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Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…

Was bisher geschah

Der letzte Blogeintrag liegt bereits wieder mehr als ein Monat zurück, es wird Zeit, dass hier wieder regelmäßig etwas zu lesen sein wird.

Es ist viel geschehen im letzten Monat. Übergroß liegt der Pokalsieg gegen Schalke 04 über dem vergangenem Monat. Ich habe ihn in Norwegen mit einigen SMS erlebt und gerade noch einmal in die Schwarz-Gelbe-Flimmerkiste, Teil 3 geschaut. Der reine Wahnsinn und ein gelungener Abschluss der euphorischen Wochen, ehe wir nun so langsam im Alltag der 3.Liga anzukommen scheinen.

http://www.dynamo-dresden.de/mediathek/details/galerie/826/mediathek-action/show/mediathek-controller/Mediathek/mediathekdetail-suchtyp/tv.html

13 Spieler haben in den ersten 6 Saisonspielen ihren Einstand in den dynamischen Annalen gegeben, was noch einmal drei mehr sind als zum gleichen Zeitpunkt nach unserem ersten Betriebsunfall im Sommer 2006. Damals war nach den ersten 6 Spielen die Punkteausbeute leicht besser, dafür standen wir plötzlich ohne Trainer da und unter Peter Pacults Nachfolger Norbert Meier akklimatisierten wir uns halt im September in der neuen Spielklasse.

Inzwischen sind nicht nur 13 Premierenbierkästen ausgegeben wurden, auch der eine oder andere Spieler hatte seinen persönlichen Moment.

Michael Hefele absolvierte in Cottbus sein 50. Spiel in der 3.Liga.

Cristian Fiel und Benjamin Kirsten spielten gegen Kiel zum 25. Mal in der 3.Liga. Nebenbei sind die Beiden im aktuellen Kader mit Abstand die mit den meisten Spielen, die sie in den letzten Jahren für die SGD absolviert haben.

Auch wenn man es kaum glauben mag, wir hatten in der letzten Saison einen vergleichbaren Lauf wie zu Beginn dieser Saison. Zwischen dem 10. und 14. Spieltag waren wir mit drei Siegen und zwei Unentschieden sogar noch etwas „erfolgreicher“.

Unsere fleißigsten Scorer sind bisher Sylvano Comvalius mit drei Toren und einer Vorlage sowie Marvin Stefaniak, der vier Tore vorbereitete.

Während Marvin bisher alle Spiele vorzeitig beendete, kam Dominic Baumann in jedem Spiel irgendwann nach dem Seitenwechsel zum Zug. Mal sehen, ob Beide damit Idir Ouali in seiner ersten Zeit oder Zlatko Dedic in seinen letzten Tagen bei Dynamo nacheifern.

Am kommenden Samstag bei Wehen-Wiesbaden treffen wir unter anderem auf Florian Fromlowitz, welchen zuletzt ein weiteres Murmeltier gegrüßt haben dürfte. Er besetzte zu Beginn der Saison die Ersatzbank, spielte einmal im DFB-Pokal gegen einen seiner früheren Vereine und erlebte wie damals mit Dynamo Dresden in Hannover eine unglückliche Niederlage des Underdogs im Elfmeterschießen. Neben ihm befinden sich mit Tobias Jänicke und Soufian Benyamina zwei weitere Spieler mit dynamischer Vergangenheit im Kader, die nicht die besten Erinnerungen an ihre Dresdner Zeit haben dürften. Als Tabellensechster reisen wir nicht chancenlos aber dennoch als Außenseiter nach Hessen zu einem der Aufstiegskandidaten.

Listen, in denen man ganz nach vorn kommen kann…

Etwas mehr als die erste Saisonhälfte ist absolviert und während sich die Mannschaft inzwischen den Schliff für das Frühjahr holt, ist Zeit, so manche Liste zu aktualisieren.

Am bekanntesten ist sicherlich die mit den meisten Einsätzen. Wo sich seit Sommer 2006 Christian Fröhlich am Platz an der Sonne erfreuen konnte, gab es durch das dritte Zweitligajahr erwartbar die intensivsten Verschiebungen. Seinen Platz inne hat derzeit Romain Bregerie mit 79 Einsätzen. Sollte er sich nicht am Anfang der Rückrunde schwer verletzen, so dürften die Nächstplatzierten Sebastian Schuppan (72 Einsätze) und Mickael Poté (68 Einsätze) in Lauerstellung bleiben. Christian Fröhlich (62 Einsätze) ist aktuell auf Rang 8 zu finden, einzig Cristian Fiel (56 Einsätze), Idir Ouali (51 Einsätze) und Anthony Losilla (50 Einsätze) können daran bis zum Sommer rütteln.

Bei den Torjägern ist es unerwartet ruhig geblieben. Während Mickael Poté seine Spitzenposition mit genau 2 Treffern in der Hinrunde auf 20 aufstocken konnte, gelang Rückkehrer Zlatko Dedic mit nun insgesamt 16 Zweitligatreffern für Dynamo Dresden der Sprung von 4 auf 3, den er sich aktuell jedoch mit Joshua Kennedy teilt. Einzig Mohamed Amine Aoudia machte mit 6 Treffern auf sich aufmerksam und landete aus dem Nichts auf Platz 8.

Es gibt Tore, der verschönern das Torverhältnis und dann gibt es solche, die sichern Punkte. So war das 1:0 von Mickael Poté gegen Cottbus 2 Punkte wert, sein Tor eine Woche später beim 3:1 in München letztendlich für das Torverhältnis. Trotzdem hat „sein Zweipunktetor“ ausgereicht, um mit nun 14 Klemen Lavric (13 Punkttore) auf Rang 2 zu verweisen. Den Bronzerang hält Zlatko Dedic mit 10 Punkttoren.

Bei den Jokertoren hat Mohamed Amine Aoudia sich bis auf Pavel Fort herangepirscht. Beide haben je 4x von der Bank aus kommend, getroffen und teilen sich damit Rang 1. Direkt dahinter lauert aussichtsreich Tobias Müller (3 Jokertore).

Wo wenig Tore geschossen werden, gibt es naturgemäß auch wenig Vorlagen. Filip Trojan konnte dadurch seinen ersten Rang mit 14 Torvorlagen auch ohne Zuwachs verteidigen. Ihm folgen Robert Koch (11 Vorlagen) und Cristian Fiel (10 Vorlagen). Am Fleißigsten war Idir Ouali, der bereits 4x in dieser Saison auflegte und damit seine Quote von letzter Saison bereits erreichte. Er liegt aktuell auf Rang 6 mit guten Chancen, weit nach vorn zu kommen…

Bei den Scorern hat zur Zeit Mickael Poté die Nase vorn. 20 eigene Treffer sowie 8 Vorlagen haben gereicht, um Joshua Kennedy (16 Tore, 10 Vorlagen) auf Platz 2 zu verdrängen. Auf Bronze liegt Zlatko Dedic, der 16x traf und 6x vorbereite.

In der nächsten Liste liegt Florian Fromlowitz (25x) ganz vorn. Ihm folgen mit Ignjac Kresic (24x) und Darko Horvat (22x) weitere Torhüter, die viele Spiele von der Bank betrachteten, ohne im Verlauf des Spieles eingewechselt zu werden. Aussichtsreich im Rennen liegt mit Markus Scholz (16x) ein weitere Torhüter, mit Toni Leistner und Sebastian Schuppan (je 14x) können auch zwei Feldspieler noch einen Sprung nach vorn machen…

Das Ranking der Zu-Null-Spiele hat Benjamin Kirsten ausgebaut. 4 Spiele konnte er diese Saison zu insgesamt 15 hinzufügen. Es folgen Ignjac Kresic (8,5) vor Darko Horvat (5,5), welche sich die Null gegen 1860 München in der Saison 2005/06 teilten.

Nahezu unverändert bleibt die Reihenfolge bei den Einwechslungen. Es führt Pavel Fort (27) vor Daniel Jules Wansi (19). Auf Rang 5 ist der erste aktuelle Spieler vertreten, Cristian Fiel, der 13x von der Bank aus das Spielfeld betrat. Shootingsstar hier ist Mohamed Amine Aoudia, der bei insgesamt 15 Einsätzen 10x von der Bank aus startete…

Leichte Verschiebungen gab es bei den Auswechslungen. Filip Trojan führt diese Liste mit inzwischen 30 Auswechslungen an. Idir Ouali, der Anfang letzte Saison unter Ralf Loose stark in dieser Rubrik begann und dann in der zweiten Saisonhälfte bei Peter Pacult ebenso stark nachließ, konnte unter Olaf Janßen nur noch 2 Auswechslungen hinzufügen und verharrt bei aktuell 16 auf dem sechsten Rang. Mehr Punkte machten Zlatko Dedic (21) und Mickael Poté (20) auf Rang 3 und 4, die Mohamed Amine Aoudias Einwechslungen wichen.

Größter Gelbsünder ist und bleibt René Beuchel, der 18x den gelben Karton gezeigt bekam. Vielleicht kann Robert Koch ihn bald von da verdrängen. Seine 5 gelben Karten in dieser Saison reichen aktuell für den Silberrang und lassen ihm mit 2 fehlenden gelben Karten noch alle Chancen, in dieser Rubrik bald ganz nach vorn zu gelangen. Ebenfalls nicht chancenlos sind Romain Bregerie und Mickael Poté mit 15 gelben Karten.

Gänzlich unverändert bleibt die Liste der gelb-roten Karten. Sie führt Levente Csik an, der sie 2x sah.

Größter Rotsünder ist mit 2x mal wieder René Beuchel. 7 Spieler aus dem aktuellen Kader der SGD können ihm jedoch die Einzigartigkeit zweier roter Karten streitig machen…

Wer die meisten gelben (1Punkt), gelb-roten (3 Punkte) und roten Karten (5 Punkte) sammelt, ist der größte Bösewicht. Das hier René Beuchel mit 28 Punkten führt, überrascht nicht wirklich, aber auch hier kann es bald Veränderungen geben. Robert Koch fehlen ganze 4 Punkte, Romain Bregerie auch nur 5. Also, Jungs, noch alles drin!

Die meisten Spiele gesperrt ist bisher, es verwundert nicht, René Beuchel gewesen. 8 Spiele sah er notgedrungen von der Tribüne. Dahinter sind mit Romain Bregerie (6) und Robert Koch (4, gemeinsam mit Karsten Oswald) die üblichen Verdächtigen. Im Blick muss man Mohamed Amine Aoudia, der bereits bei 3 Spielen Sperre verharrt.

50% Romain Bregerie und ein Serienausbau

1., Toni Leistner hat nach mehr als 2 Jahren mal wieder in der Startelf gestanden. Zuletzt (24.07.2011) war das am 2.Spieltag der Saison 2011/12 zu Hause gegen den FC Hansa Rostock.

3, drei Scorerpunkte in einem Spiel holt man auch nicht alle Tage. Idir Ouali ist es mit einem Tor und 2 Vorlagen gelungen. Er hat damit bereits am 16.Spieltag seine Torvorlagen der vorherigen Saison (insgesamt 4) erreicht.

6, wir sind inzwischen seit 6 Heimspielen ohne Niederlage. Die bisherige Bestleistung stand 2004/05 und 2011/12 bei 5 Spielen.

19 aus 16, letzte Woche wurde bereits erwähnt, dass trotz der Niederlage unsere erste Saisonhälfte eine der besseren ist. 19 Punkte aus den ersten 16 Spielen haben wir noch nie erzielt. 2004/05 und 2011/12 waren es 17. 2011/12 reichte dies sogar zum 10.Tabellenplatz!

76, Romain Bregerie hat gegen Kaiserslautern sein 76. Zweitligaspiel absolviert. Er stand damit in der Hälfte aller Dresdner Spiele in der 2.Bundesliga auf dem Feld! Herzlichen Glückwunsch!

Olaf Janßen, erste Zwischenbilanz:

4 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen, 13:14 Tore

Punkteschnitt 1,6 (Peter Pacult hat als bisheriger Bester aus insgesamt 37 Spielen als Trainer der SGD in der 2.Bundesliga durchschnittlich 1,38 Punkte erreichen können.

Wieder nicht gewonnen und dennoch aufgeholt!

8, Filip Trojan hat öfter kleine Beschwerden, die ihn aus einem regelmäßigen Spielfluss werfen. Bereits unter Peter Pacult hat er die ersten 6 Spiele nicht in der Startelf gestanden. Auch Olaf Janßen verzichtete bisher auf Filip. Jedoch gehörte er schon unter Interimstrainer Steffen Menze verletzungsbedingt nicht zur ersten Elf. Seit bereits 8 Spielen ist er nicht mehr Stamm. Die letzten 3 Spiele saß er komplett auf der Bank. Kommt er noch einmal zurück?

9, die Mannschaft hat aufgeholt! Unsere Punktgewinne haben die Ausbeute der letzten Saison nach 11 Spielen erreicht. Auch die Punktezahl der anderen Jahre sind mit 10 (2004/05) und 11 (2005/06, 2011/12) wieder in Sichtweite.

10, unser 0:0 vom Wochenende ist ein gefühltes häufiges Ergebnis, taucht jedoch gemeinsam mit dem 3:1, 2:1 und 0:1 erst auf Platz 5 unserer häufigsten Spielergebnisse auf. Häufigstes Ergebnis ist aktuell das 18-malige 1:1. Stimmt, hatten wir ja diese Saison bereits 4 mal.

 

Die Inthronisierung des Olaf Janßen

Nach langem Hin und Her ist Olaf Janßen der neue Trainer der SG Dynamo Dresden. Es ist sehr erfreulich, ihn in Dresden begrüßen zu dürfen, nachdem mal wieder eindrucksvoll bewiesen wurde, wie halbe unbestätigte Neuigkeiten nach dreimal Teilen in sozialen Netzwerken zu offiziellen Statements umgebogen werden können.

Schaut man im Netz nach, so kann man jede Menge Unterstellungen finden, wer wen womit ins Abseits drängen wollte. Ich habe mir heute die Zeit genommen, die Pressekonferenz sowie Interviews mit dem Geschäftsführer Christian Müller sowie einen Monolog des Aufsichtsratsmitgliedes Thomas Dathe anzuschauen und zu -hören.

http://www.radiodresden.de/nachrichten/lokalnachrichten/janssen-vorgestellt-erste-einheit-unter-dem-neuen-trainer-656503/#&panel1-1

Es ist vielleicht etwas blauäugig und für manchen auch viel verlangt, aber wenn man sich mal davon löst, selbst Kapitän, Trainer, Geschäftsführer und sportlicher Leiter in einer Person zu sein und dazu noch einen Sitz im Aufsichtsrat sein eigen zu nennen, sondern sich einfach mal auf seine eigentliche Rolle, die des Fans, besinnt, so kann man einem Großteil der Ausführungen irgendwie folgen.

Dennoch habe ich mir natürlich auch meine eigenen Gedanken gemacht. Es gibt nach der sich bereits im Sommer ankündigenden Demission von Peter Pacult die Aufgabe für den sportlichen Leiter, einen neuen Trainer zu suchen, um eine den Verein beunruhigende Situation lösen zu können. Das strudelnde Schiff muss wieder auf Kurs gebracht werden. Einige Ideen entpuppen sich als nicht mögliche Hirngespinste, ehemals regional verwurzelte Trainer sind anderweitig beschäftigt, andere Anfragen verlaufen im Sande oder sind einfach nicht finanzierbar. Man kann es sich nicht vorstellen, aber vielleicht sogar ist das Angebot einer Zweitligamannschaft mit roter Laterne und einem Verschleiß von etwa einem Übungsleiter pro Jahr auch nicht für jeden Trainer lukrativ. Mit einer Liste möglicher Kandidaten machen sich dann am Montag sportlicher Leiter und Geschäftsführer auf den Weg zum Aufsichtsrat. Dieser steht noch vollständig im Eindruck des letzten Spieles, welches gerade einmal einen Tag zuvor stattfand. Das die Mannschaft ohne Selbstvertrauen spielte, ist das eine, dass sie einen erneuten Rückstand aufholte, macht vielleicht ein wenig Mut, dass jedoch der Anhang sich abwendet, ist bedenklich. Jeder der Trainer, der auf der Liste steht, hätte ein Himmelfahrtskommando vor sich, eine verunsicherte Mannschaft, eine prekäre Tabellensituation, die schnelle Erfolge verlangt und einen Anhang, der extrem unzufrieden ist. Das sind mehr als genug Baustellen. Aber gab es da nicht einen erst angedachten und auch kurz mal angesprochenen Kandidaten, der den Rückhalt der Fans hätte, wenn man ihn bewegen könnte, sie mit seinem breiten Kreuz zu besänftigen? Der Fokus der Medien wäre vorerst von der Mannschaft genommen… Dem ehemaligen Idol würde man den einen oder anderen weiteren und zu erwartenden Rückschlag verzeihen, da er als Spieler der nie vergessenen Zeit und jetziger Trainer das Symbol für die jahrzehntelange Sehnsucht des Anhangs spiegeln könnte? Wenn dieser Mensch, nennen wir ihn einfach mal Ralf Minge, überzeugt werden könnte??? Soweit zur Sitzung am Montag. Vor der Tür stand der MDR, im Netz warteten die Fans auf die Verkündung. Aber nun musste man doch einfach die Möglichkeit durchspielen, ob sie eventuell auch der Realität standhalten könnte. Man brauchte mehr Zeit, die man einfach nicht hatte.

Ich glaube auch nicht, dass der Maulwurf, den Namen „Ralf Minge“ am Dienstag weitergab, aus böser Absicht handelte. Vielleicht war es, so wie die Fans den Namen ab Dienstagnachmittag enthusiastisch aufsogen, ebenso eine geflüsterte Weitergabe mit strahlenden Augen??? Von der Resonanz der Medien ganz zu schweigen. Ein Name, der nicht genannt wurde, ein Name, der Klang besitzt, ein Name, der mehr als eine Schlagzeile hergibt. So kam eins zum anderen und die Wucht der angelaufenen Maschinerie war nicht mehr aufzuhalten. Ralf Minge wird Trainer, der zwar noch nicht zugesagt hat, aber was macht das schon. Ralf Minge wird Trainer.

Falsch, nun ist es plötzlich Olaf Janßen geworden, ein junger Trainer, der einen sympathischen Ersteindruck gemacht hat. Es könnte unser Glück gewesen sein, dass er sich bereits wieder im osteuropäischen Ausland befunden hat, um sich mit seiner aserbaidschanischen  Mannschaft auf das Spiel in Israel vorzubereiten. Er hat wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Nachrichten, die durchs Netz zogen, mitbekommen, anders als Ralf Hasenhüttl, den dieser Nachrichtensturm mit der unterschwelligen Aussage, jeder, der jetzt kommt, ist ein Notnagel, zur Absage bewogen.

Ich wünsche dem neuen Trainer viel Erfolg und das ihm die Einarbeitungszeit gegeben wird, die auch einem Dresdner Idol Ralf Minge gegeben worden wäre. Ziehen wir Fans uns auf unser Metier, Fan zu sein, zurück und erwarten nicht gleich Traumtore, hohe Siege und jede Menge Glanzparaden von unser Mannschaft!

Ein guter und dynamischer Anfang wäre getan!

Peter Pacult

Der Rausschmiss von Trainer Peter Pacult kam mit Ansage und hatte quasi einen Vorlauf von drei Monaten. Keine Ahnung, wer da vor/während und nach des Relegationsrückspiels gegen Osnabrück wem ins Handwerk pfuschte oder wem die Exklusivität der Nachricht wegnahm, dass alle im Anschluss den Kopf einzogen und meinten, „dass stünde gar nicht zur Debatte“. Auf alle Fälle war Peter Pacult seitdem ein Trainer auf Abruf. Die Wettquoten auf den ersten Rausschmiss der Saison führte er souverän an und nun ließ er sich diese Position auch nicht mehr nehmen. Fast wirkte es am vergangenen Sonntag, als ob Pacult mit seinen „Amateur-Profi-Vergleichen“ seine Rotation in die Freiheit ein wenig beschleunigen wollte…

Es ist ihm gelungen. Der Verein handelte so schnell, dass meine erste Vermutung, war, man hätte vielleicht noch einmal eine Nacht drüber schlafen sollen, ehe man eine so einschneidende Entscheidung fällt. Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass die Entscheidung schon lange Zeit feststand und man nur den besten Moment abwartete.

 

Wären die Entscheidungsträger meines Vereines konsequent gewesen, hätten sie ihre Entscheidung im Mai durchgezogen. Das hätte ihnen garantiert einige Kopfschüttler eingebracht, aber eine Saisonvorbereitung, die ein neuer Trainer hätte mitgestalten können. Nun haben wir die Situation, dass ein neuer Trainer mit dem Kader des Vorgängers hantieren muss. Garantiert wird dieser diese oder jene Position anders besetzt haben wollen und im Winter ein paar neue Spieler holen, während die Aussortierten sich zu Alt-Ex-Trainer Ralf Loose, Neu-Ex-Trainer Peter Pacult oder Florian Fromlowitz gesellen, sollten sie auf die Schnelle keinen neuen Verein finden. Damit wird die Vereinsschatulle garantiert intensiver belastet, als wenn man drei Monate länger zum Gehalt von Peter Pacult ein weiteres für einen neuen Trainer bezahlt hätte! 

Wie dem auch sei, nun wird wieder gesucht, ein Trainer, eine Philosophie, möglichst eine Handschrift. Ich hoffe, man sucht in Ruhe nach einem, der etwas aufbaut, nach einem, bei dem man gewillt ist, ihm Zeit zu geben, nach einem, der ein Teamarbeiter und kein Eigenbrötler ist, einem, der nicht nur Forderungen stellt sondern erst einmal damit arbeitet, was das Umfeld Dynamo bietet, nach jemanden, der erklärt, was er tut ohne es danach auszurichten, ob es der Mehrheit auch genehm ist, nach einem …

…nach der Nadel im Heuhaufen…

Und zurück zu Peter Pacult: Danke für die geleistete Arbeit in diesem schwierigen Umfeld! Danke für den erreichten Klassenerhalt. Alles Gute!

Zahlen nach den geschaffenen Fakten

1,38 Punkte pro Spiel holte Peter Pacult in seinen zwei Dresdner Amtszeiten durchschnittlich. Christoph Franke schaffte einen Schnitt von 1,24. Ralf Loose kam auf 1,15.

2 Punkte aus 4 Spielen, bisher haben wir nach den ersten vier Spielen immer mindestens 4 geholt, 2005/06 sogar 9.

2 Spieler liefen zum allerersten Mal für Dynamo auf. Mohamed Amine Aoudia und Adnan Mravac. Beide hatten, wie der Rest der Mannschaft, nicht ihren glücklichsten Tag erwischt.

3 Tore in 4 Spielen, es läuft einfach nicht! Bisher gab es nach vier Spielen mindestens 6 Torerfolge zu bejubeln.

0:3, wie sich die Bilder gleichen. Bisher gab es 2x ein 0:3 im heimischen Stadion. Danach wurden die Trainer beurlaubt. Beim ersten Mal gegen Bochum Ralf Loose, diesmal Peter Pacult.

50 Zweitligaspiele, Benjamin Kirsten absolvierte gegen die Frankfurtet sein 50.Zweitligaspiel für Dynamo Dresden.

18.08.2013, die kleinen Frankfurter zu Gast

Sonntag gibt es die Möglichkeit, ein ganz anderes Auftreten unserer Mannschaft in einem Heimspiel zu bewundern. Der verdrehte Heim-Auswärts-Rhythmus macht es möglich, gleich im kommenden Spiel die Wiedergutmachung der Spieler und des Trainers zu erleben! Ich freue mich darauf!

Bereits im letzten Jahr war das Spiel gegen die damalige Überraschungsmannschaft FSV Frankfurt ein wenig richtungsweisend. Ein am Radio extrem spannendes Spiel, eine durch Mickael Poté zertretenenen Eckfahne und zwei Tore durch Sebastian Schuppan blieben mir ohne jedes Nachschauen in Erinnerung. Ein Sieg, der in diesem Moment extrem wichtig war, jedoch, mit dem Wissen von heute, eine wichtige Entscheidung zu lang hinausgezögert hat.

Wie dem auch sei, der nach den Relegationsspielen geschlossene Burgfrieden zwischen Verein und Trainer hielt genau drei Spiele, wo vor einer Woche noch von einem gelungenen Saisonstart geredet wurde, ist ein schlechtes Spiel später eher die vor der Saison ausgerufene Quote für die erste Trainerentlassung aktuell.

In der Aufstellung wird sich wohl nicht nur wegen der roten Karte für Cheikh Gueye einiges ändern. Ersetzen wird ihn Torsten Schulz, der von den Medien ins Spiel gebrachte Toni Leistner hat bisher keine Rolle in den Planungen von Peter Pacult gespielt, da wird er ihn jetzt nicht Schulz vorziehen. Ich glaube fest an den Systemwechsel zu zwei Stürmern, wobei Christoph Menz im defensiven Mittelfeld wohl am ehesten auf die Bank wechseln wird. Ebenso vermute ich eine neue Chance für Tobias Kempe auf der Position von Filip Trojan, wobei beide Spieler durch das bisher praktizierte Wechselspiel von Bank und Spielfeld nicht unbedingt das Selbstvertrauen besitzen dürften, was für dieses Spiel wichtig wäre.

Wie dem auch sei, kämpft und spielt nach vorn, dann wirds was werden und dann sprechen wir in der nächsten Woche von einem normalen Saisonstart! Wichtig am Rande: wir haben daheim gegen die kleinen Frankfurter noch nicht verloren, haben bisher aber auch nur zwei Spiele gegen sie bestritten!

Saisonhochrechnung 2013/14

Nachdem mich die Punktehochrechnung der vergangenen Saison im Vorfeld ziemlich desillusionierte, ich im Nachhinein jedoch gerne die 41 Punkte mit 40:50 Toren (http://www.ballsalat.de/saisonhochrechnung-201213/ ) genommen hätte, habe ich mich erneut an die Zahlen gewagt.

Um es bereits im Vorfeld zu sagen, es wird in dieser Saison nicht unbedingt leichter werden! War beispielsweise der VfL Bochum vor der Saison 2012/13 mit sieben Punkten aus vier Spielen ein gern gesehener Gegner unserer Mannschaft, so hat sich unsere Bilanz mit zuletzt zwei Niederlagen verschlechtert. Auch unsere Bilanzen gegen den FC Ingolstadt mit inzwischen zwei Punkten aus vier Spielen konnten wir im Bezug zum Vorjahr nicht verbessern. Der VfR Aalen (ein Punkt aus zwei Spielen) und der 1.FC Kaiserslautern (aktuell zwei Zweitliganiederlagen) drücken unsere vorhersehbare Punkteausbeute. Zum Glück wird ja aber doch noch gespielt! Die Entwicklung der erreichten Punkte gegen andere Mannschaften gibt etwas Grund zur Hoffnung.  So sind die Werte gegen den FC Energie Cottbus (acht Punkte aus acht Spielen) und den FC Erzgebirge Aue (sieben Punkte aus acht Spielen) nicht wirklich gut, jedoch haben sie sich in den letzten zwei Jahren, als wir jeweils sechs Punkte holten, verbessert.

Neben den Punkten gegen die 13 Mannschaften des letzten Jahres kommen die gegen die Auf- und Absteiger in die 2.Bundesliga hinzu. Neben den erzielten Zweitligapunkten gegen die Spvgg Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf und den Karlsruher SC, die nur zur Hälfte gewertet wurden, kommen noch die durchschnittlichen Punkte gegen die Auf- und Absteiger der jeweiligen Saison hinzu. Auch, wenn es eigentlichen Erwartungen an das kommende Jahr senkt, die Zahlen geben uns 38 Punkte, 41 Tore und 53 Gegentore!

Zum Nachschauen: Saisonhochrechnung 2013-14

Arminia Bielefeld, gegen die wir bisher überhaupt noch kein Pflichtspiel bestritten haben, tauchen in meiner Zahlenspielerei nicht auf.

Ein anderer Punkt, der für ein etwas besseres Abschneiden sprechen könnte, ist Peter Pacult. Unser Trainer, der am Ende der vergangenen Saison durch die eigenen Entscheidungsträger des Vereins angeknockt wurde, hat mit Abstand die beste Punkteausbeute unserer bisherigen Zweitligatrainer und auch als Einziger eine positive Bilanz. Möge es dabei bleiben!

Zum Nachschauen: Trainer