Nachtrag zum Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Manchmal ist es ganz gut, wenn man zwischenzeitlich etwas Abstand zum Herzensverein gewinnt. Eine Woche Schnee und nur wenig Zeit, sich um Dynamo Gedanken zu machen. Nachdem das Spiel beim FSV Frankfurt schon grandios vergeigt wurde, hätte es gegen den FC St. Pauli ja wieder ganz anders aussehen können/dürfen/müssen. 

Nachdem meine Rückkehr nach Dresden nicht erst Sonntagabend sondern bereits Samstagnacht erfolgte und ein spontan geplantes Treffen mit Freunden doch nicht zustande kam, stand kurzfristig sogar ein Stadionbesuch zur Debatte, nach einem Blick auf den dynamocounter jedoch nicht mehr. Schnell angedachte Fußballbesuche sind in Dresden nicht mehr möglich, es sollte eher geplant werden!

Nun denn, die Kellerkneipe um die Ecke war eine Alternative, das Spiel zu sehen, leider nicht, um einige Anhänger meines Vereins zu erleben. Ich verstehe, dass die derzeitigen Auftritte der Mannschaft besorgniserregend sind und so manche unglückliche „Raffinesse“ unserer Spieler einen die Haare zu Berge stehen lassen. Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, wie manche Fans , sei es in der Kneipe nebenan, in diversen Internetforen oder auch im Stadion ihren Frust an einzelnen Spielern ablassen. Natürlich sehen die meisten Aktionen unserer Angreifer derzeit nicht vom Selbstbewusstsein getragen aus oder verwechseln unsere Außenspieler wiederholt das Passen oder den vielleicht doch naheliegenden Sprint mit dem Ball. Unser Abwehrverbund lädt ebenso immer wieder zum Toreschießen ein und die endlose Diskussion, wer im Tor zu stehen hat, verfolgt uns seit gefühlten Ewigkeiten.

Mich nerven zunehmend die unzähligen Trainer, die nicht an der Seitenlinie stehen, sondern aus dem Hinterhalt motzen, die alles besser wissen, unsere Stürmer, Linksverteidiger und Franzosen längst wie moderne Sklavenhändler verkauft hätten und dabei völlig vergessen, die Mannschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen! Die Spieler, die aktuell das Trikot der SG Dynamo Dresden tragen, benötigen diese jedoch dringend!

Am Sonntag war ich dann froh, als ich dem Gemotze des Kellers entfliehen konnte. Mit eigenen Kindern hat man zum Glück nur wenig Zeit, Trübsal wegen sportlichen Unglücks zu blasen. Als ich dann heute morgen las, dass es im Umfeld meines Vereines Menschen gibt, die ein Fußballspiel nicht nur verbal nicht verarbeitet bekommen sondern es nicht einmal schaffen, einem Gegner, der nicht nur glücklich sondern überzeugend und verdient in Dresden gewonnen hat, abreisen zu lassen, dann fehlen mir echt die Worte! 

Das, wem ihr, die diesen Blog lest und ich selbst, anhängt, ist ein sportlicher Wettstreit mit einem runden Ball. Manchmal verliert man, und manchmal gewinnen die anderen oder um es schwarzgelb auszudrücken: Manchmal holen wir einen Punkt und manchmal nicht mal das…

Und nach 90 Minuten ist es für diese Woche dann vorbei. Man sollte auch nach einer Niederlage die Größe besitzen, die Hände des Kontrahenten zu schütteln und den Mannschaftsbus unbeschadet die Elbe entlangziehen zu lassen.

Die zuletzt aufkommende Diskussion, ob der Bus des Kontrahenten nach Spielende an „Ackis Sportbar“ vorbeifahren sollte, ist dabei völlig überflüssig. So etwas muss in einer zivilisierten Stadt möglich sein!

Ein Gedanke zu „Nachtrag zum Heimspiel gegen den FC St. Pauli

  1. SCP Blogger

    Die Zeiten für Dynamo sind gerade echt hart, obwohl… Wann war es das in den letzten Jahre nicht? Dass dann noch irgendwelche Leute denken, dass es eine gute Idee wäre den Mannschaftsbus der gegnerischen Mannschaft zu attackieren, ist für den normalen Fan mehr als nicht nachvollziehbar und den Frust, den man aus deinem Blogartikel herausliest, kann ich nur zu gut verstehen. Ich hoffe echt, dass es noch was wird mit dem Klassenerhalt! Fünf Punkte zum rettenden Ufer sind viel, aber die Relegation kann Dynamo ja auch, also von daher kommen hoffentlich bessere Zeiten und auch wieder positivere Schlagzeilen, wenn von Dynamo-Fans die Rede ist.

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