Schlagwort-Archiv: 34. Spieltag

Unser Verein setzt Zeichen!

Es war mal wieder eine Woche, in der das Sportliche die Nebenrolle spielte. Am Montag klang es bei 19:53, der Dresdner Fußball-Talk bereits an, am Mittwoch wurde es offiziell. Die Zeit von Benjamin Kirsten bei der SGD befindet sich auf der Zielgeraden. Noch 4 Spieltage bleiben ihm und uns, ehe es im letzten Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock vorerst Abschied nehmen heißt. Cristian Fiel wird sich ihm als zweite Integrationsfigur anschließen, bei Marco Hartmann habe ich persönlich inzwischen auch nicht mehr das beste Gefühl. Neue Recken braucht der Verein…

Am Donnerstag veröffentlichte unser aller Verein ein weltoffenes Statement. 300 Flüchtlinge werden eingeladen sein, das Spiel gegen den Aufstiegskandidaten des MSV Duisburg zu erleben. Eigentlich keine besondere Aktion, schließlich lädt die antirassistische Faninitiative 1953international, die leider zu oft viel zu wenig gewürdigt wird, regelmäßig Asylsuchende in unser Stadion ein, da diesmal der Verein persönlich die Einladung ausgesprochen hat, wurde es rasch zum alles beherrschenden Politikum, was alles andere in seinen Schatten stellt.

Und ich war so blöd, und habe bei Facebook in die Kommentare hineingeschaut. Die SG Dynamo Dresden muss mal wieder als Mülleimer für alle frustrierten, ängstlichen, vorurteilsbehafteten (…kann gern noch selbst ergänzt werden…) und natürlich auch rassistischen Fans unseres Vereins herhalten. Ich beneide die Mitarbeiter/Innen nicht darum, diese verachtenden Kommentare immer wieder Sichten zu müssen und hoffe, dass die ausgesprochenen Androhung, einzelne User zu blocken, auch umgesetzt wurden. Manchmal wünsche ich mir fast die Zeiten zurück, in denen auf der Homepage Mitteilungen gemacht wurden und nicht auf Facebook, wo jede benachteiligte XX oder jeder unterbemittelte XY seine rückwärts gewandten Ideologien zum besten geben konnte.

Am interessantesten waren sicherlich die Ankündigungen, das Spiel boykottieren zu wollen. Gern! Niemand wird gezwungen, ein Fußballspiel anzuschauen, wo 300 Flüchtlinge Platz nehmen dürfen. Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. 300 Personen sind überschlagen 1% der Dresdner Stadionkapazität. Aktuell (2 Tage vor dem Spiel) sind nicht einmal 80% der Karten verkauft (www. dynamocounter.de), was bedeutet, es wird niemanden etwas weg genommen, es muss auch niemand um seinen eigenen Sitz (so er denn einen haben möchte) fürchten. Es ist einfach eine Geste der Menschlichkeit und Offenheit für welche dem Verein viel eher gedankt werden darf mit der kleinen Frage: Warum NUR 300???

Und für diejenigen, die mit solchen kleinen Gesten nicht klar kommen sollte der Verein viel eher die Möglichkeit geben, die bereits für Sonntag erworbene Karte unkompliziert zurück geben zu dürfen, wenn gewünscht, auch die Jahreskarte und am besten auch die Mitgliedschaft im Verein! Dann muss man sich auch nicht mehr ärgern.

So insgeheim würde ich mir vom Verein ein ähnliches Zeichen wünschen wie das, was der SV Babelsberg vor kurzem gesetzt hat. Zwar wird unsere 2.Mannschaft zum Sommer aufgelöst und es wäre vielleicht ein wenig Salz in die Wunden des untergehenden Abendlandes, aber ein Trikotsatz für eine Freizeitmannschaft aus Flüchtlingen sollte schon noch auffindbar sein! Es wäre ein deutliches Zeichen, wofür unser Verein stehen möchte und irgendwie auch sollte…

http://www.sueddeutsche.de/sport/fluechtlinge-beim-sv-babelsberg-welcome-united-1.2283899

Doch zuvor freue ich mich erst einmal auf Sonntag, auf ein hoffentlich schönes Spiel mit vielen begeisterten und enthusiastischen Fans und vielleicht auch ein paar neuen Anhängern. Schließlich ist irgendwann jeder zum ersten Mal im Stadion!

11.Mai 2014, Endstation Dresden?

Olaf Janßen hat die 2.Bundesliga nach dem letzten Spieltag spontan für beendet erklärt und kurzerhand das Halbfinale im Showdown um den letzten Zweitligastartplatz erklärt. Wird das Spiel gegen Arminia Bielefeld erfolgreich bestritten, was in unserem Fall bedeutet, es sollte keine Niederlage geben, dann gibts ein Finale mit Hin- und Rückspiel gegen den SV Darmstadt 98.

Irgendwie kommt es mir trotz der vielen mahnenden Worte so vor, als wird in meinem Umfeld das sonntägliche Halbfinale schon als erfolgreich bestritten angesehen. Das Spiel gegen die Bielefelder enthält das packende Finale, was wahrscheinlich der alljährliche Traum des Spielplangestalters ist, der sich sicherlich immer wünscht, dass direkte Konkurrenten aufeinandertreffen und nicht ständig auf andere Plätze schielen, ob eine dort bereits aufgestiegene Bochumer Mannschaft doch noch irgendwann den Finger in Unterhaching zieht.

Den direkten finalen Abschluss erlebt Dynamo nicht zum ersten Mal in seiner 61 jährigen Geschichte und die folgende Aufzählung soll zeigen, dass ein wenig Demut angebracht wäre, denn es final zu verkacken beherrschen wir durchaus.

In der Saison 1979/80 waren wir bereits als Tabellenführer in die Zielgerade der Oberliga eingebogen und gastierten am letzten Spieltag beim BFC Dynamo. Die Lage war klar. Wir hatten 42:8 Punkte, die Berliner 41:9. Ein Unentschieden und wir wären Meister. Es gab eine 0:1 Niederlage und wir wurden am letzten Spieltag noch vom obersten Treppchen verdrängt. Ob erster Platz oder Silberrang wäre in unserer derzeitigen Situation sicherlich ein Luxusproblem, deshalb gehen wir mal ein wenig weiter zurück und richtig ans Eingemachte!

In der Saison 1967/68 hatten wir am letzten Spieltag Chemie Leipzig zu Gast. Beide Mannschaften hatten 20:30 Punkte. Das Torverhältnis sah die Leipziger um 2 Tore voraus. Nach einer einfache Gleichung benötigten wir Dresdner einen simplen Sieg, doch es wurde ein Unentschieden und der bittere Abstieg.

Eigentlich war dieser Abstieg die vollständige Kopie einer fünf Jahre zuvor gemachten miesen Erfahrung. Am letzten Spieltag im Frühjahr 1963 hatten wir den SC Motor Karl-Marx-Stadt zu Gast. Mit einem Punkt Vorsprung konnten die es ruhig angehen lassen, während wir einen Sieg benötigten und unser Gast letztendlich ein Unentschieden bekam.

Die Möglichkeit, einen schwarzen Sonntag zu erleben, besteht geschichtlich also durchaus. Aber je länger eine Serie wird, desto eher wird sie reißen. Wer war schließlich die erste Mannschaft, die als Zweitligist gegen einen Drittligisten eine Relegation erfolgreich bestritt? Eben!

Drücken wir die Daumen, dass wir das janßensche Halbfinale für uns erfolgreich bestreiten und zwei weitere Spiele vor der Sommerpause erleben werden!

Benni verschiebt ein Jubiläum

9, mit seinem 9.Zweitligator für Dynamo katapultierte sich Pavel Fort noch an Robert Koch vorbei auf den 6.Platz der besten Dresdner Zweitligatorschützen.

21, die drei Tore gg Regensburg konnten es nicht mehr vertuschen. Mit gerade einmal 21 Heimtreffern ist unsere Ausbeute in dieser Saison so kläglich wie nie. In unserer Abstiegssaison erzielten wir 26 Tore, die anderen Jahre jeweils 30.

22, auch ein Novum, unser Torverhältnis im heimischen Rund ist am Ende der Saison negativ!

94, Rekord eingestellt. Durch die gelbe Karte von Sebastian Schuppan haben wir, wie in der ersten Zweitligasaison, 94 Punkte (gelbe Karte=1 Punkt, gelb-rot=3 Punkte, rot=5 Punkte) gesammelt.

199, Benjamin Kirsten hielt den vierten Elfer in dieser Saison und sorgte dafür, dass das nächste Jubiläum noch etwas verschoben werden muss. Wir haben aktuell 199 Gegentreffer in der 2.Bundesliga erhalten.

424 396, wenigstens ein positiver Rekord! Es gibt einen neuen dynamischen Zuschauerhöchstwert in der 2.Bundesliga. Er liegt knapp 2 000 über der letztjährigen Marke.

19.05.2013, knüppelhartes Endspiel gegen Regensburg, ehe wir uns freudentrunken in den Armen liegen

Nachdem am vergangenem Wochenende noch einige Zahlenspielereien möglich waren, liegt nun ein wenig mehr Klarheit über dem letzten Spieltag der 2.Bundesliga. Die Abstiegssorgen von Duisburg, Paderborn und Ingolstadt waren zuletzt sowieso eher theoretischer Natur, aber das Peter Neururers Haarschopf jetzt blau-weiß gefärbt ist, verdankt er Aue und Dresden, die diese Wette wohl unbedingt eingelöst sehen wollten. Der letzte Sieg vom FC St. Pauli gegen den auch so glücklichen Aufsteiger aus Braunschweig zeigt einmal mehr deutlich, dass es doch verdammt schwer ist, sich zu Höchstleistungen aufzuraffen, wenn das große Ziel bereits erreicht wurde.

Bleibt also noch unser Verein, der ja durchaus motiviert sein dürfte, da das Ziel bisher noch nicht erreicht worden ist. Neben uns ist Erzgebirge Aue der einzige Verein der 2.Bundesliga, der noch die letzte offene Frage klären muss. Während 7 Spiele reinen Sommerfußball bieten, reisen die Erzgebirgler nach Sandhausen, während wir Regensburg empfangen, um den Relegationsplatz auszuspielen.

Auf dem ersten Ohr klingt unsere Aufgabe einfacher. Sei es einerseits der Heimvorteil, welcher unter Trainer Peter Pacult wirklich wieder zu einem geworden ist. Unter seiner Leitung gab es fünf Siege, ein Unentschieden gegen Duisburg und nur eine Niederlage gegen Köln. Nimmt man dazu den Vereinsvergleich von www.transfermarkt.de, dann wird auch etwas klarer, warum unsere Aufgabe nicht nur so klingt, sondern wohl auch ist: Regensburg holte aus den letzten 10 Spielen gerade einmal zwei Unentschieden, verlor die meisten Spiele jedoch sehr knapp. Die Bilanz von der Mannschaft, die uns am Sonntag mit einem Sieg gegen Aue hoffentlich rettet (solang wir es nicht selbst mit einer Niederlage vergeigen), ist da etwas besser. Sie holten im gleichen Zeitraum von zehn Spielen immerhin acht Punkte. Auch ihre Erfahrung im Zweitligabetrieb ist mit derzeit 1 567 Spielen mehr als doppelt so groß wie die der Regensburger aber auch etwas mehr als 100 niedriger als die der Auer. Aber für einen Auer Punktverlust wird die Sandhausener Erfahrung und ihr letztes Heimspiel daheim in der 2.Bundesliga hoffentlich reichen.

Im Verein scheint die Sonne

Wer noch einen weiteren Punkt für das sich dann einzustellende Glücksgefühl benötigt, der für uns spricht, dem sei gesagt, dass der SV Sandhausen in dieser Woche mit Alois Schwartz einen neuen Trainer vorgestellt hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er, sollte er auf der Tribüne sitzen, sich den einen oder anderen Spieler seiner neuen Mannschaft anschaut. Massig Angebote wird es für die Spieler bestimmt nicht geben und so wird es den einen oder anderen freuen, wenn er dem neuen Trainer zeigen kann, wieso es gut wäre, ihn in Sandhausen zu behalten.

Der Geschäftsführer von Dynamo Dresden, Christian Müller, erhöhte in einem Interview mit MDR-Info dezent den Druck auf die Dresdner Mannschaft, indem er ab Minute 2:30 erklärt, wie das Worst-Case-Szenario starke Einschnitte in den Verein werfen würde, wo doch die Lizenz für die 3.Liga derzeit noch nicht einmal erteilt ist. http://www.mdr.de/mdr-info/sport/audio547030.html Lassen wir es nicht soweit kommen und siegen einfach am Sonntag. Alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen, und so müssen wir hoffen, dass der eine oder andere Punkt zutrifft und wir wenigstens einen klitzekleinen Punkt mehr holen als die Auer, die nach ihrem Trainerwechsel von Karsten Baumann zu Falko Götz beide Spiele unter dem neuen Übungsleiter verloren haben.

So viele gute Omen müssen jetzt aber wirklich reichen!

Statistik des 34. dynamischen Spieltages

34. Spieltag, 06.05.2012, 13:30

FSV Frankfurt – SG Dynamo Dresden 1:0 (0:0)

Zuschauer: 8 071

Benjamin Kirsten – Alexander Schnetzler (86. Toni Leistner), Martin Stoll, Florian Jungwirth, Sebastian Schuppan – Giannis Papadopoulos, Cristian Fiel (86. David Solga), Robert Koch (86. Sascha Pfeffer), Filip Trojan  – Zlatko Dedic, Mickael Poté

Bank: Wolfgang Hesl, Vujadin Savic, Muhamed Subasic, Marcel Heller

Tore: 0:1 Zlatko Dedic (58.), 1:1 Ilijan Micanski (73.)

06.05.2012 FSV Frankfurt – SG Dynamo Dresden

Ein Nachteil der 2. Bundesliga ist das viel zu rasche Saisonende. Haben wir in der 3. Liga 38 Saisonspiele gehabt und dann noch eine dramatische Relegation mit Glücksgefühlen dran gehangen, so ist am kommenden Sonntag definitiv Schluss. Ich hätte gern noch ein paar Spiele drangehangen. Nun heißt es wieder Abschied nehmen, denn laut Ralf Loose steht uns der nächste Umbruch bevor. Kein Wunder bei 5 Leihen (Subasic, Walch, Dedic, Savic, Knoll), mehreren Spielern, die des Trainers Ansprüchen nicht genügen (Müller, Kegel, Möckel, Stoll, Jungnickel, Pfeffer (?)), langwierigen Verletzungen (Eilhoff), gezogenen Kündigungsklauseln (Hesl) oder immer wieder auftauchenden und befeuerten  Abgangsgerüchten (Poté). Mal sehen, wer denn nun eigentlich bleibt und wer dazukommen wird. Spannende Wochen liegen vor uns!

Aber zuvor gibt es ein letztes Spiel gegen den FSV Frankfurt, ein Spiel mit nahezu unbekannten Gegner und keinerlei Historie. Bisher gab es eine einzige Begegnung in Dresden und die endete 2:2.

Der FSV Frankfurt ist eine erfahrene „Zweitligaabstiegskampfmannschaft“. Auch, wenn der Stammkader immer wieder ausgetauscht wird, die Mannschaft nimmt auch schwierigste Bedingungen an und meistert sie erfolgreich. Wie die Hinrunde in dieser Saison mit gerade 14 Punkten und 2 Auswärtssiegen. Erst am 23. Spieltag gab es gegen den Karlsruher SC den ersten Heimdreier und dieser brach den vermeintlichen Fluch. Siege gegen den TSV 1860 München und Alemannia Aachen folgten und seit Karlsruhe sind die Frankfurter seit 6 Heimspielen unbesiegt.

Seit dem Aufstieg der kleineren Frankfurter Mannschaft 2008 ist unser letzter Gegner auf 38 Saisonpunkte festgelegt. 2008/09, 09/10 und 10/11 war es jedesmal dieselbe Summe an Punkten. Ob es ein Vor- oder Nachteil ist, dass es dieses Jahr mit aktuell 34 erreichten Punkten definitiv keine 38 mehr werden, weiß ich nicht. Auf alle Fälle werden sie motiviert genug sein, ihre Saison nicht mit mehr Heimniederlagen (4) als Siegen (3) zu beenden.

Das Stadion wird am Sonntag laut der Homepage des Gastgebers nahezu ausverkauft sein, was eher ungewöhnlich ist. Mit einem Schnitt von 5 100 Zuschauern sind sie der am schlechtesten besuchte Zweitligist Deutschlands. Auch ihr Heimspiel gegen den großen Bruder Eintracht in deren Stadion vor mehr als 50 000 zahlenden Gästen ändert nichts an der bestehenden Zuschauertristesse.

Einen Blick mehr sollte unsere Verteidigung auf den Frankfurter Leihspieler Ilijan Micanski werfen, der in der Rückrunde 8 Tore erzielte. Zweiter Torjäger ist Macauley Christantus mit ebenfalls 8 Saisontoren, der jedoch in der Rückrunde nur noch als Einwechsler zum Zug kommt.

Ich hoffe auf ein letztes schönes Spiel mit einem Dresdner Sieg, kann aber auch mit einem Unentschieden beruhigt die Saison beenden. Am spannendsten finde ich die Frage, ob Alexander Schnetzler noch sein Ligaspiel bekommen wird. Cheikh Gueye hat mit seiner 5. gelben Karte ja gute Vorarbeit geleistet…