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Noch eine Tabelle

Am gestrigen Abend wurde die letzte Mannschaft für die 3.Liga erspielt, heute bekamen alle 20 erwählten Vereine ihre Lizenz für das kommende Spieljahr. Wir befinden uns nun im Sommerpausenmodus. Auch die letzten Spieler sind im Urlaubsmodus und trotzdem dreht sich alles um sie. Wer flirtet mit welchem Verein, wer bandelt fremd und wer steht auf Kontinuität. Es ist daher noch nicht klar, welcher Verein die Bürde des Favoriten auferlegt bekommt. Bei den beiden Absteigern ist kein neues Bielefeld in Sicht und bei den knapp Gescheiterten muss man erst einmal sehen, wie die verpasste Chance, eine Klasse nach oben zu klettern, verarbeitet werden kann. Wer von den Spielern, die knapp gescheitert sind, nimmt den kurzen Umweg über einen Vereinswechsel in die 2.Bundesliga und wer bleibt in der Hoffnung, noch einmal solch ein Husarenritt erleben zu können.

Dynamo befindet sich ebenfalls in den Ferien. Nicht einmal Gerüchte gibt es. Die, die es vor Wochen gab, blieben von Vereinsseite unkommentiert und sind inzwischen kalt geworden. Wir warten, mehr oder wenig geduldig und sind doch voller Vorfreude. Ausgelöst wurde dies durch die Erzgebirgler aus Aue, die eingesehen haben, dass eine Liga ohne Dynamo nicht einmal das heimische Stadion füllt und die Elbstädter aus Magdeburg, die aus lauter Lust an der Historie die favorisierten Kicker aus Offenbach das Fürchten gelehrt haben.

Im letzten Jahr nach unserem Abstieg waren die vielen Ostduelle ein Anreiz, nach vorn zu schauen. Diesmal, nochmals um 2 Vereine aufgestockt, herrscht regelrechte Vorfreude auf die neue Saison, die am letzten Juliwochenende beginnen wird. Bevor jedoch der Blick endgültig dem neuen Spieljahr entgegen gerichtet wird, folgt nun die „bereinigte“ Tabelle der Saison 2014/15. Lauter sächsische, sächsisch-anhaltinische, thüringische, brandenburgische und mecklenburgische Mannschaften, welche ohne Sentimentalität auf das Vergangene weitere Erwartungen an das neue Spieljahr erwecken soll, in der gleich 14 brisante Altklassiker und andere spannende Partien warten.

Ostdeutsche Meisterschaft der 3.Liga 2014/15

  1. FC Rot-Weiß Erfurt         20 Punkte, 6 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 16:7 Tore
  2. Hallescher FC                  19 Punkte, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 16:13 Tore
  3. SG Dynamo Dresden     16 Punkte, 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 13:12 Tore
  4. Chemnitzer FC                13 Punkte, 4 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 11:10 Tore
  5. FC Energie Cottbus        11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:13 Tore
  6. FC Hansa Rostock            7 Punkte, 2 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 7:16 Tore

 

Die nächsten Ziele für Romain Bregerie und die ganze Mannschaft

1, der 6. Saisoneinsatz von Filip Trojan war der erste über 90 Minuten

5, Dynamo Dresden ist inzwischen bereits seit 5 Spielen ohne Niederlage. Zum Dresdner Zweitligarekord von 6 Spielen ohne Niederlage (Saison 2004/05 und 2005/06) ist es nicht mehr weit…

5, bereits zum fünften Mal spielte Dynamo 1:1 in dieser Saison.

10, Torsten Schulz ist der 10. Torschütze der SGD in dieser Saison und der 43. in der Dresdner Zweitligageschichte insgesamt. In der Saison 2004/05 gab es in der gesamten Saison nur 10 verschiedene Torschützen.

150, Erzgebirge Aue war Gast im 150. Zweitligaspiel der Dresdner.

74, Romain Bregerie stand davon in 74 Spielen auf dem Feld und hat damit die 50% Beteiligung nur knapp verpasst. Am 30.11.2013 gegen den 1.FC Kaiserslautern könnte er dann die 50% erreichen.

Sonntag, 10.11.2013, Veilchen für oder von den Veilchen???

Nachdem wir in der letzten Woche den 50. Sieg in der 2. Bundesliga feiern durften, gehen am Sonntag zum Sachsenderby die Feierlichkeiten gleich weiter. Die Gäste erleben ihr 286. Spiel in der zweithöchsten Spielklasse. So weit sind wir noch nicht, aber das 150. Spiel im Derby gegen Aue zu erleben, ist auch etwas besonderes. Vor allem, wenn man bedenkt, dass am 32. Spieltag der Saison 2011/12 der Gegner zu unserem 100. Spiel ebenfalls die Mannschaft aus dem Erzgebirge war.

Wie sagt man so schön… Es ist angerichtet und mögen die Spiele beginnen!

Saisonhochrechnung 2013/14

Nachdem mich die Punktehochrechnung der vergangenen Saison im Vorfeld ziemlich desillusionierte, ich im Nachhinein jedoch gerne die 41 Punkte mit 40:50 Toren (http://www.ballsalat.de/saisonhochrechnung-201213/ ) genommen hätte, habe ich mich erneut an die Zahlen gewagt.

Um es bereits im Vorfeld zu sagen, es wird in dieser Saison nicht unbedingt leichter werden! War beispielsweise der VfL Bochum vor der Saison 2012/13 mit sieben Punkten aus vier Spielen ein gern gesehener Gegner unserer Mannschaft, so hat sich unsere Bilanz mit zuletzt zwei Niederlagen verschlechtert. Auch unsere Bilanzen gegen den FC Ingolstadt mit inzwischen zwei Punkten aus vier Spielen konnten wir im Bezug zum Vorjahr nicht verbessern. Der VfR Aalen (ein Punkt aus zwei Spielen) und der 1.FC Kaiserslautern (aktuell zwei Zweitliganiederlagen) drücken unsere vorhersehbare Punkteausbeute. Zum Glück wird ja aber doch noch gespielt! Die Entwicklung der erreichten Punkte gegen andere Mannschaften gibt etwas Grund zur Hoffnung.  So sind die Werte gegen den FC Energie Cottbus (acht Punkte aus acht Spielen) und den FC Erzgebirge Aue (sieben Punkte aus acht Spielen) nicht wirklich gut, jedoch haben sie sich in den letzten zwei Jahren, als wir jeweils sechs Punkte holten, verbessert.

Neben den Punkten gegen die 13 Mannschaften des letzten Jahres kommen die gegen die Auf- und Absteiger in die 2.Bundesliga hinzu. Neben den erzielten Zweitligapunkten gegen die Spvgg Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf und den Karlsruher SC, die nur zur Hälfte gewertet wurden, kommen noch die durchschnittlichen Punkte gegen die Auf- und Absteiger der jeweiligen Saison hinzu. Auch, wenn es eigentlichen Erwartungen an das kommende Jahr senkt, die Zahlen geben uns 38 Punkte, 41 Tore und 53 Gegentore!

Zum Nachschauen: Saisonhochrechnung 2013-14

Arminia Bielefeld, gegen die wir bisher überhaupt noch kein Pflichtspiel bestritten haben, tauchen in meiner Zahlenspielerei nicht auf.

Ein anderer Punkt, der für ein etwas besseres Abschneiden sprechen könnte, ist Peter Pacult. Unser Trainer, der am Ende der vergangenen Saison durch die eigenen Entscheidungsträger des Vereins angeknockt wurde, hat mit Abstand die beste Punkteausbeute unserer bisherigen Zweitligatrainer und auch als Einziger eine positive Bilanz. Möge es dabei bleiben!

Zum Nachschauen: Trainer

19.05.2013, knüppelhartes Endspiel gegen Regensburg, ehe wir uns freudentrunken in den Armen liegen

Nachdem am vergangenem Wochenende noch einige Zahlenspielereien möglich waren, liegt nun ein wenig mehr Klarheit über dem letzten Spieltag der 2.Bundesliga. Die Abstiegssorgen von Duisburg, Paderborn und Ingolstadt waren zuletzt sowieso eher theoretischer Natur, aber das Peter Neururers Haarschopf jetzt blau-weiß gefärbt ist, verdankt er Aue und Dresden, die diese Wette wohl unbedingt eingelöst sehen wollten. Der letzte Sieg vom FC St. Pauli gegen den auch so glücklichen Aufsteiger aus Braunschweig zeigt einmal mehr deutlich, dass es doch verdammt schwer ist, sich zu Höchstleistungen aufzuraffen, wenn das große Ziel bereits erreicht wurde.

Bleibt also noch unser Verein, der ja durchaus motiviert sein dürfte, da das Ziel bisher noch nicht erreicht worden ist. Neben uns ist Erzgebirge Aue der einzige Verein der 2.Bundesliga, der noch die letzte offene Frage klären muss. Während 7 Spiele reinen Sommerfußball bieten, reisen die Erzgebirgler nach Sandhausen, während wir Regensburg empfangen, um den Relegationsplatz auszuspielen.

Auf dem ersten Ohr klingt unsere Aufgabe einfacher. Sei es einerseits der Heimvorteil, welcher unter Trainer Peter Pacult wirklich wieder zu einem geworden ist. Unter seiner Leitung gab es fünf Siege, ein Unentschieden gegen Duisburg und nur eine Niederlage gegen Köln. Nimmt man dazu den Vereinsvergleich von www.transfermarkt.de, dann wird auch etwas klarer, warum unsere Aufgabe nicht nur so klingt, sondern wohl auch ist: Regensburg holte aus den letzten 10 Spielen gerade einmal zwei Unentschieden, verlor die meisten Spiele jedoch sehr knapp. Die Bilanz von der Mannschaft, die uns am Sonntag mit einem Sieg gegen Aue hoffentlich rettet (solang wir es nicht selbst mit einer Niederlage vergeigen), ist da etwas besser. Sie holten im gleichen Zeitraum von zehn Spielen immerhin acht Punkte. Auch ihre Erfahrung im Zweitligabetrieb ist mit derzeit 1 567 Spielen mehr als doppelt so groß wie die der Regensburger aber auch etwas mehr als 100 niedriger als die der Auer. Aber für einen Auer Punktverlust wird die Sandhausener Erfahrung und ihr letztes Heimspiel daheim in der 2.Bundesliga hoffentlich reichen.

Im Verein scheint die Sonne

Wer noch einen weiteren Punkt für das sich dann einzustellende Glücksgefühl benötigt, der für uns spricht, dem sei gesagt, dass der SV Sandhausen in dieser Woche mit Alois Schwartz einen neuen Trainer vorgestellt hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er, sollte er auf der Tribüne sitzen, sich den einen oder anderen Spieler seiner neuen Mannschaft anschaut. Massig Angebote wird es für die Spieler bestimmt nicht geben und so wird es den einen oder anderen freuen, wenn er dem neuen Trainer zeigen kann, wieso es gut wäre, ihn in Sandhausen zu behalten.

Der Geschäftsführer von Dynamo Dresden, Christian Müller, erhöhte in einem Interview mit MDR-Info dezent den Druck auf die Dresdner Mannschaft, indem er ab Minute 2:30 erklärt, wie das Worst-Case-Szenario starke Einschnitte in den Verein werfen würde, wo doch die Lizenz für die 3.Liga derzeit noch nicht einmal erteilt ist. http://www.mdr.de/mdr-info/sport/audio547030.html Lassen wir es nicht soweit kommen und siegen einfach am Sonntag. Alles andere können wir sowieso nicht beeinflussen, und so müssen wir hoffen, dass der eine oder andere Punkt zutrifft und wir wenigstens einen klitzekleinen Punkt mehr holen als die Auer, die nach ihrem Trainerwechsel von Karsten Baumann zu Falko Götz beide Spiele unter dem neuen Übungsleiter verloren haben.

So viele gute Omen müssen jetzt aber wirklich reichen!

12.05.2013, unser letzter (?!) Auftritt in der Fremde in dieser Saison

Die 2.Bundesliga geht in ihre finale Phase. Nachdem der direkte Auf- und Abstieg bereits seit mehreren Wochen in genau die Bahnen gelenkt wurde , die letzte Woche bestätigt wurden, gibt es um die Relegationsplätze ein mehr oder wenig starkes Gedränge. Während Kaiserslautern in 3.Platz am Wochenende in Regensburg endgültig sichern wird, wird gegen Platz 16 bis zur letzten Minute gerungen werden. Da wären folgende Kandidaten:

Der MSV Duisburg, der SC Paderborn und der FC Ingolstadt 04 haben theoretisch zwar noch die Möglichkeit auf einen Absturz auf den Relegationsplatz, ich denke jedoch, dass diese Gefahr  minimal ist. Wobei der SC Paderborn mit der Entlassung seines Trainers nach der Niederlage gegen Dynamo am letzten Wochenende schon gezeigt hat, dass die Nerven der Ostwestfalen nicht nur in Elfmetersituationen blank liegen! 

Der VfL Bochum hat als aktuell 13. der 2.Bundesliga eine sagenhafte Serie gestartet. Unter dem neuen Alttrainer Peter Neururer gab es zuletzt sagenhafte 12 Punkte in 4 Spielen. Am Sonntag erwartet sie der FSV Frankfurt, eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Leider haben diese nach ihrem Sieg gegen Dynamo in Kaiserslautern furchtbar eine auf die Mütze bekommen und müssen daher ihre eigenen Ambitionen auf den oberen Relegationsplatz auch auf eine kleine theoretische Möglichkeit beschränken. Ob bei fünf Punkten, die in zwei Spielen aufgeholt werden müssen, während Kaiserslautern und Köln zweimal patzen müssen, wirklich alles gegeben werden kann gegen eine Bochumer Mannschaft, die derzeit rund läuft, darf bezweifelt werden. Und auch wenn Bochum verlieren sollte, haben sie eine Woche später gegen Union Berlin eine machbare Aufgabe vor sich! Bochum wird sich retten!

Dynamobus

Etwas anders sieht es beim FC St. Pauli aus. Die Mannschaft, die aktuell noch drei Punkte sowie ein etwas besseres Torverhältnis zu Dynamo hat, ist gewaltig ins Schlingern geraten. Während die Bochumer 12 Punkte holten, langte es in Hamburg gerade noch für Vier. Schon kurz zuvor wurde gegen Dynamo eine Zweitoreführung fahrlässig verspielt, gegen Hertha BSC ein möglicher Sieg in den letzten fünf Minuten noch in eine Niederlage gewandelt. Selbstbewusstsein sieht aus der Ferne anders aus und mit den sicheren Aufsteigern Braunschweig und Kaiserslautern ist das Restprogramm knüppelhart! Eine kleine Hoffnung für die Hamburger ist, dass beide Mannschaften bereits sicher aufgestiegen sind, aber die Punkte zu holen, wird schwer werden!

Nur sechs Tore vom Relegationsrang entfernt ist derzeit Erzgebirge Aue. Die ließen es sich nicht nehmen, ihren bisherigen Trainer Karsten Baumann nach einem Sieg gegen Bochum sowie drei achtbaren Unentschieden gegen Kaiserslautern, Braunschweig und Duisburg zu entlassen, um nach dem Niederlageneinstand von Falko Götz nun so richtig nah an den Relegationsplatz herangerückt zu sein. Eigentlich müsste dies mit dem direkten Abstieg „belohnt“ werden. Mit einem Heimspiel gegen Ingolstadt sowie dem letzten Auftritt in Sandhausen ist vom „Trainerwechsel ins Unglück“ bis zu „alles richtig gemacht“ aber noch alles für die Veilchen möglich.

Für unsere Dynamos sind ohne Wenn und aber zwei Siege (und die hoffentlich mit einigen eigenen Toren) Pflicht. Auch so müssen wir hoffen, dass sich eine Mannschaft mindestens einen Fehltritt erlaubt. Unser Restprogramm gibt das auch her. Die Regensburger vom letzten Spieltag mach noch außer Acht lassend, schauen wir heute nach Aalen. Der Aufsteiger spielt eine ähnliche Saison wir wir im letzten Jahr. Der Klassenerhalt ist in trockenen Tüchern, die Ausnahmeregelung für das kleine Stadion verlängert und die letzte Lizenzhürde, eine Bürgschaft, wird bis zum Termin bestimmt auch noch erfüllt werden. Aalen wird auch im nächsten Jahr 2.Bundesliga spielen und so werden sie sich hoffentlich etwas zurücklehnen. Da es für uns noch um viel geht, ist genau hier unser Vorteil. Die Mannschaft ist eingespielt. Ein Stamm an Aufsteigern wurde sinnvoll mit Verstärkungen in allen Mannschaftsteilen versehen. Einen „Star“ sucht man vergebens.

Zu Hause sind die Aalener in dieser Saison schlagbar. Neben sechs Siegen gab es auch sechs Niederlagen. Eine weitere sollte am Sonntag hinzukommen. Es wäre auch ein Novum, denn bisher sind wir bisher in Aalen leer ausgegangen. Neben einem 0:1 in unserer Aufstiegssaison gab es eine Saison zuvor ein 3:4. Dabei stand es nach 34 Minuten bereits 3:3! Also anstrengen Jungs, denn jedes Serie wird einmal gebrochen!

Romain zieht mit Cheikh gleich…

10x, nach dem zehnten 1:0 in der letzten Woche gab es gestern das zehnte 0:1 in unserer Geschichte der 2. Bundesliga. Kleiner Mutmacher: es gab bisher außerdem 9x ein 3:1 und 9x ein 2:1…

11, mit dem torlosen Spiel heute haben wir nun bereits 11 in dieser Saison in einem Ligaspiel kein Tor erzielt. Dies ist die Einstellung des Saisonhöchstwertes von 2005/06.

52, Romain Bregerie hat heute sein 52. Zweitligaspiel für Dynamo absolviert. Keine runde Sache, jedoch ist er nun gemeinsam mit Cheikh Gueye der Spieler mit den meisten Zweitligaspielen seit dem Wiederaufstieg.

100, Jubiläum für Robert Koch. 54 Spiele in Liga 3, 2 Relegationsspiele, nun das 44.Zweitligaspiel. Wer hätte gedacht, dass Robert mal 100 Pflichtspiele für den Verein absolvieren wird? Herzlichen Glückwunsch, Robert!

Onkel Wismut hat Angst vor der Stille

Zweimal im Jahr traf ich mich mit Onkel Wismut. Einmal besuchte er mich, etwa ein halbes Jahr später machte ich mich dann auf ins Erzgebirge. Mehr ertrugen wir uns nicht, weniger wäre nicht gut, wenn man irgendwie zu einer Familie gehört. Ihr kennt das ja, man weiß genau, welche Anekdoten der andere erzählen wird und trotzdem freut man sich im Vorfeld irgendwie. Zuletzt waren unsere Besuche im Erzgebirge aber irgendwie ernüchternd gewesen. War Wismut in jungen Jahren noch sehr großzügig mit Geschenken gewesen, setzte zuletzt bei ihm bereits der Altersgeiz ein.

Onkel Wismut hatte die besten Jahre hinter sich. Man sah ihm inzwischen sein schweres Leben an. Er war über die Jahre immer lethargischer geworden. Die Haare ungepflegt, der Bart wuchernd, die Augen entzündlich gerötet und auch seine lila Schürze, die er scheinbar immer trug, spannte von Besuch zu Besuch ein wenig mehr. Stark erkältet von der unangenehmen Zugluft befürchtete er bereits bei seinem letzten Besuch, demnächst vielleicht seine alte rote Schachtlaterne suchen zu müssen. Er konnte sich nichts anderes mehr leisten…

Ultras Dynamo K-Block

Aber ehe ich mich lange über meinen Onkel auslasse, muss ich hinzufügen, dass es mir nicht wirklich besser geht als ihm! Auch ich habe schwere Zeiten hinter mir und erhole mich so langsam von ihnen. Zuletzt habe ich neuen Schwung gefunden, sitze aber noch immer in meinem tiefen Kellerloch fest. Während ich jedoch weiß, dass ich bald wieder das Licht erblicken werde, scheint Wismut noch nicht die Talsohle durchschritten zu haben.

Während er bei seinem vorletzten Besuch in Dresden noch mit uns gespielt und seine Stärke demonstriert hatte, war er bei unserem Gegenbesuch sehr schweigsam. Zuletzt in Dresden schien er bereits ein Schatten seiner selbst zu sein und das, was ich zuletzt von ihm gehört hatte, klang gar nicht gut.

Ihm hatten wohl Anfang Februar die kleinen Streiche der Jungs zugesetzt. Die hatten so etwas wie eine „telefonische Klingelrutsche“ ausprobiert und Wismut immer wieder angerufen. Gerade Wismut, der doch sonst so sehr auf seine Ruhe bedacht ist. Jedenfalls hat er sich dann bei mir gemeldet, über seine schmerzende „Telefonellenbeuge“ geklagt und sich lautstark beschwert. Wohl um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen, drohte er damit, den Tisch für uns nicht auszuziehen und nicht zu decken. „Du musst dir halt überlegen, wen du dann mitbringst, für alle wird kein Platz sein!“ schloss er seine Schimpftirade ab.
Ihr wisst ja, wie das ist, erst unterstützt man seine Bengel gegen alles und jeden, obwohl man weiß, dass sie mutmaßlich nicht völlig unschuldig sind und dann rutschen einem Worte heraus, die man ebenfalls nicht so meint. Eigentlich ärgerte ich mich wegen einer anderen Sache gerade ziemlich, die mit meinen Jungs eigentlich nichts zu tun hatte, jedenfalls setzte ich noch einen drauf und stellte Wismut vor vollendete Tatsachen, indem ich entgegnete: „Gut, wie du willst, dann komme ich halt allein!“ Damit knallte ich den Hörer auf die Gabel.
Bald darauf schnappte ich mir die Jungs, sagte ihnen, dass sie sich unterstehen sollten, noch einmal ihren Onkel Wismut anzurufen und das ich lieber allein als mit ihnen zu Besuch fahren würde und damit war die Sache für mich abgeschlossen.
Aber irgendwie auch nicht, denn was wollte ich allein bei Wismut? Mir die ganze Zeit anhören, wie sehr ihm Rico fehlte, dass er alles dransetzte, Steffen loszuwerden und den Karsten am liebsten gleich mit? Der Wismut war so einsam, dass er auch noch die letzten vergraulte, die es bei ihm aushielten…

Doch Onkel Wismut schien es nicht anders zu gehen als mir, denn auch er fürchtete die langatmige Kommunikation einsamer alter Männer. Jedenfalls lud er auf eigene Faust meine Bengel zu sich ein. Er hatte sich sogar aufgerafft, sie persönlich anzurufen und ihnen verkündet, dass er den ganzen Tisch für sie vorbereiten und sich sehr freuen würde, wenn sie am 10.03.2013 zum Kaffee vorbeischauen würden. Damit endlich mal wieder Leben in der Bude wäre! Auch seine Jungs, der Guido, Martin, Marc, die beiden Kevins und alle anderen würden sich schon freuen. Als ich das hörte, war ich fassungslos. Vor allem das der Kevin, den ich beim letzten Besuch persönlich hinausgeworfen hatte, weil er meinen Cristian getreten hatte, sich auf uns freuen würde, konnte ich nicht wirklich glauben.

So oder so war die Sache ohne meine Einwilligung abgemacht und meine erzieherische Maßnahme mit Füßen getreten! Aber wenn es Wismut sich zutraute, mit den Jungs fertig zu werden, was konnte ich dann tun? Und besser, wir würden zusammen fahren, damit ich wenigstens einen klitzekleinen Blick (-wenn schon nicht die Kontrolle-) auf sie haben würde…

Auf der Fahrt ins Erzgebirge gab ich mich weltmännisch und stand über den Dingen. Nur zwei wichtige Hinweis gab ich den Jungs mit auf den Tag: Sie sollten sich benehmen und an die 3 Punkte denken! Die Jungs wussten Bescheid, das spürte ich!

Dynamische Rückrundenschlagzeilen 2013

Das neue Jahr ist bereits 3 Tage alt und die kurze Vorbereitung für die 2. Saisonhälfte ist angelaufen. Nach den Wellen, die die Verpflichtung von Peter Pacult im Dezember 2012 schlug, ist gerade etwas Ruhe eingekehrt. Das wird nicht so bleiben, aber vielleicht wird es ja die eine oder andere Schlagzeile im kommenden Halbjahr geben?! Daumen drücken!

Januar 2013

Peter Pacult macht ernst! Wie bei seiner Vorstellung angekündigt, stellt er sich den Fragen der Fans. Dicke Freunde sind sie deshalb noch nicht geworden, ein Grundstein für das gemeinsame Ziel konnte aber gelegt werden!

Februar 2013

Mit dem Rückrundenauftaktsieg gegen den MSV Duisburg wird ein direkter Abstiegskonkurrent wieder in Reichweite geholt. Außerdem wird in der ewigen Zweitligatabelle endlich der FSV Zwickau überflügelt. Es geht voran!

März 2013

Nachdem im Februar die Auswärtsbilanz in Kaiserslautern noch nicht aufgebessert werden konnte, in Ingolstadt dann beim Remis der 50. Punkt in der Fremde erreicht wurde, feiert ganz Dresden ein 2:1 in Aue. Erster Zweitligasieg im Erzgebirge, der Bann ist gebrochen!

April 2013

Nach der im Januar 2013 nicht unerwarteten Abschiebung in die 2. Mannschaft kommt Lars Jungnickel doch noch zu seinem 150. und letzten Ligaspiel für Dynamo Dresden. Ausgerechnet im Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus wird er in der 80 Minute beim Stand von 3:1 unter großem Beifall beider Fanlager eingewechselt.

Mai 2013

Es hätte ein Endspiel werden können, aber Dynamo lässt von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer in der nächsten Saison Zweitligafußball geboten bekommt! Mit einem 5:0 schießen die Schwarzgelben Regensburg zurück in die 3. Liga und halten selbst als 14. der Abschlusstabelle die Klasse.

Juni 2013

Im Dezember 2012 nicht erwartet bleibt Konstanz im Dresdner Mannschaftskader und dem Trainerteam. Als letztes verlängern Romain Bregerie und Cheikh Gueye ihre Verträge, nachdem sie im Frühjahr wieder an ihre Leistungen der 1. Saison anknüpfen konnten. Peter Pacult kann dem Nachwuchs, vor allem Marcel Franke und Toni Leistner, eine wirkliche Perspektive für die neue Saison zeigen.

Onkel Wismuts Rasselbande

Nach unserem missglücktem Telefonat war ich mächtig gespannt, mit welcher Laune Onkel Wismut vorbeikommen würde. Als es an der Tür klingelte, war es dahinter mächtig laut, denn er hatte seine ganze Sippe mitgebracht. Um Onkel Wismut herum standen, ganz in lila gekleidet, unter anderem der wilde Kevin, der immer laute Marc und der kleine Guido.

„Da sind wir“ strahlte Onkel Wismut. Von unserer kleinen Verstimmung war nichts zu bemerken. „Na dann kommt mal rein“ versuchte ich ebenfalls, mir meine Anspannung nicht anmerken zu lassen.

Schnell erweiterte ich die Kaffeetafel. Das es so voll und eng bei mir werden würde, hatte einen großen Vorteil. Wismut würde genug anderes zu tun haben, als mich wieder um einen Gefallen zu bitten. Wie zu erwarten, wurde es laut. Die Jungs verstanden sich nicht so richtig, wenn sie aufeinander losgelassen wurden. Vor allem Kevin war ein ziemlicher Rüpel! Er war nicht der Einzigste, aber er war immer dabei, wenn mal jemand zur Raison gerufen werden musste. Er stänkerte und schubste und als er irgendwann meinen Cristian am Wickel hatte, der sich zuletzt so zurückgezogen hatte und endlich wieder begonnen hatte, mit seinen Freunden zu spielen, da sah ich rot und schmiss ihn raus. „Du spielst erst wieder mit, wenn du dich benehmen kannst, junger Herr!“ gab ich ihn als kleinen Tipp mit auf den Weg.

Onkel Wismut schaute mich erstaunt an, sagte aber nichts. Auch sonst sagte er nicht viel. Er hatte wohl verstanden, dass an diesem Tage gar nichts bei mir zu holen war! „Bis zum Frühjahr!“ sagte er noch, als er am späten Nachmittag endlich seine Rasselbande wieder komplett hatte.

Am Abend saß ich noch lang bei einem guten Schluck Rotwein und dachte an dieses unsägliche Gespräch vor einigen Tagen zurück. Vielleicht musste es manchmal untereinander so krachen, um wieder zu bemerken, was man eigentlich aneinander hat? Eigentlich konnte einem Onkel Wismut ja ein wenig Leid tun. Ich hatte meinen bunten Haufen, der sicher nicht immer einfach war, aber auf den ich sehr stolz war! Und Onkel Wismut? Der musste schauen, wie er mit den Seinen irgendwie über die Runden kam. Hoffentlich bekam er seine Probleme in Griff und konnte bald die Ergebnisse zeigen, die gesehen werden wollten, auch, wenn es diesmal nicht bei mir war!