Onkel Wismuts Rasselbande

Nach unserem missglücktem Telefonat war ich mächtig gespannt, mit welcher Laune Onkel Wismut vorbeikommen würde. Als es an der Tür klingelte, war es dahinter mächtig laut, denn er hatte seine ganze Sippe mitgebracht. Um Onkel Wismut herum standen, ganz in lila gekleidet, unter anderem der wilde Kevin, der immer laute Marc und der kleine Guido.

„Da sind wir“ strahlte Onkel Wismut. Von unserer kleinen Verstimmung war nichts zu bemerken. „Na dann kommt mal rein“ versuchte ich ebenfalls, mir meine Anspannung nicht anmerken zu lassen.

Schnell erweiterte ich die Kaffeetafel. Das es so voll und eng bei mir werden würde, hatte einen großen Vorteil. Wismut würde genug anderes zu tun haben, als mich wieder um einen Gefallen zu bitten. Wie zu erwarten, wurde es laut. Die Jungs verstanden sich nicht so richtig, wenn sie aufeinander losgelassen wurden. Vor allem Kevin war ein ziemlicher Rüpel! Er war nicht der Einzigste, aber er war immer dabei, wenn mal jemand zur Raison gerufen werden musste. Er stänkerte und schubste und als er irgendwann meinen Cristian am Wickel hatte, der sich zuletzt so zurückgezogen hatte und endlich wieder begonnen hatte, mit seinen Freunden zu spielen, da sah ich rot und schmiss ihn raus. „Du spielst erst wieder mit, wenn du dich benehmen kannst, junger Herr!“ gab ich ihn als kleinen Tipp mit auf den Weg.

Onkel Wismut schaute mich erstaunt an, sagte aber nichts. Auch sonst sagte er nicht viel. Er hatte wohl verstanden, dass an diesem Tage gar nichts bei mir zu holen war! „Bis zum Frühjahr!“ sagte er noch, als er am späten Nachmittag endlich seine Rasselbande wieder komplett hatte.

Am Abend saß ich noch lang bei einem guten Schluck Rotwein und dachte an dieses unsägliche Gespräch vor einigen Tagen zurück. Vielleicht musste es manchmal untereinander so krachen, um wieder zu bemerken, was man eigentlich aneinander hat? Eigentlich konnte einem Onkel Wismut ja ein wenig Leid tun. Ich hatte meinen bunten Haufen, der sicher nicht immer einfach war, aber auf den ich sehr stolz war! Und Onkel Wismut? Der musste schauen, wie er mit den Seinen irgendwie über die Runden kam. Hoffentlich bekam er seine Probleme in Griff und konnte bald die Ergebnisse zeigen, die gesehen werden wollten, auch, wenn es diesmal nicht bei mir war!

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