Helden gesucht

Das Hinspiel ist gerade einmal drei Tage vergangen und es wird nun Zeit, dass Sicherheit herrscht, wo wir demnächst spielen werden. Als Gesprächspartner tauge ich derzeit nicht viel, da es leider nur ein herrschendes Thema gibt. Doch es gibt Hoffnung, denn nun naht das endgültige Saisonende und verursacht trotz allem ein wenig Vorfreude, allein, um unter diese Saison einen Strich setzen zu können! Man fühlt sich wie vor einer Abschlussprüfung, deren Termin festgelegt ist und der man nicht mehr ausweichen kann. Also stellt man sich in dem Wissen, man hätte besser vorbereitet sein können und im Hinterkopf weiß man, geht nicht alles schief, dann müsste es knapp reichen!

Da die Spiele ja im Europapokalmodus ausgetragen werden, habe ich einmal in der reichhaltigen Europapokalgeschichte unseres Vereins nachgeschaut, ob wir jemals ein 0:1 im auswärtigen Hinspiel daheim noch umgebogen haben. http://www.amazon.de/Mit-Dynamo-durch-Europa-Europapokalspiele/dp/3938325917/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1369596907&sr=8-1&keywords=mit+dynamo+durch+europa

Bevor wir genauer hinschauen, zuerst einmal die Auflösung. Es gab diese Situation viermal und davon gelang es zweimal, am Ende jubelnd der nächsten Runde entgegen zu sehen. 50% Erfolgsquote, nicht schlecht, wenn man einige Nachrichten in den sozialen Netzwerken gelesen hat, wo Dynamo von den eigenen Fans bereits in der 3.Liga gewähnt wird. Noch ist es nicht soweit! Doch nun zu den Resultaten:

Situation 1:

Bereits bei unserer zweiten Teilnahme im Messepokal 1970/71 verloren wir in der 2.Runde das Hinspiel in Leeds mit 0:1. Der spätere Gewinner dieses Pokals war Leeds United, wir schieden im Rückspiel mit 2:1 aufgrund des Auswärtstores der Engländer knapp aus.

Situation 2:

Sechs Jahre später spielten unsere Schwarzgelben im Europapokal der Landesmeister. Im Achtelfinale behielt Ferencvaros Budapest im Hinspiel mit 1:0 die Oberhand. Im Rückspiel gelang es Gerd Heidler in der 40.Minute, diesen Rückstand zu egalisieren, am Ende behielten die Dynamos mit 4:0 die Oberhand.

Situation 3:

Am eindrucksvollsten revanchierte sich Dynamo Dresden 1985/86 im Europapokal der Pokalsieger für ein 0:1 im Hinspiel gegen HJK Helsinki. Vielleicht kann Ulf Kirsten unserem Benni davon berichten, denn er schoss damals in der 90.Minute das Tor zum 7:2 Endstand. Wäre natürlich klasse, wenn die Mannschaft diese Saison dermaßen begeisternd abschließen würde, wahrscheinlich ist es jedoch nicht. 35 Dresdner Tore in inzwischen 35 Saisonspielen und dann plötzlich ein solcher Torschwall, da würden wohl sämtliche Pressemedien von einer möglichen Spielmanipulation sprechen und ein versöhnliches Saisonende wäre futsch!

Situation 4:

Die Sensation im UEFA-Pokalhalbfinale in der Saison 1988/89 blieb aus, jedoch waren dies die Spiele, welche mich endgültig mit Dynamo verbanden. Das Hinspiel hörten wir auf unserer ersten Klassenfahrt im Radio und ging mit dem allseits bekannten Ergebnis von 0:1 in Stuttgart aus. Das Rückspiel durfte ich ebenfalls vor dem Radio sitzend verfolgen. Das 1:1 richtig zu deuten, dauerte noch einige Jahre, als ich später tiefer in die Historie dieses Vereins eintauchte.

1953 in gelb und schwarz

Fasst man die Spiele kurz zusammen, dann besteht eine 50% Chance, am Zwischenergebnis noch positiv etwas verändern zu können. Sicher, die Spieler von heute ist nicht vergleichbar mit den Mannschaften, die regelmäßig in Europa antraten. Osnabrück ist jedoch ebenfalls weder mit Leeds noch mit Stuttgart gleichzusetzen. Ein 0:1 ist keinesfalls ein sicheres Polster für die einen oder ein unüberwindbares Hindernis für die anderen.

Unser großer Vorteil ist die Heimstärke (zuletzt sechs Siege und nur eine Niederlage gg den 1.FC Köln) und mit diesem Pfund muss die Mannschaft umgehen. Wenn es sie beflügelt und nicht lähmt, sich Pavel Fort und Tobias Müller an die letzten beiden Heimsiege erinnern, in denen sie jeweils im Doppelpack trafen, dann wird das werden. Vielleicht darf auch Dmitri Khlebosolov wieder ein wenig wirbeln, es könnte sich positiv auswirken! Der anfängliche Druck des zum Siegens verdammten Zweitligisten ist inzwischen an Osnabrück abgegeben worden, von denen erwartet wird, diesen ersten Sieg durchzubringen. Hinzu kommt noch, wir sind von keiner anderen Mannschaft abhängig, die dann mal wieder nicht mitspielt, wir haben es noch immer selbst in der Hand! Also werden wir Dienstagabend unter Flutlicht folgende Serien brechen:

1. Wir werden seit Wiedereinführung der erste Zweitligist sein, der sich am Ende gegen einen Drittligisten durchsetzt!

2. Wir werden die erste Mannschaft sein, die die „kleine Relegation“ gewinnt, obwohl sie das erste Spiel verloren hat.

3. Wir werden in der kleinen Relegation die erste Mannschaft sein, die bisher zweimal angetreten ist und zweimal gewonnen hat. (der 1.FC Nürnberg setzte sich 2009 als Zweitligist gg den damaligen Bundesligisten FC Energie Cottbus durch und hielt als Erstligist 2010 gegen den FC Augsburg die Oberhand)

4. Wir sorgen dafür, dass Osnabrück bereits zum dritten Mal scheitert!

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