S’ist nicht alles schlecht

Nach dem Gewürge gegen den FC Hansa Rostock und der Niederlage gegen den SC Paderborn konnte ich nun mal wieder ein Spiel der Dynamos besuchen, auch, wenn die Anreise diesmal nahezu 150 Minuten betragen sollte. Nun ja, die Frankfurter Anhänger hatten es ja noch etwas weiter. Die Spieler des FSV hatte ihren Fans ja die Anreise „spendiert“, da die bisherigen Leistungen der Mannschaft in der Fremde ja ausbaufähig waren. Die Resonanz war phänomenal.

Dann begann das Spiel und die etwa 50 handgezählten gegnerischen Fans taten eigentlich alles, um beachtet und vielleicht auch etwas geliebt zu werden. Neben der vielen deutlichen Banner, die das heimische Stadion verzierten, hielten auch sie pünktlich zum Spielbeginn eine klare Botschaft empor: „Gegen DFB-Irrsinn und Medienhetze“ (so in etwa…). Eine positive Resonanz gab es leider nicht, nur in der 2. Halbzeit eine blöde Antwort: „Alles was aus Frankfurt kommt ist Sch…“ (ebenso in etwa…). Ist schon schade, wenn wir Dresdner vor lauter Wald die Bäume „dahinter“ nicht mehr sehen.

Nun ja, zum Spiel. Magen-Darm-Infekte und Waden, die zugemacht hatten, veränderten die Startmannschaft mal wieder. Überraschend spielte Maik Kegel von Anfang an, nachdem er wochenlang überhaupt keine Beachtung fand. Es ging gleich nach vorn und nach nicht einmal 10 Minuten hatte Robert Koch die knapp 20 000 Zuschauer zum Aufspringen gebracht, 1:0 nach einer der vielen Ecken. Danach kam für mich die Szene des Spiels. Der Ball kam völlig ungefährlich von der Seite in unseren Strafraum, Torwart Wolfgang Hesl eilte ihm entgegen und Linksverteidiger Muhamed Subasic wollte ihm helfen und den Ball zurück köpfen. Der Ball kullerte an ihm vorbei, alle im Stadion schauten ihm hinterher und wussten bereits, ehe der Ball angekommen war, was gerade passiert war. Ein ärgerliches Eigentor und vor allem der Beginn eines kollektiven tiefen Durchatmens, wenn der Ball zu Muhamed Subasic kam. Mir kam es vor, als ob auch er froh war, wenn der Ball schnell wieder weg war, egal, ob bei seinen Pässen ein Mitspieler in der Nähe war oder nicht. Mit dem 1:1 ging es in die Pause und es sollte nicht das Ende dieses Spieles sein. Dynamo kam mit demselben Elan wie in den ersten 20 Minuten zurück und diesmal dauerte es gerade 3 Minuten, ehe Filip Trojan einen Pass von links in den Strafraum schlug und ein Frankfurter Verteidiger den Ball ins eigene Netz abfälschte. 1:1 nach Eigentoren und erneute Führung zum 2:1 für uns. Als nächstes kam es mir immer stärker so vor, als ob jeder Angriff unserer Mannschaft im Abseits endete. Bestimmt war die Fahne das eine oder andere Mal berechtigt oben aber das wir immer wieder, insgesamt 9x reintappten war für mich kein Zufall mehr. Und es kam noch schlimmer. Einmal waren auch die Frankfurter im gegnerischen Strafraum angekommen und promt kam der Pfiff, auf den wir vergeblich warteten. Elfmeter und damit 2:2. So kann es passieren, dass man als Gastmannschaft ohne eine eigene richtige Chance zu 2 Toren kommt. Ärgerlich, aber ehe wir wieder die Schuld beim DFB oder dem Schiedsrichter suchen, an dem Ergebnis waren wir selbst schuld. (Ball statt ins leere Tor an die Latte, Mitspieler übersehen oder auch weiter hinten sehen obwohl viel Platz nach vorn ist…) Aber da Ingolstadt, Rostock und Karlsruhe verloren haben, haben wir sogar einen Punkt zur 3. Liga gut gemacht! S’ist nicht alles schlecht gewesen am Wochenende!

 

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