Ein Blick auf Dynamo Dresden nach dem ersten Saisonviertel

Nach 9 Spielen können die Spieler der SG Dynamo Dresden erst einmal ein Woche verschnaufen. Während die Nationalmannschaften sich weiteren Qualifikaktionsspielen  bezüglich der anstehenden WM 2014 in Brasilien stellen, möchte unsere Mannschaft weiter zusammenwachsen. Leider wird es dabei das geplante Freundschaftsspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt nicht geben. Nach außen kommunizierten Sicherheitsbedenken  stellen sich die Erfurter lieber in einem Trainingslager ihrer derzeitigen Situation. http://www.mdr.de/sport/fussball_3l/erfurt320.html Schade!

Die Spielpause ergibt eine gute Möglichkeit, sich dem ersten Viertel der Saison aus dynamischer Sicht zu widmen.

Bisheriger Saisonverlauf:

Vor und auch kurz nach Saisonbeginn gab es einige Enthusiasten, welche Dynamo Dresden eine Favoritenstellung bezüglich eines sehr positiven Saisonverlaufs gaben. Vor allem der Trainer der Münchner Löwen, Rainer Maurer, schob vor dem Spiel in Dresden die eigenen gewaltigen Vereinsinvestitionen in den Hintergrund und gab uns die Favoritenbürde. Vielen Fans wurden dabei traurige Parallelen zur Saison 2005/06 bewusst, als Dresden am Saisonanfang rund um den Sieg beim TSV 1860 München als „Geheimfavorit“ gebranntmarkt wurden und am Ende abstiegen. „Glücklicherweise“ blieben mehrere mögliche Punkte liegen und manch rosarot beschlagene Brille gab wieder freie Sicht auf vorhandene Realitäten. Die hießen schwerer Saisonstart und Tabellenplätze zwischen 12 und 15. Vor allem zu Hause wurden kaum Punkte erzielt. Erst im 4. Heimspiel wurde gewonnen, wobei gerade der Gegner Erzgebirge Aue zuletzt nicht unbedingt als „Punktelieferant“ verschrien war. Und genau dieses Spiel zeigte deutlich, dass die ersten kleinen aufkommenden Zweifel am Trainer Ralf Loose eher der Erwartungshaltung von außen geschuldet waren. Ersetzt man die letztjährigen Aufsteiger gegen die Absteiger (bspw. Fortuna Düsseldorf = Hertha BSC oder Karlsruher SC = Jahn Regensburg) und nimmt die Punkte, die wir dieses Jahr im Vergleich zum letzten gesammelt haben, dann relativiert sich manche Untergangsstimmung.

Bochum -3, 1860 München +1, Duisburg +3, Lautern (Fürth) -3, Sandhausen (Rostock) +/-0, Ingolstadt -1, Hertha (Düsseldorf) +/-0, Aue +3, Köln (Frankfurt) +1 Dies ergibt dieses Jahr sogar einen Punkt mehr als 2011/12!

Mannschaft:

Die Stammelf blieb bis auf Zlatko Dedic zusammen und wurde auf Wunsch des Trainers in die Breite erweitert. Da die Mannschaft in weiten Teilen der Rückrunde erfolgreich spielte, war dies natürlich ein weiterer Punkt, der auf große Punktausbeuten schließen ließ. Ein Bänder(an)riss hier, eine Sprunggelenksverletzung da, muskuläre Probleme da und dort, viele kleinere und  mittelgroße Blessuren verzögerten das spielerische Zusammenwachsen der Mannschaft. Bisher stehen 22 Spieler mit einer Einsatzzeit im Spielberichtsbogen, genau wie in der letzten Saison nach 9 Spieltagen, jedoch gab es diesmal keine 7 Nachverpflichtungen und keine 2 roten Karten. Zuletzt jedoch ließ Trainer Loose, der bisher noch nicht als Rotationsfan auffiel, erstmals die selben 11 Spieler zu Spielbeginn auflaufen. Spannend wird sein, ob das derzeitige System 4-5-1 Bestand haben wird, wenn Lynel Kitambala fit ist und damit wohl mehr als eine Wechselalternative darstellt.

Gewinner:

Benjamin Kirsten konnte mit Florian Fromlowitz einen vom Namen her hochwertigen Torwartkonkurrenten hinter sich lassen. Dieser zeigte gegen Hertha BSC ebenfalls eine gute Leistung, wodurch wir auf dieser Position sehr gut aufgestellt sind.

Sebastian Schuppan behauptete sich gegen Muhamed Subasic, der erstmals eine komplette Vorbereitung absolvieren konnte. Vor allem als Torvorbereiter glänzte Schuppan in mehrere Spielen. Zuletzt gab es nicht einmal mehr die berühmt gewordene (10x!) Schuppan – Subasic oder Subasic – Schuppan Rochade.

Mickael Poté, selbstverständlich!

Verlierer:

David Solga spielte nach außen hin eine gute Vorbereitung, stand in vielen Spielen auf dem Platz und bekam nicht unbedingt schlechte Kritiken. Der Dauerrenner der Vorsaison (33 Spiele) stand nur in einem Spiel in der Startelf und pendelte zuletzt zwischen Bank ohne Einwechslung und der Tribüne. Ein Mutmacher dürfte ausgerechnet Cristian Fiel sein, der derzeit den Platz von David Solga einnimmt. Der war Anfang der Saison ebenfalls ganz weit weg der Stammelf und spielt nun wieder.

Pavel Fort ist immer ein Kämpfer für Dynamo gewesen. Nach dem Weggang von Zlatko Dedic und dem fehlenden neuen Kompagnon für den gesetzten Mickael Poté dachte ich natürlich zuerst an Pavel Fort. Ralf Loose ebenfalls, jedenfalls 1x, dann wechselte er das Spielsystem. Zuletzt saß Pavel Fort nicht einmal mehr auf der Reservebank.

Petar Sliskovic, wollte sich nach seinem negativen Leiherlebnis beim FC St. Pauli nicht noch einmal verleihen lassen, kam dann doch kurz vor Ende der Transferperiode nach Dresden, um zu spielen, zu spielen, zu spielen. Sein Bilanz: 53 Spielminuten bei 5 Einwechslungen (davon 3x 1 Minute!)

Pechvogel:

Bjarne Thoelke ließ sich vom VfL Wolfsburg nach Dresden verleihen, um mit mehr Spielpraxis in 2 Jahren in der 1. Bundesliga Fuß zu fassen. Als Innenverteidiger Nummer 3 zu Saisonbeginn sah er von der Bank aus, wie sich seine Kollegen mehrere Unsicherheiten leisteten und bekam seine Chance beim Auswärtsspiel in Sandhausen. Dort überzeugte er, verletzte sich in der darauf folgenden Trainingswoche und wird nun wohl wieder von außen zuschauen müssen.

Tore und Gegentore:

Bisher erzielte die Mannschaft 12 Tore. Ebenso in der vergangenen Saison. Verteilten sich diese damals auf 10 verschiedene Spieler („Torjäger“ waren Muhamed Subasic und Robert Koch mit jeweils 2 Treffern), so waren wir dieses Jahr ausrechenbarer. Ganz 5 Spieler haben getroffen, von ihnen steht aktuell Mickael Poté mit 3 weiteren Spielern auf Position 1 der Torjägerliste der 2. Bundesliga.

Derzeit 13 Gegentore sind der beste Wert in der Geschichte Dynamos in der 2. Bundesliga. Jedoch relativiert sich auch diese Aussage, wenn hinzugefügt wird, dass dies aktuell nur 3 Mannschaften der 2. Bundesliga übertreffen!

Ausblick:

Ralf Loose bat in einem Interview, dem Zusammenwachsen der Mannschaft bis in den November hinein Zeit zu geben. Das sollten wir!

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