Restart 2.0

Der Neubeginn unter Stefan Böger, der anfangs so vielversprechend begann, wurde nach zwei Dritteln der Saison vorzeitig abgebrochen. Über atmosphärische Störungen zwischen dem Trainer und dem Geschäftsführer Sport, Ralf Minge, war bereits im vergangenen Herbst gemunkelt worden, als Marcel Miserius seine Fitness- und Athletikübungen nicht mehr mit der 1.Mannschaft durchführte sondern in den Nachwuchs abgeschoben wurde. Außerdem entpuppte sich die geplante Installation des Sportpsychologen Sascha Lense als Papierkonstrukt ohne praktische Anwendung. Der zentrale Plan von Ralf Minge, im Team mit verschiedenen Professionen zu arbeiten, war so zum Scheitern verurteilt.

„Unglücklicherweise“ war Dynamo anfangs überaus erfolgreich und bekam nach einer, sechs Spiele andauernden, sieglosen Serie rechtzeitig im prestigeträchtigen Spiel an der Ostsee die Kurve.  Mit zwei Lucky Punchs in den Heimspielen gegen Cottbus und Osnabrück ging es in die Winterpause. Ein Absägen des Trainers wäre in diesem Moment noch weniger erklärbar gewesen. Also entschied sich Ralf Minge abzuwarten, einen Strich unters Jahr 2014 zu setzen und darauf zu hoffen, mit Stefan Böger doch noch auf denselben Weg zu kommen.

Unser Geschäftsführer Sport wirkte angeschlagen zur gestrigen Pressekonferenz. Das erste Mal in seiner Dresdner Zeit schwappte ihm Unverständnis entgegen, Ablehnung zu seiner getroffenen Entscheidung, die schwerlich nach Außen zu transportieren ist, vor allem, wenn es um Internas geht.  Das es unterschiedliche Ansichten zur Ausgestaltung unseres „Projektes“ gab, war bereits längere Zeit bekannt und das eine Entlassung nicht einfach zur Ausgestaltung angelaufener Faschingsaktivitäten durchgezogen werden… ein solches Grundvertrauen sollte man zu Ralf Minge schon besitzen.

Nun soll es also Peter Németh richten und dabei geht Dynamo mal wieder neue Wege. Er wird ein Trainer mit Probezeit werden, einer, der sich in 13 Spielen beweisen darf, ob er eine ins Straucheln geratene Saison noch weich abfedern kann um dann das „Projekt“ mit Nachdruck ins kommende Spieljahr zu begleiten. Was im ersten Moment wie eine eilig zusammengeschusterte Notfalllösung klingt und eventuell genau das auch ist, kann sich im Nachgang als vorausblickender Schachzug entpuppen. Erweist er sich als Teamplayer, auf den Ralf Minge schon eine Trainerverpflichtung zuvor gehofft hat, und erreicht außerdem die Mannschaft, dann ist er bereits  gut eingearbeitet, wenn es im späteren Frühjahr konkret um Inhalte zur neuen Saison geht. Ist er es nicht, dann bringt er eine entglittene Saison zu Ende und ist eventuell trotzdem aufs Trainerkarussell der 3.Liga oder der einzelnen Regionalligen aufgesprungen. Einbeziehen wird er die vom Verein zur Unterstützung angebotenen Professionen garantiert.

So viel können beide Seiten gar nicht verlieren, gewinnen nach einem gegenseitigen Beschnuppern aber schon.

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