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Neue Saison mit großen Zielen

Die Sommerpausenuhr dreht sich langsam aber zielstrebig ihrem Nullpunkt entgegen. Noch vier Tage verbleiben, ehe am Samstag auch in Dresden die neue Saison angepfiffen werden wird. Der erste Gegner ist, wie im letzten Jahr, die Zweitvertretung des VfB Stuttgart. Damals gab es ein 2:1. Würde dies am Samstag nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel stehen, wäre dies kein Grund, überschwänglich  zu jubeln, aber auch kein Ergebnis, um bereits alle Ziele wieder in Frage zu stellen.

Als Ziel wurde vor Wochenfrist das höchstmögliche angegeben, der Aufstieg in die 2.Bundesliga soll es am Saisonende bitteschön sein. Daher schenke ich mit die statistische Saisonprognose. Nimmt man unsere durchschnittliche Punkteausbeute gegen die Mannschaften der 3.Liga (Würzburg und Magdeburg mal ausgenommen) und rechnet die auf 38 Spieltage hoch, so würden wir am Saisonende auf knapp 52 Punkte kommen, kein Wert, um irgendein Wort bezüglich des Aufstieges mitsprechen zu können.

Gespannt bin ich, wie die Mannschaft mit dem Druck umgehen wird, der nun von Anfang an auf ihr lasten wird. Das wir Fans ja fast immer Sternstunden erwarten, ist das eine, dass von offizieller Seite unsere Wünsche quasi legitimiert werden, könnte zu einem Problem werden, wenn es nicht gleich rund läuft.

Um dem entgegen zu wirken, planten Uwe Neuhaus und Ralf Minge, erfahrenere Spieler ins Mannschaftsgefüge einzubauen. Mit der Verpflichtung von Andreas Lambertz und Fabian Müller sah es anfangs so aus, als ob das Projekt „Jugend forsch“ dafür über Bord geworfen werde würde, doch inzwischen kann hierzu Entwarnung gegeben werden. Das Durchschnittsalter der Mannschaft ist zu Saisonbeginn diesen Jahres nur unwesentlich höher als im vorherigen Sommer. Durchschnittlich 23,3 Jahresringe können den Spielern im Sommer 2015 gut geschrieben werden, 22,8 waren es nach dem Abstieg. Der Stamm der Mannschaft, der zum überwiegenden Teil zusammen bei Dynamo geblieben ist, wurde eigentlich sogar verjüngt. Aber sie sind alle erfahrener geworden. Hatten im letzen Jahr vor dem Auftakt 9 Spieler die Erfahrung von 337 Spielen, so sind es diesmal 20 Spieler, die zusammen auf 1030 Spiele in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückblicken können. Die sollten hoffentlich aus den garantiert nicht ausbleibenden Rückschlägen die richtigen Pläne schmieden können, um das große Ziel so lang wie möglich ansteuern zu können.

Wohin der Blog in diesem Jahr hinsteuern wird, ist, im Gegensatz zum Ziel des Vereins, noch nicht auf irgendeiner Karte endgültig festgelegt worden. Ob es eine kontinuierliche oder sporadische Begleitung wird oder ob ich vielleicht sogar während der anstehenden Fahrt hart backbord drehen werde, um unserem schwarzgelben Schlachtschiff glücklich hinterher zu winken während ich nach neuen Zielen suche, werden die kommenden Wochen zeigen. Noch habe ich sie nicht gefunden…

Schaulaufen (für Uwe) bei der Fortuna

Nach den gestrigen, nur auf den ersten Blick überraschenden, Trainerentscheidungen in der Bundesliga habe ich mir Gedanken über Dynamo gemacht. Das wir in unserer „Hire and Fire“ Mentalität eher den Hamburgern als den anderen Schwarzgelben ähneln, dürfte jedem klar sein. Auf den ersten Blick war mir nicht einmal klar, wer wohl der letzte Trainer gewesen ist, der seinen Vertrag erfüllt hat. Olaf Janßen, dessen Vertrag nach einem Sonntagnachmittag im Mai hinfällig wurde, hatte ich dabei schlichtweg vergessen. Ihn ausgenommen, scheint es gutes Dresdner Recht zu sein, jeden irgendwann in nicht zu langer Zeit den Stuhl vor die Tür zu stellen. Helmut Schulte warf selbst das Handtuch, Ralf Minge wurde in einer ähnlichen Situation wie Olaf Janßen gegangen, Rolf Schafstall bettelte im Spiegel nach einer Vertragsauflösung. Meinhard Hemp war der Peter Németh des Jahres 2001. Danach kam Christoph Franke, und nicht einmal der durfte sein Ende gänzlich selbst bestimmen, obwohl er etwas länger blieb, als es bestimmt zu sein schien. Peter Pacult, so kommt es einem manchmal vor, wurde irgendwann nur aus dem Grund noch einmal verpflichtet, damit man ihm im Gegenzug den Stuhl unter dem Gesäß entfernen konnte, nachdem er einige Jahre zuvor mitten in der Saison seine tiefe Liebe zur österreichischen Heimat wiederentdeckt hatte. Viele verschiedene Persönlichkeiten, die da Dynamo am Spielfeldrand stehen hatte.

Nun sitzt bereits Uwe Neuhaus im Stadion, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch keine offizielle Funktion im Verein hat. Keine einfache Situation für Peter Németh, der jedoch nach außen loyal zu seinem Arbeitgeber mit dieser Konstellation umzugehen scheint. Doch die Zukunft sitzt ihm im Nacken und macht sich Notizen. Uwe Neuhaus bespricht sich mit Ralf Minge und erläutert seine Wünsche und Vorstellungen vom dynamischen Fußball der kommenden Saison. Wenn man den hiesigen Gezetten Glauben schenken darf, so sind die kadertechnischen Veränderungen im Sommer wahrscheinlich größer als es zu erwarten war. Pascal Testroet war erste eine Verpflichtung, die man zu diesem Zeitpunkt nicht vermuten konnte und vergangenes Jahr schlicht unmöglich schien. Michael Parensen scheint aus dem Grund, ein ehemaliger und wohlgesonnener Spieler unseres neuen Trainers zu sein, als Gerücht nicht unbedingt so weit hergeholt zu sein.

Aufgewacht scheinen die aktuellen Spieler jedenfalls zu sein. Bielefeld war ein dankbarer und müder Tabellenführer zur richtigen Zeit, nun wird am Wochenende erstmalig das Kölner Südstadion angefahren werden. Uwe Neuhaus wird vor Ort sein und weitere Eindrücke sammeln, die hoffentlich ein rundes Bild für die neue Spielzeit ergeben werden.

Spannend bleibt es auf alle Fälle, unabhängig vom Ergebnis. Punkt(e) wäre(n) trotzdem schön…

Wer oder was ist Bielefeld?

Am Samstag gibt es mal wieder eine neue Möglichkeit, eine (un)dynamisch entstandene Serie auszubauen. Nachdem in den letzten Wochen bereits die bestehende Heimpleitenserie auf aktuell 4 Niederlagen in Folge massiv ausgebaut wurde (zuvor waren es jedes Drittligajahr höchstens 2 am Stück…) und sogar nochmals erweitert werden könnte, kann es zusätzlich passieren, dass die allgemeine Pleitenserie am Stück von bisher ebenfalls 4 Niederlagen in Reihe um eins erhöht werden könnte…

Und am Samstag kommt der Tabellenführer Bielefeld nach Dresden, jene Mannschaft, die Mitte der Woche Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal eliminiert hat. Bielefeld, wer?, werden jetzt einige fragen, aber ich möchte nicht auf die allseits bekannte Bielefeldverschwörung hinaus sondern auf etwas ganz anderes.

Im bereits lang anhaltenden Dresdner Dynamounwetter sind heute zwei Botschaften verkündet worden, die ein wenig Farbe im tristen Grau verbreiten könnten. Zum Einen wurde ein Zweipunkteabzug der SpVgg Unterhaching bestätigt, was unseren Puffer nach unten ein wenig anwachsen lässt. Es ist traurig, aber war zuletzt nicht mehr zu vermeiden, genau dahin den einen oder anderen Blick zu werfen. Dann kam am Abend. Pünktlich um 19:53 verkündete der Verein auf Twitter eine Botschaft, die für ein wenig Optimismus beim Anhang sorgen könnte. Wir haben einen Trainer für die neue Saison, einen, der im vergangenen Jahr noch unerschwinglich zu sein schien, Uwe Neuhaus.

Was natürlich andererseits mehrere neue Fragen aufwirft. Wie reagiert die Mannschaft? Stellt sie sich endgültig in ihrer Zusammensetzung als untrainierbar heraus und Lässt mit gesenktem Kopf die Saison austrudeln? Wäre durchaus nicht ausgeschlossen, denn der Puffer nach unten ist gewachsen. Die bisher erzielten 41 Punkte haben zuvor jedes Jahr gereicht und vom Verein wurde verkündet, dass Projekt jung und forsch modifizieren zu wollen und neue erfahrenere Kräfte einbauen zu wollen. Tobias Müller ist bereits weg, Dominic Baumann auf dem Sprung nach Nürnberg und es lassen sich ohne Probleme weitere aufzählen, die mit dem Kopf woanders zu sein scheinen, egal, ob ihr Vertrag bis Sommer oder länger ausgestellt wurde. Wird mit Uwe Neuhaus Segen eventuell sogar der ein oder andere Perspektivspieler integriert, wie es damals Christoph Franke mit Volker Oppitz durchaus erfolgreich praktizierte? Wie reagiert Peter Nemeth, der als Verlierer gebranntmarkte Nicht-Interim-Platzhalter-Trainer, der ein sinkendes Schiff übernahm, von früh bis spät arbeitet, wie es Ralf Minge betonte und dennoch weiß, dass es inzwischen egal ist, ob er den leckgeschlagenen Kutter irgendwie doch noch flott kriegt oder nicht, er wird nicht der sein, der ihn in Zukunft steuern wird.

Am Samstag kommt der souveräne Tabellenführer und DFB-Pokal-Halbfinalist Bielefeld nach Dresden, von Interesse ist das am Spieltag 14:00, bis dahin und wahrschinlich direkt im Anschluss legt sich die dynamische Zukunft über die Gegenwart!

Restart 2.0

Der Neubeginn unter Stefan Böger, der anfangs so vielversprechend begann, wurde nach zwei Dritteln der Saison vorzeitig abgebrochen. Über atmosphärische Störungen zwischen dem Trainer und dem Geschäftsführer Sport, Ralf Minge, war bereits im vergangenen Herbst gemunkelt worden, als Marcel Miserius seine Fitness- und Athletikübungen nicht mehr mit der 1.Mannschaft durchführte sondern in den Nachwuchs abgeschoben wurde. Außerdem entpuppte sich die geplante Installation des Sportpsychologen Sascha Lense als Papierkonstrukt ohne praktische Anwendung. Der zentrale Plan von Ralf Minge, im Team mit verschiedenen Professionen zu arbeiten, war so zum Scheitern verurteilt.

„Unglücklicherweise“ war Dynamo anfangs überaus erfolgreich und bekam nach einer, sechs Spiele andauernden, sieglosen Serie rechtzeitig im prestigeträchtigen Spiel an der Ostsee die Kurve.  Mit zwei Lucky Punchs in den Heimspielen gegen Cottbus und Osnabrück ging es in die Winterpause. Ein Absägen des Trainers wäre in diesem Moment noch weniger erklärbar gewesen. Also entschied sich Ralf Minge abzuwarten, einen Strich unters Jahr 2014 zu setzen und darauf zu hoffen, mit Stefan Böger doch noch auf denselben Weg zu kommen.

Unser Geschäftsführer Sport wirkte angeschlagen zur gestrigen Pressekonferenz. Das erste Mal in seiner Dresdner Zeit schwappte ihm Unverständnis entgegen, Ablehnung zu seiner getroffenen Entscheidung, die schwerlich nach Außen zu transportieren ist, vor allem, wenn es um Internas geht.  Das es unterschiedliche Ansichten zur Ausgestaltung unseres „Projektes“ gab, war bereits längere Zeit bekannt und das eine Entlassung nicht einfach zur Ausgestaltung angelaufener Faschingsaktivitäten durchgezogen werden… ein solches Grundvertrauen sollte man zu Ralf Minge schon besitzen.

Nun soll es also Peter Németh richten und dabei geht Dynamo mal wieder neue Wege. Er wird ein Trainer mit Probezeit werden, einer, der sich in 13 Spielen beweisen darf, ob er eine ins Straucheln geratene Saison noch weich abfedern kann um dann das „Projekt“ mit Nachdruck ins kommende Spieljahr zu begleiten. Was im ersten Moment wie eine eilig zusammengeschusterte Notfalllösung klingt und eventuell genau das auch ist, kann sich im Nachgang als vorausblickender Schachzug entpuppen. Erweist er sich als Teamplayer, auf den Ralf Minge schon eine Trainerverpflichtung zuvor gehofft hat, und erreicht außerdem die Mannschaft, dann ist er bereits  gut eingearbeitet, wenn es im späteren Frühjahr konkret um Inhalte zur neuen Saison geht. Ist er es nicht, dann bringt er eine entglittene Saison zu Ende und ist eventuell trotzdem aufs Trainerkarussell der 3.Liga oder der einzelnen Regionalligen aufgesprungen. Einbeziehen wird er die vom Verein zur Unterstützung angebotenen Professionen garantiert.

So viel können beide Seiten gar nicht verlieren, gewinnen nach einem gegenseitigen Beschnuppern aber schon.

Kader komplett

Gestern Abend war es um Punkt 18:00 vollbracht. Die Transferliste schloss endgültig und nun sind nur noch für den hoffentlich nicht eintretenden Notfall die arbeitslosen Profis auf dem Markt. Mit Mathias Fetsch haben auch wir uns leihweise noch einmal bedient.

Es war ein nicht ganz unerwarteter Transfer, doch irgendwie schienen alle gebannt auf die Verstärkung für die Verteidigung gewartet zu haben. Das die nicht kam, hat einmal zum Grund, dass heute die Meldung kam, dass Michael Hefele langsam wieder an die Mannschaft herangeführt wird, in der in Wiesbaden bereits der zweite angeschlagene Spieler Dennis Erdmann wieder stand. Wir können also aufhören, von einem Lazarett zu sprechen. Ein weiterer Grund war sicherlich ((-;)) die vor dem Spiel gefruchtete Ansprache von Stefan Böger, der sich endlich einmal ein Spiel zu Null gewünscht hatte, was ihm prompt von seiner Mannschaft erfüllt wurde. Die wurde erstmals in seiner Amtszeit nicht durch Verletzungen sondern aus sportlichen Gründen umgestellt. Niklas Kreuzer und Sinan Tekerci, die Beide erstmals in der Startelf auftauchten, zeigten, dass sie zurecht Ansprüche an die Startelf stellen können. Marvin Stefaniak, welcher erstmals aus ihr weichen musste, verdeutlichte, dass er definitiv in sie gehört. Er glänzte als Torvorbereiter und -vollstrecker und führt nun erstmals die innerbetriebliche Scorerliste mit sechs Punkten allein an. Sylvano Comvalius auf dem ersten Verfolgerrang bereitete ebenfalls ein Tor vor und zeigte, dass ihm das Verteilen ebenso liegt wie das Vollstrecken. Und da kommt Neuzugang Mathias Fetsch ins Spiel, der laut Aussage von Ralf Minge ebenso im Sturmrzentrum als auch im offensiven Mittelfeld spielen kann. Wir haben mit ihm eine Alternative für Sylvano Comvalius und Luca Dürholtz, die in der Form bisher noch nicht hatten.

Außer Niklas Kreuzer und Sinan Tekerci, die erstmals in der Startelf standen und Marvin Stefaniak, der sein erstes Tor im Männerbereich erzielte, hatten am Samstag noch Benjamin Kirsten und Nils Teixeira Grund zum Feiern.

Benjamin Kirsten absolvierte nach 74 Zweitligaspielen mit dem 26. Drittligaspiel sein 100. Ligaspiel für Dynamo. (Relegations- und Pokalspiele sind nicht aufgeführt.)

Niels Teixeira stand zum 75. Mal in der 3.Liga auf dem Feld.

Ruhe? Nicht bei Dynamo!

Ein Tweet von Jens Umbreit fasst gut alles zusammen, was bei der SGD zurzeit mal wieder los ist:

Zahlen des Abends – Vereinsgeschäftsführer seit 2006: Union Berlin 1, Eintracht Braunschweig 2, Dynamo Dresden 6!

Nach dem gestrigen Kahlschlag wird es noch einen Neuen geben. Er wird dann in der Hierarchie neben Ralf Minge zu finden sein, der ab spätestens dem 01.03.2014 als Geschäftsführer für den sportlichen Bereich tätig sein wird. Ralf Gabriel, der den gestrigen Abend stellentechnisch überlebt hat, soll dann eine andere verantwortungsvolle Arbeit im Verein erhalten. Also wurde ihm gestern zuerst die Motivation genommen, ehe er zeitnah seinen derzeitigen Posten verlieren wird.

Man kann von den Entscheidungen persönlich halten, was man möchte, den Einblick hinter die Kulissen fehlt wohl fast allen, die sich dazu derzeit äußern. Die Außenwirkung des Vereins ist jedoch mal wieder bombastisch. Nach der Trainerposse im vergangenen Herbst ist Ralf Minge auf einmal doch noch bei Dynamo gelandet. Im letzten Jahr sollte er Trainer werden, nun wird er statt der Trainingsjacke wohl eher den Anzug tragen. Sein Aufgabengebiet wird der gesamte sportliche Bereich sein, von der ersten Mannschaft bis zur Entwicklung des Nachwuchses. Gespannt sein darf man, wie er in den kommenden Wochen die Arbeit von Olaf Janßen einschätzt, der ja bekannterweise statt ihm die Mannschaft trainiert. Fraglich ist, was den neuen Aufsichtsrat, dem ja noch einige des alten angehören, bewogen hat, Ralf Minge nun plötzlich nicht mehr als DEN Trainer zu sehen… Hoffentlich wird von ihm nicht erwartet, dass er die gesuchte eierlegende Wollmilchsau ist.

Fragen werfen auch die Geschehnisse um Steffen Menze und Christian Müller auf. Klar ist, Steffen Menze selbst hat letzte Woche bekannt gegeben, ab Sommer nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Das da ein Nachfolger gesucht werden würde, ist verständlich. Kann man aber nicht versuchen, im Guten auseinanderzugehen und wenigstens eine Art Übergabe zu ermöglichen? Eine gemeinsame Übergangszeit dürfte doch Ralf Minge das sicherlich notwendige Einarbeiten in die aktuelle Materie erheblich erleichtern und wertvolle Zeit bringen, die dann wirklich genutzt werden könnte. Vor allem, wenn man Steffen Menze sowieso weiter Gehalt zahlt. Seine Aussage, sich bis zuletzt einbringen zu wollen, klang ehrlich. Das der Vertrag von Christian Müller wohl nicht verlängert werden würde, konnte man bereits in den letzten Wochen immer deutlicher zwischen den Zeilen lesen. Doch auch hier gibt es neben einem Vertrag, der nun ohne Gegenleistung bis zum 30.06.14 läuft, eine Menge an Arbeit (wie zum Beispiel den Lizenzantrag für die Saison 2014/15), die ein neuer Mitarbeiter, nachdem er sich vielleicht nicht einmal in Ruhe einarbeiten konnte, unterschreiben und verantworten muss.

Wie dem auch sei, die SG Dynamo Dresden stellt sich mal wieder strategisch neu auf. Ob es einer der bereits gehandelten Kandidaten, Stefan Bohne, Thomas Bohn oder Volker Oppitz werden wird, werden wir in den kommenden Wochen erfahren. Irgendwie klingen diese Namen aber nicht wie eine Weiterentwicklung sondern wie ein „zurück zu den Wurzeln“. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, jedoch den Eindruck der Vetternwirtschaft nicht unbedingt widerlegt. Wobei, bei Volker Oppitz könnte ich persönlich damit leben!

Danke Steffen Menze! Danke Christian Müller! Alles Gute und mehr Wertschätzung auf eurem weiteren Weg!

Viel Erfolg, Ralf Minge!

Die Inthronisierung des Olaf Janßen

Nach langem Hin und Her ist Olaf Janßen der neue Trainer der SG Dynamo Dresden. Es ist sehr erfreulich, ihn in Dresden begrüßen zu dürfen, nachdem mal wieder eindrucksvoll bewiesen wurde, wie halbe unbestätigte Neuigkeiten nach dreimal Teilen in sozialen Netzwerken zu offiziellen Statements umgebogen werden können.

Schaut man im Netz nach, so kann man jede Menge Unterstellungen finden, wer wen womit ins Abseits drängen wollte. Ich habe mir heute die Zeit genommen, die Pressekonferenz sowie Interviews mit dem Geschäftsführer Christian Müller sowie einen Monolog des Aufsichtsratsmitgliedes Thomas Dathe anzuschauen und zu -hören.

http://www.radiodresden.de/nachrichten/lokalnachrichten/janssen-vorgestellt-erste-einheit-unter-dem-neuen-trainer-656503/#&panel1-1

Es ist vielleicht etwas blauäugig und für manchen auch viel verlangt, aber wenn man sich mal davon löst, selbst Kapitän, Trainer, Geschäftsführer und sportlicher Leiter in einer Person zu sein und dazu noch einen Sitz im Aufsichtsrat sein eigen zu nennen, sondern sich einfach mal auf seine eigentliche Rolle, die des Fans, besinnt, so kann man einem Großteil der Ausführungen irgendwie folgen.

Dennoch habe ich mir natürlich auch meine eigenen Gedanken gemacht. Es gibt nach der sich bereits im Sommer ankündigenden Demission von Peter Pacult die Aufgabe für den sportlichen Leiter, einen neuen Trainer zu suchen, um eine den Verein beunruhigende Situation lösen zu können. Das strudelnde Schiff muss wieder auf Kurs gebracht werden. Einige Ideen entpuppen sich als nicht mögliche Hirngespinste, ehemals regional verwurzelte Trainer sind anderweitig beschäftigt, andere Anfragen verlaufen im Sande oder sind einfach nicht finanzierbar. Man kann es sich nicht vorstellen, aber vielleicht sogar ist das Angebot einer Zweitligamannschaft mit roter Laterne und einem Verschleiß von etwa einem Übungsleiter pro Jahr auch nicht für jeden Trainer lukrativ. Mit einer Liste möglicher Kandidaten machen sich dann am Montag sportlicher Leiter und Geschäftsführer auf den Weg zum Aufsichtsrat. Dieser steht noch vollständig im Eindruck des letzten Spieles, welches gerade einmal einen Tag zuvor stattfand. Das die Mannschaft ohne Selbstvertrauen spielte, ist das eine, dass sie einen erneuten Rückstand aufholte, macht vielleicht ein wenig Mut, dass jedoch der Anhang sich abwendet, ist bedenklich. Jeder der Trainer, der auf der Liste steht, hätte ein Himmelfahrtskommando vor sich, eine verunsicherte Mannschaft, eine prekäre Tabellensituation, die schnelle Erfolge verlangt und einen Anhang, der extrem unzufrieden ist. Das sind mehr als genug Baustellen. Aber gab es da nicht einen erst angedachten und auch kurz mal angesprochenen Kandidaten, der den Rückhalt der Fans hätte, wenn man ihn bewegen könnte, sie mit seinem breiten Kreuz zu besänftigen? Der Fokus der Medien wäre vorerst von der Mannschaft genommen… Dem ehemaligen Idol würde man den einen oder anderen weiteren und zu erwartenden Rückschlag verzeihen, da er als Spieler der nie vergessenen Zeit und jetziger Trainer das Symbol für die jahrzehntelange Sehnsucht des Anhangs spiegeln könnte? Wenn dieser Mensch, nennen wir ihn einfach mal Ralf Minge, überzeugt werden könnte??? Soweit zur Sitzung am Montag. Vor der Tür stand der MDR, im Netz warteten die Fans auf die Verkündung. Aber nun musste man doch einfach die Möglichkeit durchspielen, ob sie eventuell auch der Realität standhalten könnte. Man brauchte mehr Zeit, die man einfach nicht hatte.

Ich glaube auch nicht, dass der Maulwurf, den Namen „Ralf Minge“ am Dienstag weitergab, aus böser Absicht handelte. Vielleicht war es, so wie die Fans den Namen ab Dienstagnachmittag enthusiastisch aufsogen, ebenso eine geflüsterte Weitergabe mit strahlenden Augen??? Von der Resonanz der Medien ganz zu schweigen. Ein Name, der nicht genannt wurde, ein Name, der Klang besitzt, ein Name, der mehr als eine Schlagzeile hergibt. So kam eins zum anderen und die Wucht der angelaufenen Maschinerie war nicht mehr aufzuhalten. Ralf Minge wird Trainer, der zwar noch nicht zugesagt hat, aber was macht das schon. Ralf Minge wird Trainer.

Falsch, nun ist es plötzlich Olaf Janßen geworden, ein junger Trainer, der einen sympathischen Ersteindruck gemacht hat. Es könnte unser Glück gewesen sein, dass er sich bereits wieder im osteuropäischen Ausland befunden hat, um sich mit seiner aserbaidschanischen  Mannschaft auf das Spiel in Israel vorzubereiten. Er hat wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Nachrichten, die durchs Netz zogen, mitbekommen, anders als Ralf Hasenhüttl, den dieser Nachrichtensturm mit der unterschwelligen Aussage, jeder, der jetzt kommt, ist ein Notnagel, zur Absage bewogen.

Ich wünsche dem neuen Trainer viel Erfolg und das ihm die Einarbeitungszeit gegeben wird, die auch einem Dresdner Idol Ralf Minge gegeben worden wäre. Ziehen wir Fans uns auf unser Metier, Fan zu sein, zurück und erwarten nicht gleich Traumtore, hohe Siege und jede Menge Glanzparaden von unser Mannschaft!

Ein guter und dynamischer Anfang wäre getan!

Benefiz-Fußballturnier in Dresden

Normalerweise habe ich mich inzwischen ja aufs Beobachten des runden Balles spezialisiert. Nach vielen versuchsreichen Jahren habe ich aufgegeben, dass der Ball mein Freund sein könnte, wenn ich ihn trete. Die anfangs mitleidigen, später auch genervten Blicke, wenn ich von der Strafraumgrenze auf dem Kleinfeld die Eckfahne traf, benötigte ich irgendwann nicht mehr wirklich. Dennoch gibt es einen Moment im Jahr, wo ich gerne mitspiele und meist auch nicht der Einzige bin, dem es gelingt, aus aussichtsreichen Positionen das leer Tor nicht zu treffen: das tecis-Benefizfußballturnier, welches am 07.07.2012 in der 4. Auflage stattfand. 5 Euro gibt es für jedes erzielte Tor zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Dresden (http://www.dresden.deutscher-kinderhospizverein.de/) und meist gibt es für eine stattliche und runde Summe noch ein paar Euro obendrauf.

Die letzten Jahre standen immer mal wieder einige aktuelle und ehemalige Dynamospieler mit auf dem Feld. Es war schon genial, in den ersten beiden Jahren Volker Oppitz zuzuschauen, von Maik Wagefeld mit Ansage von den Beinen geholt zu werden (was dann erst im 2. Versuch klappte, der fällige Elfmeter ging mit viel Glück sogar rein!), so völlig ohne jede Technik Ralf Minge derart zu verblüffen, dass er sich letztendlich (vielleicht sogar ungewollt?) tunneln ließ, von Steffen Heidrich ohne jede Chance auf den Ball herumgehetzt zu werden oder vor Thomas Rath stramm zu stehen. (Ein Bild dazu gibt es unter http://benefiz-dresden.de/)

Inzwischen hat sich das Turnier für die gute Sache herumgesprochen und wird  auch ohne das Beisein von schwarzgelben „Könnern“ von Jahr zu Jahr größer. Für die meisten Teilnehmer steht der Spaß mit vielen Toren im Vordergrund. Nach einem 3:0 wird man dann manchmal auch durchgelassen, bis der Torwart immer größer und das Tor definitiv zu klein wird.

Aber egal, für den Sieg hat es auch in diesem Jahr erwartungsgemäß wieder nicht gereicht. Aufgrund der schwierigen Berechnungen, wie die erspielte Punktzahl bei 2 Gruppen mit insgesamt 13 Vereinen für die Platzierungen ab Platz 5 ins Verhältnis gesetzt werden kann, gibt es am heutigen Abend nicht nicht einmal die Sicherheit, ob es wirklich für einen einstelligen Platz gereicht haben könnte! Mit dem guten Gefühl, mal wieder herumgebolzt zu haben und des Morgen garantiert einsetzenden Muskelkaters lässt sich auch das verschmerzen!

20.11.2011 SG Dynamo Dresden – FC Erzgebirge Aue

Das Sachsenderby steigt. Am Reformationstag begann der Vorverkauf und bereits am 03.11. wurde ein ausverkauftes Stadion gemeldet.

Die Statistik der Spiele gegen die Erzgebirgler ist dreigeteilt. Zu Zeiten der DDR-Oberliga, als Aue als Betriebssportgemeinschaft Wismut Aue auflief, waren sie ein gern gesehener Punktelieferant in Dresden. Von den 26 Duellen gewann Dynamo 20, dazu kamen noch 3 Unentschieden und ganze 3 Auer Siege. Das Torverhältnis war mit 81:21 ebenso eindeutig. Dresden schoss durchschnittlich mehr als 3 Tore pro Heimspiel und fing sich 1 ein, nicht schlecht.

Nach dem Lizenzentzug kam es in der Saison 1995/96 zum Wiedersehen in der Regionalliga Nord/Ost. Bereits am 2. Spieltag gewannen die Auer, die sich inzwischen FC Erzgebirge Aue nannten, mit 3:1 in Dresden. Trainer der Erzgebirgsveilchen war das Dresdner Idol Ralf Minge. Doch es war nicht nur der „Mingefaktor“. Im folgenden Jahr war nicht mehr Ralf Minge Trainer im Erzgebirge und trotzdem bauten sie ihre Serie aus und blieben bei 4 Siegen und 1 Unentschieden bei 9:3 Toren 5x in Dresden ungeschlagen. Doch es kam noch schlimmer. Auch in der neugeschaffenen Regionalliga Nord gewann Aue in seiner Aufstiegssaison 2002/03 mit 1:0 in Dresden. Ein Wiedersehen gab es in der 2. Bundesliga in der Saison 2004/05. Unser knapper 1:0 Heimsieg war noch keine Trendwende, denn im darauffolgenden Jahr fügte uns Aue ein 1:4 Heimdebakel zu.

Es waren keine schönen Jahre, zu Hause gegen Erzgebirge Aue antreten zu müssen.

Zur Zeit strahlen die Zahlen wieder etwas heller, wenn Aue in Dresden zu Gast ist. Zwischen 2008 und 2010 trafen wir uns in der 3. Liga. Dabei gab es zu Hause 2 Siege mit 6:1 Toren. Ob es eine neue Dresdner Serie wird, zeigt sich am Sonntag.

Neben Ralf Minge, der Spieler in Dresden und Trainer beider Mannschaften war, ist aktuell Marc Hensel, der seine ersten Spiele als Profi für Dynamo erlebte, ein wichtiger Spieler in Aue. Auch andere Spieler waren für die derzeit besten sächsischen Mannschaften aktiv, unter ihnen die Torhüter Axel Keller und Rüdiger Huster, aber auch Veselin Popovic, Jan Schmidt, Falk Terjek und Steffen Binke.

Mein Tipp, wir schaffen die 20 Punkte-Hinrunde und gewinnen mit 2:1!