Der Countdown läuft

Gestern war ein Spiel, was mich sprachlos zurückgelassen hat. Nach langer Zeit konnte ich endlich mal wieder im Stadion sein, habe eine aufopferungsvoll kämpfende Dresdner Mannschaft gesehen, der ihr inzwischen chronisches Dilemma, vorn keine oder zu wenige Tore zu erzielen, am Ende mal wieder zum Verhängnis geworden ist.

Sie haben gekämpft, geackert und nicht aufgesteckt, sind in der 55 Minute weit weg von meiner Sicht aus in Führung gegangen und haben daraufhin, so sah es jedenfalls vom Block aus, Angst bekommen. Bälle gingen ins Aus oder wurde unsauber gespielt und Düsseldorf kam mehr und mehr vors Dresdner Tor. Auch hier kann man keine Vorwurf machen, sie haben viel versucht, die Bälle, die näher kamen, weg vom Tor zu bugsieren und trotzdem hatte ich immer mehr das Gefühl, dass die Zeit nicht verging und wir mal wieder gut für einen Nackenschlag wären.

Und dann passierte, was sich abzeichnete. Ein Ball fand den Weg zum Düsseldorfer Martin Latka, der schoss, der Ball machte einen unmöglichen Radius und schlug genau da ein, wo es nicht sein durfte.

Das Stadion und die Spieler erstarrten, zuerst war es totenstill und irgendwann wurden die Trommel der Düsseldorfer immer hämmernder in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung, ob sie erst verzögert einsetzten, glaube aber eher, dass ich sie erst verspätet wahrnahm. Ich habe selten so wie gestern diese Leere in mir wahrgenommen. Auch heute höre ich die Trommel in mir, rhythmisch, gleichmäßig, wie ein Countdown, der derzeit gegen uns läuft. Wir werden ihn in Griff bekommen – notfalls über die Relegation!

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