Unsere Zweitligahinrunde, schön wars!

19 Spiele sind absolviert und es scheint, als ob es gelungen ist, die Aufstiegseuphorie bis in die Winterpause hinein gerettet zu haben. Dies war nicht unbedingt erwartbar, als Dresden mit einem Rumpfkader von 21 Spielern in die 2. Bundesliga starten wollte. Darunter waren mit Benjamin Kirsten und Gerrit Müller 2 Langzeitverletzte, der vor der Saison aussortierte Sascha Pfeffer sowie die Nachwuchsspieler Toni Leistner und Marcel Franke. Einziger Stürmer war der wegen einem Kreuzbandriss fast ein Jahr aussetzende Pavel Fort. Von den 14 Spielern, die am 24.05.2011 auf dem Rasen von Osnabrück den Aufstieg perfekt gemacht hatten, waren zum ersten Saisonspiel in Cottbus noch 7 Spieler im Kader.

Und dann ging die Saison los und bis Ende August wurde unser Kader mit noch einmal 7 Spielern erweitert, von denen alle bis auf den Angreifer Cidimar bald in der Stammelf zu finden waren. Keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison, wenn die, die die  2. Bundesliga erreicht haben, entweder bereits vor der Saison weg sind oder nach Saisonstart auf die Ersatzbank „delegiert“ werden. Einzig Florian Jungwirth, David Solga und Robert Koch waren und sind Stammspieler unserer völlig umgestellten Mannschaft geblieben.

Und hier muss man den besonderen Erfolg in diesem Jahr sehen. Es gibt eine Mannschaft in Dresden, welche nach außen sehr harmonisch wirkt. Ob es wirklich so ist, keine Ahnung, auf alle Fälle dringt kein interner Knatsch nach außen. Shergo Biran, Bekim Kastrati, der anhaltende Ärger um/mit Maik Wagefeld, Sebastian Pelzer und später Thomas Hübener, er fehlt mir nicht. Fast schien es manchmal etwas langweilig bei Dynamo zu sein, so kam es mir jedenfalls vor, als ob die Presse versuchte, etwas Stimmung zu machen.

Zuerst bekam Florian Jungwirth, am Anfang der Saison zum ersten Mal in seiner Zeit in Dresden kurzzeitig Bankdrücker, seine Bühne. Er gab sein Interview und ehe es handfest wurde, spielte er wieder. Etwas später durfte Sascha Pfeffer seine Unzufriedenheit über seine anhaltende Nichtnominierung äußern, jedenfalls wusste die Presse, dass er wegen schlechter Trainingsleistung in einem Spiel der 2. Mannschaft zum Rapport musste. So schlecht kann er jedoch nicht gewesen sein, denn kurz vor der Winterpause schien er sogar Marcel Heller als Einwechsler verdrängt zu haben. Soll heißen, es gab zwei/drei Momente in dieser Saison, die Potential für das typische „Bauernstadl Dynamo“ der letzten Jahre boten, jedoch wurde die Sendung seit dem neuen Trainer Ralf Loose nie öffentlich ausgestrahlt.

Wir haben keine berauschende Hinrunde gespielt. Nach 17 Spieltagen hatten wir, ebenso wie in der Aufstiegssaison 2004/05, 18 Punkte erreicht, bei 5 Siegen, 3 Unentschieden und 9 Niederlagen. Unser Defensivverbund ist mit 31 Gegentoren in dieser Saison ebenso anfällig wie vor 7 Jahren. Damals sind wir jedoch beinahe von Anfang an von den hinteren Rängen  gestartet, mit allem Frust, wenn man sich nach oben boxen muss. Wir gingen auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause. Dieses Jahr waren wir nur nach dem 3. Spieltag auf einem Relegationsplatz, am Ende der Hinrunde waren wir bei gleicher Punktzahl wie 2004 im Tabellenmittelfeld den Abstiegsplätzen bereits 6 Punkte enteilt, zur Winterpause sind es inzwischen 8 Punkte geworden. Die Schere zwischen Auf- und Abstieg ist in den vergangenen 7 Jahren viel größer geworden.

Wir haben als Aufsteiger tolle Siege gefeiert. 4:0 gegen Union Berlin, 4:2 beim TSV 1860 München, 2:0 bei Eintracht Braunschweig, 5:1 gegen den Karlsruher SC, unser allererster Sieg mit 2:1 gegen den VfL Bochum, der erste Sieg mit 2:1 in der 2. Bundesliga gegen Energie Cottbus. Es gab viele schöne Momente. Auch die vielen Gegentore am Ende beider Halbzeiten oder die 5 Spiele, die wir nach eigener Führung noch verloren haben, haben bei mir eher das Gefühl geweckt, wir können mithalten und sind nicht nur der aufgestiegene Punktelieferant. Für mich war nur das Spiel gegen Eintracht Frankfurt eine Vorführung für Dynamo gewesen, auch am Radio gegen Fürth hatte ich nicht das Gefühl, die führen uns vor, man darf nicht vergessen, dass in Halbzeit 2 erst unser Kapitän Cristian Fiel, dann Angreifer Pavel Fort und schließlich unser Trainer nicht mehr dabei waren.

Positiv muss auch unsere Offensive erwähnt werden. Mit Dani Schahin und Alexander Esswein hat uns unsere Abteilung Attacke vor der Saison verlassen. Heute freuen wir uns über Mickael Poté, Pavel Fort und Robert Koch oder raufen uns die Haare, wenn Zlatko Dedic einmal mehr den Nebenmann nicht wahrnimmt. Zusammen haben sie 22 Tore erzielt und dafür gesorgt, dass wir schlecht ausrechenbar sind.

Einziger Kritikpunkt ist unsere Wechseltaktik. Manchmal würde es mich freuen, wenn unser Trainer etwas mutiger wechseln würde, vielleicht auch etwas eher als nach der 70. Minute?!  Es müssen auch nicht immer Marcel Heller oder Pavel Fort sein, die sich als Einwechsler zeigen dürfen. Wenigstens ist Filip Trojan seine Rolle als Dynamos Dauerauswechsler inzwischen losgeworden!

Optimistisch stimmt mich, dass unsere Mannschaft weiter zusammenwachsen wird. Gelingt es uns, auch mal einen Ball in der 89. Minute auf die Tribüne zu kloppen, ehe er im eigenen Tor landet, werden wir eine gute Rückrunde spielen!

Hinrunde 2011

Hinrunde 2011 Spieler

 

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