Fußball im Radio

Nachtdienst kann ganz schön anstrengend sein und so kann es vorkommen, dass plötzlich gegen 14:30 das Telefon klingelt und man dadurch bemerkt, „…die haben ja bereits mit spielen begonnen! Die sind ja bereits in der 2. Halbzeit!“

Rechner hochfahren? Nee, dauert zu lang, also MDR-Info an und glücklicherweise wird genau in dem Moment ins Stadion geschaltet und das Abstaubertor von Mickael Poté erklärt. So schön kann Radio sein, Faust gereckt und nun bin ich auch wach. Gleich darauf wird nach Aachen weitergegeben, als erneut der Ruf aus Dresden schallt: „Tor in Dresden!“ Ja wunderbar, Cottbus spielt ja ohne Rangelov, der ja über einen steifen Hals klagte, also kann das ja nur das 2:0 sein?! Union oder gar KSC reloaded? Und dann das: „Tor durch Energie Cottbus, 1:1 durch einen Lupfer von Dimitar Rangelov!“ Wie bitte? Der spielt?! Wo verdammt, ist dessen steifer Hals hin?  Ist das jetzt jede Woche an der Tagesordnung, erstmal in Führung zu gehen um die dann wieder herzugeben? So blöd kann eine Radioübertragung sein, wenn ich nur höre, Tor!, aber nicht gleich weiß, wer es erzielt hat! Das ist beinahe eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Das muss ich mir nicht antun, kann mir auch am Ende ansehen, ob wir wenigstens den Punkt gerettet haben oder das nächste Spiel noch ganz vergeigt haben. Also Radio aus! Das zieh ich jetzt durch, auch, wenn es mir nach 10 Minuten bereits wieder leid tut. Vielleicht? Nein!!! Kurz vorm Ende sind meine Vorsätze wieder vergessen, ich fahre den Rechner hoch, schaue nach, 2:1! Jawoll! und bibbere dem Abpfiff entgegen. Dann vermeldet der Liveticker: „15:18, Von Energie kommt wohl nichts mehr. Dynamo sichert den Ball und lässt die Uhr runterlaufen.“ Dann pfeif doch endlich ab! Wenn von Cottbus nichts mehr kommt, ich hab auch keinen Bock mehr! Ist schließlich bereits 90.(+2)! Nochmal auf Aktualisieren und dann: 15:19, Schlusspfiff!

So schön kann Fußball sein!

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