Peter Pacult, war da nicht schon einmal was?

Wer hätte im August gedacht, dass dieses zweite Jahr in der 2. Bundesliga solch gewaltige Parallelen zur Saison 2005/06 zieht?! Peter Pacult ist der neue Trainer in Dresden geworden und kehrt mit derselben Aufgabe in derselben Situation ziemlich genau 7 Jahre nach seiner ersten Anstellung bei Dynamo Dresden zurück in die Elbmetropole. Was damals als aussichtsloses Unterfangen begonnen wurde und letztendlich am Ende nur mit einem fehlenden Punkt schiefging, soll … muss … wird diesmal besser gelingen.

Dynamo Dresden und Peter Pacult setzen mit der neuen Vertragsunterschrift eine langsam vorhersehbare Trainerfolge der letzten 10 Jahre fort. Einem ruhigen und besonnenem Christoph Franke folgte der kompromisslose Peter Pacult. Nach dessen Nacht-und-Nebel-Abgang folgte der lustige Norbert Meier, der sich spätestens mit seinem Ausspruch vor dem Spiel bei Leverkusens Amateuren: „Die Spieler müssen heiß wie Frittenfett sein“ als Dampfplauderer zeigte. Danach wurden unter Eduard Geyer wieder die alten Trainingspläne herausgeholt, ehe sie bei Ruud Kaiser, so schien es manchmal, konditionell nur für 70 Spielminuten benötigt wurden. Danach kam Matthias Mauksch und dessen kommunikatives Talent, Spielern die Meinung zu geigen, war bald auch außerhalb der dynamischen Kernzone bekannt. Wenigstens hielt seine Mannschaft stets bis zur 90 Minute durch. Auch in der Zeit kurz nach seinem erzwungenen Ende rannten unsere Spieler, wenn es sein musste, 120 Minuten, um mit dessen Nachfolger, Ralf Loose, den VfL Osnabrück in die Knie zu zwingen und damit zu unvergessenen Aufstiegshelden zu werden. Nun kehrt Peter Pacult zurück und damit mutmaßlich also wieder die harte Schiene.

Ich kann es dem Verein nicht einmal unbedingt absprechen, einen Kontrast zu Ralf Loose setzen zu wollen, ansonsten hätte man ihn ja auch behalten können. Ein Abstieg würde, so klang es in den letzten Wochen durch, dramatische Folgen für den Verein haben. Das es im Mai 2006 nicht hingehauen hat, ist Peter Pacult mit der damaligen Starthypothek von 13 Punkten aus 16 Spielen nicht anzulasten.

Abgehangen

Die Hoffnung auf den Erfolg wird teuer werden, dass geringste Übel sind dabei die Kosten für den alten und den neuen Trainer. Schließlich wird mit der Anstellung von Peter Pacult eine Philosophie über Bord geworfen. Ralf Loose stützte den Großteil seiner Spieler, wo es ging, auch, wenn es eigentlich nicht mehr ging. Peter Pacult wird ihnen die Meinung geigen. Wahrscheinlich wird unsere Mannschaft auch mehr oder weniger umgestellt werden. Ein bis zwei Spieler soll der Neue wohl holen dürfen, bei einem Kader von 28 werden dafür nicht alle bleiben sollen. Zeit für ein Team, was sich finden muss, ist bei nur noch 15 ausstehenden Spielen keine mehr. Eine Umstellung und Feinjustierung in den einzelnen Mannschaftsteilen kann befreien aber auch gegenüber dem dringend benötigtem Erfolg zur Last werden. Hoffen wir, dass dadurch nicht alles zusammenbricht!

Pacult arbeitet mit eigenem Hofstaat. Bei seinem letzten Engagement in Dresden arbeiteten Tom Stohn als Cotrainer und Christian Canestrini als Fitnesstrainer mit unserem neuen Trainer. Von seinem Co Tom Stohn ist bisher noch nicht die Rede gewesen, Konditionstrainer Christian Canestrini wird aber auf alle Fälle mit angestellt werden. In Leipzig installierte Peter Pacult mit Sharif Shoukry seinen ihm vertrauten Pressesprecher. Leidtragender war damals mit Enrico Bach unser jetziger Medienvertreter. Bin gespannt, ob und wie lang die beiden zusammenarbeiten werden (können).

Nimmt man die Bilanz an sich, dann hat Peter Pacult in Dresden bewiesen, dass er eine Mannschaft aufrütteln und zu Taten bringen kann. 28 Punkte in 18 Spielen waren im Frühjahr 2006 eine starke Leistung. Sein persönliches Meisterstück erreichte Peter Pacult 2008 mit Rapid Wien, als sie sensationell vor RB Salzburg Meister wurden. RB war es auch, die in Leipzig den Stern des Peter Pacult zuletzt von seinem in Wien eigentlich unaufhaltsam scheinenden Aufstieg entfernten. Ein Jahr Liga 4, für den Verein zu viel,  und dann war Schluss.

Nun kommt die neue Herausforderung in Dresden. Pacult und Dynamo, sie brauchen sich beide. Während der Trainer bei einer erfolgreichen Mission seinen Ruf als Macher wieder herstellen kann, so benötigt der Verein einen erfolgreichen Saisonabschluss, um nicht unterzugehen.

Und da Peter Pacult seit heute der verantwortliche Trainer der SG Dynamo Dresden ist, so heiße ich ihn herzlich Willkommen! Nicht mit offenen Armen, jedoch ihm zugewandt! Auf geht´s!

Neben den üblichen Internetseiten gibt es viele Informationen über Peter Pacult beim rotebrauseblogger!

9 Gedanken zu „Peter Pacult, war da nicht schon einmal was?

  1. DD

    um Himmels Willen,nicht schon wieder.Wenn irgend wo in Österreich wieder ein Schnitzel anbrennt ist der doch wieder weg.
    Arme SGD ihr lernt es einfach nicht,egal ich freu mich auf die 3.Liga.

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    1. Zürich1953

      so sehr ich den unmut verstehen kann ……… betrachtet man es nüchtern getrennt nach sportlichem und menschlichem faktor muss ich dem artikel schon zustimmen: pacult hat seine leistung gezeigt, er ist rein sportlich gesehen ein guter trainer. menschlich gesehen ist es schon mehr als hinterfotzig gewesen was damals passiert ist. vielleicht ist er ja gekommen um wieder gut zu machen ………..

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    1. ballsalat Artikelautor

      Die Grundlage für den Abstieg wurde in der Hinrunde gelegt, nicht durch Peter Pacult! Ich verbinde seinen Namen nicht mit dem Abstieg, eher mit vielen polarisierenden Aussagen (bspw ggü den Mannschaftsärzten), die er damals traf!

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      1. DD

        ich kann mich mit deiner symphatie ,zu diesem menschen, nicht anfreunden.
        er wurde damals geholt um den abstieg zu verhindern,das hat er nicht geschafft.also ist er in meinen augen nicht fähig.und gerade wegen seiner art, denke ich das es zu problemen mit der mannschaft kommen könnte.und dann?
        aber selbst wenn er erfolg in dresden hat,werde ich diesem menschen nicht zujubeln

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        1. ballsalat Artikelautor

          Ich weiß nicht so recht, woher du meine Sympathie heraushörst? Peter Pacult ist unser neuer Trainer, was auch mir Bauchschmerzen bereitet sind seine Alleinentscheidertendenzen gepaart mit Kompromisslosigkeit!
          Jedoch ändern wir die Entscheidung nicht mehr und dauernd zu meckern, bringt uns nicht mehr voran!
          Aber solang du der Mannschaft zujubelst, ist ja alles in Ordnung! 😉

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  2. Sebastian

    Tja. Was soll man da sagen. Klar ist Peter Pacult eine erfahrene Socke! Klar ist gerade (mal wieder) keine Zeit für Experimente und welcher halbwegs bezahlbare Trainer hätte jetzt alle zufrieden gestellt? Ich sehe es aber trotzdem anders und finde den klaren Philosophiewechsel sehr bedenklich. Er wirft kein gutes Licht auf die sportliche Leitung!

    Mich würde jedenfalls sehr interessieren, ob der Verein auch mit Sven Köhler gesprochen hat. Der hat ihm immerhin als „Nobody“ (vorher rankes Co und Dynamos A-Jugend) im Sommer mit dem HFC in der Regionalliga die Show (und den Aufstieg) gestohlen und dürfte etwas andere Gehaltsvorstellungen haben. Wie auch immer: Hoffen wir, dass die Mischung aus Wiener Schmäh und eine etwas härtere Gangart das ist, was das Team und das Umfeld jetzt brauchen! Aber Fakt ist: Es ist im Grunde egal, ob er die Klasse hält oder nicht: Im Sommer 2014 ist er kein Trainer in Dresden mehr, darauf wette ich mal einen Trip nach Wien für zwei 😀

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    1. ballsalat Artikelautor

      Aber wie wäre Köhler bei vielen Fans angekommen, wenn er den HFC in der Winterpause gen Dynamo Dresden verlassen hätte? Hätten wir nicht dasselbe getan, was jetzt Pacult angekreidet wird?
      Das mit dem Philosophiewechsel stimmt definitiv, das bereitet mir auch Sorgen!

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  3. Sebastian

    Der Vorwurf des Verrats ist in meinen Augen eher albern, extrem subjektiv und vor allem unrichtig. Wenn er wirklich jemanden verraten hat, dann nicht Dynamo sondern Rapid, wo er doch wegen des Herzens hinwollte und dann doch wegen des Geldes mit anderen Brauseverpulverern sprach.

    Klar wären viele unglücklich mit Köhler gewesen (in Halle), aber Halle spielt um den Abstieg eine Liga tiefer! Das ist Fußball!

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