Die Geister, die ich rief…

Am Sonntag war es nun soweit: endlich mal ein Geisterspiel in Dresden. Die früheren in Aachen (nur davon gehört) oder auch Rostock (selbst dabei gewesen) waren irgendwie fade, aber diesmal war es bereits im Vorfeld anders gewesen. Nicht nur wegen der Ankündigung eines vollen Geisterstadions nur für uns…

Eine riesige Resonanz (ich hätte aufgrund des Andrangs fast keine Karte mehr erwerben können) und die Möglichkeit, mit über 40 000 anderen Geistern das Spiel betrachten zu können, während die Dresdner Fans draußen bleiben mussten. Womit hatten wir das verdient? Der Verein hatte ja darauf hingewiesen, dass wir alle etwas enger zusammenrücken sollten, damit alle (keinen) Platz finden würden. Soweit so gut, aber die Organisation der gesamten Veranstaltung war unterirdisch. Ich hatte einen Stehplatz erworben, nur leider stand nirgendwo, wo genau der sein würde. Von Ordnern nichts zu sehen! (was dazu wohl der DFB sagen wird?) Mein erster Anlaufpunkt, der K-Block war bereits hoffnungslos überfüllt. Auch ein noch engeres Zusammenrücken würde hier nicht mehr helfen. Da bekommt ja sogar ein Geist Platzangst!

Gegenüber, im Sympathisantenblock der Gäste war zwar noch viel Platz, aber mal ehrlich, welcher Geist sympathisiert mit Ingolstadt??? Als ich in Richtung der Logen flog, kamen gerade die Spieler der Gäste aufs Feld. In der sonstigen Erwartungshaltung eines gellenden Pfeifkonzertes die Köpfe eingezogen, kam es glücklicherweise zu keinem Zusammenstoß mit mir, wer weiß, ob die überhaupt spielfähig gewesen wären, wenn ich mitten durch sie hindurchgeflattert wäre?

Naja, auch in den Logen war es enger als ich es mir eigentlich gewünscht habe, aber trotzdem auszuhalten. Hier blieb ich erstmal, da ich einen Stehplatz fand. Durch einen anderen Geist hindurch hatte ich sogar fast freie Sicht aufs Spielfeld. Die Spieler erwärmten sich gerade. Viele Bälle flogen durch die Luft und hin und wieder machte sich jemand den Spaß, einzelne Begrenzungshütchen umzustellen oder den Ball vorm Ingolstädter Torhüter abzulenken. Ein Mordsgaudi, danach in sein Gesicht zu sehen. Der wusste wohl inzwischen, dass er hier nicht so ganz allein sein würde.

Die Stimmung in meiner Loge war prächtig, bis genau zum Anpfiff sich ein dicker Geist mit Ritterrüstung und ohne Kopf direkt vor mich quetschte. Nichts wars mit meiner Sicht aufs Spielfeld und mein zarter Einwand wurde von ihm hinweggewischt, dass ich mit meiner Karte hier ja sowieso nichts zu suchen hätte. Ihn nach seiner VIP-Karte zu fragen, getraute ich mir nicht!

Nach einem neuen Platz suchend verpasste ich schließlich ne ganze Menge vom Spiel, schließlich quetschte ich mich, als ich die Ingolstädter Angreifer genug verwirrt hatte, direkt ins Tor von Benjamin Kirsten und blieb ganz ruhig. Ich war mir sicher, an diesem Nachmittag keinen Ball abzubekommen!

Fazit: Ich vermute, unsere Anwesenheit hat wohl nicht nur Ingolstadt verwirrt, sondern auch unsere eigene Mannschaft und so richtig gewollt fühlen wir uns auch nicht! Schließlich rannten alle Spieler nach dem Spiel vors Stadion, um dort zu feiern, zu uns kam niemand!

Dann spielt doch auch ohne uns oder gar nicht und lasst das mit den Geisterspielen, wenn ihr uns gar nicht wollt!

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