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Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…

Wer oder was ist Bielefeld?

Am Samstag gibt es mal wieder eine neue Möglichkeit, eine (un)dynamisch entstandene Serie auszubauen. Nachdem in den letzten Wochen bereits die bestehende Heimpleitenserie auf aktuell 4 Niederlagen in Folge massiv ausgebaut wurde (zuvor waren es jedes Drittligajahr höchstens 2 am Stück…) und sogar nochmals erweitert werden könnte, kann es zusätzlich passieren, dass die allgemeine Pleitenserie am Stück von bisher ebenfalls 4 Niederlagen in Reihe um eins erhöht werden könnte…

Und am Samstag kommt der Tabellenführer Bielefeld nach Dresden, jene Mannschaft, die Mitte der Woche Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal eliminiert hat. Bielefeld, wer?, werden jetzt einige fragen, aber ich möchte nicht auf die allseits bekannte Bielefeldverschwörung hinaus sondern auf etwas ganz anderes.

Im bereits lang anhaltenden Dresdner Dynamounwetter sind heute zwei Botschaften verkündet worden, die ein wenig Farbe im tristen Grau verbreiten könnten. Zum Einen wurde ein Zweipunkteabzug der SpVgg Unterhaching bestätigt, was unseren Puffer nach unten ein wenig anwachsen lässt. Es ist traurig, aber war zuletzt nicht mehr zu vermeiden, genau dahin den einen oder anderen Blick zu werfen. Dann kam am Abend. Pünktlich um 19:53 verkündete der Verein auf Twitter eine Botschaft, die für ein wenig Optimismus beim Anhang sorgen könnte. Wir haben einen Trainer für die neue Saison, einen, der im vergangenen Jahr noch unerschwinglich zu sein schien, Uwe Neuhaus.

Was natürlich andererseits mehrere neue Fragen aufwirft. Wie reagiert die Mannschaft? Stellt sie sich endgültig in ihrer Zusammensetzung als untrainierbar heraus und Lässt mit gesenktem Kopf die Saison austrudeln? Wäre durchaus nicht ausgeschlossen, denn der Puffer nach unten ist gewachsen. Die bisher erzielten 41 Punkte haben zuvor jedes Jahr gereicht und vom Verein wurde verkündet, dass Projekt jung und forsch modifizieren zu wollen und neue erfahrenere Kräfte einbauen zu wollen. Tobias Müller ist bereits weg, Dominic Baumann auf dem Sprung nach Nürnberg und es lassen sich ohne Probleme weitere aufzählen, die mit dem Kopf woanders zu sein scheinen, egal, ob ihr Vertrag bis Sommer oder länger ausgestellt wurde. Wird mit Uwe Neuhaus Segen eventuell sogar der ein oder andere Perspektivspieler integriert, wie es damals Christoph Franke mit Volker Oppitz durchaus erfolgreich praktizierte? Wie reagiert Peter Nemeth, der als Verlierer gebranntmarkte Nicht-Interim-Platzhalter-Trainer, der ein sinkendes Schiff übernahm, von früh bis spät arbeitet, wie es Ralf Minge betonte und dennoch weiß, dass es inzwischen egal ist, ob er den leckgeschlagenen Kutter irgendwie doch noch flott kriegt oder nicht, er wird nicht der sein, der ihn in Zukunft steuern wird.

Am Samstag kommt der souveräne Tabellenführer und DFB-Pokal-Halbfinalist Bielefeld nach Dresden, von Interesse ist das am Spieltag 14:00, bis dahin und wahrschinlich direkt im Anschluss legt sich die dynamische Zukunft über die Gegenwart!

Klassentreffen in Halle

Vor unserem Spiel beim Halleschen FC bin ich von Oliver Leiste angeschrieben worden, mit ihm über Twitter über Dynamo zu schreiben. Es war eine sehr angenehme und ganz andere Vorberichterstattung auf ein Spiel, welches für mich ein ganz besonderes ist.

http://www.mz-web.de/hallescher-fc/hfc-gegnerportraet-dynamo-dresden-11-spieltag,20652620,28491138.html

 

Als ich zwischen 2001 und 2007 in Halle gewohnt habe, hat mich der HFC völlig kalt gelassen. Der hallesche Absturz kam eher und ging ligentechnisch noch tiefer als unser eigener. Erst als ich die Stadt wieder verließ und in die Heimat zurücksiedelte, entwickelte sich doch noch ein Interesse an unserer Außenfiliale. Sven Köhler, ehemaliger Assistent von Christoph Franke in Dresden und nun bereits seit mehreren Epochen verantwortlich für die Saalestädter, scheint jedes Jahr aufs Neue aufzupassen, dass der Strom ehemaliger Dresdner Spieler in Halle nicht abreisst. Statt Darko Horvat spielt inzwischen Marcel Franke in Halle, der Nachfolger von Philipp Zeiger könnte Sascha Pfeffer sein. Es geht dabei keinesfalls um die Positionen, da war und ist überall schon jemand dabeigewesen. Es geht vielmehr um die Menge, vier Spieler mit dynamischer Vergangenheit sind es mindestens in den letzten Jahren gewesen, die im Kader der Rot-Weißen zu finden sind.

Das sorgt dafür, dass ich seit den Hallenser Zeiten des Thomas Neubert an die Saale schiele. Ich habe mich sehr gefreut, dass Maik Wagefeld nach seinem traurigen Ende in Dresden noch einmal zeigen konnte, was er drauf hat.

In manchen Foren wird bereits wieder Stimmung gemacht, die völlig kontraproduktiv ist, wenn es darum geht, ein Fußballfest zu feiern. Großaspach hat gezeigt, wie positiv es wirkt, sich auf ein Spiel zu freuen. Ich freue mich auf das Spiel in Halle und Daniel Ziebig, Marcel Franke, Sascha Pfeffer und vielleicht auch Tony Schmidt. 

Gewinnen dürfen wir ja trotzdem! (-;

60 Fakten zum Wiegenfeste

1) 12.04.1953, ein lautes und kräftiges Schreien erklingt aus der Schauburg. Dresden freut sich, es ist:eine kleine und gesunde Sportgemeinschaft!

2) 05.07.1953, noch so klein und schon die Größte! Nach einem 3:2 n.V. im Entscheidungsspiel gegen die BSG Wismut Aue wird die SGD mit knapp 3 Monaten das 1.Mal Meister der DDR-Oberliga. Da man in diesem Alter noch keinen Pokal stemmen kann, gibt es Meisternadeln und Ehrenurkunden für alle! Herzlichen Glückwunsch!

3) 21.11.1954, etwas spät kommt das Fremdeln, dafür aber um so heftiger. Plötzlich sind alle nach Berlin weggegangen (worden) und die SGD fühlt sich so einsam wie noch nie! Berlin ist weit weg und neue Freunde zu finden, dauert!

4) 21.01.1955, das wird schon werden, auch, wenn noch viel Wasser die Elbe entlang fließen wird… Floskeln, nichts als Floskeln und Durchhalteparolen, als die kleine SGD, vor kurzem noch stolze Beste ganz oben, etwas tiefer neu durchstarten soll. Wo vor kurzem noch Aue bezwungen wurde, endet das 1. Spiel in der 1.Liga, wo man nun spielt, mit 0:0 gegen Fortschritt Hartha.

5) Das Kindergartenalter bleibt eine der trübseligsten Zeiten der kleinen SGD. Es geht immer weiter bergab. Oberligameister 1953 – Mannschaft nach Berlin delegiert 1954 – Neustart 1955 in der 1.Liga, am Ende werden aus drei Staffeln eine gemacht – 2.Liga, dort Abzug von 9 Punkten, weil bei der SGD jemand mitgespielt haben soll, mit dem die SGD nicht spielen sollte – letztendlich Bezirksliga 1957… oder ganz kurz, Meister der Oberliga mit knapp 3 Monaten, mit 4 Jahren dann Mannschaft in der vierthöchsten Liga der DDR!

6) 1957, ein Umzug steht an. Das Heinz-Steyer-Stadion wird verlassen und neue Heimatstätte wird das Rudolf-Harbig-Stadion. Wer hätte damals gedacht, dass sich die Kleine da so wohl fühlen würde???

7), die SGD wird ein Schulkind! Die Kleine ist, dünn und mager, aber so langsam scheint die frische Luft der neuen Wohnung ihre Wirkung zu entfalten. Sie spielt bereits wieder in der Nähe der Großen.

8) 19.08.1962, die Lunge pfeift, der Herzchen bubbert. Sie ist zurück und hat gleich mal 2:0 gegen den SC Lok Leipzig gewonnen

9) 05.05.1963, Kinder können so grausam sein. Gewinne im letzten Spiel das direkte Duell oder du bist wieder raus. Dieses blöde Spiel will die SGD nicht mitspielen, gewinnt nicht und … ist für ein Jahr wieder raus!

10) 20.09.1967, die Pubertät ist nicht einfach. Die gewachsene SGD spielt jetzt bei den ganz großen im Messepokal mit und scheitert nur knapp an den Glasgow Rangers. Wer da dabei ist, vergisst gern mal die Hausaufgaben. Für eine neue Runde: „Gewinne im letzten Spiel das direkte Duell oder du bist wieder raus“ wurde nur etwas geübt, nicht gewonnen und wieder war man raus. Statt Glasgow gab es im nächsten Jahr „heiße“ Duelle gegen Kali Werra Tiefenort oder Aktivist Böhlen!

11) 1968, Pubertät ist auch das zielsichere Ausprobieren neuer Modetrends. Denen folgt die SGD und trägt nun modisches Schwarz-Gelb statt altbackenem weinrot!

12) Sommer 1969, „Gekommen um zu bleiben“ wird zwar erst Jahrzehnte später zum Gassenhauer, aber die SGD ist mit 16 Jahren endgültig auf die große Bühne zurückgekehrt. Wer hätte das bei der Kindheit vermutet?

13) 03.09.1969, zur Feier dazu werden die legendären Giraffen eingeweiht. Die hübsche SGD kann sich nun von 4 Seiten erstrahlen!

14) 16.06.1971, jetzt aber! Nachdem mit 3 Monaten die Bedeutung einer Meisterschaft noch nicht ganz erfasst werden kann, kann man mit 18 Jahren die Welt einreißen oder …

15) 20.06.1971, …gleich 4 Tage nach dem letzten Oberligaspieltag zum Gewinn der Meisterschaft gleich noch den FDGB-Pokal hinzufügen!

16) 70er, sie war jung und schön und (man kann es kaum anders ausdrücken…) unersättlich DDR-Oberligameister: 1971, 1973, 1976, 1977, 1978, FDGB-Pokalsieger: 1971, 1977

17) 07.11.1973, wer hoch fliegt, kann tief fallen, wer knapp dran war, schmeckt um so mehr die Bitterkeit einer Niederlage. 3:4 in München, 3:3 in Dresden, zwei Wahnsinnsspiele und ein knappes Ausscheiden gegen die späteren Gewinner des Europapokals der Landesmeister, den FC Bayern München.

18) 15.10.1977, man soll Aufhören, wenn es am schönsten ist. Noch so ein Spruch, der mal überprüft werden sollte! Hans-Jürgen Kreische, der es immer gut mit der SGD meinte, der ihr mitentscheidend zu ihrem Glanz der Mittzwanziger verhalf, denkt, dass sie nun groß genug ist, um auf eigenen Beinen zu stehen. 131 Tore erreicht in der DDR-Oberliga kein anderer Spieler der SGD!

19) 1978, ein Jahr später verlässt auch ein anderer Förderer der SGD, Trainer Walter Fritzsch, die SGD und tritt nach 9 erfolgreichen Jahren als Trainer ab.

20) „Die fetten Jahre sind vorbei“, auch hier ist Dynamo der Vorreiter, diesmal für einen Filmtitel. Die nächsten 10 Jahre wird der Meistertitel nach Berlin geschickt. Meister der Herzen wird der BFC nie!

21) 23.01.1981 Peter Kotte, Matthias Müller und Gerd Weber. Leider muss man auch betrübliche Verluste im Leben einstecken!

22) 05.09.1981, 1:0, 2:0, 3:0, 4:0, 5:0, 6:0 und da begann erst die Pause! Am Ende hatte Dynamo seinen höchsten Heimsieg in der DDR-Oberliga eingespielt, bedauernswerter Gegner war Neuling Chemie Buna Schkopau.

23) 20.03.1985, nachdem Peter Pacult 2 Wochen eher in Dresden gesichtet wurde, leitet sein 1:0 im Rückspiel eine Niederlage ein, von der man noch Jahre später sprechen wird. Dynamo Dresden scheidet nach einem 3:0 im Hinspiel mit 0:5 bei Rapid Wien im Europapokal der Pokalsieger aus.

24) 19.03.1986, Jahre später sprechen über Rapid Wien? Es geht noch besser, wieder im Europapokal der Pokalsieger: Hinspiel 2:0 gg Bayer Uerdingen, Rückspiel-Halbzeitstand 3:1, Endergebnis 3:7. Begründungen wurden viele gegeben, erklärbar war es nie!

25)19.04.1989, und nochmal Europapokal, diesmal der UEFA-Cup. Dynamo Dresden scheidet wieder aus, aber erstmalig erst im Halbfinale mit 1:1 gegen de VfB Stuttgart. Kleine Info am Rande: Dies war meine dynamische Erweckung!

26)10.05.1989, es ist zwar erst der 23.Spieltag, aber bereits da steht nach 10 Jahren Serienmeister- Abonnement des BFC Dynamo als Meister der DDR-Oberliga fest. Nicht nur in Dresden wird gefeiert!

27) 26.05.1989, die Midlife-Crisis kommt eigentlich erst in den 40ern, aber die SGD denkt bereits mit 36 über einen Namenswechsel nach. Sie hat nicht geheiratet, aber 1.FC statt SGD klingt irgendwie frischer???

29) 1990, auf einmal hat die einst bescheiden lebende früher SGD heißende heiße Flamme Geld, viel Geld, mit dem sie irgendwie nicht umgehen kann. Für Geld verscherbelt sie das Tafelsilber (was ehrlicherweise auch weg wollte…), erhält manchmal etwas Geld, manchmal auch einen ausgedienten Mannschaftsbus und kurze Zeit später ist das Geld weg…

30) 20.03.1991, Tränen fließen, Wasserwerfer leisten ganze Arbeit und das 98. Europapokalspiel ist eher zuende als gewollt. Das Ende internationaler Auftritte für bisher immer!

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31) 25.05.1991, Dynamo verlässt das bekannte Terrain und schließt sich neuem an. Wird es ein flüchtiges Abenteuer oder was festes werden???

32) 1991/1992, das Abenteuer startet und Dynamo flickt Löcher an allen Ecken und Kanten. Das schwere Jahr wird überschattet von vielen finanziellen Löchern.

33) Zusätzlich holt so manchen die Vergangenheit ein. Wer behält den Überblick, wer wann über wen mit wem gesprochen hat?

34) 09.05.1992, der Vertrag mit dem ungewissen Abenteuer wird für vorerst ein Jahr verlängert. Während Rostock geht, bleibt Dynamo Dresden das Aushängeschild im Haifischbecken 1.Bundesliga.

35) 13.11.1992, Torsten Gütschow macht sein vorerst letztes Spiel für Dynamo, als er gg Karlsruhe 7 Minuten vor Ende eingewechselt wird. Seine 12 Bundesligatore sind bis heute dynamischer Rekord! Kleine Info am Rande: Das jährliche Erwähnen von 10 statt 12 Toren erweckt einen Zahlenfaible bei mir!

36) 21.01.1993, ein gewisser Rolf-Jürgen Otto wird der Sonnenkönig von Dresden.

37) 06.05.1993, die Liason mit dem Abenteuer scheint sich dem Ende zu nähern, der DFB sagt zu Dynamo: „Du darfst nicht mehr mitmachen!“ Na ja, so blöd, wie es klingt, sie ist auch keine 20 mehr (sondern inzwischen ziemlich genau 40!)!

38) 12.05.1993, na gut, dann macht halt mit, aber ihr bezahlt, obwohl ihr ja pleite seid, noch einmal viel Geld und außerdem mit -4 Punkten! Der DFB hat gesprochen und Dynamo antwortet:“-4, na und?“

39) 07.08.1993, erstes und vorletztes Sachsenderby in der 1.Bundesliga. Endstand 3:3 in Leipzig

40) 01.12.1993, Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Viertelfinale, „…und Tschertschessow hält! Der Russe bleibt stehen, wie Lenin auf dem Roten Platz!…“ Gert Zimmermann fasst das Spiel zusammen, welches mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen gewonnen werden kann.

41) 09.04.1994, na wer erinnert sich nicht an Marek Penksa, wie er sich während des Spiels mit dem Pops auf den Ball setzt?

42) 07.05.1994, die beste Saison endet. Trotz -4 Punkten hat Dynamo in 34 Saisonspielen genau so viele Punkte geholt wie 1991/92 in 38!

43) 17.06.1995, Trübsal war in Dresden angekommen, 42 Jahre und nach einer trostlosen Saison abgestiegen. War die beste Zeit so langsam vorbei?

44) Ende der 90er, die früheren „Freunde“ erinnern sich. Dynamo ist wieder öfter zu Gast in Aue, Erfurt, Leipzig und Berlin, aber auch in Velten, Spandau und Charlottenburg. Hat man was verpasst, wenn man zu den letzteren eigentlich gar nicht möchte???

45) 18.09.1998 Torwart Thomas Köhler trifft zum 2:2 gegen Stahl Eisenhüttenstadt! Der einzige Lichtblick in einer besonders trostlosen von mehreren trostlosen Saisons.

46) 29.03.1999, Rolf Schafstall macht sich Freunde in Dresden. „…Kein Anstand. Lauter Ossis! Dreck, wo Du hinguckst….“ Wer mehr lesen möchte, mache sich bitte selbst kundig!

47) Sommer 2000, und plötzlich werden Erinnerungen an 1957 wach. Dynamo ist viertklassig und nicht mehr die Nummer 1 in Dresden! Wo damals der SC Einheit Dresden höherklassig spielte, schien diesmal der Dresdner SC den Dynamos den Rang ablaufen zu können!

48) Frühjahr 2001, Fusionsgedanken mit dem Dresdner SC werden laut geäußert, es bleibt beim Gedanken. Im Gegensatz zum Jahr 1957 gelingt es Dynamo nicht, sich nach einem Jahr aus der Viertklassigkeit zu befreien.

49) Sommer 2002, 19 Spieler (davon 4 Spieler mit 5 Spielen oder weniger!) und ein neues Trainerschlitzohr reichen, um Dynamo aus der völligen Bedeutungslosigkeit zu holen. „Regionalliga Nord, Dynamo ist dabei“ klingt jedoch noch etwas sperrig!

50) 05.06.2004, jetzt klingt es besser: „2.Liga, Dresden ist dabei!“ und so ist es, trotz der 0:1 Niederlage am letzten Spieltag gegen Uerdingen!

51) 21.11.2005, „Dresden ist anders“. Wissen wir, in die Annalen geht es trotzdem ein, weil die Aussage Volkmar Kösters es so deutlich die Hilflosigkeit des Vereines spiegelte, der es nicht über das Herz brachte, seine eigenen Vorgaben umzusetzen, als Trainer Christoph Franke nicht die erforderlichen 3 Punkte gegen Karlsruhe und Unterhaching holte. Gefeuert wurde Franke wenige Wochen später dennoch!

52) 14.05.2006, Fanliebe ist, dran zu bleiben, auch wenn man scheitert. Mit 41 Punkten ist lange Zeit vorher (überhaupt jemals???) und niemals später nie wieder eine Mannschaft aus der 2.Bundesliga abgestiegen. Aber wie sagte Volkmar Köster einige Monate zuvor: „Dresden ist anders!“

53) 01.07.2007, Midlife-Crisis II, wer will schon 1.FC genannt werden?! Die SGD ist zurück, nicht mehr so jung, aber schöner als je zuvor!

54) Sommer 2008, ist das Erreichen der 3.Liga ein Aufstieg oder eher das Halten der Klassenzugehörigkeit??? Diese Frage konnte leider nicht intern geklärt werden und ist ein Beispiel dafür, wie oft bei Dynamo nachhaltig Porzellan zwischen den Gremien zerschlagen wurde!

55) 29.04.2011, nach einem dramatischen Schlussspurt erreicht die SGD 3 Runden vor Saisonende den Relegationsplatz und gibt ihn nicht mehr ab!

56) 24.05.2011, am Ende rissen sie sich die Trikots vom Leib und feierten bis in die Früh! Dynamo ist zurück in der 2.Bundesliga!

57) 30.07.2011, Schnetzler, 117. Minute besiegelt Leverkusens Trauma, zum 2.Mal gegen Dynamo im DFB-Pokal gescheitert zu sein!

58) 25.10.2011, manchmal liegen zwischen einem Titel in der DDR-Oberliga und der Teilnahme in der Bezirksliga 4 Jahre, manchmal zwischen Hochs und Tiefschlägen knappe 3 Monate!

59) 06.04.2013, das „kleine“ Leverkusen gegen den FC St. Pauli…

60) 12.04.2013, die ehemals kleine SGD schließt ihr Fotoalbum, steht auf, tritt zum Spiegel, schaut nach rechts, dreht sich nach links und steht glücklich in ihrem Jubiläumstrikot. Das ist mein Leben, manchmal ging es drunter und drüber, manchmal war es schön, manchmal ernüchternd, aber nie ist es langweilig!  Ich habe so viel erlebt, aber bereits auch wieder viel zu viel vergessen! Wer möchte, kann ja Fakt 28 ergänzen. Wer könnte da alles reingehören? Hans-Jürgen Dörner, der Brustsponsor, Ulf Kirsten, Sorad, Michael Kölmel, Matthias oder Klaus Sammer, oder, oder, oder????

Auf die nächsten spannenden Jahre!

Herzlichen Glückwunsch!

 

Quellen:

Uwe Krüger; Ostdeutsche Traditionsvereine 1: Dynamo Dresden, Daten, Fankten, Bilder, 1997

Uwe Karte, Gert Zimmermann, Dynamo Dresden – Das Buch zum Verein, 1953-1993, 1993

Uwe Karte, Dynamo Dresden, 1993-2004, 2004

Jens Genschmar, Mit Dynamo durch Europa, Die Europapokalspiele der SG Dynamo Dresden 1967-1991, 2011

Jens Genschmar, Dresden – Wiege des Fußballs, 2012

Peter Pacult – positiv gesehen

Einmal drüber geschlafen sehen einige Dinge manchmal schon wieder ganz anders aus. Während einige Vorbehalte auch weiterhin nicht verschwunden sind, versuche ich, die „guten“ Zahlen sprechen zu lassen:

Peter Pacult erreichte mit Dynamo Dresden 2006 in der Rückrunde der 2.Bundesliga Platz 4. Nimmt man das Nachholspiel gegen den FC Hansa Rostock noch weg, bleibt trotzdem ein respektabler Rang 7.

In 18 Spielen in der 2.Bundesliga holte unser neuer alter Trainer mit unserem Verein 28 Punkte (8 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, 20:15 Tore). Diese Werte haben weder Christoph Franke noch Ralf Loose annähernd erreicht! In der Saison 2006/07 erreichte die Mannschaft in der Regionalliga Nord unter Peter Pacult 13 Punkte in 6 Spielen (4 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage, 11:6 Tore). Gescheitert, wie es gestern im MDR klang, ist Peter Pacult in Dresden wahrlich nicht!

Zum Thema Flucht im Herbst 2006. Es war nicht ein Verein, der anklopfte, es war mit Rapid Wien der Heimatverein von Peter Pacult, der höherklassig spielte und sich in einer gewaltigen sportlichen Schieflage befand. Ich kann mich noch gut erinnern, als Dixi Dörner seinen Job in Radebeul aufgab, als unser damaliger Berater Rainer Calmund ihn für irgendeinen Posten bei Dynamo Dresden ins Gespräch brachte. War alles ein paar Nummern kleiner, im Prinzip jedoch dasselbe!

Neben viel Gesprächsstoff bescherte uns Peter Pacult den ein oder anderen Spieler. Wer erinnert sich noch an Markus Knackmuß (2006 bis Winterpause (WP) 2007/08, 37 Spiele, 1 Tor) oder die Transferposse um Jan Koziak (WP 2005/06 bis WP 2006/07, 11 Spiele, 1 Tor)? Aber ehe ich es vergesse, auch ein Ivo Ulich wurde von Peter Pacult nach Dresden gelockt. Er verbrachte nicht den schlechtesten Herbst seiner Karriere in Dresden (WP 2005/06 bis 2008, 75 Spiele, 11 Tore).

Machs noch einmal, Peter!

Peter Pacult, war da nicht schon einmal was?

Wer hätte im August gedacht, dass dieses zweite Jahr in der 2. Bundesliga solch gewaltige Parallelen zur Saison 2005/06 zieht?! Peter Pacult ist der neue Trainer in Dresden geworden und kehrt mit derselben Aufgabe in derselben Situation ziemlich genau 7 Jahre nach seiner ersten Anstellung bei Dynamo Dresden zurück in die Elbmetropole. Was damals als aussichtsloses Unterfangen begonnen wurde und letztendlich am Ende nur mit einem fehlenden Punkt schiefging, soll … muss … wird diesmal besser gelingen.

Dynamo Dresden und Peter Pacult setzen mit der neuen Vertragsunterschrift eine langsam vorhersehbare Trainerfolge der letzten 10 Jahre fort. Einem ruhigen und besonnenem Christoph Franke folgte der kompromisslose Peter Pacult. Nach dessen Nacht-und-Nebel-Abgang folgte der lustige Norbert Meier, der sich spätestens mit seinem Ausspruch vor dem Spiel bei Leverkusens Amateuren: „Die Spieler müssen heiß wie Frittenfett sein“ als Dampfplauderer zeigte. Danach wurden unter Eduard Geyer wieder die alten Trainingspläne herausgeholt, ehe sie bei Ruud Kaiser, so schien es manchmal, konditionell nur für 70 Spielminuten benötigt wurden. Danach kam Matthias Mauksch und dessen kommunikatives Talent, Spielern die Meinung zu geigen, war bald auch außerhalb der dynamischen Kernzone bekannt. Wenigstens hielt seine Mannschaft stets bis zur 90 Minute durch. Auch in der Zeit kurz nach seinem erzwungenen Ende rannten unsere Spieler, wenn es sein musste, 120 Minuten, um mit dessen Nachfolger, Ralf Loose, den VfL Osnabrück in die Knie zu zwingen und damit zu unvergessenen Aufstiegshelden zu werden. Nun kehrt Peter Pacult zurück und damit mutmaßlich also wieder die harte Schiene.

Ich kann es dem Verein nicht einmal unbedingt absprechen, einen Kontrast zu Ralf Loose setzen zu wollen, ansonsten hätte man ihn ja auch behalten können. Ein Abstieg würde, so klang es in den letzten Wochen durch, dramatische Folgen für den Verein haben. Das es im Mai 2006 nicht hingehauen hat, ist Peter Pacult mit der damaligen Starthypothek von 13 Punkten aus 16 Spielen nicht anzulasten.

Abgehangen

Die Hoffnung auf den Erfolg wird teuer werden, dass geringste Übel sind dabei die Kosten für den alten und den neuen Trainer. Schließlich wird mit der Anstellung von Peter Pacult eine Philosophie über Bord geworfen. Ralf Loose stützte den Großteil seiner Spieler, wo es ging, auch, wenn es eigentlich nicht mehr ging. Peter Pacult wird ihnen die Meinung geigen. Wahrscheinlich wird unsere Mannschaft auch mehr oder weniger umgestellt werden. Ein bis zwei Spieler soll der Neue wohl holen dürfen, bei einem Kader von 28 werden dafür nicht alle bleiben sollen. Zeit für ein Team, was sich finden muss, ist bei nur noch 15 ausstehenden Spielen keine mehr. Eine Umstellung und Feinjustierung in den einzelnen Mannschaftsteilen kann befreien aber auch gegenüber dem dringend benötigtem Erfolg zur Last werden. Hoffen wir, dass dadurch nicht alles zusammenbricht!

Pacult arbeitet mit eigenem Hofstaat. Bei seinem letzten Engagement in Dresden arbeiteten Tom Stohn als Cotrainer und Christian Canestrini als Fitnesstrainer mit unserem neuen Trainer. Von seinem Co Tom Stohn ist bisher noch nicht die Rede gewesen, Konditionstrainer Christian Canestrini wird aber auf alle Fälle mit angestellt werden. In Leipzig installierte Peter Pacult mit Sharif Shoukry seinen ihm vertrauten Pressesprecher. Leidtragender war damals mit Enrico Bach unser jetziger Medienvertreter. Bin gespannt, ob und wie lang die beiden zusammenarbeiten werden (können).

Nimmt man die Bilanz an sich, dann hat Peter Pacult in Dresden bewiesen, dass er eine Mannschaft aufrütteln und zu Taten bringen kann. 28 Punkte in 18 Spielen waren im Frühjahr 2006 eine starke Leistung. Sein persönliches Meisterstück erreichte Peter Pacult 2008 mit Rapid Wien, als sie sensationell vor RB Salzburg Meister wurden. RB war es auch, die in Leipzig den Stern des Peter Pacult zuletzt von seinem in Wien eigentlich unaufhaltsam scheinenden Aufstieg entfernten. Ein Jahr Liga 4, für den Verein zu viel,  und dann war Schluss.

Nun kommt die neue Herausforderung in Dresden. Pacult und Dynamo, sie brauchen sich beide. Während der Trainer bei einer erfolgreichen Mission seinen Ruf als Macher wieder herstellen kann, so benötigt der Verein einen erfolgreichen Saisonabschluss, um nicht unterzugehen.

Und da Peter Pacult seit heute der verantwortliche Trainer der SG Dynamo Dresden ist, so heiße ich ihn herzlich Willkommen! Nicht mit offenen Armen, jedoch ihm zugewandt! Auf geht´s!

Neben den üblichen Internetseiten gibt es viele Informationen über Peter Pacult beim rotebrauseblogger!

Laufende Serien und ein Jubiläum für Ralf Loose im 51. Zweitligaspiel

249, so schnell kann es gehen! Gerade noch warteten wir auf ein Spiel ohne Gegentor, jetzt sind es gleich 2 nacheinader geworden und insgesamt 249 Minuten. Hält die Serie noch mindestens 64 Minuten im kommenden Spiel, sind wir länger als 313 Minuten oihne Gegentor, was einen neuen Zweitligarekord bedeuten würde!

232, so viele Minuten warten wir auf ein Tor unserer Mannschaft. Weitere 140 Minuten dauert es noch, bis wir unsere schlechteste Serie erreichen. In der Saison 2004/05 blieben wir längstens 174 Minuten ohne Torerfolg.

150, im 119 Zweitligaspiel haben wir den 150. Punkt erkämpft.

51, Ralf Loose ist nach seinem 51. Spiel als verantwortlicher Trainer in der 2. Bundesliga nun alleiniger Rekordhalter unserer Trainer. Für Christoph Franke war nach 50. Spielen Schluss.

50, Benjamin Kirsten absolvierte sein 50. Ligaspiel für Dynamo. 19 Spiele in der 3. Liga, 2 Relegationsspiele und 29 Zweitligaspiele. Herzlichen Glückwunsch, Benjamin!

25, mit 25 Gegentoren nach 17 Spielen bauen wir unsere Bestmarke weiter aus. Ansonsten hatten wir zur Halbzeit jeweils 31 Gegentore.

3 Unentschieden in Folge gab es für uns erstmalig in der 2. Bundesliga.

16.11.2012, die Mannschaft, deren Trainer gern gegen uns antritt!

Es herrscht derzeit eine merkwürdige Stimmung in Dresden. Die Stimmung scheint gekippt zu sein. Frustrierte Fans mit deutlichen „Loose raus“ rufen, die gewohnt schwammigen Aussagen des Vereins, wenn Fragen gestellt werden, die so nicht beantwortet werden wollen. Für die Presse scheint das Schicksal von Ralf Loose sowieso bereits besiegelt zu sein und alle warten sie nur auf den finalen Schuss. Mich selbst beobachte ich, noch etwas mehr als sowieso schon viel zu oft, in den einschlägigen Internetseiten des Sports nachzuschauen, ob ich nicht vielleicht doch etwas verpasst habe.

Am Freitagabend wissen wir mehr, wenn das Spiel gegen den FSV Frankfurt hinter uns liegt. Noch immer hoffe ich darauf, dass wir die Kurve mit Ralf Loose bekommen. Der Mensch an sich lechzt ja nach Abwechslung und Veränderungen, wenn es nicht so richtig läuft und es ihn nicht selbst betrifft. Was zuvor geleistet wurde, ist dann zweitrangig. Vor allem glaube ich nicht daran, dass ein Wechsel unbedingt erfolgsversprechend wäre, denn das Problem des fehlenden kongenialen Partners für Mickael Poté besteht bis zur Winterpause weiterhin. Die Trainernamen, die bereits herumgeistern, zeigen einmal mehr, dass die Presse einfach mal ohne Hintergrundwissen herumstochert!

Rico Schmitt: es hat Tradition, dass ein Trainer, der bei einem Ostverein aktiv war, danach bei allen anderen Vereinen der „neuen“ Bundesländer im Gespräch ist. Er war es bereits vor kurzem in Erfurt, Matthias Mauksch in Aue, Stefan Emmerling ebenso, als Carsten Baumann wackelte. Der wiederum ist die Ausnahme der Regel, er wurde nach seinem Rausschmiss in Erfurt wirklich Trainer in Aue!

Heiko Scholz: Ist soeben nach Differenzen beim Viertligisten Viktoria Köln zurückgetreten. Seine Referenz, er spielte mal in Dresden.

Peter Pacult: Wer erinnert sich nicht an den kauzigen Österreicher, der außer Tom Stohn und Christian Canestrini wirklich niemanden neben sich duldet? Nach seiner Rückkehr nach Österreich stand in Dresden kein Stein mehr da, wo er vorher war. Die Aufräumarbeiten dauerten lang an. Seine in Leipzig vielmals angewendeten Spielerrotationen kosteten dort viele Nerven!

Torsten Gütschow: War gerade zum 3. Themenabend in Dresden. Seine Referenz, siehe Heiko Scholz.

Marco Kurz und Falko Götz, so wahrscheinlich wie Oliver Reck oder vielleicht Stefan Emmerling, der bisher noch nicht genannt wurde, aber zuletzt bei einem ostdeutschen Verein aktiv war…

Um auf andere Gedanken zu kommen, wäre es schön, wenn wir einfach 3 Punkte holen würden, egal, ob es schön aussieht oder gerechtfertigt ist. Fragt doch sowieso nach 2 Wochen keiner mehr nach.

Eine ähnliche Situation hatten wir am 11.02.2005, auch an einem Freitag. Dynamo erlebte in seiner 1. Zweitligasaison nach dem angekündigten Aufrollen des Feldes nach der Winterpause einen ziemlichen Rohrkrepierer mit 3 Niederlagen in Folge. Christoph Frankes Demission stand ebenfalls so gut wie fest und eine Mannschaft aus Frankfurt war zu Gast, damals jedoch die der Eintracht. Was passierte? Dynamo gewann 2:1, danach folgten 1 Unentschieden und weitere 4 Siege in Serie. 16 Punkte in 6 Spielen, dann wären wir bei 25 Zählern bis zur Winterpause, würde mir vorerst reichen!

Also dann Jungs, zerreist euch!

Ach so, die Erklärung für die Überschrift fehlt noch! Benno Möhlmann, der Trainer des FSV Frankfurt, hat einen guten Lauf gegen Dynamo Dresden. In 13 Spielen gegen uns feierte er 5 Siege, 7 Unentschieden und genau 1 Niederlage. Da ist die Bilanz auch bei einer 2. Niederlage gegen Dynamo Dresden noch spitze!

Love Dynamo - Hate Racism

20.10.2012, der Tabellenführer zu Gast in Dresden

Nachdem es durch die Länderspiele etwas ruhig um Dynamo geworden war, sorgte gestern Abend die deutsche Nationalmannschaft für eine schöne Erinnerung an ein außergewöhnliches Spiel der vergangenen Pokalsaison. Im Stile von Bayer Leverkusen schenkten sie ein gewonnenes Spiel, sogar mit einer Führung von 4 Toren, leichtfertig dem Gegner. Alter Schwede!

Nun folgt am Samstag mit dem Sachsenderby das nächste tolle Spielerlebnis in Dresden. Zu Gast ist der Tabellenführer Eintracht Braunschweig.

Seit dem gemeinsamen Aufstieg 2011 erledigen die Braunschweiger alles etwas schneller als der Rest der Liga. Nach dem „Hinrundenhurra“ 2011/12 mit 8 Siegen, 4 Unentschieden und 5 Niederlagen (24:18 Tore) erlebten die Löwen das verflixte 2. Jahr bereits in der Rückrunde, als sie erst am 34. Spieltag ihren 2. Rückrundensieg beim 3:1 gegen Ingolstadt feierten! Zwar verloren sie auch nur 4x, mit sagenhaften 11 Remis (unter anderem gab es für sie ein 2:2 in Dresden) in 17 Spielen (13:17 Tore) reichte es dann dennoch nur für Rückrundenplatz 15.

Beeindruckend ist der bisherige Herbst für Braunschweig. Sie sind die Überraschungsmannschaft der Liga! Nach gerade einmal 9 Spieltagen haben sie bereits 5 Punkte sowie 8 Tore Vorsprung auf Relegationsplatz 3 herausgespielt. Nur in jedem 3. Spiel müssen sie den Ball aus dem Tor holen, während sie ihn knapp 2x in 90 Minuten gegenüber versenken! Auffällig ist wie im vergangenen Jahr, dass in Braunschweig die Mannschaft der Star ist und kein Einzelner herausragt. Sie haben nicht den Torjäger wie es bei uns Mickael Poté ist, mit aktuell 9 verschiedenen Torschützen sind sie jedoch um so schwerer ausrechenbar.

Es wird ein schweres Spiel werden, wobei wir wahrlich nicht chancenlos sind! Der Sieg gegen Aue und vor allem das Remis in Köln dürften unserer Mannschaft etwas Selbstvertrauen gegeben haben. Außerdem haben wir bisher noch kein Spiel daheim gegen Braunschweig verloren. Das es bei 7 Aufeinandertreffen zuletzt 6 Remis gab, dürfte inzwischen aber bekannt sein?! Wahrscheinlich werden einige Zweitligisten die Daumen für einen Punktverlust des Tabellenführers drücken, damit der Abstand nicht zu groß wird.

Ein Dresdner Sieg würde die verschiedenen Feierlichkeiten vergolden, die es rund um Dynamo zuletzt zu feiern gab und auch weiter zu feiern geben wird. Ralf Loose hat am vergangenen Freitag sein 100. Spiel als unser verantwortlicher Trainer feiern dürfen. Zusätzlich ist er nun nach Christoph Franke auch der zweitdienstälteste Dynamotrainer der vergangenen 22 Jahre!

Auch für die Mannschaft gibt es statistischen Ruhm zu gewinnen. Wird Braunschweigs Torwart Daniel Davari mindestens 1x bezwungen, so wird sich der Dresdner Schütze hinter Karsten Oswald, Marco Vorbeck und Mickael Poté in die Liste der besonderen dynamischen Torjäger einreihen dürfen.

20.08.2012 Dynamo zu Gast bei den Himmelblauen

Nach den grauen Rauchschwaden von Dortmund hat Dynamo Dresden Glück, am Montag bei den Himmelblauen in Chemnitz antreten zu dürfen. Zuletzt haben wir uns bei den Spielen gegen die Chemnitzer nicht mit Ruhm bekleckert. Im Sachsenpokal war für uns 2008 und 2010 jeweils im Halbfinale Endstation gegen den späteren Pokalgewinner Chemnitzer FC. Wir haben also etwas auszubügeln.

Die Chemnitzer, die gegenüber Dynamo fast schon in einer Regionalauswahl spielen, haben sich vor der Saison mit Sascha Pfeffer und Maik Kegel verstärkt. Sie kennen die Brisanz dieses Sachsenduells genau, hoffentlich wird diese Besonderheit auch unseren Spielern noch ausreichend erläutert!

Doch wie sieht die Statistik außerhalb der letzten dynamischen Pokalpleiten aus? Schauen wir in der Historie beider Vereine etwas weiter zurück.

Herauszufinden, wie viele Spiele es nun eigentlich zwischen dem Chemnitzer FC (oder seinem regulären Vorgängerverein, dem FC Karl-Marx-Stadt) und Dynamo Dresden gab, ist schwieriger als anfangs angenommen. Zum einen gab es auf beiden Seiten regelmäßig Namensänderungen, Vereinsauflösungen und Neugründungen oder Anschlüsse der Fußballabteilungen, zum anderen nahm es die Westsachsen selbst mit „Fußballvereinsverschiebungen“ in benachbarte Städte ernster als gedacht. Das 1. (im Buch „Ostdeutsche Traditionsvereine 1: Dynamo Dresden, Daten, Fakten, Bilder; Agon Sportverlag, Statistics 27; Uwe Krüger) Spiel der Schwarzgelben fand gegen Motor West Karl-Marx-Stadt 1955 in der DDR-Liga Staffel 3 statt und endete 3:3. Nach insgesamt 5 Spielen (1 Sieg, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen 10:13 Tore, der Sieg wurde den Dresdnern nachträglich übrigens aberkannt) verloren sich vorläufig die Spuren, da Motor West seine Mannschaft an den SC Motor Karl-Marx-Stadt abgeben musste und selbst in einer Liga unterhalb als deren Zweitvertretung weiterspielte. Bis 1963 gab es gegen den übernehmenden SC Motor  8 Spiele, von denen 3 gewonnen, 4 verloren und 1 remis endeten (13:11 Tore). Frisch zurück in der DDR-Oberliga 1962 ging es dort für Dynamo Dresden einmal gegen den inzwischen bekannten SC Motor Karl-Marx-Stadt als auch gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Diese Mannschaft war eigentlich in Aue (32km entfernt von Karl-Marx-Stadt) zu Hause, wurde aber von der DDR Sportpolitik zeitweise in die benachbarte größere Stadt versetzt. Nach Vereinsauflösung 1963 wechselten viele Spieler zum SC Karl-Marx-Stadt, wobei die Fußballsektion im selben Jahr an die BSG Wismut Aue angegliedert wurde.

Alles klar?! Beginnen wir lieber nach dem 15.01.1966, als der FC Karl-Marx-Stadt neu gegründet wurde (und bis zum 13.06.1990 seinen Namen behielt). Gleich das 1. Spiel gegeneinander in der höchsten Spielklasse der DDR, der Oberliga, konnte die SG Dynamo Dresden in Karl-Marx-Stadt mit 2:1 für sich entscheiden. Auch bis zum Ende der DDR-Oberliga waren die Westsachsen ein gern gesehener Gegner der Dynamos. 29 Siege, 11 Unentschieden und 7 Niederlagen mit traumhaften 104: 55 Toren sprechen für sich. Auch in Anschluss an die 5 Duelle im FDGB-Pokal waren jedesmal die Dresdner Dynamos in der Auslosung für die nächste Runde enthalten.

Ein besonderes Spiel fand sicherlich am 11..03.1972 in Karl-Marx-Stadt statt. Eingebettet in ein heimisches 6:1 gegen den Halleschen FC Chemie (04.03.1972) sowie ein 5:1 gegen  den FC Carl Zeiss Jena (18.03.1972) gewann der amtierende Meister, die SG Dynamo Dresden mit 5:1 beim Oberligaaufsteiger FC Karl-Marx-Stadt. Bei denen spielte damals unser späterer zweifacher Aufstiegstrainer Christoph Franke mit und erzielte das himmelblaue Ehrentor.

FC Karl-Marx-Stadt: Ralf Kunze – Dieter Erler, Eberhard Schuster, Frank Sorge – Christoph Franke, Hans-Heinrich Wolf, Joachim Müller, Frank Wiedensee (78. Karl Krasselt) – Karl-Heinz Zeidler, Hartmut Rauschenbach, Volkmar Neubert

SG Dynamo Dresden: Claus Boden – Hans-Jürgen Dörner – Joachim Kern, Eduard Geyer, Klaus Sammer – Frank Ganzerra, Reinhard Häfner, Reiner Sachse, Hans-Jürgen Kreische (63. Klaus Lichtenberger) – Dieter Riedel, Gert Heidler (86. Matthias Blaseck)

Torfolge: 0:1 Dieter Riedel (1. Minute), 1:1 Christoph Franke (15. Minute), 1:2 Reinhard Häfner (35. Minute), 1:3 Gert Heidler (48. Minute), 1:4 Klaus Lichtenberger (65. Minute), 1:5 Gert Heidler (69. Minute)

Zuschauer: 15 000

Am Saisonende war Dynamo Dresden Dritter und unser Gegner konnte noch knapp 2 Mannschaften hinter sich lassen und in der folgenden Saison zu Hause ein Remis erzielen. Ein Unentschieden würde am 20.08.2012 keiner Mannschaft weiterhelfen, ein 5:1 dürfen wir jedoch am Montag garantiert nicht erwarten. Wenn wir aber mal wieder, nach zuletzt zweimaligen Ausscheiden im Sachsenpokal, gegen die Chemnitzer weiterkommen würden, wäre ich zufrieden. Also, die Herren Däbritz, Koch und Kirsten, erzählen sie den anderen mal etwas über die schwarzgelbe Geschichte!

Statistik: DDR – Oberliga, 1962-1991, Uwe Nuttelmann (Hg.), Verlag Uwe Nuttelmann

http://de.wikipedia.org/wiki/Motor_West_Karl-Marx-Stadt

http://de.wikipedia.org/wiki/Chemnitzer_FC

http://de.wikipedia.org/wiki/SC_Wismut_Karl-Marx-Stadt

http://de.wikipedia.org/wiki/SC_Karl-Marx-Stadt