Schlagwort-Archiv: Olaf Janßen

Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…

sprachlos…

Zur Zeit sind ist mir echt der Optimismus abhanden gekommen. Lange habe ich gehofft, vor dem Spiel in Cottbus auf die Erfolgsspur zu kommen um dann da zeigen zu können, warum wir in der 2.Bundesliga bestehen werden. Da fehlt mir gerade die Assoziationskette. Ich habe keine Ahnung, wie wir die restlichen Spiele auf Spur kommen sollten?!

Die Durchhalteparolen von Olaf Janßen klingen auch immer vorhersehrbarer. Ich möchte nicht mehr darüber reden, den Bock umzustoßen, den Sieg zu erzwingen, den Fokus aufs kommende Spiel zu legen, irgendwie möchte ich auch mal ein Resultat sehen, was mich glauben lässt, dass wir nur eine Ergebniskrise aber keine Qualitätskrise haben!

Also, Ende der Durchhalteparolen!

Nach vorn schauen!

Gestern habe ich mich zum ersten Mal dabei erwischt, wie auch mir so langsam die Hoffnung zwischen den Spielen mit den immer gleichen Endergebnissen zerrinnt. Habe ich vor dem Spiel noch Hoffnung verbreitet, dass wir die Punkte nicht unbedingt gegen den Tabellenvierten oder -zweiten holen werden sondern in den Spielen gegen Mannschaften aus dem Niemandsland oder den direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller, so war ich mir gestern in der Halbzeitpause unschlüssig.

Es ist ja nicht nur eine Frage des Ergebnisses, vielmehr eine, wie es zustandekommt. Und ich habe nichts von großen Offensivbemühungen oder vielen Chancen gelesen, sondern eher davon, wie wir Glück hatten, keinen gegnerischen Elfmeter zu erhalten und die Zuordnung bei Ecken eher suboptimal war. Das zusätzlich noch ein Sonntagsschuss die Führung des Gastgebers ermöglichte und Lattenpech unsere zuvor verhinderte, passt zur derzeitigen miserablen Situation.

Olaf Janßen tut mir derzeit echt leid. Jede Woche die immergleichen Fragen beantworten zu müssen ist garantiert kein Spaß. Und so langsam verfällt auch er in die Phrasen, die beim Bullshitbingo garantiert für Punkte sorgen würden und die man als Fan irgendwann nicht mehr hören kann: „Wir müssen und werden den Bock umstoßen!“ Völlig die Hoffnung habe ich diesbezüglich noch nicht aufgegeben, nur langsam sollte mal das Ausrufezeichen, welches dann hoffentlich eine dringend benötigte Serie einläutet, gesetzt werden.

Und wenn man in und kurz nach der Halbzeitpause für sich sinniert, kommen dann Gedanken, warum es in der kommenden Saison in der 2.Bundesliga überhaupt besser werden sollte? Die Hoffnungen vor jeder Saison sind Träume, dass müsste inzwischen klar sein. 2011/12 haben wir wohl größtenteils am absoluten Limit gespielt und sind hin und wieder unterschätzt worden. Letzte Saison war da wohl aussagekräftiger, fiel aber bei vielen (wie auch bei mir) unter die Rubrik „Betriebsunfall“. Wer hatte nicht geglaubt, dass das wiedervereinigte Duo Mickael Poté und Zlatko Dedic da weitermachen würde, wo sie das Jahr zuvor aufgehört hatten? Derzeit frage ich mich eher, wie wir denn den Rest und gegebenenfalls die kommende Saison mit den beiden, die nun schon fast die gesamte Saison einen Schatten ihrer selbst darstellen, gefährlich vor dem gegnerischen Strafraum auftreten sollten? Zusätzlich kommt aus dem Mittelfeld nicht so viel verwertbares für den Angriff, der dann natürlich doof aussieht. Also, wo sitzt das Problem eher? In den Köpfen der vordersten Reihe oder den fehlenden überraschenden Momenten dahinter?

Kurzfristig hatte ich da also diese negativen Gedanken, die wir noch nicht ausschließlich denken sollten. Aber das Kopfkino lief bereits und ließ sich nicht ausstellen. Wenn durch die Drittklassigkeit einige Verträge nichtig werden würden, wären wir offen für neue Wege und damit vielleicht erfolgreicheren Fußball. Doch zum Glück wurde der erste Gedanke rasch übertüncht, denn der Karlsruher Weg wäre nicht zwangsläufig der unsere. Almannia Aachen ist genau den anderen gegangen, der, wenn ich unsere finanziellen Möglichkeiten und Einschränkungen betrachte, nicht unbedingt der unwahrscheinlichste wäre.

Also sollten wir doch hoffen, dass aus dieser grottigen Saison wenigstens noch der Relegationsplatz herausspringen wird, denn auch, wenn wir unser Glück erneut herausfordern würden, Relegation können wir bisher gut!

Also, grübeln ist erlaubt, aufgeben noch nicht!

09.03.2014, zeigt Dynamo Reaktion?

So langsam kann einen Olaf Janßen leid tun. Die Serie wird länger und länger und inzwischen klingen einige seiner Aussagen schon nach kräftigen Durchhalteparolen oder Neudeutsch „Bullshitbingo“. „Ein Sieg am Sonntag ist Pflicht, da müssen wir nicht drumherum reden.“ oder auch „Wir müssen alles aus uns herausholen und dürfen keine Fehler machen. Wir müssen unsere Arbeit endlich mit Punkten veredeln.“ fasste es die SG Dynamo Dresden in jeweils 140 Zeichen auf Twitter zusammen. Was soll er auch anderes sagen? Es gibt ja keine weltbewegenden Neuigkeiten, außer, dass der Druck von Spiel zu Spiel steigt.

Am Sonntag sind die Düsseldorfer zu Gast, eine andere Mannschaft der 2.Bundesliga, die mit dem Saisonverlauf nicht zufrieden sein kann, aber sich derzeit etwas von uns absetzen konnte. Unter dem neuen Trainer Lorenz-Günter Köstner, der vor gefühlten Jahrzehnten unter dem damaligen Dresdner Geschäftsführer Volkmar Köster fast einmal in Dresden gelandet wäre, sind die Düsseldorfer ungeschlagen. Die letzten 2 Spiele haben sie sogar ohne Gegentor überstanden, was diese Saison ein Novum ist und kicker.de sogar einen kleinen Text wert war. Sie haben sich stabilisiert. Das die Gegner, die das zu Null erlaubten, Bochum und Bielefeld waren, uns derzeit in der Tabelle also umrahmen, lässt mich einerseits danken, dass es so ist und wir noch auf dem Relegationsplatz stehen mit aufholbaren 4 Punkten zu den Bochumern, andererseits ist es nicht schwer zu erahnen, dass sich diese Serie auch noch um ein weiteres Spiel verlängern könnte. Vielleicht bleiben wir aber auch mal wieder ohne Gegentor, denn mit 25 Treffern sind die Düsseldorfer ähnlich erfolgreich wie wir. Mit Charlison Benshop haben sie einen Torjäger, der bereits 9x getroffen hat. Neben ihm traf zuletzt auch Erwin Hoffer, ein Angriff, den wir trotz der nach außen mageren Ausbeute nicht unterschätzen dürfen! (Bullshitbingo kann nicht nur Olaf! (-;)

Bei uns fehlt neben Mohamed Amine Aoudia Marco Hartmann, alle anderen Spieler sind wohl einsatzfähig. Auch die Düsseldorfer haben einige Ausfälle zu beklagen. Ihnen fehlen außer Leon Balogun, Dustin Bomheuer, Axel Bellinghausen wohl auch Kapitän Andreas Lambertz. Ansonsten hat Olaf Janßen noch einen Wunsch für das sonntägliche Spiel: „(Die Fans) haben uns in Ingolstadt nach dem Rückstand immer unterstützt. Das muss belohnt werden.“

In diesem Sinne!

Premiere für Cristian, Jubiläum für Robert

Premiere, Cristian Fiel stand das 1.Mal unter Olaf Janßen in der Startelf. Seinen letzten Einsatz hatte er gegen den FC Ingolstadt in der Hinrunde.

5 aus 8, im 8.Duell mit dem FC Ingolstadt gab es das 5.Remis.

7x 1:1, mit dieser Vorhersage hätte man diese Saison bereits zu häufig richtig gelegen!

11, mit 11 Unentschieden im Saisonverlauf haben wir eine neue Höchstmarke in der 2.Bundesliga aufgestellt.

14, Robert Koch war der 14.Torschütze in dieser Saison. Nur 2005/06 gab es genau so viele Torschützen.

17, Trainer Olaf Janßen hat nun einmal gegen jede Mannschaft der 2.Bundesliga an der Seitenlinie gestanden. Seine bisherige Bilanz 4 Siege, 8 Unentschieden, 5 Niederlagen, 20 Punkte, 19:24 Tore. 

20, Robert Koch erzielte gegen Ingolstadt sein erstes Tor nach langer Pause und seinen 20. Treffer für die SGD. Davon waren jeweils 9 Treffer in Liga 3 und der 2.Bundesliga und 2 Relegationstreffer 2011 gegen Osnabrück.

49, diese ist wohl die „fehleranfälligste“ Statistik, dennoch müsste die SGD in dieser Saison mit bisher 49 die meisten gelben Karten aller Zweitligajahre kassiert haben.

Samstag, 08.02.2014, zu Gast bei Union Berlin

Endlich kann man sich wieder auf das Sportliche konzentrieren. Die Winterpause mit einer optimistisch stimmenden Vorbereitungsphase liegt hinter uns und Union Berlin steht uns vor der Brust.

Schaut man auf das erste Pflichtspiel im neuen Jahr, so ist die Frage, wer denn auf dem Platz stehen wird, ein wenig mehr Glaskugel als zu Spielen, die einer Vorwoche folgen. Doch so richtig spannend ist es nicht geworden in der Vorbereitung. Kurzfristig dachte ich, dass es eine Überraschung auf der Torhüterposition geben könnte. Einige kleine Nebenaussagen von Olaf Janßen sowie auffallend viele Testspieleinsätze von Markus Scholz (auch, als sie noch zu Viert waren…) ließen für mich diese Überlegung zu, letztendlich scheint die diese Woche im Training erlittene Dehnung des scholz´schen Syndesmosebandes eine Entscheidung gefällt zu haben. Ich glaube daher, dass Benjamin Kirsten beginnen und Markus Scholz auf eine Chance noch etwas warten wird. Schenkt man Olaf Janßen und seinem Wunsch, mit Scholz langfristig zu verlängern Gehör, so wird er sie irgendwann auch bekommen. Torsten Schulz ist als Außenverteidiger gesetzt, einzige kleine Frage ist, ob links oder rechts. Trotz des letzten Testspieles glaube ich eher an Sebastian Schuppan als an Cheikh Gueye als den Part auf der anderen Seite. Sein Fehlen wurde mit einer Vorsichtsmaßnahme begründet, die wird es gegen Union nicht geben. Innenverteidiger werden wie gewohnt Kapitän Romain Bregerie und Adam Susac, der Torschütze aus dem Hinspiel sein. Alban Sabah, der wohl einer der Gewinner der Vorbereitung ist, wird auf sein Saisondebüt noch etwas warten müssen. Im zentralen defensiven Mittelfeld haben sich zuletzt Tobias Kempe und Anthony Losilla bewährt, dahinter wartet Mehrzweckwaffe Marco Hartmann, ein weiterer Gewinner der Vorbereitung, auf seine Chance. Außen ist es durch den Bänderanriss von Robert Koch wieder übersichtlich geworden. Links Idir Ouali und gegenüber der Winterneuzugang Vincenzo Grifo bilden vorerst das Gespann auf den Außenbahnen. Ganz vorn wirbelt hoffentlich das alte Traumpaar Zlatko Dedic und Mickael Poté, welches sich in den Vorbereitungsspielen mehr und mehr gefunden zu haben scheint. Die rote Karte mit der Sperre von 3 Spielen verhindert vorerst weitere Jokertore von Mohamed Amine Aoudia und gibt Tobias Müller vielleicht ein paar Spielminuten. Das er ebenfalls von der Bank aus schnell ins Spiel finden und dabei auch Tore erzielen kann, hat er mit 3 Jokertoren 2013 bewiesen!

Mal sehen, wie die Aufstellung am Samstag aussieht. Zum Schluss lässt Olaf Janßen mit Mickael Poté allein als Sturmspitze spielen und installiert wieder Toni Leistner als Staubsauger zwischen Abwehr und Mittelfeld. Das unser Trainer hin und wieder Gegner und eigene Fans zu verblüffen versteht, macht diese Vorbetrachtung ja so extrem subjektiv und kritikanfällig. Ich bin gespannt!

Zahlen zu bemühen, die optimistisch stimmen, gibt es zu dieser Partie nicht zu viele. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass 2 der 3 Tore zu unserem letzten Auswärtssieg bei den Eisernen ein gewisser Rocco Milde erzielte. Sein Sohn Paul, der inzwischen zur 1.Mannschaft gehört, war zu diesem Zeitpunkt jedoch gerade einmal 3 Jahre Es ist also eine ganze Menge Zeit vergangen.

Danach spielten beide Vereine vorwiegend in verschiedenen Ligen, trafen zwischenzeitlich immer mal wieder aufeinander und 7x hieß der Sieger in der Hauptstadt zumindest nicht SG Dynamo Dresden.

Nun zu den positiven Punkten. Im letzten Heimspiel beendete Adam Susac eine Serie von 3 Spielen ohne dynamischen Torerfolg und außerdem zählt von Jahr zu Jahr mehr: je länger eine Serie Bestand hat, desto eher reißt sie!

In diesem Sinne, überrascht uns (positiv)!

Ruhe? Nicht bei Dynamo!

Ein Tweet von Jens Umbreit fasst gut alles zusammen, was bei der SGD zurzeit mal wieder los ist:

Zahlen des Abends – Vereinsgeschäftsführer seit 2006: Union Berlin 1, Eintracht Braunschweig 2, Dynamo Dresden 6!

Nach dem gestrigen Kahlschlag wird es noch einen Neuen geben. Er wird dann in der Hierarchie neben Ralf Minge zu finden sein, der ab spätestens dem 01.03.2014 als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich tätig sein wird. Ralf Gabriel, der den gestrigen Abend stellentechnisch überlebt hat, soll dann eine andere verantwortungsvolle Arbeit im Verein erhalten. Also wurde ihm gestern zuerst die Motivation genommen, ehe er zeitnah seinen derzeitigen Posten verlieren wird.

Man kann von den Entscheidungen persönlich halten, was man möchte, den Einblick hinter die Kulissen fehlt wohl fast allen, die sich dazu derzeit äußern. Die Außenwirkung des Vereins ist jedoch mal wieder bombastisch. Nach der Trainerposse im vergangenen Herbst ist Ralf Minge auf einmal doch noch bei Dynamo gelandet. Im letzten Jahr sollte er Trainer werden, nun wird er statt der Trainingsjacke wohl eher den Anzug tragen. Sein Aufgabengebiet wird der gesamte sportliche Bereich sein, von der ersten Mannschaft bis zur Entwicklung des Nachwuchses. Gespannt sein darf man, wie er in den kommenden Wochen die Arbeit von Olaf Janßen einschätzt, der ja bekannterweise statt ihm die Mannschaft trainiert. Fraglich ist, was den neuen Aufsichtsrat, dem ja noch einige des alten angehören, bewogen hat, Ralf Minge nun plötzlich nicht mehr als DEN Trainer zu sehen… Hoffentlich wird von ihm nicht erwartet, dass er die gesuchte eierlegende Wollmilchsau ist.

Fragen werfen auch die Geschehnisse um Steffen Menze und Christian Müller auf. Klar ist, Steffen Menze selbst hat letzte Woche bekannt gegeben, ab Sommer nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Das da ein Nachfolger gesucht werden würde, ist verständlich. Kann man aber nicht versuchen, im Guten auseinanderzugehen und wenigstens eine Art Übergabe zu ermöglichen? Eine gemeinsame Übergangszeit dürfte doch Ralf Minge das sicherlich notwendige Einarbeiten in die aktuelle Materie erheblich erleichtern und wertvolle Zeit bringen, die dann wirklich genutzt werden könnte. Vor allem, wenn man Steffen Menze sowieso weiter Gehalt zahlt. Seine Aussage, sich bis zuletzt einbringen zu wollen, klang ehrlich. Das der Vertrag von Christian Müller wohl nicht verlängert werden würde, konnte man bereits in den letzten Wochen immer deutlicher zwischen den Zeilen lesen. Doch auch hier gibt es neben einem Vertrag, der nun ohne Gegenleistung bis zum 30.06.14 läuft, eine Menge an Arbeit (wie zum Beispiel den Lizenzantrag für die Saison 2014/15), die ein neuer Mitarbeiter, nachdem er sich vielleicht nicht einmal in Ruhe einarbeiten konnte, unterschreiben und verantworten muss.

Wie dem auch sei, die SG Dynamo Dresden stellt sich mal wieder strategisch neu auf. Ob es einer der bereits gehandelten Kandidaten, Stefan Bohne, Thomas Bohn oder Volker Oppitz werden wird, werden wir in den kommenden Wochen erfahren. Irgendwie klingen diese Namen aber nicht wie eine Weiterentwicklung sondern wie ein „zurück zu den Wurzeln“. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, jedoch den Eindruck der Vetternwirtschaft nicht unbedingt widerlegt. Wobei, bei Volker Oppitz könnte ich persönlich damit leben!

Danke Steffen Menze! Danke Christian Müller! Alles Gute und mehr Wertschätzung auf eurem weiteren Weg!

Viel Erfolg, Ralf Minge!

Listen, in denen man ganz nach vorn kommen kann…

Etwas mehr als die erste Saisonhälfte ist absolviert und während sich die Mannschaft inzwischen den Schliff für das Frühjahr holt, ist Zeit, so manche Liste zu aktualisieren.

Am bekanntesten ist sicherlich die mit den meisten Einsätzen. Wo sich seit Sommer 2006 Christian Fröhlich am Platz an der Sonne erfreuen konnte, gab es durch das dritte Zweitligajahr erwartbar die intensivsten Verschiebungen. Seinen Platz inne hat derzeit Romain Bregerie mit 79 Einsätzen. Sollte er sich nicht am Anfang der Rückrunde schwer verletzen, so dürften die Nächstplatzierten Sebastian Schuppan (72 Einsätze) und Mickael Poté (68 Einsätze) in Lauerstellung bleiben. Christian Fröhlich (62 Einsätze) ist aktuell auf Rang 8 zu finden, einzig Cristian Fiel (56 Einsätze), Idir Ouali (51 Einsätze) und Anthony Losilla (50 Einsätze) können daran bis zum Sommer rütteln.

Bei den Torjägern ist es unerwartet ruhig geblieben. Während Mickael Poté seine Spitzenposition mit genau 2 Treffern in der Hinrunde auf 20 aufstocken konnte, gelang Rückkehrer Zlatko Dedic mit nun insgesamt 16 Zweitligatreffern für Dynamo Dresden der Sprung von 4 auf 3, den er sich aktuell jedoch mit Joshua Kennedy teilt. Einzig Mohamed Amine Aoudia machte mit 6 Treffern auf sich aufmerksam und landete aus dem Nichts auf Platz 8.

Es gibt Tore, der verschönern das Torverhältnis und dann gibt es solche, die sichern Punkte. So war das 1:0 von Mickael Poté gegen Cottbus 2 Punkte wert, sein Tor eine Woche später beim 3:1 in München letztendlich für das Torverhältnis. Trotzdem hat „sein Zweipunktetor“ ausgereicht, um mit nun 14 Klemen Lavric (13 Punkttore) auf Rang 2 zu verweisen. Den Bronzerang hält Zlatko Dedic mit 10 Punkttoren.

Bei den Jokertoren hat Mohamed Amine Aoudia sich bis auf Pavel Fort herangepirscht. Beide haben je 4x von der Bank aus kommend, getroffen und teilen sich damit Rang 1. Direkt dahinter lauert aussichtsreich Tobias Müller (3 Jokertore).

Wo wenig Tore geschossen werden, gibt es naturgemäß auch wenig Vorlagen. Filip Trojan konnte dadurch seinen ersten Rang mit 14 Torvorlagen auch ohne Zuwachs verteidigen. Ihm folgen Robert Koch (11 Vorlagen) und Cristian Fiel (10 Vorlagen). Am Fleißigsten war Idir Ouali, der bereits 4x in dieser Saison auflegte und damit seine Quote von letzter Saison bereits erreichte. Er liegt aktuell auf Rang 6 mit guten Chancen, weit nach vorn zu kommen…

Bei den Scorern hat zur Zeit Mickael Poté die Nase vorn. 20 eigene Treffer sowie 8 Vorlagen haben gereicht, um Joshua Kennedy (16 Tore, 10 Vorlagen) auf Platz 2 zu verdrängen. Auf Bronze liegt Zlatko Dedic, der 16x traf und 6x vorbereite.

In der nächsten Liste liegt Florian Fromlowitz (25x) ganz vorn. Ihm folgen mit Ignjac Kresic (24x) und Darko Horvat (22x) weitere Torhüter, die viele Spiele von der Bank betrachteten, ohne im Verlauf des Spieles eingewechselt zu werden. Aussichtsreich im Rennen liegt mit Markus Scholz (16x) ein weitere Torhüter, mit Toni Leistner und Sebastian Schuppan (je 14x) können auch zwei Feldspieler noch einen Sprung nach vorn machen…

Das Ranking der Zu-Null-Spiele hat Benjamin Kirsten ausgebaut. 4 Spiele konnte er diese Saison zu insgesamt 15 hinzufügen. Es folgen Ignjac Kresic (8,5) vor Darko Horvat (5,5), welche sich die Null gegen 1860 München in der Saison 2005/06 teilten.

Nahezu unverändert bleibt die Reihenfolge bei den Einwechslungen. Es führt Pavel Fort (27) vor Daniel Jules Wansi (19). Auf Rang 5 ist der erste aktuelle Spieler vertreten, Cristian Fiel, der 13x von der Bank aus das Spielfeld betrat. Shootingsstar hier ist Mohamed Amine Aoudia, der bei insgesamt 15 Einsätzen 10x von der Bank aus startete…

Leichte Verschiebungen gab es bei den Auswechslungen. Filip Trojan führt diese Liste mit inzwischen 30 Auswechslungen an. Idir Ouali, der Anfang letzte Saison unter Ralf Loose stark in dieser Rubrik begann und dann in der zweiten Saisonhälfte bei Peter Pacult ebenso stark nachließ, konnte unter Olaf Janßen nur noch 2 Auswechslungen hinzufügen und verharrt bei aktuell 16 auf dem sechsten Rang. Mehr Punkte machten Zlatko Dedic (21) und Mickael Poté (20) auf Rang 3 und 4, die Mohamed Amine Aoudias Einwechslungen wichen.

Größter Gelbsünder ist und bleibt René Beuchel, der 18x den gelben Karton gezeigt bekam. Vielleicht kann Robert Koch ihn bald von da verdrängen. Seine 5 gelben Karten in dieser Saison reichen aktuell für den Silberrang und lassen ihm mit 2 fehlenden gelben Karten noch alle Chancen, in dieser Rubrik bald ganz nach vorn zu gelangen. Ebenfalls nicht chancenlos sind Romain Bregerie und Mickael Poté mit 15 gelben Karten.

Gänzlich unverändert bleibt die Liste der gelb-roten Karten. Sie führt Levente Csik an, der sie 2x sah.

Größter Rotsünder ist mit 2x mal wieder René Beuchel. 7 Spieler aus dem aktuellen Kader der SGD können ihm jedoch die Einzigartigkeit zweier roter Karten streitig machen…

Wer die meisten gelben (1Punkt), gelb-roten (3 Punkte) und roten Karten (5 Punkte) sammelt, ist der größte Bösewicht. Das hier René Beuchel mit 28 Punkten führt, überrascht nicht wirklich, aber auch hier kann es bald Veränderungen geben. Robert Koch fehlen ganze 4 Punkte, Romain Bregerie auch nur 5. Also, Jungs, noch alles drin!

Die meisten Spiele gesperrt ist bisher, es verwundert nicht, René Beuchel gewesen. 8 Spiele sah er notgedrungen von der Tribüne. Dahinter sind mit Romain Bregerie (6) und Robert Koch (4, gemeinsam mit Karsten Oswald) die üblichen Verdächtigen. Im Blick muss man Mohamed Amine Aoudia, der bereits bei 3 Spielen Sperre verharrt.

13.12.2013, zu Gast in Köln

Für eine Vorberichterstattung gegen den 1.FC Köln benötigt man nicht viele Worte. Genau wie gegen den 1.FC Kaiserslautern sind wir eigentlich ohne jegliche reelle Chance. Unser Gegner hat sich nach der Hälfte der Saison bereits  Punkte Vorsprung auf den vorderen Relegationsrang erspielt. Mit nur 7 Gegentreffern kann in den obersten 3 Ligen derzeit nur der FC Bayern München aus der 1.Bundesliga mithalten, jedoch haben Manuel Neuer und seine Kollegen vom FCB auch erst 15 Saisonspiele bestritten. 2 Niederlagen in einer Fußballhalbserie sind ebenso aller Ehren wert, schaut man jedoch auf die Gegner der beiden 0:1, den VfL Bochum auswärts am 14.Spieltag und einen später daheim den FC Ingolstadt, dann könnte man fast denken, dass der 1.FC Köln gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte ein Motivationsproblem haben könnte. Das dies jedoch eher eine kleine Hoffung als eine realistische Sichtweise ist, zeigt, dass die Kölner gegen die aktuellen Mannschaften zwischen Platz 15 (Aue) und Platz 18 (Cottbus) allesamt gewonnen hat.

Schauen wir auf Dynamo Dresden. Interessant wird sein, wie Trainer Olaf Janßen auf die Gelbsperren von Mickael Poté und Robert Koch reagieren wird. Die Systemfrage an sich wird sich meines Erachtens gar nicht stellen. Köln kann man durchaus mit Kaiserslautern vergleichen, wo Toni Leistner einen resoluten Abräumer gab. Spielt er, dürfte in Köln kein Platz für einen zweiten Stürmer sein. Doch wer ist eigentlich derzeit die erste Alternative für unseren gelbgesperrten Mickael? Zuletzt haben sowohl Zlatko Dedic mit seinem Traumtor gegen Kaiserslautern als auch Mohamed Amine Aoudia mit seinem Kopfball in der Bielefelder Nachspielzeit gezeigt, dass sie mehr als eine Alternative für Poté sein können. Gefühlt würde ich unsere WM-Hoffnung vorn sehen, jedoch hat er mit seinen 3 Saisonjokertoren gezeigt, dass er ohne jede Anlaufzeit hellwach ist. Vielleicht ist das zuletzt sogar ein kleiner Nachteil für ein Leibchen der ersten Elf. Ebenso gibt es auf der Position von Robert Koch mehr als eine Möglichkeit für unseren Trainer. Tobias Kempe, der bis zu seiner Verletzung auf einer der Außenpositionen gespielt hat, würde ich dabei fast unerwähnt lassen. In den letzten Spielen hat er gezeigt, wie wertvoll er im Zentrum des Mittelfeldes für die Mannschaft sein kann. Filip Trojan, der zuletzt nicht einmal mehr auf der Ersatzbank eine Berücksichtigung fand, würde ich genau dort erwarten, keinesfalls in der Startelf. Zuletzt schien ihm Paul Milde den Rang abgelaufen zu haben, Olaf Janßen hat mehrfach betont, wie viel Potential in ihm steckt und was kann passieren, außer eine Niederlage auf dem Feld zu erleben, die beim Tabellenführer nicht unbedingt ein Genickbruch wäre?

Ich hoffe, auf ein faires und friedliches Spiel auf dem Feld und den Stadionrängen beim letzten Auswärtsspiel 2013. Schade, dass solche Selbstverständlichkeiten immer wieder erwähnt werden müssen!

So, mehr ist derzeit nicht zu sagen, außer, dass ich diesmal im Vorfeld sogar mal wieder (nach St. Pauli & Paderborn) in einem ansprechenden Blog des Spieltagesgegners herumschnüffeln wollte. Den, den ich über twitter kenne, http://www.dervierteoffizielle.de/wp/  macht aber gerade Pause. Schade, hätte mich schon interessiert, was der so übers Spiel denkt!

50% Romain Bregerie und ein Serienausbau

1., Toni Leistner hat nach mehr als 2 Jahren mal wieder in der Startelf gestanden. Zuletzt (24.07.2011) war das am 2.Spieltag der Saison 2011/12 zu Hause gegen den FC Hansa Rostock.

3, drei Scorerpunkte in einem Spiel holt man auch nicht alle Tage. Idir Ouali ist es mit einem Tor und 2 Vorlagen gelungen. Er hat damit bereits am 16.Spieltag seine Torvorlagen der vorherigen Saison (insgesamt 4) erreicht.

6, wir sind inzwischen seit 6 Heimspielen ohne Niederlage. Die bisherige Bestleistung stand 2004/05 und 2011/12 bei 5 Spielen.

19 aus 16, letzte Woche wurde bereits erwähnt, dass trotz der Niederlage unsere erste Saisonhälfte eine der besseren ist. 19 Punkte aus den ersten 16 Spielen haben wir noch nie erzielt. 2004/05 und 2011/12 waren es 17. 2011/12 reichte dies sogar zum 10.Tabellenplatz!

76, Romain Bregerie hat gegen Kaiserslautern sein 76. Zweitligaspiel absolviert. Er stand damit in der Hälfte aller Dresdner Spiele in der 2.Bundesliga auf dem Feld! Herzlichen Glückwunsch!

Olaf Janßen, erste Zwischenbilanz:

4 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen, 13:14 Tore

Punkteschnitt 1,6 (Peter Pacult hat als bisheriger Bester aus insgesamt 37 Spielen als Trainer der SGD in der 2.Bundesliga durchschnittlich 1,38 Punkte erreichen können.