Rückblick, Teil 2, die Saison

Als am 15.07.2011 das erste Saisonspiel unserer Dynamos beim FC Energie Cottbus angepfiffen wurde, standen mit Florian Jungwirth, Toni Leistner, Sebastian Schuppan, Cristian Fiel und David Solga gerade noch 5 Spieler in der Startelf, die nicht einmal 2 Monate zuvor in Osnabrück den Aufstieg gefiert hatte. Lars Jungnickel, Robert Koch, und Maik Kegel hatten es wenigstens noch auf die Ersatzbank geschafft. Bei ihnen saß mit Sascha Pfeffer ein Spieler, dem nach Aufstieg nahegelegt worden war, sich einen neuen Verein zu suchen. Die Saison begann zeitig, der Kader unvollständig. Ein riskantes Spiel, auf das sich der Verein da einließ. Bis zum Ende der Transferperiode am 31.08.2011 wurden noch 7 Spieler nachverpflichtet, „magathsche“ Verhältnisse in Dresden!

Im ersten Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock rumpelte sich Dynamo zu einem 1:1, um dann im DFB-Pokal für die Sensation des Jahres zu sorgen. Dem Hoch folgte schnell ein Tief. Der zahlenmäßig kleine Kader dezimierte sich in Fürth durch 2 rote Karten (sowie einen nicht in meine Statistik eingeflossenen Platzverweis für Trainer Ralf Loose) erheblich. Dynamo hatte nach 3 Spieltagen mit bereits 16 Punkten (Durchschnitt 5,34) einen neuen internen Höchstwert (bisher 13) an Verwarnungen (1 Punkt), gelb-roten (3 Punkte) und roten Karten (5 Punkte) erreicht. Doch es wurde eine faire Saison. Außer dem Spiel in Fürth gab es noch genau eine gelb-rote Karte am 27. Spieltag. Unseren Bestwert hatten wir ein Spiel zuvor, als wir einen Durchschnittswert von genau 2,00 erzielen konnten. Am Ende hat unsere Mannschaft mit 77 Punkten in 34 Spielen (Durchschnitt 2,26) einen neuen niedrigsten Bestwert aufgestellt. Die Zeiten von René Beuchel, der zwischen 2004/06 allein für 28 Punkte (18 gelbe, 2 rote Karten) sorgte, sind vorbei. Fleißigster Sammler ist aktuell Robert Koch (8 gelbe, 1 gelb-rote Karte), mit 11 Punkten liegt er intern auf einem 6. Rang.

Nach der Niederlage in Fürth waren wir das einzigste Mal in dieser Saison auf einem Relegationsrang in Richtung Liga 3 gelandet. Eine Woche später gab die Mannschaft eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Am 12.08.2011 wurde der 1. FC Union Berlin mit 4:0 nach Hause geschickt. Dies war bisher unser höchster Heimsieg in der 2. Bundesliga (am 29.10.2011 kam noch ein 5:1 gegen den Karlsruher SC hinzu). Nach diesem Spiel hatte Dynamo Dresden bereits 6 verschiedene Saisontorschützen und noch kaum einer hatte die Namen Mickael Poté und Zlatko Dedic mit Dynamo Dresden in Verbindung gebracht. Mit ihnen begann eine eindrucksvolle Serie, mit der nur Borussia Dortmund mithalten konnte. Nach einem 0:3 in Duisburg schaffte es Dynamo Dresden, in den folgenden 14 Ligaspielen immer mindestens 1 Tor zu erzielen (die bisherige Bestleistung von Dresden in der 2. Bundesliga lag bei 8 Spielen). Doch als Poté und Dedic zum ersten Mal gemeinsam für Dynamo aufliefen, stahl beiden Muhamed Subasic die Show. Der ebenfalls nachverpflichtete Linksverteidiger erzielte gegen den VfL Bochum 2 Tore, ein toller Einstand für einen Defensivspieler!

Unsere Offensive sorgte für viele Highlights. Nach unserem Sieg am 10. Spieltag beim TSV 1860 München hatte mit Romain Bregerie bereits der 11. Feldspieler getroffen Wir hatten an diesem Spieltag bereits mehr verschiedene Torschützen als in der gesamten Saison 2004/05! 16 Saisontreffer nach 10 Spielen waren für uns eine neue Bestleistung in der 2. Bundesliga, die bis zum 13. Spieltag weiter ausgebaut wurde. 24 Treffer bedeuteten einen Schnitt von 1,85 Toren pro Spiel. Mit 33 Toren gingen wir nach 19 Spieltagen in die Winterpause.

In der Rückrunde hatten sich unsere Gegner besser auf unsere Spieler eingestellt. In 15 Spielen erzielten wir 17 Tore, von denen sich Zlatko Dedic (8) und Mickael Poté (4) 12 teilten. Außer ihnen trafen noch Pavel Fort (2), Robert Koch (2) und Sebastian Schuppan (1). Zwischenzeitlich schien es, als ob unsere Mannschaft das Toreschießen ganz eingestellt hätte. 372 Minuten vergingen ohne das ein Tor von Dynamo bejubelt werden durfte. Die bisherige Bestleistung aus der Saison 2005/06 wurde damit um 113 Minuten überboten! Mit insgesamt 50 Saisontoren haben wir trotzdem einen neuen Rekord (bisher 48) aufgestellt. Am Ende trugen sich 12 verschiedene Spieler in die Dynamotorschützenliste ein, der höchste Wert von 14 verschiedenen Torschützen (2005/06) blieb unberührt.

Doch so wie es vorn zeitweise nicht ganz klappte, so wurde es auch hinten richtig spannend. In den ersten 22 Saisonspielen spielte unsere Mannschaft genau 2x zu Null, danach waren es plötzlich 3 Spiele am Stück und plötzlich wackelte die Bestleistung von 313 Minuten, aufgestellt von Ignjac Kresic 2004/05. Doch Eintracht Frankfurt (die einzige Zweitligamannschaft, gegen die wir beide Spiele verloren) kannte keine Gnade uns beendete nach 3 Minuten aufkommende Zahlenspielereien. Am Ende stand die Null bei Benjamin Kirsten 273 Minuten, auch eine gute Leistung!

Während vorn ein neuer Negativrekord geschafft wurde und hinten eine Verbesserung des bisherigen Höchstwertes knapp verpasst wurde, machte Dynamo Dresden noch ganz anders auf sich aufmerksam. Mitten in der Zeit, als die eine Serie dem Ende entgegenging und die andere begann, füllte Dynamo Dresden ein leeres Stadion. Eine tolle Demonstration, dass dieser Verein nicht nur für einige „erlebnisorientierte Vollhonks“ steht sondern für viele Menschen mehr ist, als sich mal für 90 Minuten den Frust des Lebens aus der Seele schreien zu können!

Nach hinten hinaus war es eine typische Dynamosaison, in der in der Rückrunde mehr Punkte geholt werden als zu Beginn der Saison. Unter Trainer Ralf Loose hat die Mannschaft 45 Punkte (1,32 Punkte pro Spiel) geholt, genau der Mittelwert zwischen 2004/05 (49) und 2005/06 (41). Er liegt damit zwischen Peter Pacult, der in 18 Spielen 28 Punkte erreichte und Christoph Franke, der in 50 Spielen 62 Punkte holte.

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