Sonntag, 01.09.2013, erstes Kellerduell

Am Sonntag treffen in Dresden die beiden Kellermannschaften der 2.Bundesliga aufeinander. Ingolstadt, die aufgrund großzügiger Unterstützung eines Sponsoren in die 1.Bundesliga wollen und der Gastgeber, der sich aufgrund seiner (älteren) Geschichte dazu berufen fühlt, ebenso dort anzuklopfen. Doch nun trifft die bittere Realität die Wünsche. Es spielen jeweils „vorne faul“ (SGD 4 Tore, FCI 5 Tore) und „hinten offen“ (beide 10 Gegentore). Nur der SV Sandhausen hat noch weniger Tore (3 Stück) erzielt, ihm ist es aber gelungen, selbst nur eine überschaubare Anzahl an Gegentreffer (6 Stück) zu kassieren und damit drei Remis zu sichern.

Im ersten Moment könnte man durch beide anfälligen Defensivreihen auf die Idee kommen, vorn bessere Chancen zu erhalten als in den Spielen zuvor, jedoch sollten wir keinesfalls unsere Gäste aus Bayern unterschätzen. In beiden Zweitligaheimspielen haben wir schlecht  ausgesehen. Ein 0:0 im frühjährlichen Geisterspiel 2012 und zuletzt ein 0:1 anfangs der vergangenen Saison. Das ist definitiv ausbaufähig. Schaut man sich die Tabelle an, die nach fünf Spielen nur eine erste kleine Aussagekraft besitzt, so sieht man dennoch, dass die Mannschaften, gegen die der FC Ingolstadt verloren hat, allesamt im oberen Drittel der Tabelle anzufinden sind. Aue (1:2, H) ist Zweiter, Kaiserslautern (1:3, A), Vierter, Karlsruhe (0:2, H) Sechster und 1860 München (0:1, A) befindet sich derzeit auf dem dritten Tabellenrang. Das waren nicht alles blinde Niederlagen der Ingolstädter Mannschaft. Der neue Trainer der Mannschaft, Marco Kurz, darf noch in Ruhe arbeiten, in Dresden erscheint es, als ob gespannt auf den neuen Trainer gewartet wird. Der Schachzug, bis nach dem Spiel gegen Ingolstadt zu warten, um den Neuen durch die folgende Länderspielpause eine maximale Einarbeitungszeit zu geben, könnte den positiven Nebeneffekt haben, dass das Trainerteam um Steffen Menze und David Bergner ruhiger arbeiten kann als es die letzten Wochen vermuten ließen. Vielleicht klappt es ja am Wochenende mit einem ersten Heimsieg.

Das letzte Spiel gegen den FC St. Pauli hat mich dahingehend etwas positiver gestimmt. Völlig ohne Erwartungen habe ich mir das Spiel angesehen und nur gehofft, dass die Einstellung der Mannschaft ein Zeichen setzen würde. Das Spiel war in sich eine Zusammenfassung der letzten Saison:

– in den ersten Minuten mehr Glück als Verstand, keinen gegnerischen Handelfmeter zu erhalten, der das Konzept sofort über den Haufen geworfen hätte

– dann viele Angriffe des Gegners, wo mir unsere Abwehr immer für einen Treffer gut schien und keine Entspannung beim Zusehen herrschte

– irgendwann das Gefühl, einen Punkt holen und mit ihm auch gut leben zu können

– dann ein unerwartetes eigenes Tor, wobei die entstehende Hoffnung gleich durch die Realität des schnellen Ausgleiches verschoben wurde

– erneute Hoffnungen, eventuell mehr mitzunehmen, als „gerecht“ wäre mit einem Elfmeter, der natürlich nicht verwandelt wurde

– und letztendlich ein Sonntagsschuss am Montagabend, der aus einer Führung eine Niederlage machte und nicht einmal mehr das Unentschieden ließ

Dieses Spiel hat mir mal wieder (in diesem Moment unerwartet) gezeigt, dass, egal wie erbärmlich es zeitweise läuft, die SG Dynamo Dresden der Verein ist, der mich erwählt hat, der, der mich quält und doch nicht loslässt. Auch, wenn das Spiel am Wochenende gegen den FC Ingolstadt noch einmal schief laufen sollte, so würde unsere Bilanz gegenüber der Vorsaison, die aktuell bei -1 Punkt steht, sich nicht weiter verschlechtern ( es ist immer wieder erstaunlich, wo wir unsere Punkte einfahren und wo wir sie liegenlassen!). Wir haben aber die Chance, diese Bilanz am Sonntag positiv zu gestalten. Vielleicht klappt das ja!

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