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Neuer Schwung auf den letzten Saisonmetern???

4. Minute. So früh haben wir in dieser Saison noch nie getroffen. Nach 8 Minuten traf Justin Eilers gegen Regensburg, diesmal war er doppelt so schnell.

4-5-6, Marco Hartmann kommt in Fahrt. Nach 4 Spielen bis zur ersten und 5 bis zur zweiten Verletzung hat er inzwischen 6 Spiele am Stück gespielt. Wie wichtig er ist zeigen nicht nur 2 Tore und 2 Torvorlagen in den letzten beiden Spielen. Hoffentlich hört man bald etwas von einer Vertragsverlängerung!!!

9 Tore in zwei aufeinander folgenden Saisonspielen, wann gab es das eigentlich schon einmal? Ich musste lange blättern. Im Herbst der Saison 1988/89 wurde erst die BSG Energie Cottbus mit 5:1 aus dem Stadion gefegt, dann wurde Carl Zeiss Jena auswärts mit 4:3 bezwungen. Lang ists her! Das Heimspiel darauf bescherte uns übrigens den FC Hansa Rostock, die verloren auch mit 5:0 in Dresden. Rostock kommt auch noch nach Dresden, leider nicht kommende Woche, wäre wohl auch zu viel des Guten gewesen…

11, der Marvin schafft es mit seiner derzeitigen Form hoffentlich noch zur U20 WM in Neuseeland. Querpass von links zum 1:0, Ecke von rechts zum 3:0. Inzwischen ist er bei 11 Torvorlagen angekommen. Der bisherige Topvorlagengeber hieß Cristian Fiel und schaffte es auf 8 in einer Spielzeit.

18 Tore, nun hat Justin Eilers auch noch einen unserer Aufstiegshelden überholt. 18 Saisontore hat in der 3.Liga auch Alexander Esswein nicht geschafft.

5:1 nach 0:3, die Bayern müssten mal wieder nach Dresden schauen. Dynamo hat es eindrucksvoll gezeigt, wie man nach einer 0:3 Niederlage in Unterhaching (Hinspiel) doch noch ein Rückspiel (Rückrunde) drehen kann.

 

Ist das 2. Jahr wirklich schwerer???

Es gibt einige Fußballweisheiten, die sind längst wiederlegt. So stimmt es zum Beispiel nicht, das ein Fußballspiel 90 Minuten dauert, sondern manchmal auch etwas länger. Nach 5 Gegentreffern in der Hinrunde 2011/12 in der  Nachspielzeit (90+) hat Dynamo gelernt und in der Rückrunde kein einziges mehr erhalten.

Andere „Traditionalitäten“ haben den Test bestanden. Es ist dann Schluss, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Hertha BSC hat im Frühsommer 2012 erfolglos versucht, dieses Gesetz auszuhebeln.

Wie sieht es aber damit aus, dass das 2. Jahr schwerer sei, als das Erste? In der Saisonhochrechnung 2012/13 gab es für Dynamo Dresden unter http://www.ballsalat.de/saisonhochrechnung-201213/ die etwas ernüchternde Prognose von 41 Punkten zum kommenden Saisonende. Sofort werden da Erinnerungen wach an die Saison 2005/06, wo diese Punktzahl nicht reichte, obwohl es doch ein Mantra in deutschen Fußball zu sein scheint, erst 40 Punkte erreichen und dann in der Tabelle weiter nach oben schauen zu wollen.

Wenn man die Endtabelle der 2. Bundesliga ab dem Jahr 2000 durchforstet, kommt man auf einige interessante Details. Bis zum Sommer 2008 verließen jedes Jahr 7 Mannschaften (mehr als ein Drittel!) die zweithöchste Spielklasse. 3 Mannschaften stiegen in die 1. Bundesliga auf, 4 Teams in die Drittklassigkeit ab. Mit der Einführung der Relegationsspiele sowie der 3. Liga sind es derzeit zwischen 4 und 6 Mannschaften, die jede Saison die Spielklasse wechseln beziehungsweise neu hinzukommen.

Seit der Saison 1999/2000 gab es 48 Mannschaften, die in die 2. Bundesliga aufstiegen. Von diesen konnten im kommenden Jahr 14 Mannschaften den Klassenerhalt nicht feiern. Hinzu kommen noch der SSV Ulm (2000/01), die SpVgg Unterhaching (2001/02) und der FC St. Pauli (2002/03), welche als Absteiger aus der 1. Bundesliga (ein Jahr zuvor) direkt durch das deutsche Unterhaus in die Drittklassigkeit durchmarschierten.

Nun zum berüchtigten 2 Jahr. 10 Mannschaften mussten zwischen 2000 und 2012 am Ende der 2 Saison wieder die Segel streichen. Klingt erstmal weniger, ist es aber nicht wirklich, denn schließlich sind von den ursprünglich 48 Mannschaften ja auch nur noch 34 ins 2. Jahr gegangen. Zusätzlich nicht mehr ins 3. Jahr schaffte es 2000 Tennis Borussia Berlin, die zwar sportlich den Klassenerhalt feiern konnten jedoch die Lizenz nicht mehr erhielten. Auch für Absteiger aus der 1. Bundesliga kann das 2. Jahr eine Etage tiefer zu Problemen führen. Der Karlsruher SC (1999/2000), der FC Hansa Rostock (2009/10) und Arminia Bielefeld (2010/11) akklimatisierten sich nicht in der 2. Bundesliga.

Rein nach den Zahlen spielt es nicht die Rolle, ob man nach dem 1. Jahr (14 von 48 Mannschaften) oder einen Sommer später (10 von 34 übrig gebliebenen Mannschaften) absteigt, aber kopftechnisch dürfte das 2. Jahr dennoch schwerer werden.

Gelingt es dem Aufsteiger, die entstandene Euphorie mit in die neue Saison zu nehmen und hält sie möglichst lang, so sind damit durchaus einige Überraschungen drin. Die Spieler sind „beflügelt“ und bewegen sich am oberen Limit ihre Könnens. Erste Angebote anderer Mannschaften trudeln für die Leistungsträger ein…  Zur neuen Saison wird es dann etwas schwieriger, da mit den guten Ergebnissen der 1. Zweitligasaison die Erwartungshaltung im Umfeld steigt. Die Überraschungen des Vorjahres werden wieder erwartet sowie noch ein paar neue. Für die Gegner ist man jedoch kein Aufsteiger mehr sondern eine etablierte Mannschaft. Die Mannschaften, die neu aufgestiegen sind, waren ja in der letzten Saisonabrechnung hinter dem eigenen Team, als sieht man sich selbst in der Favoritenrolle, jedoch trifft man auf eine Mannschaft mit der Aufstiegseuphorie, die man selbst im letzten Jahr noch hatte. Der Spieler, der im letzten Jahr 10 Tore erzielt hat und trotz der Verlockungen der Konkurrenz geblieben ist, weil ihn der Verein nicht abgeben wollte, fühlt sich kritischer beobachtet, ob er wirklich noch alles für den eigenen  Verein gibt. Er ist nicht wirklich glücklich, trifft mehrfach statt dem Tor nur den Torwart/Pfosten/Gegenspieler/Toraus und beginnt vermehrt zu grübeln. Der Spieler, der den Verlockungen einer anderen Mannschaft gefolgt ist, fehlt an allen Ecken. Die Spieler, die in der letzten Saison hintendran standen, sind aber nicht wirklich eine Alternative für den, der gerade schwächelt und so langsam befindet sich die Überraschungsmannschaft des Vorjahres in der Spirale, die unbedingt verhindert werden sollte.

Sollte dennoch der Klassenerhalt geschafft werden, wovon ich trotz allem überzeugt bin, so werden wir aus den gesammelten Erfahrungen schöpfen können. Nach der 3. Saison stiegen nur noch 5 Mannschaften der ursprünglich 48 Aufsteiger wieder ab. Auch für die Absteiger aus der 1. Bundesliga scheint es etwas einfacher zu werden. Gab es 3 Mannschaften, die gleich von der 1. Bundesliga bis in die Drittklassigkeit sausten und 3, die nur einmal kurz in der 2. Bundesliga blieben, so rutschte nur der Karlsruher SC 2011/12 nach der 3. Saison weiter nach unten ab.

Übrigens, in allen anderen Jahren (seit 1999/2000) wäre die SG Dynamo Dresden mit 41 Punkten nicht abgestiegen!

Das verflixte 2. Jahr