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Noch eine Tabelle

Am gestrigen Abend wurde die letzte Mannschaft für die 3.Liga erspielt, heute bekamen alle 20 erwählten Vereine ihre Lizenz für das kommende Spieljahr. Wir befinden uns nun im Sommerpausenmodus. Auch die letzten Spieler sind im Urlaubsmodus und trotzdem dreht sich alles um sie. Wer flirtet mit welchem Verein, wer bandelt fremd und wer steht auf Kontinuität. Es ist daher noch nicht klar, welcher Verein die Bürde des Favoriten auferlegt bekommt. Bei den beiden Absteigern ist kein neues Bielefeld in Sicht und bei den knapp Gescheiterten muss man erst einmal sehen, wie die verpasste Chance, eine Klasse nach oben zu klettern, verarbeitet werden kann. Wer von den Spielern, die knapp gescheitert sind, nimmt den kurzen Umweg über einen Vereinswechsel in die 2.Bundesliga und wer bleibt in der Hoffnung, noch einmal solch ein Husarenritt erleben zu können.

Dynamo befindet sich ebenfalls in den Ferien. Nicht einmal Gerüchte gibt es. Die, die es vor Wochen gab, blieben von Vereinsseite unkommentiert und sind inzwischen kalt geworden. Wir warten, mehr oder wenig geduldig und sind doch voller Vorfreude. Ausgelöst wurde dies durch die Erzgebirgler aus Aue, die eingesehen haben, dass eine Liga ohne Dynamo nicht einmal das heimische Stadion füllt und die Elbstädter aus Magdeburg, die aus lauter Lust an der Historie die favorisierten Kicker aus Offenbach das Fürchten gelehrt haben.

Im letzten Jahr nach unserem Abstieg waren die vielen Ostduelle ein Anreiz, nach vorn zu schauen. Diesmal, nochmals um 2 Vereine aufgestockt, herrscht regelrechte Vorfreude auf die neue Saison, die am letzten Juliwochenende beginnen wird. Bevor jedoch der Blick endgültig dem neuen Spieljahr entgegen gerichtet wird, folgt nun die „bereinigte“ Tabelle der Saison 2014/15. Lauter sächsische, sächsisch-anhaltinische, thüringische, brandenburgische und mecklenburgische Mannschaften, welche ohne Sentimentalität auf das Vergangene weitere Erwartungen an das neue Spieljahr erwecken soll, in der gleich 14 brisante Altklassiker und andere spannende Partien warten.

Ostdeutsche Meisterschaft der 3.Liga 2014/15

  1. FC Rot-Weiß Erfurt         20 Punkte, 6 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 16:7 Tore
  2. Hallescher FC                  19 Punkte, 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen, 16:13 Tore
  3. SG Dynamo Dresden     16 Punkte, 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 13:12 Tore
  4. Chemnitzer FC                13 Punkte, 4 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 11:10 Tore
  5. FC Energie Cottbus        11 Punkte, 3 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen, 8:13 Tore
  6. FC Hansa Rostock            7 Punkte, 2 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 7:16 Tore

 

07.02.2015, Traditionen

Werfen wir einmal einen Blick zurück in die Geschichte. Die Vereine der ehemaligen DDR, welche inzwischen jedes Spiel gegeneinander als „Ostderby“ titulieren, traten in einer gemeinsamen Oberliga an und kürten untereinander ihren Meister. In umkämpften Duellen gab es große Siege und unerwartete Niederlagen, durchaus fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, die für eine Menge an Gesprächsstoff sorgten, Spieler mit großen Namen und noch unbekannte Sternchen, die es einmal werden wollten.

Inzwischen sind die Zeiten etwas schwieriger geworden. Eine gemeinsame Liga gibt es nicht mehr und es scheint, als ob man sich untereinander darauf verständigt hat, sich in Liga 3 zu sammeln. Jedenfalls haben in der letzten Saison der FC Energie Cottbus und unsere Wenigkeit alles dafür getan, diese Liga zu stärken. Inzwischen scheint der FC Erzgebirge Aue seine Freude am erfolgreichen Spiel ohne die vielen Gegner von früher verloren zu haben und nachdem sich der FC Union Berlin im Spätsommer 2014 recht schwer tat, in die Saison zu finden, konnte man fast vermuten, die Eisernen hätte auch Sehnsucht nach den alten Duellen, die diesmal so gehäuft in Liga 3 stattfinden.

Gefühlt finden wir uns in dieser „Traditionsliga“ gut zurecht. 2 Siege gegen Energie, je einer gegen Hansa und „Karl-Marx-Stadt“, ein Unentschieden bei den Chemikern vom HFC, einzig im „Georgij-Dimitroff-Stadion“ fanden wir unseren Meister, der uns ein klein wenig erdete.

Aktuell ergibt sich folgendes Tabellenbild:

  1. 1.FC Union Berlin
  2. BSG Wismut Aue
  3. FC Rot-Weiß Erfurt          7 Spiele (5S/2U/0N)  17 Punkte  13:03 Tore
  4. SG Dynamo Dresden      6 Spiele (4S/1U/1N)  13 Punkte  09:05 Tore
  5. Hallescher FC Chemie    6 Spiele (3S/1U/2N)  10 Punkte  07:07 Tore
  6. FC Energie Cottbus         7 Spiele (2S/1U/4N)   07 Punkte  04:08 Tore
  7. FC Karl-Marx-Stadt         6 Spiele (2S/0U/4N)  06 Punkte  05:06 Tore
  8. FC Hansa Rostock           6 Spiele (0S/1U/5N)   01 Punkt    03:12 Tore
  9. BSG Sachsenring Zwickau
  10. BSG Motor Nordhausen
  11. 1.FC Magdeburg
  12. FC Carl Zeiss Jena
  13. BFC Dynamo

Ob man davor noch RasenBallsport Leipzig oder dahinter die BSG Motor Babelsberg setzen möchte, damit man ein komplettes Starterfeld von 14 Oberligamannschaften erhält, sei jedem Leser selbst überlassen.

Wir haben also alle Chancen, in diesem, bereits Staub ansetzendem Bereich der geschichtlichen Historie, noch einen Rang nach vorn zu kommen. Dafür sollten unsere Goldfüße am Samstag, im direkten Duell mit den Rot-Weißen erfolgreich sein. Wer von unseren grippegeplagten Spielern auflaufen wird, ist noch nicht bekannt gegeben worden. Zu den bekannten Verletzten haben sich noch Dennis Erdmann und Dominic Baumann zum Absitzen ihrer Sperren hinzugesellt. Wahrscheinlich wird mit Robert Andrich dafür unsere allerletzte Verpflichtung für diese Spielzeit erstmals im Kader stehen.

Hoffen wir, dass es anders als in Münster nicht nur eine Einzelaktion sein wird, über die gejubelt werden kann. Verunsichern lässt sich die Mannschaft hoffentlich nicht durch die gespenstische Stille, die im Stadion herrschen wird. Vielleicht können ja unsere zugelassenen Pressevertreter um Jens Umbreit oder Sven Geisler eine Gänsehautstimmung erzeugen?! Ich hätte ihnen gern geholfen, aber der „Sieg auf ganzer Linie“ ( http://ultras-dynamo.de/ud2010/news/index/page:2 ), wie es in der  Onlinepräsenz der Ultras Dresden nach dem Spiel bei Hansa am 30.11.2014 zu lesen war, hat dazu geführt, dass ich, wenn ich mich schon einmal über ein freies Wochenende freuen darf, dies nicht im Stadion verbringen werde…

Ein Hauch von Leverkusen

96 Spiele, als das traurige Jubiläum bedrohlich näher rückte, nahm sich Dynamo ein Herz und drehte einfach mal ein Spiel nach einem Rückstand in der 2.Bundesliga. Zuletzt gelang das vor fast 8 Jahren (22.05.2005) am letzten Spieltag der Saison 2004/05, als Rot-Weiß Erfurt daheim nach einer 1:0 Führung noch mit 1:2 unterlag.

15 Minuten, der FC St. Pauli war im Hinspiel noch etwas schneller und drehte das zwischenzeitliche 0:2 in nur 10 Minuten (+15 Minuten Halbzeitpause) in ein 3:2, unsere 15 Minuten können sich jedoch definitiv ebenfalls sehen lassen! Gegen Leverkusen benötigten wir damals 18 Minuten, um aus einem 0:3 in ein 3:3 auszugleichen.

7+1 Spieler, Florian Jungwirth, Romain Bregerie, Sebastian Schuppan, David Solga, Robert Koch, Filip Trojan, Pavel Fort und Cristian Fiel erlebten bereits 2011 den DFB-Pokalauftakt hautnah auf dem heiligen Dresdner Rasen mit. Sie machten den Hauch von Leverkusen perfekt!

Saisonhochrechnung 2012/13

Die EM 2012 ist noch gar nicht beendet, da buhlt die neue Zweitligsaison bereits um Aufmerksamkeit. Am vergangenen Samstag bekamen wir den Chemnitzer FC im DFB-Pokal zugelost, am Dienstag folgte dann der neue Spielplan.

Neben dem ersten Blick, welche Spiele eventuell im Stadion verfolgbar sein könnten (es sei denn, der Verkauf ist bereits nach 4 Minuten beendet, wie gegen den FC St. Pauli in der letzten Saison), kommt dann meist reflexartig ein erster Überschlag, gegen wen wann und in welcher Konstellation Punkte geholt werden können. Meist komme ich auf 102 am Saisonende, aber  was dem THW Kiel 2011/12 in der 1. Handballbundesliga gelang, ist für Dynamo Dresden vielleicht nicht unbedingt realistisch. Aber auch, wenn es eventuell für den 1. FC Köln oder den 1. FC Kaiserslautern daheim gegen die SGD Überraschungssiege geben könnte, so steht uns jedes Jahr (zumindest vor Saisonbeginn) eine grandiose Saison bevor.

Um im kommenden Sommer nicht allzu enttäuscht zu sein, habe ich einmal für mich orakelt und die durchschnittlichen Punkte/Tore/Gegentore der Dynamos in der 2. Bundesliga gegen die Mannschaften der letzten Jahre genommen. Aus manchen Ergebnissen lassen sich gut Vorhersagen treffen (so scheint uns unser 1. Gegner, der VfL Bochum, mit 7 Punkten aus 4 Spielen (4:2 Tore) in der 2. Bundesliga gut zu liegen, unser sächsischer Konkurrent, Erzgebirge Aue (4 Punkte in 6 Spielen, 5:13 Tore) jedoch überhaupt nicht!

Zu anderen Mannschaften ist auch das Orakel überfordert, da es beispielsweise gegen den 1. FC Kaiserslautern seit 1995 kein Pflichtspiel (gegen Hertha BSC überhaupt noch keins) mehr gab. Also habe ich bei den diesjährigen Absteigern die vorhandene Bundesligahistorie gegen Dynamo Dresden genommen, dazu unsere Zweitligabilanz gegen die Bundesligaabsteiger allgemein (so zum Beispiel 2004/05 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, TSV 1860 München) eingeflochten.

Bei den Aufsteigern ist es ähnlich. Wir haben gegen den VfR Aalen, Jahn Regensburg und den SV Sandhausen in der 3. Liga gespielt, was alles mit einfließt, dazu kommen unsere Spiele gegen die Zweitligaaufsteiger (2004/05 FC Rot-Weiß Erfurt, Rot-Weiss Essen, 1. FC Saarbrücken) im allgemeinen hinzu.

Und diese haben uns wahrscheinlich den Klassenerhalt in der kommenden Saison gerettet! Gegen Zweitligaaufsteiger haben wir durchschnittlich 1,72 Punkte geholt, gegen die diesjährigen Aufsteiger aus der 3. Liga jedoch nur 1,06! Aalen, Regensburg und Sandhausen sind also wahrlich keine vorhersehbaren Punktelieferanten.

Letztendlich wird es wohl 2012/13 mit 41 Punkten (40:50 Tore) für den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga reichen, dass das aber auch nach hinten losgehen kann, haben wir 2005/06 bewiesen!

Letztendlich bin ich von diesem Ergebnis auch etwas desillusioniert, aber leider haben die Zahlen nicht mehr hergegeben. Die alte Fußballweisheit, wonach das 2. Jahr nach dem Aufstieg schwerer sei, scheint also nicht ganz so einfach wegzuwischen sein!

Saisonhochrechnung 2012-13