Ist Ralf Loose ein Schlitzohr?

Das Erwartbare ist eingetreten. Ohne Punkte aus Berlin heimzufahren ist kein Beinbruch sondern vom Ergebnis her höchstens eine kleine Schramme, die verheilen wird. Es war doch vorher bekannt, ein hammerhartes Auftaktprogramm in der 2. Bundesliga erhalten zu haben. Und wenn man mal auf die Tabelle schaut, dann ist für Sympathisanten der Dresdner ersichtlich, gegen die derzeitigen 4., 6., 8. und 10. der Tabelle verloren zu haben. Die Mannschaften stehen nach 7 absolvierten Spieltagen nicht auf dieser Position der Tabelle, nur weil sie gegen uns gewonnen haben. Zieht man die 3 Siegpunkte gegen Dynamo ab, wäre einzig der VfL Bochum (ohne das noch ausstehende Spiel gg Kaiserslautern) in derzeit gefährdeten Tabellenregionen. Die kommenden Spiele gegen den 17. sowie den 16. der Tabelle werden eher richtungsweisend sein. Gegen den 18., den MSV Duisburg, gab es am 3. Spieltag ein 3:1!

So sieht die positive Variante aus. Betrachtet man einzig nüchtern die Ergebnisse…

Anders ist mir gestern Abend bei der Liveübetragung auf 90elf geworden. Kommentator Wilfried Mohren übertrieb sicherlich, als er aufgrund der massiven Berliner Überlegenheit von einem möglichen 8:0 sprach, die heutigen Zeitungs- und Netzberichte geben trotzdem zu denken.

„Die Hauptstädter profitierten dabei von einem frühen Eigentor der Sachsen, die wiederum nach vorne eine blutleere Vorstellung boten und Herthas Torwart Kraft kein einziges Mal in Bedrängnis brachten.“ http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/spieltag/2-bundesliga/2012-13/7/1441400/spielbericht_hertha-bsc-29_dynamo-dresden-65.html

„Die Dresdner Profis agierten bei ihrem ersten Gastspiel im Olympiastadion über weite Strecken zurückhaltend und fast ängstlich.“ http://www.sz-online.de/Nachrichten/Regionalsport/Hertha-Sieg_bringt_Dynamo_in_Not/articleid-3166280

„Es ist sicher nicht das Thema, über Ruhe und Unruhe zu sprechen“, betonte Sportchef Steffen Menze. „Wichtig ist das Spiel am Sonntag gegen Aue.“ http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/sport/detail/-/specific/Dynamo-Dresden-nach-der-Niederlage-in-Berlin-Unruhe-kein-Thema-435785721

„Frühes Gegentor lässt Dynamo vor der Hertha erstarren“ http://www.dynamo-dresden.de/de/aktuelles/team/details/artikel/fruehes-gegentor-laesst-dynamo-vor-der-hertha-erstarren.html

Ernüchternd auch der Audio – Spielbericht von bundesliga.de http://www.bundesliga.de/de/liga2/matches/2012/index.php?bmi=138250&reiter=b&tag=7

Wie beschrieben, die Niederlage ist im Kontext der Gesamtsaison nicht tragisch, eher die schwimmende Abwehr sowie die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Das Mickael Poté bisher allein vorn die Musik machte, dürfte bei allen Gegnern inzwischen angekommen sein. Ingolstadt und Berlin haben deutlich gezeigt, wenn man Mickael auf beiden Beinen steht, dann lahmt der gesamte Angriff.

Dynamo hat in den ersten 7 Spielen bereits 22 Spieler eingesetzt, dieselbe Anzahl wie im vergangenen Jahr. Im Unterschied hatten wir in diesmal nur 3 nachträgliche Verpflichtungen (statt 7) und keine rote Karten (statt 2), die Umstellungen notwendig machen würden. Ralf Loose hat bisher noch keine Stammelf gefunden und derzeit sieht es auch noch nicht so aus, als ob er da schon in den Endüberlegungen ist. Ist Giannis Papadopoulos nun ein Stammsechser oder nicht? Mickael Poté allein oder mit einem Partner im Sturmzentrum? Wenn ja, wer könnte das sein? Die ewige Frage Sebstian Schuppan oder Muhamed Subasic geht ebenso weiter…

Vielleicht ist die gestrige looseuntypische Rotation auch eher eine (leider nicht erfolgreiche) Hommage an 2 eigene Schlitzohrigkeiten der letzten Saison?!

1. Sebastian Schuppan saß in der Rückrunde ein einziges Mal auf der Bank, im Spiel bevor der Gegner Erzgebirge Aue hieß. Gegen Aue war er so motiviert, dass er ein Tor köpfte!

War unser Trainer letztes Jahr beim Pokalspiel in Dortmund noch überrascht, dass unser Gegner den Ersatztorwart aufstellte, plant er nun selbiges mit Florian Fromlowitz in Hannover. Aufgrund der besonderen Beziehung unseres Torhüters mit Hannover ist dieses sogar nachvollziehbar, der gestrige Wechsel jedoch nur bedingt. Warum bekommt Fromlowitz die angesprochene Spielpraxis nicht eine Woche vor dem Pokalspiel bei unserem Auftritt beim FC St. Pauli? Die mögliche Lösung ist Schlitzohrigkeit Nummer 2!

2. Der Wechsel von Torwart Dennis Eilhoff auf Wolfgang Hesl in der vergangenen Saison vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München kam unerwartet, gab im Ergebnis von 4:2 nachträglich unserem Trainer jedoch vollkommen recht. Unser gestriger Gegner Hertha BSC ist vom Namen her ein ähnliches Kaliber wie die Münchener Löwen. Da es nicht geklappt hat, war es halt die Spielpraxis für das „demnächst“ anstehende Pokalspiel gegen Hannover 96.

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