Nach vorn schauen!

Gestern habe ich mich zum ersten Mal dabei erwischt, wie auch mir so langsam die Hoffnung zwischen den Spielen mit den immer gleichen Endergebnissen zerrinnt. Habe ich vor dem Spiel noch Hoffnung verbreitet, dass wir die Punkte nicht unbedingt gegen den Tabellenvierten oder -zweiten holen werden sondern in den Spielen gegen Mannschaften aus dem Niemandsland oder den direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, so war ich mir gestern in der Halbzeitpause unschlüssig.

Es ist ja nicht nur eine Frage des Ergebnisses, vielmehr eine, wie es zustandekommt. Und ich habe nichts von großen Offensivbemühungen oder vielen Chancen gelesen, sondern eher davon, wie wir Glück hatten, keinen gegnerischen Elfmeter zu erhalten und die Zuordnung bei Ecken eher suboptimal war. Das zusätzlich noch ein Sonntagsschuss die Führung des Gastgebers ermöglichte und Lattenpech unsere zuvor verhinderte, passt zur derzeitigen miserablen Situation.

Olaf Janßen tut mir derzeit echt leid. Jede Woche die immergleichen Fragen beantworten zu müssen ist garantiert kein Spaß. Und so langsam verfällt auch er in die Phrasen, die beim Bullshitbingo garantiert für Punkte sorgen würden und die man als Fan irgendwann nicht mehr hören kann: „Wir müssen und werden den Bock umstoßen!“ Völlig die Hoffnung habe ich diesbezüglich noch nicht aufgegeben, nur langsam sollte mal das Ausrufezeichen, welches dann hoffentlich eine dringend benötigte Serie einläutet, gesetzt werden.

Und wenn man in und kurz nach der Halbzeitpause für sich sinniert, kommen dann Gedanken, warum es in der kommenden Saison in der 2.Bundesliga überhaupt besser werden sollte? Die Hoffnungen vor jeder Saison sind Träume, dass müsste inzwischen klar sein. 2011/12 haben wir wohl größtenteils am absoluten Limit gespielt und sind hin und wieder unterschätzt worden. Letzte Saison war da wohl aussagekräftiger, fiel aber bei vielen (wie auch bei mir) unter die Rubrik „Betriebsunfall“. Wer hatte nicht geglaubt, dass das wiedervereinigte Duo Mickael Poté und Zlatko Dedic da weitermachen würde, wo sie das Jahr zuvor aufgehört hatten? Derzeit frage ich mich eher, wie wir denn den Rest und gegebenenfalls die kommende Saison mit den beiden, die nun schon fast die gesamte Saison einen Schatten ihrer selbst darstellen, gefährlich vor dem gegnerischen Strafraum auftreten sollten? Zusätzlich kommt aus dem Mittelfeld nicht so viel verwertbares für den Angriff, der dann natürlich doof aussieht. Also, wo sitzt das Problem eher? In den Köpfen der vordersten Reihe oder den fehlenden überraschenden Momenten dahinter?

Kurzfristig hatte ich da also diese negativen Gedanken, die wir noch nicht ausschließlich denken sollten. Aber das Kopfkino lief bereits und ließ sich nicht ausstellen. Wenn durch die Drittklassigkeit einige Verträge nichtig werden würden, wären wir offen für neue Wege und damit vielleicht erfolgreicheren Fußball. Doch zum Glück wurde der erste Gedanke rasch übertüncht, denn der Karlsruher Weg wäre nicht zwangsläufig der unsere. Almannia Aachen ist genau den anderen gegangen, der, wenn ich unsere finanziellen Möglichkeiten und Einschränkungen betrachte, nicht unbedingt der unwahrscheinlichste wäre.

Also sollten wir doch hoffen, dass aus dieser grottigen Saison wenigstens noch der Relegationsplatz herausspringen wird, denn auch, wenn wir unser Glück erneut herausfordern würden, Relegation können wir bisher gut!

Also, grübeln ist erlaubt, aufgeben noch nicht!

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