem bin ich gespannt darauf, wie viele „Müllers“ diesmal in der Startelf stehen könnten. Jannik dürfte seinen Platz sicher haben, egal ob in der Innenverteidigung oder der Defensive des Mittelfeldes. Für Tobias hoffe ich auf eine wirkliche Chance ganz vorn in einem in der Winterpause erprobten 4-4-2. Falls dieses System Justin Eilers ganz vorn sieht, erhöhen sich die Spielchancen für Jimmy, ansonsten wird er wohl vorerst eher der Joker sein.

In der Saison 1996/97 gab es schon einmal ein Namenstriple. Jan, Jörg und Steffen Schmidt standen achtmal gemeinsam in der dynamischen Startelf.

Unsere Mannschaft wird hoffentlich am Samstag mitnehmen, was mitzunehmen ist. Falls es nicht reichen sollte, hoffe ich, das wir uns alle an das erinnern, worauf wir uns im Sommer 2014 eingeschworen haben.

07.02.2015, Traditionen

Werfen wir einmal einen Blick zurück in die Geschichte. Die Vereine der ehemaligen DDR, welche inzwischen jedes Spiel gegeneinander als „Ostderby“ titulieren, traten in einer gemeinsamen Oberliga an und kürten untereinander ihren Meister. In umkämpften Duellen gab es große Siege und unerwartete Niederlagen, durchaus fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, die für eine Menge an Gesprächsstoff sorgten, Spieler mit großen Namen und noch unbekannte Sternchen, die es einmal werden wollten.

Inzwischen sind die Zeiten etwas schwieriger geworden. Eine gemeinsame Liga gibt es nicht mehr und es scheint, als ob man sich untereinander darauf verständigt hat, sich in Liga 3 zu sammeln. Jedenfalls haben in der letzten Saison der FC Energie Cottbus und unsere Wenigkeit alles dafür getan, diese Liga zu stärken. Inzwischen scheint der FC Erzgebirge Aue seine Freude am erfolgreichen Spiel ohne die vielen Gegner von früher verloren zu haben und nachdem sich der FC Union Berlin im Spätsommer 2014 recht schwer tat, in die Saison zu finden, konnte man fast vermuten, die Eisernen hätte auch Sehnsucht nach den alten Duellen, die diesmal so gehäuft in Liga 3 stattfinden.

Gefühlt finden wir uns in dieser „Traditionsliga“ gut zurecht. 2 Siege gegen Energie, je einer gegen Hansa und „Karl-Marx-Stadt“, ein Unentschieden bei den Chemikern vom HFC, einzig im „Georgij-Dimitroff-Stadion“ fanden wir unseren Meister, der uns ein klein wenig erdete.

Aktuell ergibt sich folgendes Tabellenbild:

  1. 1.FC Union Berlin
  2. BSG Wismut Aue
  3. FC Rot-Weiß Erfurt          7 Spiele (5S/2U/0N)  17 Punkte  13:03 Tore
  4. SG Dynamo Dresden      6 Spiele (4S/1U/1N)  13 Punkte  09:05 Tore
  5. Hallescher FC Chemie    6 Spiele (3S/1U/2N)  10 Punkte  07:07 Tore
  6. FC Energie Cottbus         7 Spiele (2S/1U/4N)   07 Punkte  04:08 Tore
  7. FC Karl-Marx-Stadt         6 Spiele (2S/0U/4N)  06 Punkte  05:06 Tore
  8. FC Hansa Rostock           6 Spiele (0S/1U/5N)   01 Punkt    03:12 Tore
  9. BSG Sachsenring Zwickau
  10. BSG Motor Nordhausen
  11. 1.FC Magdeburg
  12. FC Carl Zeiss Jena
  13. BFC Dynamo

Ob man davor noch RasenBallsport Leipzig oder dahinter die BSG Motor Babelsberg setzen möchte, damit man ein komplettes Starterfeld von 14 Oberligamannschaften erhält, sei jedem Leser selbst überlassen.

Wir haben also alle Chancen, in diesem, bereits Staub ansetzendem Bereich der geschichtlichen Historie, noch einen Rang nach vorn zu kommen. Dafür sollten unsere Goldfüße am Samstag, im direkten Duell mit den Rot-Weißen erfolgreich sein. Wer von unseren grippegeplagten Spielern auflaufen wird, ist noch nicht bekannt gegeben worden. Zu den bekannten Verletzten haben sich noch Dennis Erdmann und Dominic Baumann zum Absitzen ihrer Sperren hinzugesellt. Wahrscheinlich wird mit Robert Andrich dafür unsere allerletzte Verpflichtung für diese Spielzeit erstmals im Kader stehen.

Hoffen wir, dass es anders als in Münster nicht nur eine Einzelaktion sein wird, über die gejubelt werden kann. Verunsichern lässt sich die Mannschaft hoffentlich nicht durch die gespenstische Stille, die im Stadion herrschen wird. Vielleicht können ja unsere zugelassenen Pressevertreter um Jens Umbreit oder Sven Geisler eine Gänsehautstimmung erzeugen?! Ich hätte ihnen gern geholfen, aber der „Sieg auf ganzer Linie“ ( http://ultras-dynamo.de/ud2010/news/index/page:2 ), wie es in der  Onlinepräsenz der Ultras Dresden nach dem Spiel bei Hansa am 30.11.2014 zu lesen war, hat dazu geführt, dass ich, wenn ich mich schon einmal über ein freies Wochenende freuen darf, dies nicht im Stadion verbringen werde…