Saisonvorschau 2013/14, unser Mittelfeld

Nachdem die Postionierung unseres Defensivverbundes mit einer Viererkette nicht so schwer vorherzusagen war, fällt die Grundausrichtung im Mittelfeld schon etwas unvorhersehbarer aus. Die Pacultsche Grundausrichtung sieht, so ich mich an seine ersten Interviews im Januar erinnere, ein System mit 2 Stürmern vor. Aufgrund der überschaubaren Optionen im dynamischen Angriff musste er mehrfach von seinem bevorzugten System abweichen, schaut man derzeit jedoch auf die Testspiele, so kann man davon ausgehen, dass wir ein 4-4-2 spielen werden, was wohl keine Raute, eher zwei defensive Mittelfeldspieler vorsieht. Mit acht etatmäßigen Mittelfeldspielern im Kader ist das Mittelfeld perfekt mit je einem Spieler auf dem Platz und einem Reservisten besetzt. Wer hat die besten Chancen, sich wo wiederzufinden? Schauen wir auf die einzelnen Spieler:

Cristian Fiel, unser Spielgestalter auf dem Feld, das Sprachrohr der Mannschaft, ein gern gesehener Interviewpartner für die Presse und in seinem vierten Jahr bei Dynamo ein Aushängeschild des Gesamtvereins. Fiel hat die Binde inzwischen nicht mehr, er benötigt sie auch nicht, damit ihm zugehört wird. Er ist ein Mann der wenigen aber wichtigen Tore. Er dürfte erstmal gesetzt sein, jedoch glaube ich, dass er nicht die gesamte Saison auf dem Feld stehen wird. So langsam werden wir uns a la Dortmund und Sebastian Kehl auf Zeiten einstellen müssen, in denen er nicht auf der Rasen aufläuft. Wenn er gebraucht wird, ist er da. Das ist doch ein schönes Gefühl!

Marco Hartmann, kickte vor zwei Jahren in Halle viertklassig, war in der letzten Saison eine Stütze in Liga 3 und ist jetzt in Dresden, um, wie er selbst sagt, seine Grenzen auszuloten. Marco Hartmann ist bewusst, dass er sich voraussichtlich erst einmal anstellen muss, um dann irgendwann zum Zug zu kommen. Das er diese Herausforderung annimmt, um erste Erfahrungen in der 2.Bundesliga sammeln zu können, spricht für ihn. Er wird Spielanteile im defensiven Mittelfeld oder in der Verteidigung bekommen, aber er muss dafür Geduld haben!

Tobias Kempe, seine Verpflichtung im Winter ließ aufhorchen. Bisher hat er noch nicht seine Position in der Mannschaft gefunden. Nun hat er jedoch eine komplette Vorbereitung absolviert und scheint einen Draht zur Stammelf geknüpft zu haben. Ob das nur der erlittenenen Zerrung vom Teamkollegen Filip Trojan geschuldet ist oder eine kleine „Wachablösung“ ansteht ist noch nicht ganz sicher. Auf alle Fälle wird er sich mit Filip um den Platz auf einer Außenbahn streiten, gemeinsam werden sie nicht unbedingt auflaufen. Die andere Bahn gehört einem Teamkollegen.

Robert Koch, ist hoch geflogen und tief abgestürzt. Im letzten Sommer gab es wohl Gespräche mit Köln, Gladbach oder sogar Schalke, in dieser Saison bin ich gespannt, ob und wie oft er es in die Startelf schaffen wird. Ich bin mit nicht einmal sicher, ob es immer für die Bank reichen wird. Das klingt bitter, ist es auch, aber auch in den Vorbereitungsspielen klingt es bisher noch nicht als ob sich Robert sehr aufdrängen würde. Sein Platz auf einer offensiven Außenbahn scheint vorerst belegt, die letzten Spiele, in denen er sogar im defensiven Mittelfeld spielte, könnte auf eine große Variabilität des Spielers deuten, ich glaube leider, dass Peter Pacult auch nicht so recht weiß, wo Robert der Mannschaft aktuell helfen könnte!

Anthony Losilla, egal wo, er hat, bleibt er verletzungsfrei, einen Platz in der Stammelf sicher. Mutmaßlich an der Seite von Cristian Fiel im defensiven Mittelfeld wird er das Spiel lenken und für mich ist er der Spieler, der Fiel am ehesten mit seiner Spielübersicht auf lange Sicht ersetzen könnte.

Christoph Menz, Neuzugang aus Berlin, der nah an der Stammelf dran zu sein scheint. Seine Vielseitigkeit als defensiver Mittelfeldspieler, Innen- oder Rechtsverteidiger, kann aktuell sein großes Manko sein. Noch ist niemand verletzt oder gesperrt und Menz ersetzt auf der Bank mehrere Individualisten um Platz zu schaffen für das offensive Kadergedränge, das sich ebenfalls gehäuft auf der Bank wiederfinden wird. Er wird von der Bank aus starten aber ähnlich wie Florian Jungwirth im vergangenen Jahr, sich im Laufe der Saison irgendwo festspielen!

Idir Ouali, der Mann mit dem fehlenden Scharnier am Hals. Könnte er manchmal den Kopf heben und würde er dann noch sehen, wohin er passen müsste… dann würde er längst nicht mehr in Dresden spielen. Es gab wohl eine Anfrage aus Mainz, Idir möchte gern in Dresden bleiben, wir wären gut beraten, bald zu verhandeln! Auch wenn Idir einen manchmal die Haare ergrauen lässt, habe ich bei ihm doch das Gefühl, dass, egal wie bescheiden es läuft, von ihm letztendlich doch noch irgendetwas kommen könnte!

Filip Trojan, unser Vorlagengeber der letzten beiden Jahre. Kein Spieler hat mehr Vorlagen gegeben als Filip (14). Er war anfangs gesetzt, dann auf einmal außen vor und zuletzt wieder gesetzt.Auch diesmal schwebt er zwischen Stammelf und Bank, eine realistische Einschätzung ist aufgrund einer erlittenen Zerrung und des damit verbundenen Verpassens mehrere Vorbereitungsspiele schwierig. Ist er richtig fit, wird er in kurzer Zeit seinen Platz in der ersten Elf einnehmen. Es dürfte aber schwer für ihn werden, diese Position über das ganze Jahr ohne Pausen zu halten.

Grob zusammengefasst ergibt sich für mich das Bild, das unser Mittelfeld ziemlich Multikulti werden wird! Spanien, Frankreich, Algerien und Tschechien könnten vertreten sein und daneben warten vier deutsche Spieler auf ihre Chance.

Dresden ist ein bunter Haufen, wir wissen es schon länger!

Sollten die etatmäßigen Mittelfeldspieler nicht ausreichen, muss uns auch nicht bange sein. Sebastian Schuppan war im linken Mittelfeld zuhause und unsere beiden Nachwuchsspieler Paul Milde und Marvin Stefaniak haben ihre bisherigen Einsatzzeiten auch auf den beiden Außenbahnen erhalten. Auch Tobias Müller, der seinen grandiosen Aufstieg im Angriff hatte, hat in der Jugend eher nicht in der vordersten Reihe gewirbelt… Sorgen über zu wenige Spieler für die neue Saison sind also unbegründet!

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