Der Fall der Duisburger Beachboys

Die Stimmung war unterirdisch. So hatten sich die Duisburger Beachboys ihre Tournee durch Ostdeutschland nicht vorgestellt. Ging es Ende November in einer kleinen Ergebirgsstadt noch vielversprechend los (von Euphorie sollte jedoch nicht gesprochen werden!), war die Stimmung nach ihrem farblosen Auftritt (nur einer der Jungs fiel aus der Reihe!) im Stadion der Freundschaft kurz vor Weihnachten schon weitaus ernüchternder.

Aber die besinnliche kleine Pause im Kreise der Familie würde ihnen gut tun und neue Kraft für die weiteren Stationen ihrer Tournee geben, so dachten sie jedenfalls (und hoffte das Management).

Nach einer mißglückten Heimprobe (sogar mit einzelnen Pfiffen und Buhrufen!!!) Anfang Februar waren die Jungs glücklich, an die Ostsee reisen zu dürfen. Dort, mit einer frischen Brise um die Nase, würden sie durchstarten, die Fans zur Ekstase treiben und vielleicht sogar die Ostsee überschwappen lassen…. doch dort wurde es leider auch nicht besser, denn dort erlitten sie erstmals Schiffbruch im Osten! Gesenkten Hauptes kehrten sie zurück in die Heimat, auch erfolglos!

Jedoch waren sie Profis und Profis machen weiter („weiter, immer weiter“ war ihr Motto frei nach einem früheren sehr großen Star). Ihr nächster Halt war war diesmal nicht in der Provinz, sondern in DER SÄCHSISCHEN HOCHBURG überhaupt. Es sollte der Auftritt ihres Lebens werden (so hatte das Management versucht, sie heißzumachen). Der Empfang war laut und vielversprechend. Das gleisende Flutlicht konnte einen schon etwas einschüchtern, aber das gaben sie natürlich nicht zu, sie würden hier rocken und mit einer sehr flotten Sohle zeigen, was sie wirklich draufhatten. Wahrscheinlich hatte das nur noch nie jemand so richtig erkannt?! Also los, Jungs!!!

Nach 45 schweißtreibenden Minuten gab es die obligatorische Pause. Der Applaus war hörbar, die Stimmung gut, hier würde vielleicht sogar mehr gehen? Vorturner Oliver war nicht unzufrieden, drängte aber darauf, doch etwas offensiver im Ausdruckstanz zu werden, hinten die Abstimmung noch etwas zu verfeinern und vor allem, was am Wichtigsten war, immer voll da zu sein, dann, ja dann, sie würden schon sehen…!

Die zweite Hälfte ihrer Show begann und irgendwie war das alles doch beeindruckender, als sie anfangs wahrhaben wollten. So etwas kannten sie von zu Hause nicht! Sie verhaspelten sich, wurden von den Massen, die doch wegen ihnen gekommen waren, zu sehr abgelenkt, irgendwann tanzten Benjamin und André nebeneinander allein statt zusammen und schließlich brach alles in sich zusammen. Auch hier war nichts zu holen, irgendwie hatten sie es gleich gewusst!

Das Management sah alles mit an und verzweifelte. Sie wollten lange Zeit (zu lang?) nicht wahrhaben, was sie doch die ganze Zeit schon wussten, die Gruppe passte einfach nicht zusammen (das Wiedersehen mit Filip brach außerdem noch eine noch nicht ganz verheilte Wunde wieder auf), auch nach insgesamt 23 Auftritten war keine Einheit zu erkennen, nichts, was irgendwie Hoffnung geben könnte, nichts. Sie sahen die Angst in den Augen, doch die Tournee musste weitergehen, die im Vorfeld abgeschlossen Verträge galten für weitere 11 Auftritte. Danach war endlich Schluss. Wie es dann weitergehen würde? Würde es das überhaupt? Wenn das Jetzt nicht funktioniert, wie kann man dann im Kaffeesatz der Zukunft lesen?

In zwei Wochen würde es in die Hauptstadt gehen. Wieder in dieser komische Gegend! Wahrscheinlich würde es mit den Jungs auch da unterirdisch werden, aber dann wäre wenigstens das mit dem Osten erledigt!

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